Mittwoch, 31. August 2022

Eine tüchtige Frau — wer mag sie finden?

 

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Eine tüchtige Frau — wer mag sie finden? Weit über Korallen (oder: Perlen) geht ihr Wert.“ (Sprichwörter 31:10).

Eine tüchtige Frau — wer mag sie finden? In der Einleitung wird uns gesagt, dass diese Worte von der Mutter Lemuels, des Königs von Massa (ismaelitischer Stamm; Genesis 25:13-14), an ihn gerichtet stammen. Dem obigen Zitat geht eine uns sehr bekannte Empfehlung voraus: „Lemuel, es ziemt sich nicht für Könige der Weingenuß, noch für Fürsten das Verlangen nach berauschenden Getränken:“ (Sprichwörter 31:4). Diese Empfehlung kennen wir in der Kirche des Herrn heute im Zusammenhang mit dem `Wort der Weisheit´, das der Herr dem Propheten der Wiederherstellung im Jahr 1833 gab (Lehre und Bündnisse 89:5-7). Danach folgt die Anregung, sich für die Hilflosen einzusetzen.

Dann wird die oben zitierte Frage angesprochen, mit einem wunderbaren Zusatz, nämlich, dass eine `tüchtige Frau´ etwas äußerst Wertvolles ist, wertvoller als Perlen! Es folgt eine Aufzählung ihrer Eigenschaften: Sie ist verlässlich, erweist ihrem Mann nur Gutes, ist arbeitsfreudig ohne zu ermatten, kümmert sich um den Bedarf für ihren Haushalt, steht sehr früh auf, delegiert Aufgaben, bleibt bis in die Nacht hin auf, schneidert sich ihr Gewand, ist für Bedürftige da, macht das Haus winterfest, ihr Gatte wird ihretwegen hoch geachtet, schaut ob ihres Fleißes unbesorgt der Zukunft entgegen, ihre Kinder preisen sie und ihr Gatte rühmt sie: „Es gibt wohl viele Frauen, die Tüchtiges geleistet haben, doch du übertriffst sie alle!” (Sprichwörter 31:29). Ich lerne, wertvoller als eine Perle ist eine `tüchtige Frau´. Ich denke an den reichen Mann, der auf dem Acker eine Perle fand, sie unbedingt haben wollte, hinging, all seine Habe verkaufte, um diese Perle zu ersteigern (Matthäus 13:44-46). So muss man sich auch entsprechend bemühen, eine tüchtige Frau zu finden. Dann bleibt einem noch, sie auch besser als eine Perle zu behandeln!

Welche Gedanken gehen dir hierbei durch den Kopf?

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Dienstag, 30. August 2022

So ergeht es (schließlich) allen, die nach unrechtem Gewinn trachten

 

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So ergeht es (schließlich) allen, die nach unrechtem Gewinn trachten: dieses (Trachten) kostet seinem Besitzer das (eigene) Leben.“ (Sprichwörter 1:19).

So ergeht es (schließlich) allen, die nach unrechtem Gewinn trachten. Von welchen Menschen ist hier in diesem Sprichwort die Rede? Im Vers 10 finden wir die Antwort, ganz allgemein von `bösen Menschen´. Ich werde hier vor ihnen gewarnt. Sollten sie mich in Gemeinschaft mit ihnen zu unrechtem Verhalten verführen wollen, soll ich ihren Verlockungen nicht nachgeben, mit ihnen keine `gemeinsame Sache´ machen, indem ich z. B. arglosen Menschen grundlos Schaden zufüge, mich an ihrem Hab und Gut bereichere, egal, mit welchen Mitteln.

In Alfred af Hedenstjernas Geschichtenbuch „So ist das Leben“, unterhalten sich Geldscheine über das, was sie in ihrem Dasein alles erlebt haben, während gerade neu gedruckte, also `junge´, zuhörten. So geht ein Teil der Unterhaltung wie folgt: »Pfui Teufel, du bist ja blutig,« sagte ein noch ganz sauberer Zehner zu einem andern. »Ja, ich war einmal der ganze Wochenlohn eines armen Arbeiters,« antwortete der Angeredete, »und als er mit mir auf dem Wege nach Hause war, wo Frau und Kind auf ihn warteten, wurde er von Kameraden in eine Kneipe gelockt, die Karten kamen hervor und ich, von dem eine ganze Familie eine Woche leben sollte, war in der Zeit einer halben Stunde den Händen meines Besitzers entschwunden. Es fielen hitzige Worte, die Messer kamen hervor, und was du da siehst, ist ein Tropfen Blut meines früheren Herrn.« Wir jungen neuen fanden es betrüblich, daß wir soviel Leid, so großes Elend in der Welt verbreiten sollten, und einer sagte ein paar Worte darüber. Da antwortete ein kleiner, verschrumpelter Fünfer mit verbogenen Ecken: »Ja, das ist wahr, viel Elend und große Schande bekommen wir zu sehen; aber wir haben keine Schuld daran, sondern nur die Menschen allein. Ich habe viel erlebt. Ein Dienstmädchen stahl mich der Eigentümerin, die ihm unbedingtes Vertrauen schenkte. Einmal erkaufte jemand für mich und vier meiner Wertgenossen falsches Zeugnis.“ (Quelle). Ich lerne, viel zu schnell lässt man sich von bösen Menschen zu bösen Taten gemeinsam mit ihnen verleiten, um sich unrechtmäßig an arglosen Menschen zu bereichern. Sollte ich mich dazu hinreißen lassen, `schneide ich mir dabei ins eigene Fleisch´, füge mir selber Schaden zu, schade meinen eigenen Interessen, es könnte mich mein eigenes `ewiges Leben in der Gegenwart Gottes´ kosten, wenn ich nicht vollumfänglich Umkehr übe!

