Freitag, 30. Juni 2023

Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?

 

Jesu Gespräch mit Petrus 
(Bild Quelle)

Zum drittenmal fragte er ihn: „Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?” Da wurde Petrus betrübt, weil er ihn zum drittenmal fragte: „Hast du mich lieb?”, und er antwortete ihm: „Herr, du weißt alles; du weißt auch, daß ich dich lieb habe.” Da sagte Jesus zu ihm: „Weide meine Schafe! (Johannes 21:17). 

Heute beschäftigen wir uns mit dem Gespräch Jesu mit Petrus, und mit der Himmelfahrt Jesu. 

Lukas 24:50-53:Nach der Auferstehung Jesu führte er seine Jünger nach Betanien und erhob seine Hände, um sie zu segnen. Während er sie segnete, wurde er vor ihren Augen emporgehoben und verschwand in den Himmel (seine erste Himmelfahrt, etwa vierundzwanzig Stunden nach seiner Auferstehung). Die Jünger, die Zeugen dieses Ereignisses waren, warfen sich vor Jesus nieder und kehrten dann voller Freude nach Jerusalem zurück. Sie priesen und lobten Gott ständig und warteten darauf, dass die Verheißung der Gabe des Heiligen Geistes erfüllt wurde. 

Johannes 21:15-25: Nach seiner Auferstehung erschien Jesus den Jüngern am See Tiberias. Dort fand eine denkwürdige Begegnung zwischen Jesus und Petrus statt. Jesus fragte Petrus dreimal, ob er ihn liebte, und Petrus antwortete jedes Mal bejahend *). Nachdem bisher sterile Fakten besprochen wurden, kommt jetzt am Ende des Evangeliums die Aufforderung zum Handeln: Jesus instruierte Petrus, seine Schafe zu weiden und ihnen zu dienen. Danach prophezeite Jesus Petrus, dass er im Alter in die Hände anderer gegeben und für Gottes Reich verherrlicht werden würde. 

*) Die wiederholte Frage Jesu an Petrus, ob er ihn liebt, hat eine tiefere Bedeutung und steht in Zusammenhang mit einer vorherigen Begebenheit. Kurz vor seiner Gefangennahme hatte Petrus Jesus dreimal verleugnet, wie es in den Evangelien berichtet wird. Jesus war sich dessen bewusst und nutzte diese Gelegenheit, um Petrus zu rehabilitieren und ihm eine Gelegenheit zur Wiederherstellung zu geben. 
Indem Jesus Petrus dreimal fragte, ob er ihn liebe, gab er ihm die Möglichkeit, seine Liebe und Hingabe zu bekräftigen. Es war eine Art von Wiederherstellung für jede seiner Verleugnungen. Petrus war traurig über sein früheres Versagen, aber Jesus gab ihm die Möglichkeit, seinen Glauben und seine Liebe zu Jesus zu bekennen und zu erneuern. 
Die dreimalige Wiederholung der Frage kann auch eine Parallele zur vorhergesagten dreifachen Verleugnung sein. Jesus zeigte Petrus dadurch, dass er immer noch Vertrauen in ihn hatte und ihn trotz seines Versagens weiterhin als einen wichtigen Jünger und Apostel einsetzen würde. Bemerkenswert ist auch, beide Episoden trugen sich an einem Kohlefeuer zu (Johannes 18:18 und 21:9). Petrus muss die Bedeutung erkannt haben, denn er war betrübt, als er die Frage ein drittes Mal hörte. Diesmal aber besteht Petrus mit Bravour. 
Diese Wiederholung diente also dazu, Petrus die Möglichkeit zu geben, seine Liebe und Hingabe zu Jesus zu bekräftigen und seinen Glauben wiederherzustellen. Es war ein Akt der Vergebung, der Petrus ermutigte und ihn befähigte, in seiner Nachfolge treu zu bleiben, sogar bis hin zum eigenen Kreuzestod bei der Christenverfolgung unter Kaiser Nero um das Jahr 64 n.Chr. in Rom – und das auf eigenen Wunsch mit dem Kopf nach unten, da er sich nicht für würdig erachtete, so zu sterben, wie Jesus. 

Petrus fragte dann Jesus, was mit dem Jünger Johannes geschehen würde (er wünschte sich auf Erden bleiben zu dürfen bis zum zweiten Kommen Jesu; siehe auch Lehre und Bündnisse 7 und 3. Nephi 28:6-7). Jesus erwiderte, dass es nicht Petrus' Sache sei, sich um Johannes' Zukunft zu kümmern. Er ermutigte Petrus jedoch, ihm zu folgen. Es wurde bekannt, dass dieser Jünger, der dies aufgeschrieben hatte, der Zeuge von all dem war und dass seine Zeugenaussage wahr ist. Jesus tat noch viele andere Dinge, die nicht aufgezeichnet wurden. Die Aufzeichnungen enden mit der Bestätigung, dass das, was aufgeschrieben wurde, genug ist, um den Glauben an Jesus als den Messias und Sohn Gottes zu wecken. 

Ich lerne: 

  1. Demut und Anbetung: Wie die Jünger, die Jesus in Lukas 24:50-53 sahen, sollten wir eine Haltung der Demut und Anbetung gegenüber Gott einnehmen. Wir können erkennen, dass Jesus der Sohn Gottes ist und dass wir ihn ehren und preisen sollten. 
  2. Gehorsam gegenüber Gottes Auftrag: In Johannes 21:15-25 erinnerte Jesus Petrus daran, die Lämmer und Schafe zu weiden und ihnen zu dienen. Das erinnert uns daran, dass wir Gott gehorsam sein sollten und unsere Aufgaben und Verantwortlichkeiten in Liebe erfüllen sollen, sei es in unseren Beziehungen, Gemeinden oder der Gesellschaft. 
  3. Sich nicht mit anderen vergleichen: Als Petrus fragte, was mit dem Jünger Johannes geschehen würde, erklärte Jesus ihm, dass er sich nicht um Johannes' Zukunft kümmern solle. Diese Lektion erinnert uns daran, dass wir uns nicht mit anderen vergleichen oder uns über deren Schicksal sorgen sollten. Jeder von uns hat einen einzigartigen Weg in Gottes Plan, und wir sollten uns darauf konzentrieren, unserem eigenen Weg treu zu sein. 
  4. Glauben an das Zeugnis der Schrift: Am Ende von Johannes 21:15-25 bestätigt der Schreiber, dass das, was aufgezeichnet wurde, genug ist, um den Glauben an Jesus zu wecken. Das erinnert uns daran, dass die Heiligen Schriften eine wertvolle Quelle der Erkenntnis und des Glaubens sind. Wir sollten uns auf das Wort Gottes verlassen und es in unserem Leben anwenden. 

Diese Lektionen können uns helfen, ein demütiges, gehorsames und vertrauensvolles Leben zu führen. Es ist wichtig, dass wir uns regelmäßig mit Gottes Wort befassen, um weitere Einsichten und Anleitungen für unser persönliches Verhalten zu erhalten. 

Welche Lehren ziehst du aus diesen Versen? 

findechristus.org 

Donnerstag, 29. Juni 2023

Weil du mich gesehen hast, bist du gläubig geworden

Thomas sieht den Herrn
(Bild Quelle; Screenshot)

„Da antwortete ihm Thomas: „Mein Herr und mein Gott!” 29 Jesus erwiderte ihm: „Weil du mich gesehen hast, bist du gläubig geworden. Selig sind die, welche nicht gesehen haben und doch zum Glauben gekommen sind!” (Johannes 20:28-29). 

In Johannes 20:24-31 wird die Geschichte von Thomas, dem Zwilling *), erzählt, einem der Jünger Jesu. Nach der Auferstehung Jesu erschien er den Jüngern, aber Thomas war nicht dabei. Als die anderen Jünger ihm erzählten, dass sie Jesus gesehen hatten, glaubte Thomas ihnen nicht und sagte, dass er erst dann glauben würde, wenn er Jesus mit seinen eigenen Augen sehen und mit seinen Händen fühlen könnte. 

*) In der Bibel wird Thomas auch "Didymus" genannt (Johannes 11:16), was das griechische Wort für "Zwilling" ist. Es wird angenommen, dass Thomas diesen Beinamen erhalten hat, um seine Zugehörigkeit zu einer Zwillingsgeschwisterschaft anzudeuten. Allerdings gibt es in den biblischen Texten keine weiteren Informationen über seinen Zwillingsbruder oder seine genaue Herkunft. 

Da die Bibel keine weiteren Einzelheiten liefert, bleibt die Identität von Thomas' Zwilling ungewiss. Es ist möglich, dass er einen Zwilling hatte, der nicht prominent in den biblischen Aufzeichnungen erwähnt wird, oder dass der Beiname metaphorisch gemeint war, um bestimmte Eigenschaften oder Merkmale von Thomas zu beschreiben. Es gibt verschiedene Theorien und Spekulationen über seine mögliche Zwillingsverbindung, aber es gibt keine eindeutigen historischen Beweise, die diese Fragen beantworten könnten. 

Eine Woche später erschien Jesus erneut den Jüngern, und diesmal war Thomas dabei. Jesus forderte Thomas auf, seine Finger in die Wundmale seiner Hände zu legen und seine Hand in seine Seite zu legen. Thomas war überwältigt und bekannte, dass Jesus wirklich auferstanden war. Jesus erklärte ihm, dass es besser ist zu glauben, ohne zu sehen (Jesu Worte in Vers 29 richten sich wohl nicht so sehr an Thomas, sondern eher an diejenigen von uns, deren Glaube an Jesus Christus nicht damit begonnen hat, ihn zu sehen). 

In Johannes 21:1-14 wird eine Begegnung zwischen Jesus und sieben seiner Jünger am See Tiberias **) beschrieben. Simon Petrus und einige andere Jünger beschlossen, fischen zu gehen. Die ganze Nacht lang fingen sie jedoch nichts. Am Morgen erschien Jesus am Ufer, aber sie erkannten ihn zunächst nicht. 

**) Der See Tiberias (so benannt nach der wichtigen Stadt Tiberias am Westufer des Sees), auch bekannt als See Genezareth, ist ein See in Israel. Er liegt im nördlichen Teil des Landes und wird von verschiedenen geografischen Namen bezeichnet. Der See ist auch unter den Namen See Kinneret oder See Gennesaret bekannt. 
Der See Tiberias ist der größte Süßwassersee in Israel und liegt im Jordangraben, etwa 200 Meter unter dem Meeresspiegel. Er erstreckt sich über eine Fläche von ungefähr 166 Quadratkilometern und wird hauptsächlich vom Jordanfluss gespeist. 
In der Bibel wird der See Tiberias oder Genezareth mehrfach erwähnt und war ein bekannter Schauplatz für verschiedene Ereignisse im Leben von Jesus und seinen Jüngern. Es ist der Ort, an dem Jesus über das Wasser ging, das Wunder der Brotvermehrung stattfand und wo Jesus nach seiner Auferstehung seinen Jüngern erschien. 

