Donnerstag, 21. September 2017

Wäre ich nicht aus Gott geboren

Alma der Jüngere weiter zu seinem Sohn Helaman: „Nun siehe, ich sage dir: Wäre ich nicht aus Gott geboren, so wüsste ich dies nicht; aber Gott hat mir dies durch den Mund seines heiligen Engels kundgetan, nicht weil ich aus mir selbst dessen würdig gewesen wäre; 6  denn ich ging mit den Söhnen Mosias umher und trachtete danach, die Kirche Gottes zu vernichten; aber siehe, Gott sandte seinen heiligen Engel, um uns auf dem Weg anzuhalten.“ (Alma 36:5-6).
Wäre ich nicht aus Gott geboren. Wie ist diese Aussage nun wieder zu verstehen, wie kann Alma aus Gott geboren sein? Schon Nikodemus stellte dem Herrn diese Frage, als dieser davon redete, dass niemand das Reich Gottes sehen könne, „... Wenn jemand nicht von neuem geboren wird ...“ (Johannes 3:3-4). Viele, die einen schweren Unfall überlebt haben, oder vor dem sicheren Tod durch jemanden bewahrt wurden - z. B. bei einem Kletterunfall in den Bergen - , empfinden diesen Tag der Rettung als einen zweiten Geburtstag, als wären sie nochmals geboren. Sie sind vor dem sicheren irdischen Tod durch Retter verschont worden.
Der Apostel Petrus erklärt uns das mit dem `aus Gott geboren sein´ folgendermaßen: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: „Er hat uns in seinem großen Erbarmen neu geboren, damit wir durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine lebendige Hoffnung haben“ (1. Petrus 1:3). Wir alle, die wir hier über diese Erde gehen dürfen, müssen einen irdischen Tod erleiden, aber Christus hat uns durch sein Sühnopfer von diesem Tod erlöst, gerettet. Wir werden nach diesem Tod `neu geboren´ zu ewigem Leben. Diese Neugeburt beginnt mit unserer Taufe (1. Petrus 1:23; Lehre und Bündnisse 5:16), einhergehend mit einer durch den Geist des Herrn verursachten mächtigen Herzenswandlung, verbunden damit, dass wir kein Verlangen mehr haben Böses zu tun, sondern nur noch Gutes, und wird fortgesetzt durch die Auferstehung (1. Korinther 15:54). Ich erkenne also: Wenn ich das Himmelreich ererben möchte, muss ich `von neuem geboren werden´; wie dies geschieht, fasst ein Vers der Köstlichen Perle wunderbar zusammen, und zwar Mose 6:59. Was ist dein Verständnis von `aus Gott geboren werden´?

Mittwoch, 20. September 2017

Ich möchte nicht, dass du denkst, ich hätte dieses Wissen aus mir selbst

Alma der Jüngere weiter zu seinem Sohn Helaman: „Und ich möchte nicht, dass du denkst, ich hätte dieses Wissen aus mir selbst—nicht aus dem Zeitlichen, sondern aus dem Geistigen, nicht aus dem fleischlichen Sinn, sondern von Gott.“ (Alma 36:4).
Ich möchte nicht, dass du denkst, ich hätte dieses Wissen aus mir selbst. Wilhelm Liebknecht (1826–1900; Gründervater der SPD) griff bei einem Vortrag die Formulierung des englischen Philosophen Francis Bacon (1561–1626) auf und formulierte mit einer Umkehrung erweitert: „Wissen ist Macht – Macht ist Wissen“. Dieses geflügelte Wort ist dir sicherlich schon mal begegnet. Auch in den Sprüchen findet sich ein ähnlicher Ausspruch: „Der Weise ist dem Starken überlegen, ein verständiger Mensch dem robusten.“ (Sprichwörter 24:5). Wissen zu haben, bedeutet Kenntnis zu besitzen, sich über Wahrheit sicher zu sein.
Alma teilt seinem Sohn mit, dass er sein Wissen über den Plan der Erlösung nicht selber ersonnen hat, sondern es ihm von Gott übermittelt wurde, der ein wissender Gott ist (1. Samuel 2:3). Francis Bacons Ausspruch `Wissen ist Macht´, spiegelt sich auch in einer von Joseph Smith gegebenen Belehrung wieder. Sie besagt, dass diejenigen die sich in diesem Leben eifrig mehr Wissen aneignen, später einmal denjenigen gegenüber im Vorteil sind, die sich hier auf Erden weniger um das Erlangen von Wissen bemühen (Lehre und Bündnisse 130:19). Dadurch werde ich ermuntert, mit dem eifrigen Aneignen von Wissen nie aufzuhören. Meine Vorvordern haben schon immer folgende Redensart auf den Lippen gehabt, wenn sie auch noch im hohen Alter etwas Neues erkannt hatten: „Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu“. Wie gehst du mit `lebenslangem Lernen´ um?

"Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück." #Zitat Laozi (gefunden auf https://www.facebook.com/querdenker)
Das Zitat stammt vom britischen Komponisten Benjamin Britten (1913–7196)
(Bild: Quelle)

Dienstag, 19. September 2017

Der wird ... am letzten Tag emporgehoben werden

Alma der Jüngere: „Und nun, o mein Sohn Helaman, siehe, du bist in deiner Jugend, und darum flehe ich dich an, du wollest meine Worte hören und von mir lernen; denn ich weiß sicher, wer auch immer sein Vertrauen in Gott setzt, der wird in seinen Prüfungen und seinen Mühen und seinen Bedrängnissen gestärkt und wird am letzten Tag emporgehoben werden.“ (Alma 36:3).
Der wird ... am letzten Tag emporgehoben werden. Was ist wohl mit dem `letzten Tag´ gemeint? Aus der Fußballszene kennst du vielleicht den Begriff `Deadline Day´. Das ist für Vereine der Zeitpunkt, bis zu dem sie sämtliche Registrierungen von Spielern, Anträge auf Erteilung der Spielberechtigung sowie Transfers über ein Onlinesystem eingerichtet haben müssen. Danach geht nichts mehr. Im Berufsleben gehört das Einhalten von `Deadlines´ (Stichtagen) zum professionellen Arbeiten.
In der Heiligen Schrift finden wir eine Erklärung, was der Herr mit dem `letzten Tag´ meint. Auf seinem Weg zum letzten Osterfest in Jerusalem sprach Jesus u. a.: „Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag.“ (Johannes 12:48); und auf die Aussage Jesu bezüglich ihres verstorbenen Bruders Lazarus: „Dein Bruder wird auferstehen.“ antwortet ihm Marta: „Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag.“ (Johannes 11:23-24). Der `letzte Tag´ hat also etwas mit Auferstehung und Gericht, dem endgültigen Gericht, zu tun. An diesem Tag wird sich jedes Knie vor ihm beugen und jede Zunge ihn, unser aller Erlöser, bekennen und von ihm gerichtet werden (Mosia 27:31). Und wie Alma der Jüngere seinem Sohn Helaman erklärt: „... wer auch immer sein Vertrauen in Gott setzt, ... der wird ... am letzten Tag emporgehoben werden.“, was so viel bedeutet wie „... im immerwährenden Reich des Lammes errettet ...“ zu werden (1. Nephi 13:37). Es ist überlebenswichtig, dass wir unser Vertrauen schon vor diesem `letzten Tag´, dem `großen und schrecklichen Tag´ (Lehre und Bündnisse 110:16), in den Herrn setzen, ansonsten ist die Deadline erreicht und nichts geht mehr. Wie sieht dein Vertrauen in den Herrn aus?