Bist du auch schon mal von `bösen Menschen´ eingeladen worden, mit ihnen zusammen `ungerechten Gewinn´ zu machen, und wie hast du darauf reagiert?

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Montag, 29. August 2022

Achte nicht gering die Unterweisung deiner Mutter!

 

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Höre, mein Sohn, auf die Belehrung (oder: Zucht) deines Vaters und achte nicht gering die Unterweisung deiner Mutter! 9  denn sie sind ein schöner Kranz für dein Haupt und eine Schmuckkette für deinen Hals.“ (Sprichwöter 1:8-9).

Achte nicht gering die Unterweisung deiner Mutter! Gleich nach dem Prolog zu den Sprichwörtern (siehe gestriger Blogbeitrag), geht es ans Eingemachte. Der `Weisheitslehrer´ spricht hier wie zu seinem Sohn, oder zu jedem seiner Schüler am Hofe, in der königlichen Schule. Er fordert all jene, die diese weisen Sprüche zur Kenntnis bekommen auf, die Belehrung ihrer Eltern zu beachten, sowohl die des Vaters, als auch die Unterweisung der Mutter! Das entspricht doch genau dem fünften Gebot, welches der Herr dem Mose auf dem Berg Sinai gegeben hat: Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Lande, das der Herr, dein Gott, dir geben wird!“ (Exodus 20:12). Warum? Weil sie schon genügend Erfahrungen gemacht haben und sich für ihre Kinder doch nur das Beste wünschen. Sie möchten gerne verhindern, dass ihre Kinder dieselben Fehler machen, die sie schon gemacht haben. Sie lieben ihre Kinder und wollen Misserfolge verhindern.

Wie kann ich Vater und Mutter besser ehren, als auf ihre Unterweisungen zu achten, sie richtig in die Tat umzusetzen. Das ist in bestimmten Lebensphasen des Kindes, des Jugendlichen sicherlich sehr schwer einzusehen. Als Kind sieht man vielleicht nur den Spaß, der einem nicht gegönnt wird. Als Jugendlicher weiß man alles schon viel besser als die Eltern und will nie so werden, wie sie sind. Ist man dann selber in der Situation Verantwortung für Kinder zu haben, sieht das Ganze wieder total anders aus. Also je nach Rolle, in der man gerade steckt, ist die Perspektive sehr unterschiedlich. Das macht die Sache enorm schwierig. Es kommt also darauf an, jeweils sehr einfühlsam zu handeln und zu reagieren. Das Ganze mit Langmut, mit entsprechender Liebe und Glauben an die himmlischen Eltern gepaart, dürfte letztendlich zum Erfolg führen. Sprüche 6:20 wiederholt diese Weisheit: „Mein Sohn, halte das Gebot deines Vaters fest und laß nicht die Weisung deiner Mutter fahren!“ Ich lerne, es ist für unseren Fortschritt und unser Wohlergehen äußerst wichtig, Rat kompetenter Menschen nicht zu verachten, insbesondere derjenigen, die uns am meisten lieben, unseren himmlischen und irdischen Eltern! Je älter ich werde, je mehr bin ich für ihre liebevollen, ggf. angemessen strengen Ermahnungen, dankbar: „Ehre deinen Vater und deine Mutter: Das ist ein Hauptgebot mit einer Verheißung: 3 damit es dir wohl ergehe und du lange lebst auf der Erde.“ (Epheser 6:2).

Welche Erfahrungen hast du schon mit dieser Aufforderung gemacht?