Jesus riet ihnen, das Netz auf der rechten Seite des Bootes auszuwerfen ***), und als sie es taten, fingen sie eine große Menge Fische (sie zählten sie sogar, es waren hundertunddreiundfünfzig).  Plötzlich erkannte Johannes (einer der Söhne des Zebedäus: Johannes und Jakobus), dass der Mann am Ufer Jesus war und sagte es Petrus. Petrus war so aufgeregt, dass er ins Wasser sprang und zu Jesus schwamm. 

***) In Lukas 5:1-11 geht es um eine ähnliche Situation (zu Beginn von Jesu Wirken), weshalb Johannes wohl jetzt erkannte, dass es sich um Jesus handelt. Damals stand Jesus am See Genezareth und lehrte eine Menschenmenge, die so groß war, dass er in ein Boot stieg und Simon (später Petrus genannt) bat, etwas von der Küste wegzufahren. Nachdem Jesus seine Lehre beendet hatte, sagte er zu Simon: "Fahre hinaus auf den tiefen See und werft eure Netze zum Fang aus." Simon antwortete und sagte, dass sie die ganze Nacht gearbeitet hätten und nichts gefangen hätten, aber er würde dennoch auf Jesu Wort hin handeln. Als sie das taten, fingen sie eine enorme Menge Fische, sodass ihre Netze zu reißen begannen. Simon Petrus und seine Begleiter waren erstaunt über den Fang. Simon erkannte, dass Jesus etwas Besonderes war und warf sich vor ihm nieder, indem er sagte: "Geh weg von mir, Herr, denn ich bin ein sündiger Mensch." Jesus ermutigte Simon und seine Begleiter, ihnen zu folgen und "Menschenfischer" zu werden. Sie ließen alles zurück und wurden Jesu Jünger. 

Als sie ans Ufer kamen, hatte Jesus bereits Fisch und Brot zubereitet. Sie aßen gemeinsam, und Jesus sprach mit Petrus über seine Liebe zu ihm und gab ihm Anweisungen, die Herde Gottes zu weiden. 

Diese beiden Abschnitte in Johannes betonen die Bedeutung des Glaubens und der Begegnung mit dem auferstandenen Jesus. Thomas lernt, dass der Glaube nicht auf Sehen basieren sollte, sondern auf Vertrauen, und Petrus wird ermutigt, seine Liebe zu Jesus durch die Fürsorge für seine Nachfolger zu zeigen. 

Ich lerne: 

  1. Glaube an das Unsichtbare: Wie Thomas können auch wir manchmal Zweifel haben und nach konkreten Beweisen suchen. Die Botschaft hier ist, dass der Glaube nicht auf Sehen basieren sollte. Es ermutigt uns, an das Unsichtbare zu glauben und Vertrauen in Gottes Zusagen zu haben, auch wenn wir sie nicht mit unseren eigenen Augen sehen können.
  2. Offenheit für Begegnungen mit Jesus: Die Jünger am See Tiberias erkannten Jesus zunächst nicht, aber als sie ihm gehorchten und das Netz auf der rechten Seite des Bootes auswarfen, wurden sie mit einem reichen Fang belohnt. Das erinnert uns daran, dass wir offen sein sollten für Begegnungen mit Jesus, auch wenn sie uns zunächst verborgen erscheinen. Gehorsam gegenüber seinen Anweisungen kann zu erstaunlichen Segnungen führen. 
  3. Bereitschaft zum Gehorsam und zur Hingabe: Petrus zeigt in beiden Geschichten eine hohe Bereitschaft zum Gehorsam und zur Hingabe. Er sprang ins Wasser, um zu Jesus zu gelangen, und er wurde ermutigt, sich um die Herde Gottes zu kümmern. Diese Lektion ermutigt uns, bereitwillig dem Ruf Jesu zu folgen, auch wenn es bedeutet, aus unserer Komfortzone herauszutreten und uns selbstlos für andere einzusetzen. 
  4. Die Bedeutung der Gemeinschaft und Fürsorge: Beide Geschichten betonen die Bedeutung der Gemeinschaft und der Fürsorge füreinander. Die Jünger teilten Mahlzeiten mit Jesus und ermutigten einander im Glauben. Petrus wurde angewiesen, sich um die Herde Gottes zu kümmern. Das erinnert uns daran, dass wir als Christen dazu aufgerufen sind, liebevoll und fürsorglich miteinander umzugehen, die Gemeinschaft zu pflegen und einander zu ermutigen. 

Zusammenfassend lehren uns diese Verse, unseren Glauben auf das Unsichtbare zu gründen, offen für Begegnungen mit Jesus zu sein, bereitwillig dem Ruf Jesu zu folgen und uns liebevoll um die Gemeinschaft zu kümmern. Indem wir diese Lektionen in unserem Verhalten umsetzen, können wir ein tieferes Verständnis des Glaubens entwickeln und in unseren Beziehungen zu Gott und anderen wachsen. 

Welche Lehren ziehst du aus diesen Versen? 

findechristus.org 

 

Mittwoch, 28. Juni 2023

Seht meine Hände und meine Füße an, dass ich es leibhaftig bin!

 

Der auferstandene Jesus erscheint seinen Jüngern 
(Bild Quelle)

Doch er sagte zu ihnen: „Was seid ihr so bestürzt, und warum steigen Zweifel in euren Herzen auf? 39 Seht meine Hände und meine Füße an, daß ich es leibhaftig bin! Betastet mich und beschaut mich; ein Geist hat ja doch kein Fleisch und keine Knochen, wie ihr solche an mir wahrnehmt.” (Lukas 24:38-39). 

Nachdem Jesus die zwei Jünger, die auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus waren, besucht und über die Erfüllung der Schriften unterwiesen hatte, und diese nachts noch wieder zu den elf Jüngern nach Jerusalem zurückgelaufen waren, um ihnen ihr Erlebnis zu berichten, besucht er nun alle Jünger, wie sie zusammensaßen. 

Lukas 24:36-49: Nach der Auferstehung Jesu erschien er seinen Jüngern, als sie sich versammelt hatten. Obwohl sie zunächst erschrocken waren und dachten, sie würden einen Geist sehen, beruhigte Jesus sie und zeigte ihnen seine verwundeten Hände und Füße. Er ermutigte sie, zu glauben, dass er tatsächlich auferstanden war. Um ihre Zweifel zu vertreiben, fragte er nach etwas zu Essen, und aß vor ihnen. Dann erklärte Jesus ihnen die Schriften und wie alles, was mit ihm geschehen war, erfüllt wurde. Er eröffnete ihnen das Verständnis für die Prophezeiungen, die auf ihn bezogen waren. Schließlich beauftragte er sie, in seinem Namen, im Namen von Jesus Christus, Buße und Vergebung der Sünden zu predigen und Zeugen seiner Auferstehung zu sein, beginnend in Jerusalem und von da in alle Welt. Sie sollten aber darauf warten, bis sie `mit Macht aus der Höhe´ ausgestattet worden sind (ihr Endowment bekommen haben würden; siehe JST Lukas 24:48, nach Lukas 24:49 das `Verheißungsgut meines Vaters´; verbunden mit der Gabe des Heiligen Geistes; Apostelgeschichte 2:1-13). 

Johannes 20:19-23: Am Abend des ersten Tages der Woche, nach Jesu Auferstehung, waren die Jünger aus Furcht vor den Juden in einem Haus versammelt und hatten die Türen verschlossen. Plötzlich trat Jesus in ihre Mitte (alles war verschlossen!) und grüßte sie mit den Worten "Friede sei mit euch". Dann zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite, um zu beweisen, dass er es war. Die Jünger freuten sich, den Herrn zu sehen. Jesus beauftragte sie, in die Welt zu gehen, wie der Vater ihn gesandt hatte. Er spendete ihnen die Gabe des Heiligen Geistes und sagte ihnen, dass sie die Macht hätten, Sünden zu vergeben oder auch nicht zu vergeben. Jesus gab ihnen den Auftrag, seine Botschaft der Liebe und Vergebung zu verkünden und die Menschen zu leiten. 

Ich lerne: 

  1. Glaube an die Auferstehung: Beide Passagen betonen die Auferstehung Jesu Christi. Sie ermutigen uns, an die Auferstehung zu glauben und die Gewissheit zu haben, dass Jesus tatsächlich von den Toten auferstanden ist. Dieser Glaube gibt uns Hoffnung, dass es ein Leben nach dem Tod gibt und dass wir durch den Glauben an Jesus Christus das ewige Leben erlangen können. 
  2. Überwindung von Zweifeln: Sowohl Lukas als auch Johannes berichten von den anfänglichen Zweifeln und Ängsten der Jünger. Jesus erscheint ihnen jedoch persönlich, um ihre Zweifel zu zerstreuen und ihnen zu zeigen, dass er wirklich lebt. Das lehrt uns, dass wir unsere Zweifel vor Gott bringen können und dass er bereit ist, uns zu begegnen und uns in unseren Zweifeln zu stärken. 
  3. Die Botschaft der Vergebung: Jesus beauftragt seine Jünger, die Botschaft der Umkehr und Vergebung der Sünden zu predigen. Dies erinnert uns daran, wie wichtig es ist, unsere eigenen Sünden zu bekennen, Umkehr zu üben und Vergebung zu erbitten. Gleichzeitig werden wir aufgefordert, anderen Menschen Vergebung anzubieten und Botschafter der Vergebung Gottes zu sein. 
  4. Die Beauftragung zur Verbreitung des Evangeliums: In beiden Passagen beauftragt Jesus seine Jünger, seine Botschaft in die Welt zu tragen. Sie sollen Zeugen seiner Auferstehung sein und die gute Nachricht der Erlösung durch Christus verbreiten. Das erinnert uns daran, dass auch wir den Auftrag haben, das Evangelium von Jesus Christus weiterzugeben und Menschen zur Umkehr und zum Glauben einzuladen. 
  5. Die Gegenwart des Heiligen Geistes: In Johannes 20:22 spendet Jesus seinen Jüngern den Heiligen Geist. Dies erinnert uns daran, dass Gott uns mit seinem Geist ausstattet, um uns zu befähigen und zu ermächtigen, sein Werk auf Erden zu tun. Der Heilige Geist ist unser Tröster, Führer und Beistand, der uns in unserem Glaubensleben stärkt und leitet. 