A painting by Dan Lewis showing Elijah in a white robe, standing by a window inside the Kirtland Temple and talking to Joseph Smith and Oliver Cowdery.
„Siehe, ich werde euch den Propheten Elija senden, ehe der große und schreckliche Tag des Herrn kommt;“ (3. Nephi 25:5; Maleachi 3:23). Eingetreten am 3. April 1836 im Tempel zu Kirtland, Ohio (Lehre und Bündnisse 110:13-16).
(Bild: Quelle)

Montag, 18. September 2017

Darum flehe ich dich an, du wollest meine Worte hören und von mir lernen

Alma der Jüngere: „Und nun, o mein Sohn Helaman, siehe, du bist in deiner Jugend, und darum flehe ich dich an, du wollest meine Worte hören und von mir lernen; denn ich weiß sicher, wer auch immer sein Vertrauen in Gott setzt, der wird in seinen Prüfungen und seinen Mühen und seinen Bedrängnissen gestärkt und wird am letzten Tag emporgehoben werden.“ (Alma 36:3).
Mormon, der die Berichte seiner Vorfahren zusammenfasste (Worte Mormons 1:1,9), schiebt jetzt einige Kapitel ein, in denen die Belehrungen Alma des Jüngeren an seine Söhne Helaman, Schiblon und Korianton in dessen eigenen Worten wiedergegeben sind.
Darum flehe ich dich an, du wollest meine Worte hören und von mir lernen. Wer hat nicht von seinen Eltern gelernt. Sie haben etwas vorgelebt und wir haben es in unser Handeln übernommen. Wir haben z. B. erlebt, dass sie darauf bedacht waren liebevoll miteinander, mit ihren Kindern und mit den Mitmenschen umzugehen. Wir haben evtl. erlebt, dass sie sich täglich zu einer bestimmten Zeit in die Heiligen Schriften vertieft und darüber nachgedacht und gesprochen haben, wie sie das Gelesene in Taten umsetzen können. Eventuell haben sie uns vorgelebt, dass man morgens und abends und zu den Mahlzeiten mit dem Vater im Himmel spricht ... Wir haben diese Handlungen höchstwahrscheinlich übernommen. Genauso passiert es meist auch mit Negativerlebnissen. Aber wir haben eine Person, die wir kennenlernen können und von der wir nur das Gute vorgelebt bekommen haben und dies nachahmen können: Jesus Christus. Er sagt uns: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; ...“ (Matthäus 11:29). Für mich bedeutet `sein Joch auf mich zu nehmen´, mich seinem Willen zu unterwerfen - seine Gebote zu halten - und mich von ihm führen und leiten zu lassen. Ich nehme lieber das Joch des Herrn auf mich und lerne von ihm und seinen berufenen Dienern, als `die Last der Welt´ und das Vorbild Satans nachzuahmen. Wessen Worte hörst und von wem lernst du?


(Bild: Quelle)

Sonntag, 17. September 2017

So fingen die Zoramiten und die Lamaniten an, Kriegsvorbereitungen gegen das Volk Ammon zu treffen

Das barmherzige Verhalten des Volkes Ammon gegenüber den vertriebenen Zoramiten, die das Wort Gottes angenommen hatten, stachelte „... die Zoramiten zum Zorn gegen das Volk Ammon auf, und sie fingen an, sich mit den Lamaniten zusammenzutun und auch diese zum Zorn gegen sie aufzustacheln. 11  Und so fingen die Zoramiten und die Lamaniten an, Kriegsvorbereitungen gegen das Volk Ammon zu treffen, ebenso gegen die Nephiten.“ (Alma 35:10-11).
So fingen die Zoramiten und die Lamaniten an, Kriegsvorbereitungen gegen das Volk Ammon zu treffen. Weil die angeseheneren Zoramiten auf das Wort Gottes zornig waren, es zerstörte nämlich ihre `Priesterlist´ (Alma 35:3), wollten sie die Verbreitung unter ihrem Volk vermeiden. Sie fanden also heraus, wer von den ärmeren das Wort annahm und vertrieben diese aus ihrer Heimat (Alma 35:6). Nachdem sie aufgrund dessen bei den Ammoniten eine neue Heimat fanden und sogar eigenes Land bekamen, setzten sie die Ammoniten unter Druck, die Einwanderer auch aus ihrem Land zu vertreiben. Doch die Ammoniten ließen sich nicht einschüchtern (Alma 35:8-9), was die Führer der Zoramiten noch wütender machte und dazu führte, dass sie sich mit den Lamaniten gegen diese verbündeten, um Krieg zu führen (Alma 35:10-11).
In diesem Kapitel erfahren wir, worin die lang andauernden Kriege zwischen den Nephiten und Lamaniten ihren Ursprung hatten, die in den Kapiteln Alma 43 bis 62 beschrieben werden. Die Herzen der `angeseheneren Zoramiten´ wurden von Satan zum Zorn gegen ihre Brüder aufgestachelt (2. Nephi 28:20). So in Rage, beeinflussten sie ihrerseits die Lamaniten und andere abgefallene Nephiten. Auch diese wurden wütend auf die Nephiten und zusammen zettelten sie einen Krieg gegen den rechtschaffeneren Teil der Zoramiten und Nephiten an. Ich lerne daraus, dass ich mich durch andere nicht gegen jemanden durch Worte, die bewirken sollen, dass ich sehr aggressiv gegen jemanden werde, aufhetzen lassen darf. Etliche radikale Kräfte sind auch heute dabei, die dies ständig versuchen. Populisten, ja sogar Staatspräsidenten sind mit von der Partie. Die elektronischen sozialen Medien werden von diesen in schamloser Weise benutzt. Ich weiß, dass hinter solchen Machenschaften Satan steckt, der mich von rechtschaffenem Leben allzu gerne abbringen möchte. Ihm muss und kann ich widerstehen (Jakobus 4:7). Wie gehst du mit Hetztiraden um?


Vorsicht in sozialen Netzwerken
(Bildquelle: Getty Images/The Image Bank/Annabelle Breakey)