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Samstag, 27. August 2022

Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis

 

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Die Furcht des HErrn ist der Anfang der Erkenntnis (9,10); die Toren verachten Weisheit und Zucht (= Gesittung).“ (Sprichwörter 1:7)

Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. Nun wenden wir uns den Sprichwötern Salomos zu. Im alten Israel wurden viele der gelehrten Aussprüche ihm zugeschrieben, da er für seine Weisheit bekannt war. In dieser Sammlung stehen größtenteils Mahnungen eines Weisheitslehrers, der vor Torheit warnt und Weisheit empfiehlt, wobei beide Begriffe nicht allein verstandesmäßig zu verstehen sind. Unter Weisheit ist hier der Inbegriff einer charaktervollen, religiös und sittlich intakten Verhaltensweise in allen Lebenslagen zu verstehen. Das ganze Buch hat eine erzieherische Tendenz, was insbesondere in den ersten neun Kapiteln zum Ausdruck kommt. Hier spricht der Weisheitslehrer wie ein Vater zu seinem Sohn. Die meisten Sprichwörter haben ihre Wurzel im Volksmund und klingen deshalb auch etwas derb. Es werden drastische Vergleiche und alltägliche allgemein menschliche Lebenserfahrungen dargestellt. Dennoch steckt dahinter eine religiöse Grundhaltung. Wenigstens ein Siebtel aller Verse nimmt Bezug auf Gottesglauben.

Was bedeutet nun `die Furcht des Herrn´? Mit dieser Furcht ist nicht der Schrecken oder ein ängstliches Eingeschüchtert sein zu verstehen. Furcht in diesem Kontext meint `Gottesfurcht´, die rechte Einstellung und Haltung gegenüber Gott und seinem Willen, die mich veranlassen will, Gottes Gebote nicht zu übertreten (Kohelet 12:13), und ist als Anfang der `Weisheit´ zu verstehen. Ein Tor in diesem Zusammenhang ist ein unbelehrbarer Narr, der Schaden bis hin zum Frevel stiftet. Er erkennt erst `nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, dass es tot ist´, weil er vorher die Situation nicht abschätzen kann. Zur Erreichung vernünftiger Absichten setzt er ungeeignete Mittel ein, `er schießt mit Kanonen auf Spatzen´. Demzufolge ist Torheit das Gegenteil von Weisheit, Klugheit bzw. Schlauheit. Ich lerne, Ehrfurcht vor dem Herrn führt mich zu Gotteserkenntnis. Ich will mich bemühen, nach Weisheit und Gesittung zu trachten, sie auszubauen und nicht zu verachten. Ich bin meinen Eltern zutiefst dankbar, für ihre `Erziehung´ im Glauben! (Sprüche 1:7; EÜ).

Wie verhinderst du es, ein `Tor´ zu sein?

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Freitag, 26. August 2022

Das wollen wir ihren Kindern nicht verschweigen

 

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„Was wir gehört und erfahren und unsere Väter uns erzählt haben, 4  das wollen wir ihren Kindern nicht verschweigen, sondern dem künftgen Geschlecht verkünden die Ruhmestaten des HErrn und seine Stärke und die Wunder, die er getan hat.“ (Psalmen 78:3-4).

Das wollen wir ihren Kindern nicht verschweigen. Der Psalm 78 wurde von Asaph, einnem Leviten aus dem Stamm Gerschom und Stammvater einer Gilde der Tempelmusiker (1. Chronik 6:24), als Mahnung und Warnung verfasst, indem er die Geschichte Israels wiedergibt, uns erzählt, wie Gott sein Volk straft, aber auch rettet. Mit Recht wird der Psalm als `Lehrgedicht´ bezeichnet, da er uns an die großartigen Taten Gottes an seinem Volk erinnern soll. Gläubige aller Zeiten können darin ihr Verhalten und ihre Erfahrungen mit Gott gespiegelt sehen. Die Verse 1-8 können als Einleitung betrachtet werden, in der Asaph den Zweck seines Liedes entwickelt. Die Verse 9-41 beschäftigen sich mit der Geschichte Israels in der Wüste. Die Verse 42-53 zeigen auf, wie gütig der Herr sich seinem Volke gegenüber erwies, indem er es mittels Plagen und Wunder aus der ägyptischen Knechtschaft befreite. In den Versen 54-66 setzt Asaph die Geschichte Israels fort, und die Schlussverse 67-72 erzählen uns von der Überführung der Bundeslade nach Zion und dass Ephraim die Führerschaft genommen, und diese durch den Herrn an Juda übertragen wurde.

Ich lerne, dass uns der Herr, wie auch schon unsere Vorfahren, auffordert, unseren Kindern seine großartigen Taten an seinem Volk nicht zu verschweigen. So soll jede Generation, auch die künftigen, von den Weisungen Gottes erfahren. Aber, es kommt nicht nur auf das Erfahren an, sondern auch auf das richtige Umsetzen. Allen muss bewusst gemacht werden, dass der Herr uns ewige Bündnisse anbietet, wir diese eingehen und halten sollten, um die verheißenen Segnungen empfangen zu können. Im gegenteiligen Fall würden wir sie nicht erhalten und ggf. noch Strafe empfangen. Ich soll mich der Wunder erinnern, die der Herr schon getan hat, und den Glauben entwickeln, dass er weitere Wunder tun wird. „Gib acht, mein Volk, auf meine Belehrung, leiht euer Ohr den Worten meines Mundes!“ (Psalmen 78:1), dieser Aufforderung Asaphs, die natürlich vom Herrn kommt, will ich gerne nachkommen.