Diese Lehren können uns helfen, unseren Glauben zu festigen, uns für den Dienst an anderen zu ermächtigen und uns zu erinnern, dass Gott immer bei uns ist. Sie ermutigen uns, unsere Zweifel zu überwinden, die Vergebung Gottes anzunehmen und sie weiterzugeben, und das Evangelium zu studieren und in unserer Welt zu verkünden. 

Welche Lehren ziehst du aus diesen Versen? 

findechristus.org 

Montag, 26. Juni 2023

Diese Mitteilungen erschienen ihnen als leeres Gerede, und sie schenkten ihnen (d. h. den Frauen) keinen Glauben

 

Die Frauen berichten den Jüngern von der Auferstehung Jesu 
(Bild Quelle; Screenshot)

Es waren dies aber Maria von Magdala und Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus, und die anderen Frauen mit ihnen, die den Aposteln dies berichteten; 11 doch diese Mitteilungen erschienen ihnen als leeres Gerede, und sie schenkten ihnen (d. h. den Frauen) keinen Glauben.” (Lukas 24:10-11). 

Vergangene Woche hatten wir uns mit den schmerzhaftesten, schwierigsten und tiefgreifendsten Ereignissen des neuen Testamentes beschäftigt, diese Woche, welch ein Kontrast, beschäftigen wir uns mit den wohl triumphalsten, glorreichsten und glücklichsten Ereignissen, der Auferstehung Jesu Christi – der Held ist zurück!. Das erste Mal in der Menschheitsgeschichte, dass ein Verstorbener aus seinem Grab hervorkommt, um die Auferstehung aller einzuleiten. Jesus hatte zwar in drei Fällen tote auferweckt, aber sie mussten wieder sterben, um nach Seiner Auferstehung eines Tages auch wieder zu ewigem Leben aufzuerstehen. 

Folgende Tabelle zeigt eine zusammenfassende Gegenüberstellung der Ereignisse am Grab des Josef von Arimathäa, der das seinige für Jesus zur Verfügung gestellt hatte: 

Matthäus 28:1-15 Markus 16:1-20 Lukas 24:1-12 Johannes 20:1-18 
Am Morgen des ersten Wochentages (unser Sonntag) kommen Maria Magdalena *) und die andere Maria **) zum Grab Jesu. Ein Engel (Bote Gottes) erscheint (JST Matthew 28:2 spricht, wie Lukas, jeweils von zwei Engeln, zwei Zeugen), wälzt den Stein vom Grab weg und sagt den Frauen, dass Jesus auferstanden ist. Die Frauen gehen schnell zu den Jüngern und verkünden ihnen die Botschaft. Die beiden Marias sind also die ersten Zeugen, die die Auferstehung Jesu verkünden! Die ersten Zeugen der Geburt Jesu waren auch zwei Frauen, Maria und ihre Cousine Elisabeth. Auf dem Weg zurück zum Grab treffen sie Jesus, der ihnen begegnet und ihnen sagt, dass sie die Auferstehung den Jüngern verkünden sollen. Die Wachen, die am Grab waren, berichten den Hohepriestern, dass Jesus auferstanden ist. Diese bestechen die Wachen, eine falsche Geschichte zu erzählen. Matthäus endet sein Evangelium mit dem Auftrag Jesu an seine Jünger: `gehet hin und macht alle Völker zu meinen Jüngern (oder: zu Schülern): tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe.´ und dem Versprechen: “Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Weltzeit!” Welch ein Versprechen für einen jeden, der Ihm folgen will! Maria Magdalena *), Maria (Mutter Jesu und des Jakobus; Bruder von Jesus) und Salome (wohl die Mutter der Söhne des Zebedäus, also von Johannes und Jakobus; nicht zu verwechseln mit Jakobus, dem Sohn des Alphäus ***) kommen früh am ersten Wochentag zum Grab. Sie sehen, dass der Stein vom Grab weggewälzt ist, und ein Engel (Bote Gottes) verkündet ihnen, dass Jesus auferstanden ist. Die Frauen fliehen und sind bestürzt. Sie erzählen niemandem etwas. Jesus erscheint Maria Magdalena, die es den Jüngern mitteilt, aber sie glauben ihr zunächst nicht. Später erscheint Jesus den Jüngern und gibt ihnen den Auftrag, das Evangelium zu verkünden und Zeichen zu wirken. Am ersten Wochentag kommen Frauen zum Grab und finden den Stein weggewälzt. Zwei Männer in leuchtenden Gewändern erscheinen und verkünden den Frauen, dass Jesus auferstanden ist. Die Frauen (Maria von Magdala und Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus, und die anderen Frauen mit ihnen; siehe auch Lukas 8:1-3) berichten den Jüngern, aber sie glauben ihnen nicht. Petrus geht zum Grab, sieht die Leinenbinden und ist verwundert über das Geschehen. Maria Magdalena *) kommt früh am Morgen zum Grab (in Vers 2 spricht Maria aber von “wir”, sie war also nicht alleine am Grab) und sieht, dass der Stein weggenommen wurde. Sie informiert Petrus und Johannes, die zum Grab laufen (nach Vers 4 liefern sie sich schier ein Wettrennen) und die leeren Leinentücher aufgeräumt liegen sehen, und sie kommen zum Glauben (Vers 8)! Maria Magdalena kehrt zum Grab zurück und begegnet Jesus, erkennt ihn jedoch zunächst nicht. Jesus offenbart sich ihr, und Maria Magdalena verkündet den Jüngern, dass sie den auferstandenen Herrn gesehen hat (Maria war dort, um Jeus Leichnam zu salben, also eine gute Tat zu tun, Jesus tat ihr eine gute Tat, indem er sich ihr zeigte; Vers 17 “rühre mich nicht an” meint lt. Konkordanz: sie umarmte ihn und Jesus sagte, dass sie ihn auch wieder loslassen sollte, denn er muss doch noch zum Vater auffahren). 

*) Maria Magdalena wird oft als jene Frau identifiziert, aus der Jesus sieben böse Geister austrieb. Dies wird in verschiedenen Bibelstellen erwähnt, darunter Lukas 8:2. Maria Magdalena wird auch als eine wichtige Gefährtin und Anhängerin Jesu dargestellt, die während seines Dienstes an seiner Seite war. Sie wird in den Evangelien oft zusammen mit anderen Frauen genannt, die Jesus folgten und ihn unterstützten, darunter auch bei seiner Kreuzigung und Bestattung. 

**) Die "andere Maria" in Matthäus 28:1 bezieht sich auf Maria, die Mutter der Söhne des Zebedäus, also auf Jakobus und Johannes. In Markus 16:1 wird sie auch als Maria, die Mutter des Jakobus, identifiziert. Diese Maria wird oft als "die andere Maria" bezeichnet, um sie von Maria Magdalena zu unterscheiden, die ebenfalls in den Evangelien erwähnt wird. Übrigens, die Bedeutung des Namens Maria ist: Liebe! 

***) Die Vielfalt der Personen mit dem Namen Jakobus in der Bibel kann tatsächlich komplex sein. Hier ist eine Zusammenfassung der verschiedenen Jakobusse, um Klarheit zu schaffen: 

  1. Jakobus, Sohn des Zebedäus: Er war einer der zwölf Apostel, Bruder des Apostels Johannes und Sohn des Fischers Zebedäus. Er wurde auch "Jakobus der Ältere" genannt und war einer der engsten Gefährten Jesu. Er wurde um 44 n.Chr. von Herodes Agrippa I. hingerichtet.
  2. Jakobus, Sohn des Alphäus: Auch bekannt als Jakobus der Jüngere, um ihn von Jakobus, dem Sohn des Zebedäus, zu unterscheiden. Er war ebenfalls einer der zwölf Apostel und wird in den Evangelien erwähnt, aber es gibt weniger Informationen über ihn im Vergleich zu Jakobus, dem Sohn des Zebedäus. 
  3. Jakobus, der Bruder des Herrn: Er wird in der Bibel als "Bruder" Jesu bezeichnet, was verschiedene Interpretationen zulässt. Einige sehen ihn als Halbbruder von Jesus, während andere den Begriff "Bruder" metaphorisch als enger Verwandter verstehen. Er war eine wichtige Figur in der frühchristlichen Gemeinde von Jerusalem und wird in der Apostelgeschichte und den Paulusbriefen erwähnt. Er ist vermutlich der Autor des Jakobusbriefs im Neuen Testament. 

Die Unterschiede in den Erzählungen vom Grab Jesu in den vier Evangelien können auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein: 

  1. Persönliche Perspektiven: Die Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes hatten unterschiedliche Perspektiven und Schwerpunkte in ihren Darstellungen des Lebens und der Lehren Jesu. Dadurch können Variationen und Betonungen in den Erzählungen auftreten. 
  2. Quellen: Die Evangelisten könnten unterschiedliche mündliche oder schriftliche Quellen verwendet haben, um ihre Berichte zu erstellen. Diese Quellen könnten verschiedene Details und Nuancen enthalten haben, die zu den Unterschieden führen. 
  3. Zielgruppe: Jedes Evangelium wurde für eine spezifische Zielgruppe geschrieben. Dadurch könnten die Autoren bestimmte Aspekte betont oder weggelassen haben, um den Bedürfnissen und dem Verständnis ihrer Zuhörer gerecht zu werden. 
  4. Theologische Schwerpunkte: Die Evangelien haben unterschiedliche theologische Schwerpunkte und Absichten. Daher könnten die Autoren bestimmte Ereignisse oder Details ausgewählt haben, um ihre theologischen Botschaften zu vermitteln. 

In den drei wichtigsten Punkten stimmen allerdings alle vier Evangelisten überein: Christus starb, wurde begraben und stand wieder auf vom Tod!  

Ich lerne: 

  1. Die Auferstehung Jesu: Alle vier Evangelien betonen einstimmig, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Diese Auferstehung ist das zentrale Ereignis des christlichen Glaubens und bezeugt die Macht Gottes über den Tod. 
  2. Gottes treue Liebe: Die Tatsache, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat, zeigt seine Liebe und seinen Zweck, die Menschheit zu erlösen. Gottes Plan der Rettung und Vergebung wird in der Auferstehung Jesu deutlich. 
  3. Die Erfüllung der Schrift: Die Berichte über das leere Grab und die Auferstehung Jesu erfüllen die alttestamentlichen Prophezeiungen. Sie zeigen, dass Jesus der verheißene Messias ist, der durch Leiden, Tod und Auferstehung die Erlösung für die Menschheit bringt. 
  4. Die Zeugenschaft der Frauen: Die Tatsache, dass Frauen zuerst Zeuginnen der Auferstehung Jesu waren, hebt die Wichtigkeit und Gleichwertigkeit von Frauen in der Botschaft des Evangeliums hervor. Es zeigt, dass Gottes Heil und Gnade für alle Menschen, unabhängig von Geschlecht oder sozialem Status, zugänglich ist. 
  5. Der Auftrag zur Verkündigung: In allen Evangelien wird den Jüngern der Auftrag gegeben, die frohe Botschaft von der Auferstehung zu verkünden und Zeugnis abzulegen. Dieser Auftrag gilt auch für die heutigen Gläubigen, die dazu aufgefordert sind, die Botschaft von Jesus Christus und seiner Auferstehung weiterzugeben. 
  6. Diese Lehren ermutigen Gläubige dazu, an die Auferstehung Jesu Christi zu glauben, die Liebe und Gnade Gottes zu erkennen, die Erfüllung der Schrift zu sehen, die Bedeutung der Zeugenschaft und die Verantwortung zur Verkündigung des Evangeliums zu erkennen. 