Samstag, 16. September 2017

Sie nahmen sich ihrer gemäß ihren Bedürfnissen an

Nachdem die armen Zoramiten, die das Wort Gottes angenommen hatten, von den angeseheneren aus ihrem Heimatland ausgestoßen waren, bekamen sie Asyl bei dem Volk Ammon, das ihnen hierfür das Land Jerschon räumte (Alma 35:6). Das wiederum passte den restlichen Zoramiten gar nicht. Sie waren „... zornig auf das Volk Ammon, das in Jerschon war, und der oberste Herrscher der Zoramiten, der ein sehr schlechter Mensch war, sandte hinüber zum Volk Ammon und wünschte von ihnen, sie sollten aus ihrem Land alle diejenigen ausstoßen, die von ihnen in ihr Land hinübergekommen waren. 9  Und er stieß viele Drohungen gegen sie aus. Und nun fürchtete das Volk Ammon ihre Worte nicht; darum stießen sie sie nicht aus, sondern sie nahmen alle Armen der Zoramiten auf, die zu ihnen herüberkamen; und sie gaben ihnen Nahrung und kleideten sie und gaben ihnen Land als ihr Erbteil; und sie nahmen sich ihrer gemäß ihren Bedürfnissen an.“ (Alma 35:8-9).
Sie nahmen sich ihrer gemäß ihren Bedürfnissen an. Das Volk Anti-Nephi-Lehi - bekehrte Lamaniten aus dem Ländern Ischmael, Middoni, Schimlom, Schemlon, und den Städten Nephi, Lemuel und Schimlinom (Alma 23:8-12) - die jetzt das Volk Ammon genannt wurden, nahmen die Flüchtlinge aus dem Land Antionum, östlich von Zarahemla (Alma 31:3), auf und „... nahmen sich ihrer gemäß ihren Bedürfnissen an.“
Auch hier haben wir ein Beispiel aus dem Buch Mormon, wie schon zuzeiten vor Christus, Volksgruppen auf dem amerikanischen Kontinent aufgrund ihres Glaubens an Christus, vertrieben wurden und Unterschlupf bei mutigen gläubigen Christen, dem Volk Ammon, erhielten. War doch das aufnehmende Volk Ammon vor kurzer Zeit erst selber von den Nephiten als Flüchtlinge aufgenommen worden und bekamen sogar Land zugeteilt (Alma 27:25-26), wie diese es jetzt auch mit den Ammoniten handhabten: „... und gaben ihnen Land als ihr Erbteil; ...“ Erleben wir nicht genau dasselbe heutzutage in unvorstellbarem Ausmaß auch wieder? Wie verhalten wir uns gegenüber solch aus ihrer Heimat geflüchteten. Nehmen auch wir uns ihrer „... gemäß ihren Bedürfnissen an.“? Viele positive Beispiele wurden in TV-Dokumentationen veröffentlicht. Jeder kann im Kleinen etwas zur Verbesserung ihrer Situation beitragen, insbesondere im Gedenken dessen, dass doch eigentlich jeder von uns im Grunde genommen Flüchtling war oder ist. Unsere Gemeinde hat als ein Beispiel, unsere Mehrzweckhalle der Kirche, für Schulsport zur Verfügung gestellt, als Flüchtlinge in die Sporthalle der Schule einquartiert wurden und die Schüler nun hätten keinen Sportunterricht haben können. Dieses Jahr stellen wir sie wieder zur Verfügung, weil die Turnhalle der Schule renoviert werden muss. Unsere Klassenräume haben wir für Deutschunterricht für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. So stehen den vielen Negativbeispiele auch viele positive gegenüber. Wie hältst du es mit der Unterstützung aus ihrer Heimat vertriebener?




Mögliche Lage der Städte zueinander; oben beschriebene Städte sind eingekreist
(Bild: Quelle)

Freitag, 15. September 2017

Alma und seine Brüder dienten ihnen

Nachdem die Zoramiten, die die Worte der Missionare annahmen, nun von der Oberschicht aus ihrem Land ausgestoßen worden waren, kümmerten sich Alma und seine Mitarbeiter um sie im Land Jerschon, in das sie auswanderten (Alma 35:6): „Und es begab sich: Alma und seine Brüder dienten ihnen.“ (Alma 35:7).
Ich habe es schon erlebt, dass der eine oder andere sich an dem Begriff `Dienen´ stört. Er hätte so etwas mit Unterordnung, Unterwürfigkeit zu tun, ein Bediensteter zu sein, gehorchen zu müssen, für andere zu arbeiten. Ein Beamter steht z. B. gegenüber seinem Dienstherren in einem `öffentlich-rechtlichen Dienst- und Treueverhältnis´. Aus diesem Verhältnis heraus obliegen ihm Dienstpflichten gegenüber seinem Dienstherren. Verletzt er diese, hat er mit disziplinarrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Auf der anderen Seite hat der Dienstherr aber auch gegenüber dem Beamten eine Fürsorgepflicht. Er hat die Pflicht, für sein Wohlergehen Sorge zu tragen.
Alma und seine Brüder dienten ihnen. Im Lichte des Evangeliums betrachtet, hat das `Dienen´ einen ganz anderen Stellenwert. Es geht zwar auch um Fürsorge anderen oder Arbeit für Mitmenschen gegenüber, aber der oberste `Dienstherr´ ist keine weltliche Institution, sondern Gott, denn: „... wenn ihr im Dienste eurer Mitmenschen seid, ihr nur im Dienste eures Gottes seid.“ (Mosia 2:17). Für mich ist es eine Ehre, ein Vorzug, dadurch im Dienste meines Gottes zu stehen, indem ich meinen Mitmenschen `diene´. Ich nehme mir gerne die Einstellung des Nachfolgers in der Führung des Volkes Israel, Mose, Josua, zu Herzen: „... Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen.“ (Josua 24:15). Dabei orientiere ich mich an Matthäus 25:35-45. Nicht nur im Rahmen meiner kirchlichen Aufgaben `kümmere´ ich mich gerne um Bedürftige und lasse ihnen Hilfe zukommen, die ich in der Lage bin zu leisten, ich `diene´ ihnen. Wie ist deine Einstellung zum Dienen?

Donnerstag, 14. September 2017

Darum erforschten sie im geheimen den Sinn des ganzen Volkes

Die Herrscher der Zoramiten, natürlich zu den Angeseheneren gehörend, versammelten Ihresgleichen im ganzen Land, um über die von Alma und Amulek gesprochenen Worte zu beraten (Alma 35:4). „Nun ließen ihre Herrscher und ihre Priester und ihre Lehrer das Volk über ihre Wünsche in Unkenntnis; darum erforschten sie im geheimen den Sinn des ganzen Volkes. 6  Und es begab sich: Nachdem sie den Sinn des ganzen Volkes erforscht hatten, wurden diejenigen, die die Worte günstig aufnahmen, die von Alma und seinen Brüdern gesprochen worden waren, aus dem Land ausgestoßen, und es waren ihrer viele; und sie begaben sich auch ins Land Jerschon hinüber.“ (Alma 35:5-6)
Darum erforschten sie im geheimen den Sinn des ganzen Volkes. Auch in unserer Zeit gab und gibt es solche Bespitzelungen. In der früheren DDR wurde dafür die Stasi, das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), auch Staatssicherheitsdienst, breit aufgestellt. Es fungierte zugleich als Nachrichtendienst und Geheimpolizei und war somit Machtinstrument der „Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands“ (SED). Im Hitlerregime wurde eine »Nacht-und-Nebel-Aktion« durchgeführt, eine Aktion, die nach außen hin nicht publiziert wurde, also auch im Geheimen stattfand. Auf Hitlers Weisung vom 7. Dezember 1941 wurden Widerstandskämpfer in besetzten Gebieten (besonders in Frankreich, Belgien und den Niederlanden) „ins Reich überführt“ und ohne jede Mitteilung hingerichtet oder in Konzentrationslager eingewiesen wurden. Bei den Zoramiten wurden die Andersdenkenden aus dem Land vertrieben.
Auch heute wird der `Sinn des Volkes´ erforscht (Meinungsumfragen). Sie verlaufen meist nicht im Geheimen, aber im Marketing werden Käuferverhalten im Geheimen erforscht, ausgewertet und aus den Ergebnissen Maßnahmen zur Absatzsteigerung abgeleitet. Der Kunde wird manipuliert. In ihm wird die Sehnsucht nach einem Produkt geweckt, obwohl es u. U. ungesund ist oder er es gar nicht benötigt. In Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft wird auch vieles im Geheimen abgesprochen, was für das Volk nicht unbedingt zum Vorteil ist (Abgasskandal, Kartellabsprachen ...). Ich lerne aus der Schrift, dass der Herr nicht möchte, dass wir Pläne im Geheimen schmieden (Jesaja 29:15). Jesus ist wieder unser Vorbild: „... Nichts habe ich im Geheimen gesprochen.“ (Johannes 18:20). Sicherlich gibt es in bestimmten Bereichen die Notwendigkeit der Geheimhaltung, um z. B. Massenpanik zu verhindern oder die Sicherheit des Volkes nicht aufs Spiel zu setzen. Wie überall im Leben gibt es auch hier immer zwei Seiten einer Medaille und es gehört abgewogen, was ist in welcher Situation sinnvoll, richtig und notwendig. Bei diesem Abwägen kann ich, wenn ich alleine nicht weiterkomme, vom Herrn die Hilfe des Heiligen Geistes erbitten, der uns in alle Wahrheit führt (siehe auch die Ansprache von Elder Ronald A. Rasband: „Wenn der Heilge Geist dich führt“).