Wie vermittelst du deinen Nachkommen das, was du von deinen Eltern gelernt hast?

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Donnerstag, 25. August 2022

Hilf mir, o Gott,denn die Wasser gehen mir bis ans Leben!

 

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Hilf mir, o Gott,denn die Wasser gehen mir bis ans Leben! 3  Ich versinke im tiefen Schlamm, wo kein Grund ist; in Wassertiefen bin ich geraten, und die Flut überströmt mich.“ (Psalmen 69:2-3).

Hilf mir, o Gott,denn die Wasser gehen mir bis ans Leben! Wieder ein Psalm Davids, ein Hilferuf eines unschuldig Verfolgten, wohl teilweise auch auf das bevorstehende Leid unseres Retters Jesus Christus anspielend (Psalmen 69:22). In der Einheitsübersetzung heißt es etwas klarer: „Rette mich, Gott, denn das Wasser geht mir bis an die Kehle! …“ (siehe hier). Im heutigen Sprachgebrauch würde man sagen, „das Wasser steht mir bis zum Hals“. So heißt es übrigens auch in der Hoffnung für alle (HFA) Übersetzung der Bibel (siehe hier). Nun lass aber über dem Kopf die Decke sein, und das Wasser steigt weiter! Eine furchteinflößende Vorstellung. In einer solch prekären Lage einen kühlen Kopf zu bewahren, für mich schier unvorstellbar. Oder im Schlamm zu versinken, keinen festen Boden unter den Füßen zu spüren, tiefer und tiefer. Oder in einen Wasserstrudel zu geraten, der einen, wie ein `schwarzes Loch´ alles verschlingt, was in seine Nähe gerät, unweigerlich in sich hineinzieht, bis irgendwann die Fluten über seinem Kopf zusammenschlagen (HFA Psalm 69:3). So gibt es auch unzählige Situationen in unserem Leben, in denen wir von unvorstellbarem körperlichen, oder geistigen Leid bedrängt, dem Tod ins Auge blickend, leicht den Kopf verlieren könnten.

Was können wir von David über das Verhalten in solch schlimmen Situationen lernen? „Ich aber bete zu dir, HERR! Jetzt ist die Zeit gekommen, in der du mir gnädig sein wirst![1] Erhöre mich, Gott, denn deine Güte ist groß und auf deine Hilfe ist immer Verlass.“ lässt David nun singen (HFA Psalm 69:14). Viele Dinge mehr singt er, u. a. „… Ich weiß keinen Ausweg mehr, darum erhöre mich bald. …“ (HFA Psalm 69:18). Dann singt er noch die Bitte, dass Gott ihn beschützen möge, und ihm wieder aufhelfen möge. Und dann das, was man nicht vergessen darf: „… Dann will ich dich loben mit meinem Lied; ich will deinen Namen rühmen und dir danken!“ (HFA Psalm 69:30-31). David fordert uns dann noch auf, neuen Mut zu fassen, denn der Herr würde das Rufen der Armen und Hilflosen hören (HFA Psalm 69:33-34). Ich lerne, den Psalmen kann ich unendlich viel Weisheit, Trost und Zuversicht für mein `Überleben´ entnehmen.

In welchen Situationen hast du schon mal zum Herrn um Hilfe gerufen?

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Mittwoch, 24. August 2022

Herr, du erforschest mich und kennst mich

 

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HErr, du erforschest mich und kennst mich; 2  du weißt es, ob ich sitze oder aufstehe, du verstehst, was ich denke, von ferne; 3  ob ich wandre oder ruhe, du prüfst es und bist mit all meinen Wegen vertraut; 4  denn ehe ein Wort auf meiner Zunge liegt, kennst du, o HErr, es schon genau.“ (Psalmen 139:1-4).

Herr, du erforschest mich und kennst mich. Wieder stammt dieses poetisch religiöse Lied (Psalm) aus der Feder Davids. In ihm beschreibt er `das Leben in Gottes Allgegenwart´, den Menschen vor dem allwissenden Gott. Von seiner dichterischen Form und seinem reichen theologischen Inhalt, ist es eines der schönsten heiligen Lieder, in dem die Allwissenheit und Allgegenwart Gottes besungen wird.

