Dienstag, 2. Dezember 2014

Anstatt nach Reichtum trachtet zuerst nach dem Reich Gottes

Jakob fordert sein Volk, und damit ebenso auch uns auf: „Aber ehe ihr nach Reichtum trachtet, trachtet nach dem Reich Gottes.“ (Jakob 2:18).
Nicht das Trachten nach Reichtum an sich ist verwerflich, sondern der Antrieb, aus dem heraus danach getrachtet wird (Sprüche 12:5). Salomo hatte den Herrn um die Gabe der Unterscheidung gebeten, um das Volk recht führen zu können und der Herr hat ihm den Wunsch erfüllt, aber zusätzlich das gegeben, worum er nicht gebeten hatte: Reichtum (1. Könige 3:11-13).Wäre meine Motivation die, dass ich mit meinem ehrlich erworbenen Reichtum ärmeren aus Nächstenliebe heraus helfen wollte, wäre die Forderung Jakobs automatisch erfüllt, denn ich hätte dabei zuerst nach dem Reich Gottes getrachtet (Sprüche11:27-28). Ich lerne aus der Aufforderung Jakobs, dass ich mit dem Reichtum, den ich ehrlich erworben habe, Gutes tue (Jakob 2:19) und lasse mir das Beispiel vom armen Mann und dem Lazarus als Warnung dienen (Lukas 16:19-31). Wie ist deine Einstellung zu dieser Thematik?

Heinrich Hofmann: Christus und der reiche Jüngling (Quelle)

Montag, 1. Dezember 2014

Gedenkt eurer Brüder wie euer selbst

Du kennst sicherlich das Gefühl: Mit der Person kann ich einfach nicht warm werden. Damit soll ausgedrückt werden, dass man zu der Person keine vertraute, persönliche, freundschaftliche Beziehung aufbauen kann. Nach Jakobs Aussage sind wir dazu aber aufgefordert: „Gedenkt eurer Brüder wie euer selbst, und seid vertraut mit allen und freigebig mit eurer Habe, damit sie reich seien gleichwie ihr.“ (Jakob 2:17).
Gedenkt eurer Brüder wie euer selbst. In dem Zusammenhang des Vorwurfes ihrer Gier (Jakob 2:13) werden die Nephiten im Gegensatz dazu aufgefordert, mit ihrer Habe freigebig zu sein. Ich verstehe das so, dass zwar jeder um sein Wohlergehen bemüht sein muss, aber wenn jemand im Überfluss hat und der andere unverschuldet leidet, soll der Reiche abgeben und ihn nicht noch wegen seiner Armut verachten. In Zeiten des Bettelbetruges (eine Bedürftigkeit wird nur vorgetäuscht) fällt es mir schwer, dem Bettler am Straßenrand Geld zuzustecken oder ihn zu mir nach Hause einzuladen. Ich biete ihm ggf. an, mit mir an einen Imbissstand zu gehen und sich etwas zu Essen zu bestellen. Was ich auf jeden Fall in großzügiger Weise mache, ich spende in den Fastopferfond der Kirche. So weiß ich, dass ich nicht übers Ohr gehauen werde und den tatsächlich bedürftigen in der Weise geholfen wird, dass sie wieder auf ihren eigenen Füßen stehen können (mehr zum Fastopfer findest du hier). Wie gehst du mit diesem Problem um?

(Quelle)