„Der Heilige Geist kann und will dir helfen“ - Garry E. Stevenson
(Bild: Quelle)

Mittwoch, 13. September 2017

Da waren sie wegen des Wortes zornig, denn es zerstörte ihre Machenschaften

Alma der Jüngere und die anderen Missionare beendeten ihre Belehrungen bei den Zoramiten und zogen in das Land Jerschon, welches die Nephiten ihren Brüdern, die sie nach ihrer Bekehrung das Volk Ammon nannten (Alma 27:12,25-26). Unter den Zoramiten gab es aber noch eine Nachlese: „Und es begab sich: Nachdem sich die Angeseheneren unter den Zoramiten miteinander über die Worte beraten hatten, die ihnen gepredigt worden waren, da waren sie wegen des Wortes zornig, denn es zerstörte ihre Machenschaften; darum wollten sie auf die Worte nicht hören.“ (Alma 35:3).
Da waren sie wegen des Wortes zornig, denn es zerstörte ihre Machenschaften. Auch Friedrich Schiller erlebte am eigenen Leib `Machenschaften´ des durch und durch absolutistischen württembergischen Herrschers, Herzog Carl Eugen (*1728), und rächte sich dafür mit einem bürgerlichem Trauerspiel „Kabale und Liebe“ (um 1782 verfasst), wobei Kabale ein heute ungebräuchlicher Ausdruck für Intrigen, bzw. Machenschaften, ist. In diesem Stück greift er den Absolutismus an und kritisiert die Machenschaften des Adels, die völlige Rechtlosigkeit der Untertanen, des Bürgertums, am Beispiel der Vereitelung der Liebe zwischen der Tochter eines bürgerlichen Stadtmusikanten und Ferdinand von Walter, dem Sohn des adligen Präsidenten von Walter, aufgrund niederträchtiger Intrigen (Kabalen).
Diejenigen, die sich Machenschaften bedienen, um andere zu unterdrücken, bzw. zu schädigen, sind natürlicherweise nicht darüber erfreut, wenn diese aufgedeckt und angeprangert werden. So auch die angeseheneren Zoramiten. Auch unsere Bosse der Automobilindustrie sind sicherlich nicht erfreut darüber, dass ihre Machenschaften ans Tageslicht gekommen sind, oder die der Pharmaindustrie oder der Lebensmittelindustrie, der Politik ... Wir haben heute, ganz genauso wie unsere Vorfahren, unter `Machenschaften´ einflussreicher, machtbesessener Kräfte zu leiden, die nur auf Gewinnmaximierung und Machtausübung fixiert sind. Das hat doch was mit `Priesterlist´ zu tun. Darunter sind Menschen zu verstehen, die sich der Welt als `Licht´, als Vorbild hinstellen, um von der Welt Gewinn und Lob zu ernten. Dabei trachten sie nicht nach dem Wohlergehen ihrer `Untertanen´ (2. Nephi 26:29). Solche Leute dürfen wir uns nicht als Vorbild nehmen und doch sind sie in der Wirtschaft oder Politik sehr gefragt. Ich versuche mich an solchen Menschen zu orientieren, die nicht aus Gewinnsucht handeln (1. Petrus 5:2), denn „... sollte sich Priesterlist unter diesem Volk durchsetzen, so würde dies seine gänzliche Vernichtung bewirken.“ (Alma 1:12). Nach welchen Kriterien suchst du deine Vorbilder aus?
An image of a young man and an elderly woman, combined with a quote by Elder D. Todd Christofferson: “Our example should be such that no one can deny that the Latter-day Saints love the Savior.”

Dienstag, 12. September 2017

Dass ihr Geduld habt und diese Bedrängnisse ertragt

Die Schlussworte Amuleks an die gedemütigten Zoramiten: „sondern dass ihr Geduld habt und diese Bedrängnisse ertragt mit der festen Hoffnung, dass ihr eines Tages von all euren Bedrängnissen ausruhen werdet.“ (Alma 34:41).
Bei dem Thema Geduld kommt mir doch gleich die zentrale Gestalt des Buches Ijob in den Sinn, eines vorbildlichen, frommen und gerechten Mannes. In seinem unerträglichen Los wünschte er sich als Trost, dass Gott ihn doch zermalmen würde, und fragt dann: „Was ist meine Kraft, dass ich aushalten könnte, wann kommt mein Ende, dass ich mich gedulde?“ (Ijob 6:11). Ein französisches Sprichwort sagt: „Hab´ Geduld, alle Dinge sind schwierig, bevor sie leicht werden.“ Das ist allerdings wohl auch wieder `leichter gesagt als getan´.
Unter Geduld ist ruhiges Ausharren zu verstehen, die Fähigkeit, Leid in jeglicher Form ohne Klage oder Vergeltungswunsch zu ertragen. Ein allzu triviales Beispiel für Ungeduld meinerseits könntest du erleben, wenn du mich vor meinem Notebook sehen könntest, wenn es wiedermal eine gefühlte Ewigkeit dauert, bis eine Internetseite im Browser aufgebaut wird, oder eine Anwendung auf meine Wünsche reagiert. Ich könnte da in die Luft gehen, insbesondere, wenn ich terminlich gebunden ein Ergebnis erwarte. Da erkenne ich, dass ich in einigen Dingen doch äußerst ungeduldig bin. Ich erkenne, dass ich auch in solchen Dingen Geduld lernen muss. Ein anderes Sprichwort hilft mir dabei: „Es ist leicht, geduldig zu sein, wenn man ein Schaf ist.“ Ich bin doch ein Schaf aus der Herde von Jesus Christus, also warum fällt es mir dann nicht leicht? In anderen Situationen fällt es mir leichter Geduld zu üben, nämlich, wenn ich etwas Kompliziertes mit nur zwei Händen reparieren will, wo ich doch mindestens eine mehr gebrauchen würde, denn ich weiß: „Geduld ist die Stütze der Schwäche, Ungeduld der Ruin der Stärke.“ (Charles Caleb Colton, englischer Geistlicher, 1780–1832). Hillary Olsen meint in ihrem Liahona-Artikel vom August 2015 mit dem sinnvollen Titel „Geduld: Mehr als Abwarten“ (Seite 42-45): „Geduld zu lernen ist nicht einfach. Aber es lohnt sich.“ Ihre Auffassung kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Wie ergeht es dir mit Geduld?