Mit diesem Psalm will David uns lehren, dass der Herr nicht nur `alles´, sondern `alles bis ins kleinste Detail´ kennt, ja sogar den Einzelnen, dich und mich! Er weiß, was ich gerade tue und denke. Sogar, wenn ich ferne von ihm bin. Und dies so gut, wie wenn jemand eine Besonderheit bis ins kleinste Detail untersucht, wobei das Wissen hierbei erst durch das Erforschen entsteht, bei Gott allerdings schon von vornherein bekannt ist, wie wir am Beispiel Jeremias lernen (Jeremia 1:5). Oder wie können wir uns erklären, dass Jesus bis ins Detail die Lebensgeschichte der samaritanischen Frau am Jakobsbrunnen kannte, ohne sie vorher getroffen zu haben (Johannes 4:11-19)? Auch erkennen wir hieran, dass Jesus sich um den Einzelnen kümmert, und ihn genau kennt. Er war genau zu dem Zeitpunkt am Brunnen, zu dem die Frau kam. Es war nicht die Zeit, zu der alle Frauen zum Wasserholen kamen, in der Früh. Sie kam um die Mittagszeit, weil sie wohl von den anderen Frauen des Ortes ob ihres Lebenswandels nicht unbedingt akzeptiert wurde. Aber Jesus akzeptierte sie. Er war da, um sie zu treffen und ihr Herz zu wandeln. Auch am Beispiel des Nathanael sehen wir, dass der Herr jedes seiner Kinder genau kennt (Johannes 1:46-49). Ich lerne, mein Retter kennt mich bis ins kleinste Detail, unendlich besser, als ich mich kenne, er ist ja mein Schöpfer, ich bin `aus ihm geboren´. Ich kann mich hinbewegen, wo ich auch will, und sei es bis ans Ende der Erde, oder in ihr Inneres hinein, mein Retter ist schon da und will mich umsorgen! Wie unendlich wunderbar dieser Gedanke doch ist. Mein Dank gilt ihm, „… wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt das wohl.“ (Psalmen 139:14).

Welche Empfindungen hast du dabei, dass der Herr dich `erforscht, und dich kennt´?

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Dienstag, 23. August 2022

Der dein Alter mit guten Gaben sättigt

 

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der dein Alter**) mit guten Gaben sättigt, daß, dem Adler gleich, sich erneut deine Jugend.“ (Psalmen 103:5).

Der dein Alter mit guten Gaben sättigt. Bei diesem Psalm stimmt David auf den barmherzigen und gerechten Gott ein Loblied an. Zunächst ruft David seine Seele dazu auf, nicht zu vergessen, was der Herr ihm Gutes getan hat. Er erinnert daran, dass der Herr einem seine Schuld vergibt, einen von all seinen Gebrechen heilt und einen vor dem Untergang rettet, Erbarmen mit einem hat. Dann heißt es etwas verständlicher in der Einheitsübersetzung: „der dich dein Leben lang mit Gaben sättigt, wie dem Adler wird dir die Jugend erneuert.“ (Psalm 103:5).

Die erste Hälfte des Verses ist noch recht verständlich. David bringt zum Ausdruck, dass der Herr einen sein ganzes Leben lang mit dem versorgt, was zum Leben, sowohl im physischen, als auch im geistigen Bereich, lebensnotwendig ist. Was hat es aber mit der Erneuerung der Jugend auf sich, im Vergleich mit einem Adler? Dazu muss man wissen, dass der Adler jedes Jahr seine alten Federn abwirft, und ihm an deren Stelle neue Federn nachwachsen. Somit sieht er immer wieder jung aus. Dies symbolisch auf uns übertragen, kann im geistigen Sinn bedeuten, dass wir ständig unsere Sünden abwerfen können, und somit ständig erneuert werden, indem wir durch das Sühnopfer Jesu wieder `neu geboren‘ werden (Johannes 3:2-3), unsere Jugend erneuert wird! Ich lerne, meine Seele darf Gott immerdar preisen für die Fürsorge, die er mir mein ganzes Leben lang, bis ins Alter, zuteilwerden lässt. Ich werde daran erinnert, mein altes Gefieder, meine Sünden, regelmäßig abzuwerfen, um mittels des Sühnopfers Jesu `von neuem geboren zu werden‘. Dies bewerkstellige ich dadurch, dass ich regelmäßig zum Tisch des Herrn gehe, an seinem Mahl, dem Abendmahl, teilnehme. Dabei muss ich darauf achten, was ich verspreche: Immer an den Erretter zu denken, und seine Gebote zu halten (Lehre und Bündnisse 20:77,79). Ich lerne weiter, dass der Herr barmherzig, gnädig und voller Langmut ist, auch nicht nachtragend. Daran darf ich mir ein Beispiel nehmen, und versuchen ebenso in mir diese Eigenschaften zu entwickeln und zu verfestigen.

Wie hältst du das mit dem `Erneuern deiner Jugend‘?

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Montag, 22. August 2022

HErr, höre mein Gebet und lass mein Schreien zu dir dringen!

 

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„HErr, höre mein Gebet und laß mein Schreien zu dir dringen! 3  Verbirg dein Angesicht nicht vor mir am Tage, wo mir angst ist! Neige dein Ohr mir zu am Tage, wo ich rufe; erhöre mich eilends!“ (Psalmen 102:2-3).