Welche Lehren ziehst du für dich aus diesen Versen? 

findechristus.org 

Samstag, 24. Juni 2023

Ein Augenzeuge hat dies bezeugt, und sein Zeugnis ist zuverlässig

 

(Bild Quelle)

Ein Augenzeuge hat dies bezeugt (= mit Bestimmtheit ausgesagt), und sein Zeugnis ist zuverlässig, und jener (d. h. der Betreffende) weiß, daß er die Wahrheit sagt, damit auch ihr zum Glauben kommet.” (Johannes 19:35). 

Johannes 19:17-42 beschreibt das Leiden, den Tod und die Bestattung Jesu Christi. 

Nachdem Jesus von Pontius Pilatus zum Tod durch Kreuzigung verurteilt wurde, trug er sein eigenes Kreuz und begab sich zum Ort der Hinrichtung, der Golgatha genannt wurde. Dort wurde er zusammen mit zwei anderen Verbrechern gekreuzigt. 

  • Die beiden Verbrecher, die zusammen mit Jesus gekreuzigt wurden, werden in den Evangelien nicht namentlich erwähnt. Sie werden oft als "Diebe" oder "Räuber" bezeichnet (Lukas 23:32-33).  
    Die Rolle der beiden Verbrecher wird in den Evangelien nicht weiter ausgeführt, aber gemäß der Tradition symbolisiert einer der Verbrecher die Ablehnung und Spott gegenüber Jesus, während der andere Verbrecher eine positive Haltung gegenüber Jesus einnimmt und ihn um Vergebung bittet. Diese Begebenheit wird in Lukas 23:39-43 beschrieben, wo der reuige Verbrecher Jesus bittet, an ihn zu denken, wenn er in sein Reich kommt, und Jesus ihm antwortet, dass er noch an diesem Tag mit ihm im Paradies sein wird (Teil der Geisterwelt, in dem die rechtschaffenen Geister nach dem Hinscheiden aus diesem Leben die Auferstehung des Körpers erwarten). 

Am Kreuz teilten die Soldaten Jesus' Kleidung untereinander auf, während Jesus' Mutter, Maria, und der Lieblingsjünger Johannes in der Nähe standen. Jesus sorgte sich um seine Mutter und vertraute Johannes ihre Pflege an. 

Während Jesus am Kreuz hing, erfüllte sich die Schrift, als er Durst hatte. Ein Soldat gab ihm Essig zu trinken. Dann rief Jesus mit lauter Stimme: "Es ist vollbracht!" und gab von sich aus seinen Geist auf. 

Jesu Tod wurde von einem der Soldaten überprüft, indem er ihm seine Lanze in die Seite stieß. Bei all den anderen Gekreuzigten wurden die Schenkel zerschlagen, um sicherzugehen, dass sie tot sind. Dadurch wurde das Schriftwort erfüllt, dass kein “Knochen an ihm zerbrochen” werden sollte (Psalm 24:31). 

  • Der Stich mit der Lanze kann auch als medizinische Handlung betrachtet werden, um den Tod von Jesus zu bestätigen. Es wird angenommen, dass der Fluss von Blut und Wasser aus seiner Seite ein Anzeichen für einen Herzbeutelerguss ist, der auftritt, wenn Flüssigkeit sich um das Herz herum ansammelt. Dies wird oft als ein weiterer Beweis für den tatsächlichen Tod Jesu angesehen. 
    Der Vorfall mit der Lanze betont somit die Erfüllung der Schrift, bestätigt den Tod Jesu und verdeutlicht die Bedeutung seines Opfers. Er wird oft als ein bedeutsamer Moment in der Passionsgeschichte Jesu betrachtet. 

Ein namentlich nichtgenannter Augenzeuge bezeugte ebenfalls mit Sicherheit den Tot Jesu, um seine Adressaten zum Glauben zu führen. 

  • Es kann angenommen werden, dass der Autor des Johannesevangeliums, der als Johannes bekannt ist, selbst der Augenzeuge war und die Ereignisse, einschließlich des Todes Jesu, aus erster Hand erlebt hat. Dieser nennt sich in seiner Erzählung nie namentlich. 

Als Jesus gestorben war, erlaubte Pilatus Joseph von Arimathäa, einem Jünger Jesu, den Leichnam Jesu für eine würdevolle Bestattung zu nehmen. Joseph, zusammen mit Nikodemus, einem anderen Jünger, der zuvor heimlich Jesus aufgesucht hatte, nahmen den Leichnam Jesu vom Kreuz und wickelten ihn in Leinentücher, die mit kostbaren Gewürzen versehen waren, ein. Sie legten den Leichnam in ein neues Grab, das in einen Felsen gehauen war und in dem noch niemand bestattet worden war. 

  • Joseph von Arimathäa war ein reicher Ratsherr und ein heimlicher Jünger Jesu. Er war Mitglied des jüdischen Hohen Rates, dem Sanhedrin, und kam aus der Stadt Arimathäa. Nachdem Jesus gekreuzigt worden war, ging Joseph zu Pilatus und bat um die Erlaubnis, den Leichnam Jesu zu bestatten. Pilatus stimmte zu, und Joseph nahm den Leichnam, wickelte ihn in Leinentücher und legte ihn in sein eigenes, neues Grab, das in einen Felsen gehauen war. 
  • Nikodemus war ebenfalls ein Mitglied des Sanhedrins und ein Pharisäer. Er hatte heimliche Sympathien für Jesus und besuchte ihn in der Nacht, um mit ihm zu sprechen (Johannes 3:1-21). Nach Jesu Tod brachte Nikodemus etwa 100 Pfund einer Mischung aus Myrrhe und Aloe mit, um den Leichnam Jesu zu salben. Gemeinsam mit Joseph von Arimathäa wickelte er den Leichnam in die Leinentücher und bestattete ihn in Josephs Grab. 
  • Joseph von Arimathäa und Nikodemus spielten eine wichtige Rolle bei der Bestattung Jesu und zeigten ihre Verehrung und Hingabe an ihn, obwohl sie zuvor heimliche Jünger waren und ihre öffentliche Position im Sanhedrin riskierten. Ihre Handlungen werden als Zeichen des Respekts und der Wertschätzung für Jesus angesehen. 

Maria Magdalena und eine andere Maria blieben am Grab und beobachteten, wie der Stein vor das Grab gerollt wurde, um es zu verschließen. 

Ich lerne: 

  1. Liebe und Fürsorge für andere: Ein zentraler Aspekt dieser Passage ist das Beispiel von Jesus, der sich um seine Mutter Maria sorgt und Johannes beauftragt, sich um sie zu kümmern. Diese Haltung der Liebe, Fürsorge und Verantwortung füreinander erinnert uns daran, wie wichtig es ist, auf die Bedürfnisse unserer Familienmitglieder, Freunde und Gemeinschaft zu achten. 
  2. Vergebung und Barmherzigkeit: Die Bitte des reuigen Verbrechers um Vergebung und die Antwort Jesu, dass er mit ihm im Paradies sein wird, lehren uns die Bedeutung von Vergebung und Barmherzigkeit. Wir können lernen, anderen zu vergeben und Mitgefühl zu zeigen, selbst in schwierigen Situationen. 
  3. Hingabe und Opferbereitschaft: Die Bereitschaft von Joseph von Arimathäa und Nikodemus, sich um den Leichnam Jesu zu kümmern und ihn würdevoll zu bestatten, zeigt ihre Hingabe und Opferbereitschaft. Diese Handlung erinnert uns daran, dass wir bereit sein sollten, uns selbstlos für andere einzusetzen und für das Richtige einzustehen, selbst wenn es Kosten mit sich bringt. 
  4. Glaube trotz Schwierigkeiten: Die Treue von Maria Magdalena und der anderen Maria, die am Grab blieben und den Stein vor dem Grab sahen, zeigt ihren starken Glauben trotz der schmerzhaften Situation. Diese Passage ermutigt uns, unseren Glauben auch inmitten von Schwierigkeiten und Prüfungen aufrechtzuerhalten. 
  5. Die Erfüllung der Schrift: Die Prophezeiungen, die sich in dieser Passage erfüllen, zeigen die göttliche Orchestrierung und Erfüllung des göttlichen Plans. Dies erinnert uns daran, dass Gott treu ist und seine Zusagen erfüllt. 

Insgesamt können wir aus Johannes 19:17-42 lernen, Liebe und Fürsorge für andere zu haben, Vergebung zu praktizieren, uns selbstlos einzusetzen, unseren Glauben trotz Schwierigkeiten aufrechtzuerhalten und darauf zu vertrauen, dass Gott seine Zusagen erfüllt. Diese Lehren können unser Verhalten prägen und uns zu einem gottesfürchtigen und mitfühlenden Leben inspirieren. 

Welche Lehren ziehst du für dich aus diesen Versen? 

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Freitag, 23. Juni 2023

Da zerriss der Vorhang im Tempel von oben bis unten in zwei Stücke

 

(Bild Quelle)

Jesus aber stieß noch einmal einen lauten Schrei aus und gab dann seinen Geist auf. 51 Da zerriß der Vorhang im Tempel von oben bis unten in zwei Stücke, die Erde erbebte und die Felsen zersprangen, 52 die Gräber taten sich auf, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen wurden auferweckt, 53 kamen nach seiner Auferstehung aus ihren Gräbern hervor, gingen in die heilige Stadt hinein und erschienen vielen.” (Matthäus 27:50-53). 

Matthäus 27:32-56 enthält den Bericht über die Kreuzigung Jesu Christi. 

Nachdem Jesus von den römischen Soldaten verurteilt wurde, um gekreuzigt zu werden, wurde er gezwungen, sein eigenes Kreuz zu tragen. Unterwegs trafen sie einen Mann namens Simon aus Kyrene, der dazu gedrängt wurde, Jesus zu helfen und sein Kreuz zu tragen. 