(Bild: Quelle)

Montag, 11. September 2017

Dass ihr nicht diejenigen schmäht, die euch wegen eurer überaus großen Armut ausstoßen

Amulek spricht weiter zu den Zoramiten: „Und nun, meine geliebten Brüder, möchte ich euch ermahnen, Geduld zu haben, und dass ihr allerart Bedrängnisse ertragt, dass ihr nicht diejenigen schmäht, die euch wegen eurer überaus großen Armut ausstoßen, damit ihr nicht Sünder werdet wie sie,“ (Alma 34:40).
Dass ihr nicht diejenigen schmäht, die euch wegen eurer überaus großen Armut ausstoßen. Ist es dir schon mal passiert, dass dir von jemandem etwas Ungutes angetan wurde und du gedacht hast: „Das zahle ich dir aber heim.“? Dabei kommt dir sicherlich der Aphorismus des römischen Epikers Publius Ovidius Naso (Ovid; 43 v. Chr. bis 17 n. Chr.) in den Sinn: „Wie du mir, so ich dir.“, In den Sprichwörtern, die zu einem großen Teil Salomo zugeschrieben werden, heißt ein Weisheitsspruch hingegen: „Sag nicht: Wie er mir getan hat, so will ich auch ihm tun, ...“ (Sprüche 24:29).
Ja wie denn jetzt, im mosaischen Gesetz wird doch klar gesagt: „... Auge um Auge, Zahn um Zahn. ...“ (Levitikus 24:19-20). Nun ja, wir leben aber nicht mehr das mosaische Gesetz, denn durch Christus ist es erfüllt. Christus hat den Alten Bund (Exodus 19:5) erfüllt und uns einen Neuen (Lukas 22:20) gegeben und den hat Jesus für diesen Fall so erläutert: „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. 39  Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.“ (Matthäus 5:38-39). In neuzeitlicher Offenbarung lässt der Herr dem Thomas B. Marsh durch den Propheten Joseph Smith sagen: „Sei geduldig in Bedrängnissen, schmähe nicht diejenigen, die schmähen. ...“ (Lehre und Bündnisse 31:19). In jungen Jahren fiel es mir leichter nach dem Prinzip, das Mose gegeben wurde zu handeln. Heute bin ich wesentlich gelassener und folge lieber den Prinzipien des neuen Bundes, der `goldenen Regel´, die in der sogenannten Bergpredigt wiedergegeben ist: „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!“ (Matthäus 7:12). Dieses Prinzip lehrte Jesus auch den Nephiten, als er ihnen nach seiner Auferstehung in Amerika erschien (3. Nephi 14:12). Nach welchem Prinzip handelst du lieber?

Jesus in white robes, sitting on a hillside by the sea, surrounded by a large group of people who are listening to His teachings.
Die Bergpredigt
(Bild: Quelle)

Sonntag, 10. September 2017

Er belohnt euch mit nichts Gutem

Nachdem Amulek die gedemütigten Zoramiten vorher aufgefordert hatte nicht mehr gegen den Heiligen Geist zu streiten (Alma 34:38), mahnt er nun: „Ja, und ich ermahne euch auch, meine Brüder, ständig wachsam zum Beten zu sein, damit ihr durch die Versuchungen des Teufels nicht verführt werdet, damit er euch nicht überwältigt, damit ihr am letzten Tag nicht seine Untertanen werdet; denn siehe, er belohnt euch mit nichts Gutem.“ (Alma 34:39).
Er belohnt euch mit nichts Gutem. Am Beispiel des Antichristen Korihor können wir sehen, wie der Satan jene `mit nichts Gutem´ belohnt, die sich für ihn, anstatt für Christus, entschieden haben. Dieser Korihor predigte dem Volk in Zarahemla und Jerschon von Satan beeinflusst, dass es keinen Christus geben werde und dass das Volk doch nicht an törichte Lehren von Propheten und Überlieferungen ihrer Vorfahren glauben sollte und viel Ungöttliches mehr (Alma 30:12-19). Dieser Korihor sagte Alma dem Jüngeren, dass wenn er kein Zeichen erhalten würde, würde er weiterhin die Existenz Gottes leugnen (Alma 30:45). Er bekam ein Zeichen (Alma 30:49). So musste er zum Lebenserhalt betteln und dabei wurde er vom Volk totgetreten (Alma 30:59).
Wir erkennen, dass Satan ihm nicht geholfen hat, sondern ihn hat umkommen lassen, ihn also `mit nichts Gutem´ belohnt hat. Jeder, der auf Satan hört, bekommt auch von ihm seinen `Lohn´, nämlich „... den Tod in dem, was die Rechtschaffenheit betrifft, denn er ist für alle guten Werke tot.“ (Alma 5:42). Und wenn diese Menschen nicht vor dem `furchtbaren Punkt´ (siehe Blogbeitrag „Wenn ihr an diesen furchtbaren Punkt gebracht werdet, könnt ihr nicht sagen: Ich will umkehren“) umkehren, erleiden sie einen zweiten geistigen Tod (Helaman 14:18). Über einen jeden, den er dahin bringen kann, freut sich Satan, denn sein Trachten ist es, „... dass alle Menschen so elend seien wie er selbst.“ (2. Nephi 2:27), denn er wurde mit den Seinen auf die Erde gestürzt und verführt hier die Menschheit sich gegen Gott zu entscheiden (Offenbarung 12:9). Sicherlich ist er mit seinen Verführungskünsten sehr oft erfolgreich. Merke ich, dass er auch bei mir wieder mal erfolgreich sein will, versuche ich zu widerstehen, bzw. wenn er es schon geschafft hat, Umkehr zu üben. Wie erkennst du, dass Satan dich verführen will?

Samstag, 9. September 2017

Dass ihr an jedem Tag ... in Danksagung lebt

Amulek hatte die verachteten Zoramiten im vorhergehenden Vers aufgefordert, ihre Errettung zu erarbeiten (Alma 34:37) und fordert sie nun weiter auf: „dass ihr nicht mehr gegen den Heiligen Geist streitet, sondern dass ihr ihn empfangt und den Namen Christi auf euch nehmt; dass ihr euch bis in den Staub hinab demütigt und Gott im Geist und in der Wahrheit anbetet, wo auch immer ihr sein mögt, und dass ihr an jedem Tag für all die große Barmherzigkeit und die vielen Segnungen, die er euch zuteil werden lässt, in Danksagung lebt.“ (Alma 34:38).
Dass ihr an jedem Tag ... in Danksagung lebt. Wenn du jemandem etwas geholfen oder Gutes getan hast, wirst du dich sicherlich darüber freuen, wenn er dies durch ein `Dankeschön´ anerkennt. Sollte er es nicht tun, wirst du wohl eine gewisse Enttäuschung verspüren. Nicht anders ergeht es wohl auch unserem himmlischen Vater. Ihm wird es auch gefallen, wenn wir uns bei ihm für erhaltene Segnungen bedanken. In seinen Anweisungen für das Gemeindeleben fordert der Apostel Paulus die Mitglieder in Thessalonich u. a. auf: „Dankt für alles; denn das will Gott von euch, die ihr Christus Jesus gehört.“ (1. Thessalonicher 5:18). Und der Psalmist sagt uns auch noch, wie schön es ist, dem Herrn zu danken (Psalm 92:2).
Dankbarkeit ist doch wirklich nicht zu viel verlangt, natürlich insbesondere gegenüber dem Herrn, aber auch gegenüber unseren Mitmenschen. Wieder ist es Paulus, der uns hierin ein Beispiel gibt. In seinem Rundbrief an die Mitglieder in und um Klein-Asien schreibt er: „Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken, wenn ich in meinen Gebeten an euch denke; ...“. Anlass seiner Danksagung ist ihr Glaube an Jesus und ihre Liebe zu allen Heiligen (Epheser 1:15-16). Ich fühle mich hier insbesondere angesprochen, auch meine Mitmenschen in meinen Dankgebeten zu berücksichtigen, die mir im Glauben an Jesus und ihrer Liebe zu anderen ein Vorbild sind. Ich will nicht aufhören zu danken. Ich habe mir angewöhnt, die Aufforderung zu erfüllen, die Alma der Jüngere seinem Sohn Helaman um die 34 v. Chr. gab : „... wenn du dich morgens erhebst, so lass dein Herz von Dank erfüllt sein gegen Gott; ...“ (Alma 37:37). Aber nicht nur morgens sage ich Dankeschön, sondern den ganzen Tag über, wo es mich auch immer mit Segnungen trifft. Wie bringst du deinen Dank zum Ausdruck?