HErr, höre mein Gebet und lass mein Schreien zu dir dringen!. Der Psalm 102 ist das Gebet eines Bedrängten, eines Unglücklichen, eines Verzagten, einer Person, die sich verlassen fühlt, wie ein einsamer Vogel auf dem Dach, und sein betrübtes Herz vor dem Herrn ausschüttet. Ja, in ihrer Trübsal darum bittet, dass der Herr sie schnellstmöglich erhört, da sie schon wie Gras versengt, und vor Kummer nicht mehr essen kann, und deshalb nur noch aus Haut und Knochen besteht. Dieses Wehklagen nimmt die Verse 1 bis 12 ein. In der zweiten Hälfte des Psalms von Vers 13 bis 29 schwingt Hoffnung auf eine bessere Zukunft mit, obwohl auch hier noch dunkle Wolken ihr Denken überschattet. Doch die Sonne bricht wiederholt hindurch und der Tag endet mit ruhiger Zuversicht für die Zukunft.

Dieser Psalm klingt so, als ob der Schreiber sich nicht seiner selbst, sondern seines Volkes wegen grämt. Wohl gerade im Begriff aus der assyrischen Verschleppung in ihr geliebtes Jerusalem zurückgekehrt, das noch niedergerissen vor ihm liegt, und seines Wiederaufbaus entgegensieht. Ich lerne, auf meiner Reise durch dieses Erdenleben wird es gute Tage geben, aber auch schlechte; Regen, aber auch Sonnenschein. Für beides muss ich gewappnet sein. Abwehr gegen das Schlimme, aber auch bedachtsames Umgehen mit dem Guten. Für beides brauche ich die Hilfe des Herrn. Ich darf in Tagen meiner Angst zu ihm `schreien´, sollte aber auch geduldig auf seine Erhörung warten können. Allerdings darf ich nicht nur an mich denken, mein Schreien muss auch denen gelten, die um mich herum sind. Dann muss ich aber auch noch an eins denken: das `Dankeschön´!

Wie bekommst du in schweren Zeiten Zuversicht?

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Samstag, 20. August 2022

Gesegnet sei, der die Erde durch seine Kraft macht

 

The Dead Sea Scrolls - Psalms
(Bild: Quelle; Screeshot)

„Gesegnet sei, der die Erde durch seine Kraft macht und die Welt in seiner Weisheit errichtet.“ (aus der DJD-Ausgabe von James Sanders: 11 Q Psa 26:13-14).

Gesegnet sei, der die Erde durch seine Kraft macht. Dieser Vers befindet sich nicht in unseren kanonisierten Psalmen. Woher stammt er dann? Wir werfen einen Blick auf Menschen des Altertums, vor ca. 2000 Jahren, auf die Gemeinde Qumran an den Ufern des Toten Meeres im alten Israel. 1947 begann die Entdeckung der Schriftrollen vom Toten Meer. In diesen Rollen werden Psalmen wiedergegeben, die nicht in der Heiligen Schrift aufgezeichnet sind. Die Qumran-Essener kopierten ein Buch des Alten Testamentes auf eine Rolle aus Tierhaut oder Pergament und bewahrten diese zweieinhalb Jahrhunderte auf. Die so bis jetzt gefundenen Rollen enthalten 36 Kopien von Psalmen. Von denen sind mindestens 8 nicht in der Bibel kanonisiert. Einer dieser Psalmen ist „The Hymn to the Creator“ (siehe hier).

Wie wunderbar der Schreiber in diesem Psalm doch die Größe unseres Schöpfers beschreibt (maschinelle Übersetzung aus dem Englischen; Quelle hier):

9 Groß und heilig ist der Herr, der Heiligste für jede Generation.
9-10 Majestät geht ihm voraus, und ihm folgt das Rauschen vieler Wasser.
10-11 Gnade und Wahrheit umgeben seine Gegenwart; Wahrheit und Recht und Gerechtigkeit sind die Grundlage seines Throns.
11-12 Durch das Wissen seines Geistes trennte er das Licht von der tiefen Finsternis und begründete die Morgendämmerung.
12 Als all seine Engel es sahen, sangen sie laut, denn er zeigte ihnen, was sie nicht gewusst hatten:
13 Krönte die Hügel mit Früchten, gute Nahrung für jedes Lebewesen.
13-14 Gesegnet sei, der die Erde durch seine Kraft macht und die Welt in seiner Weisheit errichtet.
14-15 Durch seinen Verstand breitete er die Himmel aus und brachte [Wind] aus seinen Lagerhäusern hervor.
15 Er machte [Blitze für den Regen] und ließ Nebel [vom] Ende [der Erde] aufsteigen.

Ich lerne, die Bibel ist kein `abgeschlossenes Werk´ Heiliger Schriften. Viele Schriften sind in der Bibel nicht vorhanden (1. Nephi 13:40), aber archäologische Funde bringen immer weitere Heilige Schrift zutage. Nicht alleine das, auch offenbart der Herr heute noch seinen berufenen Aposteln und Propheten weitere `Geheimnisse Gottes´ unsere Tage betreffend (Amos 3:7; lies auch gerne hier).