Sie kamen schließlich an den Ort namens Golgatha, was "Schädelstätte" bedeutet. Dort angekommen, gab man Jesus Wein, der mit Galle vermischt war, aber er lehnte es ab, ihn zu trinken. Anschließend wurde Jesus ans Kreuz genagelt und zwischen zwei Verbrechern aufgehängt. Eine qualvolle Hinrichtungsart, in der sowohl die emotionalen, mentalen, als auch physischen Leiden voll ausgereizt wurden. Der Ort befand sich an einer Hauptstraße, sodass unzählige Reisende das grausame Schauspiel betrachten konnten. Rom demonstrierte so seine Macht. Das Ganze sollte auch als Abschreckung dienen. 

Während der Kreuzigung verspotteten ihn die Zuschauer. Sie forderten ihn auf, vom Kreuz herabzusteigen, wenn er wirklich der Sohn Gottes sei. Sogar die Hohepriester, Schriftgelehrten und Ältesten verspotteten ihn. 

Es wurde auch berichtet, dass am Fuß des Kreuzes Soldaten Wache hielten und seine Kleider unter sich aufteilten. Über seinem Kopf war ein Schild angebracht, auf dem stand: "Dies ist Jesus, der König der Juden". 

Während Jesus am Kreuz hing, wurde die Dunkelheit über das ganze Land gelegt, und er rief in großer Not: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Einige der Anwesenden dachten, er rufe den Propheten Elija, aber andere sagten, sie wollten sehen, ob Elija ihm helfen würde. 

Schließlich gab Jesus einen lauten Schrei von sich und gab seinen Geist auf. In diesem Moment erbebte die Erde, die Felsen spalteten sich, und die Gräber öffneten sich. Der Vorhang im Tempel, der das Allerheiligste vom Rest des Tempels trennte, zerriss von oben bis unten. 

  • Mit dem Erdbeben und der Gräberöffnung war wohl eine symbolische Bedeutung von Jesu Tod und Auferstehung verbunden. Das Erdbeben wird oft als ein starkes Naturphänomen betrachtet, das die Bedeutung des Augenblicks betont und Gottes Macht und Gegenwart hervorhebt. Es zeigt, dass der Tod Jesu einen tiefgreifenden Einfluss auf die Schöpfung hatte und den Beginn eines neuen Zeitalters kennzeichnete. 
    Das Öffnen der Gräber wird als eine Art Vorzeichen für die Auferstehung Jesu und die kommende Auferstehung der Heiligen interpretiert. Es kann als Zeichen der Überwindung des Todes und der Eröffnung der Möglichkeit eines ewigen Lebens verstanden werden. 
     
  • Das Zerreißen des Vorhangs im Tempel hat eine tiefere symbolische Bedeutung. Im jüdischen Tempel gab es einen Vorhang, der das Allerheiligste vom Rest des Tempels trennte. Dieser Vorhang symbolisierte die Trennung zwischen Gott und den Menschen aufgrund der Sünde. Der Zugang in die Gegenwart Gottes wurde für all jene, die Jesus folgen und Bündnisse eingehen und halten wollen, durch sein Sühnopfer aufgehoben. Aber es gibt viele weitere Symbolismen im Zerreißen des Vorhanges. 

Der römische Hauptmann und die Soldaten, die Wache hielten, erschraken bei all dem, was geschah, und erkannten, dass Jesus wirklich der Sohn Gottes war. 

Es waren auch einige Frauen aus Galiläa anwesend, die Jesus von Anfang an gefolgt waren. Unter ihnen befanden sich Maria Magdalena, Maria, die Mutter des Jakobus und Joseph, und die Mutter der Söhne des Zebedäus. 

Schließlich wurde der Leichnam Jesu von einem reichen Mann namens Josef von Arimathäa genommen, der ihn in sein eigenes neues Grab legte und den Eingang mit einem großen Stein versiegelte. Maria Magdalena und eine andere Frau namens Maria blieben am Grab und beobachteten. 

Ich lerne: 

  1. Opferbereitschaft: Jesus ging freiwillig ans Kreuz und opferte sich für die Sünden der Menschheit (3. Nephi 27:13-15). Diese Tat lehrt uns, dass es wichtig ist, bereit zu sein, für andere einzutreten und selbstlose Opfer zu bringen. 
  2. Vergebung: Selbst während seiner Qualen betete Jesus für diejenigen, die ihn verspotteten und kreuzigten (Lukas 23:34). Seine Bereitschaft, Vergebung zu gewähren, zeigt uns die Bedeutung der Vergebung in unseren eigenen Beziehungen. Wir sollten uns bemühen, anderen zu vergeben und Feindschaften zu überwinden. 
  3. Standhaftigkeit: Obwohl Jesus in schweren Zeiten war, hielt er an seinem Glauben fest. Dies ermutigt uns, standhaft in unserem eigenen Glauben und unseren Überzeugungen zu bleiben, auch wenn wir mit Schwierigkeiten konfrontiert sind. 
  4. Mitgefühl: Während der Kreuzigung Jesu waren einige Frauen anwesend, die ihm gefolgt waren und seine Leiden miterlebten. Dies erinnert uns daran, Mitgefühl und Empathie für andere zu haben und in schwierigen Zeiten Unterstützung anzubieten. 
  5. Gottes Liebe und Gnade: Die Kreuzigung Jesu ist ein Zeichen der bedingungslosen Liebe Gottes zur Menschheit. Diese Lehre erinnert uns daran, dass wir auch in schwierigen Zeiten auf Gottes Liebe und Gnade vertrauen können. 

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Lehren nicht in einer isolierten Betrachtung des Kreuzigungsbereichs liegen, sondern auch im Zusammenhang mit anderen Teilen der Bibel und dem Gesamtbild des christlichen Glaubens betrachtet werden sollten. 

Welche Lehren ziehst du für dich aus diesen Versen? 

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Donnerstag, 22. Juni 2023

Und zwangen Simon aus Cyrene, ihm das Kreuz zu tragen

 

Simon von Cyrene trägt für Jesus das Kreuz  
(Bild Quelle; Screenshot)

Dann führten sie ihn zur Kreuzigung (aus der Stadt) hinaus 21 und zwangen einen Vorübergehenden, Simon aus Cyrene, der vom Felde kam, den Vater Alexanders und des Rufus, ihm das Kreuz zu tragen.” (Markus 15:20b-21). 

Matthäus 27:27-31, Lukas 23:26-33 und Markus 15:16-32 beschreiben alle den Moment, in dem Jesus zum Kreuz geführt und gekreuzigt wird. 

  1. Ähnlichkeiten: 
  • Alle drei Evangelien erwähnen, dass Jesus von den Soldaten zum Ort der Kreuzigung geführt wird. 
  • Sie betonen, dass Jesus von den Soldaten verspottet und verhöhnt wird. 
  • In allen drei Berichten wird Jesus von den Soldaten mit einer Dornenkrone gekrönt. 
  • Alle Evangelisten erwähnen, dass Jesus von den Soldaten geschlagen wird.  
  1. Unterschiede: 
  • Matthäus und Markus erwähnen, dass die Soldaten Jesus mit einem Purpurmantel bekleiden, um ihn zu verspotten, während Lukas dies nicht erwähnt. 
  • Markus und Lukas erwähnen Simon von Cyrene, der den Querbalken des Kreuzes für Jesus trägt, während Matthäus diesen Aspekt nicht erwähnt. 
Simon von Cyrene, der Vater von Alexander und Rufus, wurde von den Soldaten gezwungen, das Kreuz Jesu zu tragen, wahrscheinlich aus praktischen Gründen. Nach den Berichten in Markus 15:21 und Lukas 23:26, war Jesus bereits geschwächt und konnte das Kreuz möglicherweise nicht mehr alleine tragen. Das Tragen des Kreuzes war eine schwere Last, und die Soldaten entschieden wahrscheinlich, dass Simon von Cyrene, der zufällig vorbeiging, ihnen bei dieser Aufgabe behilflich sein sollte. 
Simon von Cyrene war wahrscheinlich ein jüdischer Mann aus dem Norden Afrikas, der zu dieser Zeit möglicherweise mit seinen Söhnen als Pilger nach Jerusalem gekommen war. Er wurde von den Soldaten ergriffen und gezwungen, das Kreuz zu tragen, während Jesus weiterhin seinem Weg zur Kreuzigung folgte. Dieses Ereignis betont möglicherweise auch symbolisch die Idee, dass Jesus die Last unserer Sünden trägt und dass andere dazu aufgerufen sind, ihn auf seinem Weg zu begleiten, ihm nachzufolgen, und anderen helfen, ihre Lasten zu erleichtern. 
Es ist wichtig zu beachten, dass die Evangelien keine detaillierten Gründe für die Wahl von Simon von Cyrene nennen. Es wird jedoch angenommen, dass dies aufgrund der Umstände und der Notwendigkeit geschah, das Kreuz zur Hinrichtungsstätte zu bringen. 
 
Die explizite Erwähnung von Simon von Cyrene und seiner Söhne Alexander und Rufus in den Evangelien, insbesondere in Markus 15:21, kann verschiedene Gründe haben: 
    1. Historische Genauigkeit: Die Erwähnung könnte darauf hindeuten, dass sie zu den ersten Christen gehörten oder zumindest in der Gemeinde bekannt waren. Es könnte ein Detail sein, das den Zeitgenossen der Evangelisten vertraut war und zur Authentizität der Berichte beitrug. 
    1. Zeugnis: Die Erwähnung könnte als Zeugnis dafür dienen, dass sie Zeugen der Ereignisse waren und möglicherweise selbst eine Rolle in der frühchristlichen Gemeinde spielten. Dies könnte als Unterstützung für die Glaubwürdigkeit und Historizität der Berichte dienen. 
    1. Identifikation: Die spezifische Erwähnung könnte dazu dienen, ihn als Person von Bedeutung oder als Identifikationspunkt für die damaligen Leser oder Zuhörer zu kennzeichnen. Es könnte auch dazu dienen, eine Verbindung zu späteren Ereignissen oder Personen herzustellen. 
    1. Tradition und Überlieferung: Es wird vermutet, dass die Erwähnung auf eine mündliche Tradition oder Überlieferung zurückgeht, die in der frühchristlichen Gemeinde bekannt war. Es könnte als weiteres Detail in den Berichten über die Kreuzigung Jesu überliefert worden sein. 
  • Lukas erwähnt, dass eine große Menschenmenge Jesus begleitet, während die anderen Evangelisten dies nicht betonen. 
  • Markus und Lukas betonen die Reaktion der Zuschauer, die Jesus verspotten und ihn auffordern, sich selbst zu retten, während Matthäus dies nicht so stark betont. 