An image of a young woman hugging her mother, paired with the words “Say It."
Sagen Sie es. „Es gibt zwei kleine Wörter in der englischen Sprache, die vielleicht mehr bedeuten, als alle anderen. Sie sind „Danke dir“ - Präsident Gordon B. Hinckley, Jan. 2001 New Era
(Bild: Quelle)

Freitag, 8. September 2017

Nun ... wünsche ich, ... Ihr würdet eure Errettung mit Furcht vor Gott erarbeiten

Von seinen Brüdern, den gedemütigten Zoramiten, wünscht sich Amulek: „... ihr würdet an dies alles denken, und ihr würdet eure Errettung mit Furcht vor Gott erarbeiten, und ihr würdet das Kommen Christi nicht mehr leugnen;“ (Alma 34:37).
Nun ... wünsche ich, ... Ihr würdet eure Errettung mit Furcht vor Gott erarbeiten. Etwa 130 Jahre später sagt der Apostel Paulus ähnliches zu den Philippern, deren Gemeinde er als erste christliche, auf europäischem Boden, bei seiner zweiten Missionsreise um 50 n. Chr., gegründet hat, nachdem er zunächst ihre Treue, insbesondere während seiner Abwesenheit, gelobt hat: „... müht euch mit Furcht und Zittern um euer Heil!“ (Philipper 2:12).
Wie ist das zu verstehen, sich mit Furcht und Zittern um sein Heil zu mühen? Sollen wir uns mit großer Angst vor etwas oder dem Gefühl einer Bedrohung, zitternd um unser Heil bemühen? Aus der 1599 entstandenen Tragödie Julius Cäsar von William Shakespeare (1564 - 1616), dem englischen Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter, stammt folgender Aphorismus: „Es steht den Menschen Furcht und Zittern an, wenn die gewaltigen Götter solche Boten furchtbarer Warnung, uns zu schrecken, senden.“ Genügend Warnung (Lehre und Bündnisse 1:4), was uns erwartet, wenn wir uns nicht an den `Plan der Erlösung´ (Alma 12:25-34) halten, den sie für unser Heil erarbeitet und uns im Vorherdasein, der Präexistenz (Lehre und Bündnisse 93:29), vorgelegt und wir dort voller Freude angenommen haben (Hiob 38:7), haben uns die Götter (Gottvater, -Sohn und Heiliger Geist) ja gesandt - und kann man sich davor nicht fürchten und muss zittern (2. Nephi 27:1-2)? Wollen wir einer Zukunft in der Gegenwart Luzifers für immer zu leben entgehen, müssen wir mit Furcht - mit `Ehrfurcht und heiliger Scheu´ - nach den Geboten Gottes leben und ihm dienen (Sprichwörter 3:7). Gerne fürchte ich Gott und erweise ihm die Ehre und bete ihn an, der alles erschaffen hat (Offenbarung 14:7) und folge der Ermahnung Moronis: „... kommt zum Herrn mit eurem ganzen Herzen, und erarbeitet eure eigene Errettung mit Furcht und Zittern vor ihm.“ (Moroni 9:27). Wie verstehst du das mit der Furcht und dem Zittern?

four sons of Mosiah
Den Söhnen Mosias erschien ein Engel und groß war ihre Bestürzung
(Mosia 27:11,34; Bild: Quelle)

Donnerstag, 7. September 2017

Weil der Herr gesagt hat, er wohne nicht in unheiligen Tempeln

Amulek weiter zu der ausgegrenzten Gruppe der Zoramiten: „Und dies weiß ich, weil der Herr gesagt hat, er wohne nicht in unheiligen Tempeln, sondern im Herzen der Rechtschaffenen wohne er; ja, und er hat auch gesagt, die Rechtschaffenen werden sich in seinem Reich niedersetzen und nie mehr hinausgehen; ihre Kleider aber werden durch das Blut des Lammes weiß gemacht.“ (Alma 34:36).
Weil der Herr gesagt hat, er wohne nicht in unheiligen Tempeln. Was hier mit `Tempeln´ gemeint ist, erklärt uns der Apostel Paulus in seinem Brief an die Korinther: „... wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? ...“ (1. Korinther 6:19). Wir haben unseren sterblichen Leib also von unserem himmlischen Vater, als einen `Tempel´, eine heilige Wohnstätte für den Heiligen Geist, erhalten, und zwar nach dem Abbild des Vaters und des Sohnes (Köstliche Perle Mose 2:26-27). Hier auf Erden sind wir auch allerlei Schmutz ausgesetzt - den Anfechtungen Satans (Lehre und Bündnisse 29:39-40) - und es bleibt nicht aus, dass wir unseren Körper verunreinigen. Aus solchen verunreinigten Tempeln entfernen sich sowohl der Heilige Geist als auch der Geist des Herrn und wir sind in verstärktem Maß dem Willen Satans ausgesetzt.
Ehe Heiliges wieder in uns Platz einnimmt, muss unser Tempel erst wieder gereinigt werden. Ich denke beispielhaft an die Reinigung des Tempels in Jerusalem durch Jesus Christus (Matthäus 21:12-16). Wie können wir ihn wieder reinigen? Wir üben Umkehr vom Übeltun und erneuern unsere Bündnisse durch regelmäßige Teilnahme am Tisch des Herrn, dem Abendmahl (Lehre und Bündnisse 20:77,79). Wenn wir dies in ernsthafter und ausreichender Weise tun, dann wäscht uns das `Blut Jesu´, das er bei seinem Sühnopfer vergossen hat, völlig rein, sodass wir in sein Heiligtum - sein Reich - eintreten dürfen, um nie mehr hinauszugehen (Lukas 22:44; Hebräer 10.19). Wie stellst du sicher, dass dein `Tempel´ gereinigt wird?


Jesus reinigt den Tempel
(Johannes 2:13-17; Bild: Quelle)