Sonntag, 30. November 2014

Viele Nephiten wurden Goldsucher

Einige Zeitgenossen haben sich heutzutage ein besonderes Hobby zugelegt. Du siehst sie entweder in Flüssen mit einer Pfanne hantieren, oder auch mit einem Metalldetektor in der Gegend rumlaufen: Hobby-Goldsucher. Zuzeiten des Goldrausches im 19. Jahrhundert gab es sehr viele, die ihr ganzes Hab und Gut aufs Spiel setzten, um einen Claim zu erwerben und das große Glück zu finden.
So ähnlich haben sich einige Nephiten schon um 540 v. Chr. zuzeiten Jakobs verhalten: „Und nun siehe, meine Brüder, dies ist das Wort, das ich euch verkünde, dass viele von euch angefangen haben, nach Gold und nach Silber und nach allerart kostbaren Erzen zu suchen, wovon in diesem Land, das ein Land der Verheißung für euch und für eure Nachkommen ist, ein überreiches Maß vorhanden ist.“ (Jakob 2:12).
Viele Nephiten wurden Goldsucher. Was war denn das Verwerfliche daran? Präsident David O. McKay (1873–1970) gibt uns den entscheidenden Hinweis: „Was den Menschen verdirbt, ist nicht das Gold, sondern das Motiv, aus dem es erlangt wird.“ (Treasures of Life, 1962, Seite 174f.).
Entsprechende Gründe zählt Jakob in den folgenden Versen auf:
  • Diejenigen, die mehr erlangten als andere wurden in ihrem Herzensstolz überheblich (Jakob 2:13).
  • Sie trugen den Hals starr und das Haupt erhoben wegen der Kostbarkeit ihrer Gewänder (Jakob 2:13).
  • Sie verfolgten ihre Brüder, weil sie meinten, sie seien etwas Besseres (Jakob 2:13).
  • Gott verurteilte sie aus diesem Grund (Jakob 2:14)
  • Ihr Herzensstolz zerstörte ihre Seele (Jakob 2:16)

Ich lerne daraus, dass ich in allem, was der Herr mir zukommen lässt demütig zu bleiben habe, denn dies ist auch seine Forderung an mich: „... Alle aber begegnet einander in Demut! Denn Gott tritt den Stolzen entgegen, den Demütigen aber schenkt er seine Gnade.“ (1. Petrus 5:5). Gibt es für dich unterschiedlichen Stolz und wie gehst du dann damit um (siehe z.B. Psalm 40:5; 2. Korinther 11:17; 2.Korinther 1:14)?

Goldwäscher mit einer „Wiege“ (Quelle)

Samstag, 29. November 2014

Als ich den Herrn fragte, erging so das Wort an mich

Du kennst sicherlich den Text der Titelmelodie der Sesamstraße: Der, Die, Das - Wer, Wie, Was - wieso, weshalb, warum - wer nicht fragt bleibt dumm. Wenn Politik oder Wirtschaft erfolgreich sein wollen, dann geht das besser, wenn sie ihre Vorhaben unterstützt durch Ergebnisse repräsentativer Meinungsumfragen planen. Das heißt, sie müssen einen Teil ihrer Klientel befragen.
Wenn es um das Reich Gottes geht, dann müssen wir auch fragen, um nicht dumm zu bleiben. Und so macht es auch der Prophet Jakob, allerdings nicht um Meinung festzustellen, sondern eher Weisung zu erhalten. Er teilt seinem Volk und uns mit: „Darum muss ich euch die Wahrheit sagen gemäß der Klarheit des Wortes Gottes. Denn siehe, als ich den Herrn fragte, erging so das Wort an mich, nämlich: Jakob, gehe morgen in den Tempel hinauf und verkünde diesem Volk das Wort, das ich dir geben werde.“ (Jakob 2:11).
Als ich den Herrn fragte, erging so das Wort an mich. So wie jeder Prophet des Herrn nicht einfach nur aus dem Nichts heraus Informationen vom Herrn bekam, sondern er ihm seine Gedanken vorlegte und fragte, ob sie richtig seien, tue auch ich gut daran, selber ebenso nach diesem Prinzip zu verfahren. Ich denke an das große Beispiel, das Joseph Smith uns gab: Er wusste ob der vielen sich widersprechenden Glaubensgemeinschaften nicht, welcher Kirche er sich anschließen sollte, las in der Bibel, dass man den Herrn fragen könne, wenn man etwas nicht weiß, und handelte danach. Das Ergebnis: die wiederhergestellte Kirche Jesu Christi auf Erden (siehe hier). Das Prinzip des Fragens und Antwortbekommens funktioniert bei einem jeden Kind Gottes, und zwar ganz sicher nicht wie bei Fragen an Radio Eriwan mit der Antwort: „Im Prinzip ja, aber…“. Wie erging es dir „als du den Herrn fragtest“?