Es ist wichtig zu beachten, dass die Evangelisten unterschiedliche Schwerpunkte und Perspektiven haben, auch wenn sie über dasselbe Ereignis berichten. Dennoch gibt es viele Ähnlichkeiten in den Beschreibungen der Ereignisse, was auf ihre gemeinsame Quelle und das allgemeine Verständnis der Ereignisse hinweist. 

Ich lerne: 

  1. Demut: Die Demut Jesu während seiner Kreuzigung ist ein Beispiel dafür, wie man in schwierigen Zeiten demütig bleiben kann. Es erinnert uns daran, dass wir auch in schwierigen Situationen bescheiden bleiben sollten und nicht unseren Stolz oder unsere Eitelkeit über andere stellen sollten. 
  2. Standhaftigkeit: Jesus blieb standhaft in seinem Auftrag und ertrug Leiden und Verachtung. Diese Passagen können uns dazu ermutigen, in unserem Glauben und unseren Überzeugungen standhaft zu bleiben, selbst wenn wir mit Widerständen, Spott oder Schwierigkeiten konfrontiert sind. 
  3. Vergebung: Trotz der Grausamkeit und des Unrechts, das Jesus widerfuhr, betete er für seine Peiniger und bat Gott, ihnen zu vergeben. Dies lehrt uns die Bedeutung der Vergebung und ermutigt uns, auch in schwierigen Situationen anderen zu vergeben und nach Frieden zu suchen. 
  4. Mitgefühl: In diesen Passagen sehen wir, dass Simon von Cyrene Jesus beim Tragen des Kreuzes half – die einzige Situation, in der Jesus sich helfen ließ; ansonsten tat Jesus alles für die Menschen. Dies erinnert uns daran, anderen in Zeiten der Not und des Leidens beizustehen und Mitgefühl zu zeigen. Es ermutigt uns, unsere Lasten miteinander zu teilen und uns um das Wohlergehen anderer zu kümmern, aber auch uns selber helfen zu lassen. 
  5. Mut zum Zeugnis: Die Reaktion der Zuschauer, die Jesus verspotteten, kann uns daran erinnern, dass das Bekenntnis zum Glauben nicht immer auf positive Resonanz stoßen wird. Dennoch sollten wir mutig und beständig in unserem Zeugnis sein, selbst wenn wir auf Ablehnung oder Spott stoßen. 

Diese Lehren sind nicht abschließend, und jeder kann verschiedene persönliche Erkenntnisse und Anwendungen aus diesen Passagen ziehen. Es ist wichtig, sie im Kontext des gesamten Evangeliums und der Botschaft Jesu zu betrachten. 

Welche Lehren ziehst du für dich aus diesen Passagen? 

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Mittwoch, 21. Juni 2023

Du hättest keine Macht über mich

 

Pontius Pilatus (Christo Schopow) und Jesus (James Caviezel) in Mel Gibsons "Die Passion Christi" (2004) Quelle: picture alliance / United Archiv  
(Bild Quelle)

„Jesus antwortete ihm: „Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben her gegeben wäre; deshalb trifft den, welcher mich dir ausgeliefert hat, eine größere Schuld.” (Johannes 19:11). 

Lukas 23:13-25 und Johannes 19:1-16 sind Passagen, die über die Kreuzigung von Jesus Christus berichten. Obwohl sie das gleiche Ereignis behandeln, gibt es einige Unterschiede zwischen den beiden Berichten. 

In Lukas 23:13-25 beschreibt Lukas, wie Pilatus, der römische Statthalter, versucht, Jesus freizulassen. Er erwähnt auch, dass Pilatus versucht, Jesus an Herodes Antipas weiterzuleiten, da Jesus aus Galiläa stammte und somit unter die Zuständigkeit von Herodes fiel. Schließlich gibt Pilatus dem Drängen der Menschenmassen nach und gibt Jesus zur Kreuzigung frei. 

In Johannes 19:1-16 legt Johannes den Schwerpunkt auf die Begegnung zwischen Pilatus und Jesus. Es wird beschrieben, wie Pilatus Jesus auspeitschen lässt (Beachte: Jesus ließ dies alles aufgrund seiner Liebe zu uns, ohne zu murren über sich ergehen: 1. Nephi 19:9; Jesaja 50:5-6; Jesaja 52:14; Jesaja 53:5) und ihn dann den Juden präsentiert, in der Hoffnung, dass sie mit der Misshandlung zufrieden sein würden. Die Menge fordert jedoch weiterhin die Kreuzigung von Jesus, und Pilatus gibt schließlich nach. 

  • Es war aber der Rüsttag (Johannes 19:14
    Der Rüsttag zur Zeit Jesu war der Tag vor dem Sabbat, also der Tag vor dem jüdischen Ruhetag, der am Samstag stattfand. Gemäß der jüdischen Tradition und dem Gebot des Sabbats (Exodus 20:8-11) sollten die Menschen am Sabbat ruhen und keine Arbeit verrichten.  
    Der Rüsttag, auch bekannt als Vorbereitungstag, diente dazu, die notwendigen Vorbereitungen für den Sabbat zu treffen. An diesem Tag wurden Mahlzeiten vorbereitet, Feuer entzündet, Kleidung gereinigt und andere Aufgaben erledigt, die am Sabbat als Arbeit betrachtet wurden und vermieden werden sollten. 
    Das Einhalten des Rüsttags war wichtig, um den Sabbat entsprechend den jüdischen religiösen Gesetzen zu ehren. In den Evangelien wird auch erwähnt, dass die Jünger Jesu und andere Menschen am Rüsttag Vorbereitungen trafen, bevor sie am Sabbat ruhten. 

Die beiden Berichte stimmen darin überein, dass Pilatus eine Rolle bei der Entscheidung über das Schicksal von Jesus spielte und dass er Jesus schließlich zur Kreuzigung freigab. Sie unterscheiden sich jedoch in den Details und Schwerpunkten. Lukas erwähnt Pilatus' Versuch, Jesus an Herodes zu übergeben, während Johannes die Misshandlung Jesu durch Auspeitschen betont. Diese Unterschiede können auf unterschiedliche Quellen, Perspektiven und Schreibstile der Evangelisten zurückzuführen sein. 

Insgesamt ergänzen sich die Berichte in Lukas 23:13-25 und Johannes 19:1-16 und bieten zusammen ein umfassenderes Bild der Ereignisse rund um die Kreuzigung von Jesus Christus. 

Ich lerne: 

  1. Gerechtigkeit und Integrität bewahren: Die Berichte zeigen, wie Pilatus zunächst versucht, Jesus freizulassen, aber schließlich dem Druck der Menschenmenge nachgibt. Es ist wichtig, in schwierigen Situationen gerecht zu bleiben und nicht dem Druck nachzugeben, sondern die richtige Entscheidung auf der Grundlage von Wahrheit und Prinzipien zu treffen.
  2. Mut zeigen: Jesus stand mutig vor den Anschuldigungen und Misshandlungen, obwohl er unschuldig war. Sein Beispiel ermutigt uns, in schwierigen Zeiten tapfer zu sein und für unsere Überzeugungen einzustehen. 
  3. Mitgefühl und Gnade zeigen: Obwohl Pilatus letztendlich Jesus zur Kreuzigung freigab, zeigt die Begegnung zwischen Pilatus und Jesus in beiden Berichten die Möglichkeit von Gnade und Mitgefühl. Es ist wichtig, Mitgefühl für andere zu haben und nach Möglichkeiten der Gnade und Versöhnung zu suchen, selbst wenn wir mit schwierigen Entscheidungen konfrontiert sind. 
  4. Die Macht der Masse hinterfragen: Die Passagen verdeutlichen auch die Gefahr, die von einer aufgebrachten Menschenmenge ausgehen kann. Es ist wichtig, kritisch zu denken und nicht einfach dem Gruppendruck nachzugeben, sondern moralisch und ethisch zu handeln, unabhängig von der Meinung der Masse. 
  5. Die Bedeutung von Vergebung erkennen: Die Kreuzigung Jesu ist ein zentrales Ereignis des christlichen Glaubens, das die Vergebung von Sünden symbolisiert. Aus den Passagen können wir die Bedeutung der Vergebung sowohl von Gott als auch untereinander erkennen. Wir können lernen, anderen zu vergeben und nach Vergebung zu suchen, um Heilung und Versöhnung zu erfahren. 
  6. Jesus hat für uns gesühnt. Die Strafe, die aufgrund meines Fehlverhaltens eigentlich mir zusteht, nimmt Er aufgrund Seiner unergründlichen Liebe auf sich. Ich bin der `Jesus Barabbas´ (Bedeutung: gesalbter Sohn des Vaters), der freigelassen wurde anstatt Jesus! Wir wären dazu nie und nimmer in der Lage. Jesus hätte zu irgendeinem Zeitpunkt sagen können: Schluss damit. Doch er hat dies alles für uns erduldet, weil er uns so liebt. Wie kann ich ihm nur dafür danken? Indem ich mich unablässig bemühe, mein Handeln mehr und mehr seinem Vorbild anzunähern. 
  7. Vorbereitung auf den Sonntag: So wie die Juden den `Rüsttag´ genauestens einhielten, sind wir heute aufgefordert, uns am Samstag auf den `Ruhetag´, den Sonntag, vorzubereiten, indem wir alles tun, was wir tun können, um den Tag des Herrn in ehrfurchtsvoller Weise zu feiern, und mit reinem Herzen am `Tisch des Herrn´ (Abendmahl) teilzunehmen. 

Diese Lektionen sind nicht erschöpfend, und es gibt möglicherweise noch weitere Lehren, die individuell aus den Passagen gezogen werden können. Es ist immer wichtig, den Kontext und die gesamte Lehre der Bibel zu berücksichtigen, um ein umfassenderes Verständnis zu erhalten. 

Welche Lehren ziehst du für dich aus diesen Passagen? 

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Dienstag, 20. Juni 2023

Er hoffte auch, ein Wunderzeichen von ihm vollführt zu sehen

 

Then Herod and his soldiers ridiculed and mocked Jesus  
(Bild Quelle)

Herodes aber war sehr erfreut darüber, Jesus zu sehen; denn er hätte ihn längst gern gesehen, weil er viel über ihn gehört hatte; er hoffte auch, ein Wunderzeichen von ihm vollführt zu sehen.” (Lukas 23:8). 

Lukas 23:1-12 erzählt von den Ereignissen, die sich abspielten, als Jesus vor dem römischen Statthalter Pilatus stand und von diesem an Herodes weitergereicht wurde. 

In den frühen Morgenstunden versammelten sich die religiösen Führer, einschließlich der Hohepriester und Schriftgelehrten, um Jesus vorzuführen. Sie brachten ihn vor Pilatus und beschuldigten ihn, das jüdische Volk aufzuwiegeln, die Zahlung von Steuern an den römischen Kaiser abzulehnen und sich selbst als König zu bezeichnen. 