Mittwoch, 6. September 2017

Dann seid ihr dem Geist des Teufels untertan geworden

Amulek erklärt weiter: „Denn siehe, wenn ihr den Tag eurer Umkehr bis an den Tod aufgeschoben habt, siehe, dann seid ihr dem Geist des Teufels untertan geworden, und er siegelt euch als die Seinen; darum hat der Geist des Herrn sich von euch zurückgezogen und hat keinen Platz in euch, und der Teufel hat alle Macht über euch; und dies ist der schließliche Zustand der Schlechten.” (Alma 34:35).
Dann seid ihr dem Geist des Teufels untertan geworden. Kurz vorher hat Amulek den Zoramiten klargemacht, dass dieses Leben die Zeit ist, in der wir uns vorbereiten sollen, Gott zu begegnen (Alma 34:32). Wenn wir dies nicht tun, und meinen, wir hätten ja noch genügend Zeit - das Ende unseres Erdendaseins ist ja noch so weit entfernt, liefern wir uns mehr und mehr den Tentakeln Satans aus, werden von ihnen umschlungen und unterwerfen uns seinem Geist.
Ich habe nicht vor, mich als einen der seinen siegeln zu lassen. Siegeln im Sinne des Evangeliums bedeutet `gebunden werden´, also in diesem Zusammenhang, an Satan gebunden zu werden, mit ihm eine Einheit zu bilden. Das hätte natürlich zur Folge, dass der Geist des Herrn nicht auch noch Platz in mir einnehmen könnte. Du kennst vielleicht den Refrain des Liedes "Ein Wagen von der Linie 8", dessen Text von Weiß Ferdl (1883-1949) stammt: "Vorsicht, der Wagen ist besetzt!" Hat schon der Geist Satans in mir Platz genommen, trifft dieser Refrain auf meinen Körper zu. Kein konträrer Fahrgast hätte mehr Platz in mir. Um dies zu vermeiden, muss ich zur rechten Zeit aufpassen, wen ich bei mir als Fahrgast einsteigen lasse (Lukas 21:36). Sicherlich kommt es vor, dass ich hier und da an einer Haltestelle auch mal den falschen Fahrgast zusteigen lasse. Wenn ich das gemerkt habe, muss ich ihn sofort wieder als ungebetenen Fahrgast rausschmeißen, um Platz für den Geist Gottes zu schaffen - ich muss Umkehr üben, und zwar bevor die Endhaltestelle erreicht ist - der `Nordfriedhof´, der `furchtbare Punkt´ (Alma 34:34). Was unternimmst du, um nicht den falschen Fahrgast einsteigen zu lassen?


(Bild: Quelle)

Dienstag, 5. September 2017

Wenn ihr an diesen furchtbaren Punkt gebracht werdet, könnt ihr nicht sagen: Ich will umkehren

Amulek gibt ein Geheimnis preis: „Wenn ihr an diesen furchtbaren Punkt gebracht werdet, könnt ihr nicht sagen: Ich will umkehren, ich will zu meinem Gott zurückkehren. Nein, das könnt ihr nicht sagen; denn der gleiche Geist, der euren Körper zu der Zeit beherrscht, da ihr aus diesem Leben scheidet, dieser selbe Geist wird die Macht haben, euren Körper in jener ewigen Welt zu beherrschen.” (Alma 34:34).
Es soll Menschen geben, die den Zeitpunkt ihrer Umkehr immer wieder aufschieben und sich denken, dass irgendwann schon mal der Zeitpunkt kommen wird, nur jetzt noch nicht, gemäß der Redensart lateinischen Ursprungs: „Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.” Ja mancher denkt vielleicht sogar, dass er ja auf dem Sterbebett noch Zeit genug dazu hätte. Was ist an dieser Denkweise falsch?
Wenn ihr an diesen furchtbaren Punkt gebracht werdet, könnt ihr nicht sagen: Ich will umkehren. Offensichtlich gibt es einen Punkt, ab dem Umkehr nicht mehr möglich ist. Um welchen `furchtbaren Punkt´ handelt es sich dabei? In der Belehrung seines Sohnes Korianton bezüglich der Auferstehung lernen wir von Alma dem Jüngeren etwas über diesen Punkt. Er sagt, dass ein Engel ihn unterwiesen hat, „... dass der Geist eines jeden Menschen, sobald er aus diesem sterblichen Leib geschieden ist, ... zu dem Gott heimgeführt wird, der ihm das Leben gegeben hat.“ (Alma 40:11). Der Geist der Rechtschaffenen wird in einen Zustand des Glücks aufgenommen - Paradies genannt (Alma 40:12), während bei den Schlechten der Geist des Teufels Einzug gehalten hat und sie nach seinem Willen in Gefangenschaft ausharren müssen - Hölle genannt. In dieser, in zwei getrennte Bereiche eingeteilten Geisterwelt, verweilen sie jeweils bis zum Zeitpunkt ihrer Auferstehung und der Einteilung im `Jüngsten Gericht´ in einen Grad der Herrlichkeit (Alma 40:13-14). Einige von ihnen haben sich aber der Auflehnung gegenüber Gott, also dem Teufel so verschrieben, dass sie „... weiterhin schmutzig bleiben“ werden (Lehre und Bündnisse 88:35). Der Abschnitt der Auferstehung und des Richterspruches ist dann der ` furchtbare Punkt´, wo keine Umkehr mehr möglich sein wird. Ich bekenne mich zum Sohn Gottes und bin voller Hoffnung, dass ich aufgrund des Sühnopfers von Jesus Christus vom Tod und den Ketten der Hölle befreit werden kann (Lehre und Bündnisse 128:23). Welche Gedanken bewegen dich zu diesem `furchtbaren Punkt´?

(Bild: Quelle)

Montag, 4. September 2017

Dieses Leben ist die Zeit, da der Mensch sich vorbereiten soll, Gott zu begegnen

Amulek macht die gedemütigten Zoramiten auf einen wesentlichen Aspekt unseres irdischen Daseins aufmerksam: „Denn siehe, dieses Leben ist die Zeit, da der Mensch sich vorbereiten soll, Gott zu begegnen; ja, siehe, der Tag dieses Lebens ist der Tag, da der Mensch seine Arbeiten verrichten soll.“ (Alma 34:32).
Du hast sicherlich schon mal den Ausspruch „Gute Vorbereitung ist schon die halbe Miete“ gehört (leitet sich von der Art, wie Bauern z. B. Rüben ernten ab. Sie lagern die geernteten Früchte am Rand des Feldes in sogenannten `Mieten´. Haben sie das halbe Feld abgeerntet, so ist das eben `schon die halbe Miete´). Habe ich den Auftrag ein Projekt zu bearbeiten, so ist `eine gute Vorbereitung schon die halbe Miete´, weil nach guter Vorbereitung das Projekt flott und geordnet zum Erfolg geführt werden kann. Von dem chinesischen Philosophen Konfuzius (*551 v. Chr. †479 v. Chr.) stammt folgende Weisheit: „In allen Dingen hängt der Erfolg von den Vorbereitungen ab.“
Dieses Leben ist die Zeit, da der Mensch sich vorbereiten soll, Gott zu begegnen. Diese Aufforderung Amuleks gilt nicht nur den Zoramiten, sondern ebenso jedem von uns, so auch mir. Sie will mich antreiben, diese einzige Chance des sterblichen Lebens hier auf Erden, den `Zustand der Bewährung´, zu nutzen (Alma 12:24), um mich auf den Tag meiner `Prüfung´ - den Tag des Jüngsten Gerichts - vorzubereiten, auf dass es ein herrlicher Tag werde, ein Tag ohne `Prüfungsangst´ dank `guter Vorbereitung´ (2. Nephi 9:46). Ich will den Tag meiner Umkehr nicht bis zum Ende aufschieben, sondern heute die Zeit `nutzbringend anwenden´, die der Herr mir gewährt hat (Alma 34:33). Ich bin mir dessen bewusst und bezeuge es, dass wir nur diese Zeit unseres Erdenlebens als Zeit der Umkehr und des Gottesdienstes haben - und Gottesdienst können wir nur betreiben, indem wir unseren Mitmenschen dienen (Mosia 2:17) - um uns im Glauben darauf vorzubereiten, gerechtfertigt vor Gott treten zu können und nicht für immer verloren zu gehen (Alma 42:4-6). Was tust du, um diese Zeit der Vorbereitung richtig zu nutzen?