Wer nicht fragt, bleibt dumm (Quelle)

Freitag, 28. November 2014

Ungeachtet der Größe der Aufgabe muss ich ... von eurer Schlechtigkeit ... zu euch sprechen

Du hast sicherlich schon in deinem Arbeitsleben Mitarbeiterjahresgespräche erlebt. In ihnen werden deine erbrachten Leistungen, gemessen an den Zielvorgaben, reflektiert. Unter Umständen musst du da auch Kritik ertragen, weil bestimmte Erwartungen nicht erfüllt wurden. Dies ist sicherlich auch für den Gesprächsführer keine leichte Situation.
Jakob, in einer ähnlichen Situation, hatte allerdings einen schwierigeren Auftrag. Er sollte sein Gespräch nicht nur unter vier Augen, sondern öffentlich führen: „Aber ungeachtet der Größe der Aufgabe muss ich gemäß den strengen Geboten Gottes handeln und von eurer Schlechtigkeit und euren Gräueln zu euch sprechen, in Gegenwart derer, die im Herzen rein sind und ein reuiges Herz haben, und unter dem Blick des durchdringenden Auges des Allmächtigen Gottes.“ (Jakob 2:10).
Wenn es um negatives Verhalten einer Gruppe geht, das öffentlich anzusprechen ist, ist das sicherlich für drei Seiten eine äußerst ungute Situation:
  • Für den der die Schlechtigkeit anzusprechen hat
    Er muss die Balance zwischen Betroffenen und Nichtbetroffenen herstellen, muss dennoch unmissverständlich reden, wird ggf. angefeindet.
  • Für die Betroffenen
    Etwas Negatives vorgehalten zu bekommen löst zumindest Unbehagen wenn nicht sogar Scham aus, insbesondere wenn es nicht in einem Vieraugengespräch stattfindet.
  • Für diejenigen, die nicht betroffen sind
    Sie müssen sich etwas anhören, was sie nicht betrifft. Wie sollen sie reagieren (gleichgültig, mitempfindend, herablassend, verurteilend)?

Ungeachtet der Größe der Aufgabe muss ich ... von eurer Schlechtigkeit ... zu euch sprechen. Ich fühle mich durch diese Aussage animiert darauf zu achten, dass ich Schlechtigkeit und Gräuel meide wie die Pest und wenn es mich dann doch betreffen sollte, versuche ich zu berücksichtigen, dass mir ein solches Gespräch helfen soll, den Weg der aufrichtigen Umkehr zu beschreiten, um das vereinbarte Ziel doch noch zu erreichen. Wenn du schon mal in einer solchen Situation warst, sei es als Betroffener oder Nichtbetroffener, wie bist du damit umgegangen?

Mitarbeitergespräch (Quelle)