Pilatus fragte Jesus nach diesen Anschuldigungen, und Jesus antwortete, dass sein Königreich nicht von dieser Welt sei. Pilatus fand keine Schuld in Jesus und erkannte, dass die Anklagen politischer Natur waren. Da jedoch das jüdische Volk gegen Jesus aufgebracht war und beharrlich seine Kreuzigung forderte, beschloss Pilatus, eine politische Entscheidung zu treffen. 

Pilatus entdeckte, dass Jesus aus Galiläa stammte, was unter die Herrschaft von Herodes Antipas fiel. Daher entschied er sich, Jesus zu Herodes zu schicken, der zu dieser Zeit ebenfalls in Jerusalem war. Pilatus hoffte, dass Herodes die Verantwortung für das Urteil übernehmen würde. 

Als Jesus vor Herodes stand, versuchten die Hohepriester und Schriftgelehrten weiterhin, ihn anzuklagen, aber Jesus antwortete ihnen nicht. Herodes fand keine Schuld in Jesus und verspottete ihn sogar, indem er ihm ein prächtiges Gewand anlegte und ihn wieder zu Pilatus schickte. 

Pilatus verkündete den versammelten Menschen, dass weder er noch Herodes irgendeine Schuld in Jesus fanden. Er schlug vor, Jesus geißeln zu lassen und dann freizulassen, aber die Menge lehnte ab und forderte stattdessen die Freilassung eines Verbrechers namens Barabbas

Schließlich gab Pilatus nach und übergab Jesus zur Kreuzigung. Damit erfüllte sich die Prophezeiung, dass Jesus den Tod am Kreuz erleiden würde. 

Diese Passage betont die Unschuld Jesu und zeigt die politischen und religiösen Spannungen, die zu seiner Verurteilung führten. 

Ich lerne:  

  1. Standhaftigkeit in der Wahrheit: Jesus wurde mit falschen Anschuldigungen konfrontiert, aber er blieb standhaft in seiner Wahrheit und verstrickte sich nicht in Argumente oder Verteidigungen. Wir können daraus lernen, dass es wichtig ist, an unseren Überzeugungen festzuhalten und uns nicht von Lügen oder Manipulationen abbringen zu lassen. 
  2. Weisheit inmitten von Konflikten: Sowohl Pilatus als auch Herodes standen vor einem Konflikt. Pilatus versuchte, sich aus der Situation herauszuwinden, indem er Jesus zu Herodes schickte. Herodes wiederum verspottete Jesus. Wir können daraus lernen, dass es wichtig ist, inmitten von Konflikten weise Entscheidungen zu treffen und nicht der Versuchung nachzugeben, andere zu verletzen oder zu demütigen. 
  3. Die Bedeutung von Integrität: Weder Pilatus noch Herodes fanden Schuld in Jesus, aber sie gaben dem Druck der Menschenmenge nach und ließen ihn kreuzigen. Diese Handlungen zeigten einen Mangel an Integrität und den Vorrang ihrer eigenen Interessen über die Gerechtigkeit. Wir können daraus lernen, dass es wichtig ist, in schwierigen Situationen unsere Integrität zu bewahren und gerecht zu handeln, selbst wenn es unpopulär ist. 
  4. Die Kraft der Vergebung: Obwohl Jesus unschuldig war und ungerecht behandelt wurde, bat er um Vergebung für diejenigen, die ihn gekreuzigt haben. Diese Haltung der Vergebung erinnert uns daran, dass wir auch inmitten von Ungerechtigkeit und Leid, die Kraft haben, anderen zu vergeben und keinen Groll zu hegen. 
  5. Das Erkennen der Wahrheit: Die religiösen Führer brachten Jesus mit falschen Anschuldigungen vor Pilatus. Pilatus erkannte jedoch die Wahrheit und fand keine Schuld in Jesus. Diese Passage erinnert uns daran, wie wichtig es ist, die Wahrheit zu erkennen und nicht leichtfertig Anschuldigungen oder Gerüchten zu glauben. Es ist entscheidend, dass wir uns bemühen, die Fakten zu überprüfen und gerecht zu urteilen. 

Diese Lehren können uns helfen, ein rechtschaffenes, weises und vergebungsbereites Leben zu führen, während wir den Wahrheitsgehalt unserer Überzeugungen bewahren und gerecht und integer handeln. 

Markus 15:1-15 beschreibt das Verhör Jesu vor Pilatus, sowie die Verurteilung Jesu durch die Volksmenge.

Frühmorgens versammelten sich die Hohepriester, Ältesten und Schriftgelehrten, um Jesus vorzuführen. Sie brachten ihn vor Pilatus, den römischen Statthalter, und beschuldigten ihn verschiedener Vergehen, darunter die Behauptung, der König der Juden zu sein. 

Pilatus fragte Jesus, ob er der König der Juden sei, worauf Jesus antwortete: "Du sagst es." Die religiösen Führer brachten jedoch weitere Anklagen gegen Jesus vor, doch er schwieg zu den meisten Anschuldigungen. 

Pilatus war es während des jährlichen Passahfestes üblich, einen Gefangenen freizulassen, den das Volk wählte. Zu dieser Zeit saß Barabbas, ein gefährlicher Verbrecher, im Gefängnis. Pilatus fragte das Volk, wen er freilassen solle: Jesus oder Barabbas? 

Die religiösen Führer hatten das Volk dazu aufgehetzt, Barabbas zu wählen. Pilatus fragte erneut, was er mit Jesus tun solle, und das Volk forderte lautstark, dass Jesus gekreuzigt werde. Pilatus war sich bewusst, dass die religiösen Führer Jesus aus Eifersucht ausgeliefert hatten. 

Um den Aufruhr zu besänftigen und seine Macht zu bewahren, gab Pilatus schließlich nach und befahl, Jesus auszupeitschen und zur Kreuzigung freizugeben. 

Diese Passage betont die politischen und religiösen Intrigen, die zur Verurteilung Jesu führten, und zeigt auch die Schwäche von Pilatus, der dem Druck des Volkes nachgab, obwohl er keine Schuld in Jesus fand. 

Ich lerne:  

  1. Wahrhaftigkeit inmitten der Anklagen: Obwohl Jesus mit falschen Anschuldigungen konfrontiert wurde, blieb er wahrhaftig und sprach die Wahrheit aus, als Pilatus ihn nach seiner Identität fragte. Wir können daraus lernen, dass es wichtig ist, in schwierigen Situationen die Wahrheit zu sagen und unsere Integrität zu bewahren, selbst wenn wir zu Unrecht beschuldigt werden. 
  2. Widerstand gegen Gruppenzwang: Pilatus gab dem Druck des Volkes nach und ließ sich von den religiösen Führern beeinflussen, die Jesus verurteilen wollten. Obwohl er erkannte, dass Jesus unschuldig war, fehlte ihm der Mut, gegen den populären Willen einzutreten. Wir können daraus lernen, dass es wichtig ist, unserem Gewissen zu folgen und nicht blindlings dem Gruppenzwang nachzugeben, insbesondere wenn es darum geht, gerecht zu handeln. 
  3. Die Macht der Entscheidungen: Pilatus hatte die Macht, Jesus freizulassen, aber er entschied sich stattdessen, ihn zu verurteilen. Seine Entscheidung wurde von politischen Motiven und Angst vor Aufständen getrieben. Diese Passage erinnert uns daran, dass unsere Entscheidungen Konsequenzen haben und dass es wichtig ist, klug und gerecht zu handeln, auch wenn es unbequem oder unpopulär ist. 
  4. Gerechtigkeit über persönlichen Interessen: Pilatus wusste, dass Jesus unschuldig war, aber er war mehr daran interessiert, den Frieden zu wahren und seine eigene Position zu sichern. Diese Passage erinnert uns daran, dass es wichtiger ist, gerecht zu handeln und die Wahrheit zu verteidigen, selbst wenn es persönliche Kosten oder Opfer mit sich bringt. 
  5. Die Bedeutung der Vergebung: Obwohl Jesus zu Unrecht verurteilt wurde, betete er für seine Peiniger und bat um Vergebung für sie. Diese Haltung der Vergebung erinnert uns daran, dass es wichtig ist, anderen zu vergeben und keinen Groll zu hegen, selbst wenn wir ungerecht behandelt werden. 

Diese Lehren können uns helfen, in unserem persönlichen Verhalten wahrhaftig zu sein, uns nicht durch religiöse oder politische Führer gegen die Wahrheit aufwiegeln zu lassen, dem Gruppenzwang zu widerstehen, kluge Entscheidungen zu treffen, gerecht zu handeln, Vergebung zu üben und die Wahrheit zu verteidigen, selbst wenn es schwierig ist. 

Welche Lehren ziehst du für dich aus diesen Versen? 

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Montag, 19. Juni 2023

Ich habe heute Nacht im Traum viel um seinetwillen ausgestanden

 

James Tissot: The Message of Pilate's Wife. Pilate, 1886-1894.  
(Bild Quelle)

Während er aber auf dem Richterstuhl saß, schickte seine Frau zu ihm und ließ ihm sagen: „Habe du mit diesem Gerechten nichts zu schaffen! Denn ich habe heute nacht im Traum viel um seinetwillen ausgestanden.” (Matthäus 27:19). 

Matthäus 27:1-26 erzählt die Ereignisse, die sich unmittelbar vor der Kreuzigung von Jesus Christus abspielten: Die Auslieferung Jesu an Pilatus; Das Ende des Judas; Jesus vor Pilatus; Die Verurteilung Jesu durch die Volksmenge. 

Nachdem Jesus von den jüdischen Religionsführern verhaftet worden war, brachten sie ihn vor den römischen Statthalter Pontius Pilatus. Als Judas Iskariot, einer der Jünger Jesu, sah, dass Jesus zum Tod verurteilt werden würde, bereute er seinen Verrat und brachte die dreißig Silberstücke, die er für den Verrat erhalten hatte, zurück zu den Hohepriestern und Ältesten. Doch sie lehnten es ab, das Geld anzunehmen, und Judas warf es in den Tempel und ging weg. Da das Geld von Blutgeld stammte, konnten die Hohepriester es nicht in den Tempelschatz aufnehmen. Sie kauften damit stattdessen einen Blutacker, in Erfüllung der Prophezeiung des Jeremia (Sacharja 11:12-13). 