(Bild: Quelle)

Sonntag, 3. September 2017

Wenn ihr umkehrt und euer Herz nicht verhärtet

Amulek fordert die Gruppe der gedemütigten Zoramiten auf, vorzutreten und Frucht zur Umkehr zu erbringen (Alma 34:30) und fährt fort: „Ja, ich möchte, dass ihr vortretet und euer Herz nicht länger verhärtet; denn siehe, jetzt ist die Zeit und der Tag für eure Errettung, und darum, wenn ihr umkehrt und euer Herz nicht verhärtet, wird der große Plan der Erlösung sogleich für euch zuwege gebracht werden.“ (Alma 34:31).
Wenn ihr umkehrt und euer Herz nicht verhärtet. Als die Pharisäer und Sadduzäer zu Johannes dem Täufer kamen, um sich taufen zu lassen, entgegnete er ihnen: „Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt, 9 und meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater. ...“ (Matthäus 3:8-9).
Ich lerne daraus, dass ich, bevor ich mich taufen lassen kann, Taten meiner Umkehr sprechen lassen muss und mich nicht auf gute Taten meiner Vorfahren berufen, mich also meiner guten Abstammung rühmen und darauf ausruhen kann. Wie sehen diese Taten als Frucht der Umkehr aus? Meine Herzens- und Sinneseinstellung gegenüber Christus muss sich insofern ändern, dass ich meine Einstellung zu Gott, mir selbst und zu meinem Leben so ändere, dass ich mich von bösem Tun abwende und nur noch den Wunsch habe Gutes zu tun, verbunden mit dem aufrichtigen Wunsch, Gottes Gebote zu halten. Wenn ich dies tue, dann kann ich mich darauf freuen, dass „... der große Plan der Erlösung sogleich für ...“ mich, aufgrund des Sühnopfers von Jesus Christus, zuwege gebracht werden kann. Wie sieht deine Reaktion auf die Aufforderung Amuleks aus?

„Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“
(Johannes 8:2-11; Bild: Quelle)

Samstag, 2. September 2017

Wenn ihr darum nicht daran denkt, mildtätig zu sein

Amulek ergänzt seine Aufforderung an die Gruppe der gedemütigten Zoramiten immer und überall zu beten, noch folgendermaßen: „Und nun siehe, meine geliebten Brüder, ich sage euch, ihr sollt nicht meinen, dies sei alles; denn wenn ihr dies alles getan habt, aber die Bedürftigen und die Nackten abweist und nicht die Kranken und Bedrängten besucht und von eurer Habe, sofern ihr habt, mit den Bedürftigen teilt—ich sage euch, wenn ihr dies nicht tut, siehe, so ist euer Beten unnütz und trägt euch nichts ein, und ihr seid wie Heuchler, die den Glauben verleugnen. 29  Wenn ihr darum nicht daran denkt, mildtätig zu sein, so seid ihr wie Schlacke, welche die Schmelzer hinauswerfen, (denn sie ist nichts wert) und wird von den Menschen zertreten.“ (Alma 34:28-29).
Für den Fall, dass jemand meint, Beten alleine ist ausreichend, und dabei nicht daran denkt, Arme, Kranke und Notleidende zu unterstützen, würden diejenigen vergleichbar sein mit einem Abfallprodukt der bei metallurgischen Herstellungs- und Verarbeitungsprozessen entsteht, Schlacke. Früher hat man damit nichts mehr anzufangen gewusst, als wertlos betrachtet und entsorgt, `hinausgeworfen´. Heute allerdings wird sie zermahlen als Zusatzstoff im Zement, oder als Gesteinskörnung für Tragschichten oder Asphalt verwendet. Nur in seltenen Fällen kann sie nicht weiterverarbeitet und muss deponiert werden.
Wenn ihr darum nicht daran denkt, mildtätig zu sein. Aus der `Abgabenordnung´ erfahre ich eine Definition des Begriffes `Mildtätig`: „Eine Körperschaft verfolgt mildtätige Zwecke, wenn ihre Tätigkeit darauf gerichtet ist, Personen selbstlos zu unterstützen, 1. die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustands auf die Hilfe anderer angewiesen sind ...“ (Quelle). Aus der Heiligen Schrift erfahre ich, dass es für mich nutzlos ist, wenn ich zwar Bete, aber es darüber hinaus unterlasse, gegenüber jenen mildtätig zu sein, die auf meine Hilfe angewiesen sind. Als Voraussetzung für meine Taufe habe ich versprochen, wahrhaftig von all meinen Sünden umgekehrt zu sein, und willens zu sein, den Namen Jesu Christi auf mich zu nehmen, mit der Entschlossenheit, ihm bis an mein Lebensende zu dienen (Lehre und Bündnisse 20:37). Gehört es dann etwa nicht dazu mildtätig zu sein? Meine Mildtätigkeit gipfelt darin, dass ich neben dem, was ich vor Ort für meinen Not leidenden Mitmenschen an Hilfe leisten kann, großzügig in entsprechende Fonds der Kirche spende (Fastopferfond, Fond für humanitäre Hilfe, ständiger Ausbildungsfond). Was tust du, um mildtätig zu sein?

Ein Stück Schlacke aus einem Rennofen
(Bild: Quelle)

Freitag, 1. September 2017

Demütigt euch und fahrt fort, zu ihm zu beten

Amulek fordert den von ihren Brüdern, wegen ihrer Armut, verachteten Teil der Zoramiten auf: Ja, demütigt euch und fahrt fort, zu ihm zu beten.“ (Alma 34:19).
Demütigt euch und fahrt fort, zu ihm zu beten. Dem hier angesprochenen Teil der Zoramiten wurde von den reicheren verboten, in den Synagogen anzubeten. Hier nun kommt eine Aufforderung im Beten fortzufahren und in den weiteren Versen eine Aufzählung, wo und wofür sie alles beten können: auf euren Feldern, in euren Häusern, gegen die Macht eurer Feinde, gegen den Teufel, für die Ernte, für die Herden, in euren Kammern und an euren verborgenen Plätzen und in eurer Wildnis.
Ich fühle mich hier ganz genauso angesprochen und erfahre, dass ich im festen Glauben überall, in jeder Situation und für alles beten darf, was für mich gut, recht und ratsam ist (Lehre und Bündnisse 88:64). Und ich darf darauf vertrauen, dass es mir zu der vom Herrn bestimmten Zeit auch zuteilwerden wird (Mosia 4:21). In einem weiteren Vers lerne ich auch, dass mein Herz immer mit einem Gebet erfüllt sein kann, auch wenn ich den Herrn gerade nicht `anrufe´ (Alma 43:27). Ich verstehe das beispielhaft so und handhabe es auch in entsprechenden Situationen schon lange so: Ich lenke meinen Wagen und bekomme plötzlich das eindringliche Empfinden, dass ich den Schulterblick anwenden, und mich nicht alleine auf den Rückspiegel verlassen soll. Ich handle nach dem Gefühl - ich gehe davon aus, dass es eine Eingebung des Heiligen Geistes oder die warnende Stimme eines Engels gewesen war - und erkenne, dass sich im toten Winkel ein Fahrzeug auf der Nebenspur befindet, nehme meinen Lenkeinschlag zurück, um auf meiner Fahrspur zu bleiben und kann so die Verschuldung eines Unfalls verhindern. Der andere Verkehrsteilnehmer und ich wurden vor Schaden bewahrt. Ich halte jetzt nicht auf dem Standstreifen an, um ein Dankgebet zu sprechen, sondern spreche in Gedanken und mit meinem Herzen beim Weiterfahren ein inniges Dankgebet. Wie ergeht es dir, wenn du den Herrn gerade nicht `anrufst´?
Cartoon: Der Tod auf der Überholspur (large) by stefanbayer tagged weg,straße,autobahn,bundesstraße,überholen,rasen,fahren,auto,fahrzeug,winkel,rückspiegel,toterwinkel,schulterblick,automobil,stefan,bayer,der(Bild: Quelle)