Was weist du über die `Qumranrollen´?

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Freitag, 19. August 2022

Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer

 

(Bild: Quelle)

Gott schaut hernieder vom Himmel aus nach den Menschenkindern, um zu sehn, ob da sei ein Verständiger, einer, der nach Gott fragt. 4  Doch alle sind sie abgefallen, insgesamt entartet; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.“ (Psalmen 53:3-4).

Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer. Bei diesem Psalm handelt es sich um ein Lehrgedicht, eine Unterweisung Davids bezüglich der Torheit der Gottesleugner. Schon im Psalm 14 spricht David, wie in diesem Psalm 53, von Toren – in diesem Kontext wohl ein in Glaubensfragen schwacher, irrender Mensch; ein Ungläubiger, ein Gotteslästerer – die behaupten, dass es keinen Gott gäbe, deren Tun verderbt und abscheulich ist. Beide Psalmen haben denselben Inhalt. Warum diese Duplizität?

Wenn etwas wiederholt wird, dann muss es sich wohl um einen wichtigen Grundsatz handeln. Zum zweiten Mal wird uns hier fast mit den gleichen Worten die Verderbtheit des Menschen vor Augen gehalten. Einerseits kann mir das den Mut nehmen, mich überhaupt anzustrengen, Glauben an Gott auszuüben, es gibt ja sowieso niemanden, nicht einen, der Gutes tut. Welchen Sinn hätten dann meine Anstrengungen. In diesen Fällen hat der Herr es zugelassen, dass Menschen sich ausrotteten, bzw. umkommen (beispielhaft 1. Mose 6:17). Danach hatten Nachfolgende wieder die Chance sich für das Gute zu entscheiden, was ihnen ansonsten unmöglich gewesen wäre, da es nur noch das Böse gegeben hätte. Oder der Herr hat die Rechtschaffenen von der Erde in seine Gegenwart aufgehoben, sodass sie dem Schlechten nicht mehr ausgesetzt waren (Henoch und sein Volk; Köstliche Perle Mose 7:21,69). Ich lerne, `Gott schaut auf uns Menschenkinder´, ob es jemanden gibt, der verständig ist und nach ihm fragt. Ich brauche mir von Satan keine Bange machen zu lassen!

An welche Zeiten auf Erden denkst du, in denen es tatsächlich niemanden gab, der Gutes tat, auch nicht einen?

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Du hältst mich fest bei meiner rechten Hand

 

Illustration of Psalm 27, Utrecht Psalter, 9th century
(Bild: Quelle)

Doch nein, ich bleibe stets mit dir verbunden, du hältst mich fest bei meiner rechten Hand; 24  du leitest mich nach deinem Ratschluß und nimmst mich endlich auf in die Herrlichkeit**).“ (Psalmen 73:23-24).

Du hältst mich fest bei meiner rechten Hand. Dies ist ein Psalm, der Asaph (auch Asaf) zugeschrieben wird, einem Levit aus dem Geschlecht Gerschom. Er war der Stammvater einer Gilde der Tempelmusiker (1. Chronik 15:19). Dieser Psalm 73 eröffnet das dritte Buch von fünf Büchern der Psalmen. Die ersten beiden Bücher beginnen damit, zwei Arten der Lebensführung zu erklären: gottesfürchtig und gottlos. Das dritte Buch beginnt mit der Gegenüberstellung von zwei Lebenszielen: die Welt gewinnen oder das wahre Leben gewinnen. Auch hier grübelt der Autor wieder, warum es den Bösen gut geht, und ist neidisch auf deren Erfolg und fast geneigt, es ihnen gleichzutun. (Psalmen 73:3–9).

Nun stellt sich die Frage, warum der Psalmist davon spricht, dass der Herr ihn `fest bei seiner rechten Hand´ hält. Ähnliches finden wir in vielen Passagen der Psalmen (beispielhaft Psalm 139:10). Der heute oben zitierte Vers beschreibt in ähnlicher Weise den Psalmisten, der nach Einsicht seiner Torheit dem Herrn in einen heiligen Raum folgt, während er die Hand des Herrn ergreift: „aber ich bin doch beständig bei dir, du hast meine Rechte ergriffen. 24 Du leitest mich nach deinem Ratschluss, danach nimmst du mich auf in Herrlichkeit“. (Einheitsübersetzung). Gelehrte sind der Auffassung, dass dieser göttliche Händedruck ein altes Tempelritual gewesen sein könnte, bei dem ein Tempelpriester als Stellvertreter des Herrn auftrat. Wenn jemand in die Herrlichkeit Gottes aufgenommen werden soll, wird dieser durch einen geteilten Schleier in das Heiligste eintreten. Dies geschieht in dem der Herr dessen rechte Hand ergreift und ihn zu sich empor zieht, wie in der `Illustration of Psalm 27´ des Utrecht Psalter (siehe Bild oben) dargestellt. Ich lerne, eine ähnliche Situation gibt es auch in unseren heutigen Tempeln. In dieser Geste drückt sich die unendlich große Liebe unseres Retters uns gegenüber aus, der sich nichts sehnlicher wünscht, als uns wieder in seiner Gegenwart zu haben, so wie sich Eltern freuen, wenn sie ihr geliebtes Kind nach sehr langer Zeit der Trennung wieder in ihre Arme schließen können.