Pilatus befragte Jesus und fand keine Schuld in ihm. Doch auf Drängen der Menge, die von den Hohepriestern und Ältesten aufgewiegelt worden war, beschloss Pilatus, Jesus zu geißeln und freizulassen. Zur gleichen Zeit hatte Pilatus die Gewohnheit, anlässlich des Passahfestes einen Gefangenen freizulassen. Er gab den Menschen die Wahl zwischen Jesus und einem berüchtigten Verbrecher namens Barabbas. Die Hohepriester und Ältesten stachelten die Menge jedoch dazu an, Barabbas freizulassen und Jesus zu verurteilen. 

  • In Matthäus 27:19 wird erwähnt, dass die Frau von Pontius Pilatus (deren Name in der Bibel nicht genannt wird) während der Gerichtsverhandlung und des Prozesses gegen Jesus Christus einen Traum hatte. 
    Der Bibeltext gibt keine detaillierten Informationen über den Inhalt des Traums, den die Frau von Pilatus hatte. Es wird jedoch deutlich gemacht, dass sie durch diesen Traum eine Warnung oder ein Gefühl der Besorgnis in Bezug auf Jesus empfand und ihren Mann aufforderte, sich nicht mit ihm einzulassen. 
    Die Erwähnung des Traums der Frau von Pilatus diente möglicherweise dazu, die Vorahnung oder die übernatürliche Eingebung zu betonen, die sie in Bezug auf die Situation hatte. Der Traum könnte als weiterer Hinweis auf die Unschuld Jesu und die bevorstehende Ungerechtigkeit und Tragödie interpretiert werden, die sich abspielen würden. 
    Es ist wichtig zu beachten, dass die genauen Details und die Bedeutung des Traums der Frau von Pilatus nicht in der Bibel explizit erklärt werden. Daher gibt es Raum für verschiedene Interpretationen und Spekulationen über seine genaue Natur und Bedeutung. 

Pilatus wusch seine Hände in Unschuld und übergab Jesus zur Kreuzigung. Jesus wurde von den römischen Soldaten verspottet und misshandelt. Sie legten ihm einen purpurroten Mantel an, setzten ihm eine Dornenkrone auf den Kopf und verspotteten ihn als den "König der Juden". Schließlich führten sie Jesus zur Hinrichtungsstätte Golgatha. 

Das ist eine Zusammenfassung von Matthäus 27:1-26, in der die Verurteilung und Misshandlung von Jesus sowie die Wahl zwischen Jesus und Barabbas dargestellt werden. 

Ich lerne: 

  1. Verrat und Reue: Judas Iskariot ist ein Beispiel für Verrat und anschließende Reue. Sein Verrat an Jesus führte zu schwerwiegenden Konsequenzen. Wir sollten daraus lernen, dass unsere Entscheidungen Auswirkungen haben können und dass Reue allein nicht immer die Konsequenzen unseres Handelns rückgängig machen kann. Es ist wichtig, ehrlich und aufrichtig zu sein und sich bewusst zu sein, dass unsere Handlungen Konsequenzen haben können. 
  2. Verantwortung übernehmen: Pontius Pilatus wusch symbolisch seine Hände in Unschuld, um seine Verantwortung für das Urteil gegen Jesus abzulehnen. Wir sollten daraus lernen, dass wir Verantwortung für unsere Handlungen und Entscheidungen übernehmen müssen. Es ist wichtig, unsere Verantwortung anzuerkennen und die Konsequenzen unserer Taten zu tragen. 
  3. Das Wesentliche im Blick behalten: Die Hohepriester und Ältesten beeinflussten die Menge, Jesus zu verurteilen, obwohl Pilatus keine Schuld in ihm fand. Dies erinnert uns daran, dass es wichtig ist, bei moralischen Entscheidungen das Wesentliche im Blick zu behalten und nicht den Einflüssen anderer blind zu folgen. Wir sollten unsere Entscheidungen auf der Grundlage von Wahrheit, Gerechtigkeit und Mitgefühl treffen und nicht einfach dem Druck der Mehrheit nachgeben.
  4. Die Macht der Manipulation erkennen: Die Geschichte von der Wahl zwischen Jesus und Barabbas zeigt, wie Menschen durch Manipulation und Aufwiegelung beeinflusst werden können. Wir sollten wachsam sein und die Macht der Manipulation erkennen, sei es durch falsche Informationen, Vorurteile oder emotionale Erpressung. Es ist wichtig, unsere eigenen Überzeugungen und Werte zu hinterfragen und objektive Entscheidungen zu treffen. 
  5. Die Frau des Pilatus: Wieder eine unscheinbare Bemerkung in der Heiligen Schrift über eine namentlich nicht genannte Frau, die offensichtlich vom Geist inspiriert die Unschuld Jesu bezeugen sollte. Ich muss einfach mehr auf solche unscheinbaren, aber richtungsweisenden Aussagen in der Schrift achten. 

Diese sind nur einige mögliche Lektionen, die aus Matthäus 27:1-26 gezogen werden können. Jeder kann persönlich unterschiedliche Lehren und Erkenntnisse daraus gewinnen, je nach seiner individuellen Lebenssituation und seinen Bedürfnissen. 

Welche Lehren ziehst du für dich aus diesen Versen? 

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Samstag, 17. Juni 2023

Nachdem sie dann den Lobpreis gesungen hatten

 

Die Versammelten im Konferenzzentrum preisen den Herrn durch Gesang 
(Bild Quelle)

Nachdem sie dann den Lobpreis (Ps. 115—118) gesungen hatten, gingen sie (aus der Stadt) hinaus an den Ölberg.” (Matthäus 26:30). 

Nur Matthäus und Markus (14:26) erwähnen dieses Ereignis des gemeinsamen Singens Jesu mit seinen Jüngern nach dem Passahmahl. Es sind auch die einzigen Stellen, die explizit auf den gemeinsamen Gesang hinweisen. Man kann aber davon ausgehen, dass Jesus sicherlich öfters einen Lobgesang anstimmte, denn bei den Juden war das Gebet, traditionell üblich, mit Lobgesängen verbunden. 

Im Neuen Testament finden wir mehrere Stellen, die den Gesang und Lobpreis betreffen. Zum Beispiel wird in Epheser 5:19 dazu ermutigt: "so daß ihr zueinander mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen (= geisterfüllten, oder: geistesstarken) Liedern redet und dem Herrn in eurem Herzen singt und spielt;" Diese Stelle zeigt, dass der Gesang eine Form der Kommunikation und des Ausdrucks des Glaubens in der Gemeinschaft der Gläubigen ist. 

Der Lobpreis mit Gesang hatte eine bedeutende Stellung bei Jesus und hat sie auch in den neuzeitlichen Offenbarungen an Joseph Smith. In der Heiligen Schrift `Lehre und Bündnisse´, der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, schreibt der Herr dem Gesang ebenso einen hohen Stellenwert zu. In beiden Fällen wird der Gesang als ein Ausdruck des Glaubens, der Anbetung und des Lobes gegenüber Gott betrachtet. 

  • Der Herr berief Emma Smith, eine Auswahl von heiligen Liedern zu treffen, LuB 25:11-12: Und es wird dir auch gegeben werden, eine Auswahl von heiligen aLiedern zu treffen, wie es dir eingegeben werden wird, und es gefällt mir, dass sie in meiner Kirche vorhanden seien. 12 Denn meine Seele erfreut sich am aLied des bHerzens; ja, das Lied der Rechtschaffenen ist ein Gebet für mich, und es wird mit einer Segnung auf ihr Haupt beantwortet werden.” 
  • Preise den Herrn mit Gesang und mit Musik, LuB 136:28: Wenn du fröhlich bist, so preise den Herrn mit aGesang, mit Musik, mit Tanz und mit einem bGebet des Lobes und der cDanksagung.” 

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage hat auch eine reiche Tradition des Chorgesangs und des musikalischen Lobpreises. Der Gesang spielt eine zentrale Rolle in den Gottesdiensten und hat einen hohen Stellenwert in der Gemeinschaft der Gläubigen. Lieder wie "Lobet den Herrn" und "Ich weiß, dass mein Erlöser lebt" sind beliebte Gesänge, die oft in den Gottesdiensten der Kirche gesungen werden. 

Insgesamt hat der Lobpreis mit Gesang bei Jesus und in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage eine große Bedeutung als Ausdruck der Anbetung und des Lobes gegenüber Gott. Es ist eine Möglichkeit, den Glauben zu stärken und eine Verbindung zu spirituellen Wahrheiten herzustellen. 

Der Tabernakelchor am Tempelplatz spielt eine bedeutende Rolle im Zusammenhang mit dem Lobpreis gegenüber Gott. Der Chor dient als musikalischer Botschafter, um die Gläubigen dazu zu ermutigen, ihren Glauben durch Gesang und Lobpreis auszudrücken. 

Der Tabernakelchor am Tempelplatz führt regelmäßig geistliche Lieder, Hymnen und klassische Werke auf, die darauf abzielen, eine Atmosphäre der Anbetung und des Lobes gegenüber Gott zu schaffen. Durch ihre musikalische Exzellenz und Hingabe tragen die Mitglieder des Chores dazu bei, dass die Gläubigen eine Verbindung zu spirituellen Wahrheiten herstellen und ihre Anbetung vertiefen können. 

Die Auftritte des Tabernakelchores am Tempelplatz finden oft im Salt-Lake-Tabernakel auf dem Tempelplatz statt, einem Ort von großer spiritueller Bedeutung für die Kirche. Das Tabernakel ist dafür bekannt, eine einzigartige Akustik zu haben, die die musikalischen Darbietungen des Chores verstärkt und die Atmosphäre der Anbetung intensiviert. 

Durch ihre wöchentliche Radiosendung "Music and the Spoken Word" erreicht der Tabernakelchor am Tempelplatz auch ein breites Publikum weltweit. Die Sendung beinhaltet musikalische Darbietungen des Chores sowie inspirierende Botschaften, die den Zuhörern helfen sollen, ihre Beziehung zu Gott zu stärken und ihre Anbetung zu intensivieren. 

Insgesamt spielt der Tabernakelchor am Tempelplatz eine wichtige Rolle im Lobpreis gegenüber Gott, indem er durch seinen Gesang und seine musikalischen Darbietungen eine Atmosphäre der Anbetung und des Lobes schafft. Der Chor dient als kraftvolles Instrument, um die Gläubigen zu ermutigen, ihren Glauben zu stärken, eine Verbindung zu Gott herzustellen und ihre Anbetung in Gemeinschaft mit anderen zu teilen. 

Ich lerne, ich sollte bei dem Besuch der Gottesdienste meine Stimme mit denen meiner Mitgeschwister voller Lobpreis und Dank gegenüber dem Herrn erschallen lassen. Dazu gehört, dass ich mich sowohl auf die Musik als auch auf den Text konzentriere. 

Wie lebst du den Lobpreis in den Gottesdiensten? 

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