Donnerstag, 27. November 2014

Um das angenehme Wort Gottes zu hören

Anstatt dem angenehmen Wort Gottes, musste Jakob dem im Tempel versammelten Volk (Jakob 1:17) die Schlechtigkeit des Herzens der Männer vorhalten (Jakob 2:6), wobei die unschuldigen zarten Gemüter ihrer Frauen und Kinder offensichtlich verletzt wurden (Jakob 2:7): „Und mich dünkt, dass sie hier heraufgekommen sind, um das angenehme Wort Gottes zu hören, ja, das Wort, das die verwundete Seele heilt.“ (Jakob2:8).
Mich erinnert diese Begebenheit an die Generalkonferenzen der Kirche. Auch hier kommt alles Volk, in den auf der ganzen Welt verteilten Häusern des Herren, drei Tage lang zusammen, um das angenehme Wort Gottes zu hören, gesprochen durch den Mund seiner Diener. Aus der Kirchengeschichte ist mir eine besondere Konferenz gegenwärtig:
Am 17. Mai 1899 sprach Präsident Snow auf einer Konferenz in St. George. Während seiner Ansprache hielt er plötzlich inne. Es herrschte völlige Stille, da alle darauf warteten, dass er etwas sagte. Als er wieder zu reden begann, sprach er mit fester Stimme, und die Anwesenden wussten, dass er unter der Inspiration des Herrn sprach: Er sagte: „Das Wort des Herrn lautet: Die Zeit ist jetzt gekommen, da jeder Heilige der Letzten Tage … den Willen des Herrn erfüllen und seinen Zehnten voll zahlen soll. Das ist das Wort des Herrn an Sie, und es ist das Wort des Herrn an jede Siedlung im Land Zion.“ (Zitiert in: Le Roi C. Snow, „The Lord’s Way Out of Bondage“, Seite 439.). Präsident Snow erklärte den Heiligen, der Herr sei ungehalten über sie, weil sie den Zehnten nicht gezahlt hatten. Er verhieß den Menschen, es werde regnen und sie könnten Getreide aussäen und eine gute Ernte haben, wenn sie den Zehnten zahlten. Das Volk hörte auf das Wort Gottes und spendete noch über den vollen Zehnten hinaus und nach einer Prüfungszeit erhielt der Prophet per Telegramm am 2. August 1899 die erlösende Meldung: „Regen in St. George.“
Um das angenehme Wort Gottes zu hören. Dies lehrt mich, bei den Konferenzen achtsam auf das Wort Gottes zu hören und in meinem Leben anzuwenden. Wenn ein Thema immer wieder angesprochen wird, muss ich ganz besonders hinterfragen, ob ich es beherzige. Welches Thema wurde aus deiner Sicht in letzter Zeit immer wieder angesprochen?

Wenn du dir die Begebenheit mit Lorenzo Snow ansehen willst, hier ein 32-Minütiger Clip (allerdings in Englisch).
Präsident Snow auf einer Konferenz in St. George


Mittwoch, 26. November 2014

Eure Gedanken wissen

Hast du auch schon mal Menschen mit telepathischen Fähigkeiten erlebt? Ein solcher Mensch interpretiert Gedankengänge seines Gegenüber anhand von Augenbewegungen, Gestik, Mimik, sprachlicher Ausdrucksweise oder dem Aussehen sowie mittels Fragetechnik oder Suggestionen, um an Informationen zu gelangen, die dieser gedacht, aber nicht ausgesprochen hat.
Jakob, ein berufener Diener des Herrn Jesus Christus, konnte auch die Gedanken seines Volkes erkennen und beschreiben, allerdings, wie wir lesen, mithilfe Gottes: „Aber siehe, hört auf mich und wisst, dass ich mit der Hilfe des allmächtigen Schöpfers des Himmels und der Erde euch über eure Gedanken sagen kann, nämlich, dass ihr anfangt, sündhaft zu handeln, und diese Sünde erscheint mir als großer Gräuel, ja, auch vor Gott als Gräuel.“ (Jakob 2:5).
Eure Gedanken wissen. Ich werde an Interviews mit meinem Bischof oder Pfahlpräsidenten (berufene Diener Gottes in einer Gemeinde bzw. einem Gebiet das mehrere Gemeinden umfasst) erinnert und denke daran, dass sie als Richter in Zion fungieren (Lehre und Bündnisse 107:73-74). Als solche haben sie auch die Gabe des Heiligen Geistes (dritte Person in der Gottheit) meine Gedanken zu wissen. Sie sind somit in der Lage zu erkennen, ob ich die Wahrheit sage oder etwas vortäusche. Ich weiß, dass ich Gott und somit auch seine berufenen Diener nicht täuschen kann (3. Nephi 28:6). Wie ergeht es dir, wenn du meinst, dein Gegenüber kann deine Gedanken wissen?

(Quelle)