Was hat es deiner Meinung nach bei einer Begrüßung mit dem Geben der rechten Hand auf sich?

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Donnerstag, 18. August 2022

Lobsinget der Ehre seines Namens

 

Singet dem Herrn ein neues Lied
(Bild: Quelle; Screenshot)

Lobsinget der Ehre seines Namens, macht seinen Lobpreis herrlich! 3  Sprechet zu Gott: „Wie wunderbar ist dein Walten! „Ob der Fülle deiner Macht huldigen dir sogar deine Feinde. 4  „Alle Lande müssen vor dir sich niederwerfen und dir lobsingen, „lobsingen deinem Namen!” Sela.“ (Psalmen 66:2-4).

Lobsinget der Ehre seines Namens. In diesem Psalm 66 ruft der Schreiber zum Lobpreis für Gottes Taten auf.

Ich denke, vielen ist in den Psalmen ein spezieller Begriff immer wieder begegnet, und sie werden sich gefragt haben, was es damit auf sich haben mag. Der Begriff lautet `Sela‘. Gelehrte sind sich nicht einig, was dieser Begriff bedeuten soll. Das New American Standard Hebrew Lexicon definiert das hebräische Wort (סֶֽלָה) als “to lift up; exalt.” (aufheben, erheben; erhöhen). Einige Wissenschaftler meinen, dass es sich, nachdem es hauptsächlich in den Psalmen benutzt wird, um eine `musikalische Notation‘ handeln könnte – das grafische Festhalten von musikalischen Parametern wie Tonhöhe, -dauer und -lautstärke in einer dazu entwickelten, im Wesentlichen aus Noten bestehenden Notenschrift. Wo dieser Begriff vorkommt, steht zu Beginn eines solchen Psalms jeweils der Hinweis: „Dem Musikmeister“. Andere meinen, es handele sich um ein Pausenzeichen – der Gesang wird unterbrochen und die Instrumente spielen weiter. In der frühesten griechischen Bibelübersetzung, der Septuaginta, wird er als `Unterbrechung‘ übersetzt (siehe hier). Ich lerne, die Psalmen wurden von den Israeliten meist von Musikinstrumenten begleitet gesungen. Warum gibt es dazu heute also nicht die Noten? Wohl, weil uns diese Musikart heute nicht in der Weise ansprechen würde, wie in der damaligen Zeit. So lesen wir die Psalmen heute überwiegend ohne musikalische Begleitung. Sehr wohl gibt es dennoch auch heute von Komponisten vertonte Psalmen, wie z. B. J. S. Bachs doppelchörige Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“ (Psalm 149 und 150; siehe auch hier).

Welche Deutung des Begriffes `Sela‘ ist dir bekannt?

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Mittwoch, 17. August 2022

Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerbrochner Geist

 

David mit Bathseba und ihrem Kind
(Bild: Quelle)

„Wer darf hinaufgehn zum Berge des Herrn, wer stehen an seiner heiligen Stätte?“ (Psalmen 24:3).

Wer darf hinaufgehn zum Berge des Herrn? Stellt sich zunächst die Frage, was ist mit dem `Berg des Herrn´ gemeint? Jesaja gibt uns eine Antwort: „Kommt, laßt uns zum Berge des HErrn hinaufziehen, zum Hause des Gottes Jakobs, …“. Der `Berg des Herrn´ ist im alten Testament also eine Bezeichnung für das `Haus Gottes´, das `Haus des Herrn´, den `Tempel´. Bevor es ein festes Bauwerk des Herrn gab, den Tempel zu Jerusalem, gab es eine mobile Version, die `Stiftshütte´ (Exodus 25). Ein Bestandteil war das `Allerheiligste´. Es durfte nur einmal jährlich vom Hohepriester betreten werden. Dort offenbarte sich ihm dann der Herr. Bevor Mose von seinen Priestern die Stiftshütte nach Bauanleitung des Herrn bauen ließ, erschien Gott seinen Propheten auf dem `Berg´ (beispielhaft: Exodus 19:20). So sagen gläubige Mitglieder der Kirche des Herrn oft auch heute noch, dass sie `zum Berg des Herrn gehen´, wenn sie in das `Haus des Herrn, heilig dem Herrn´, den `Tempel´ gehen.

Als Nächstes stellt sich die Frage aus dem obigen Vers: „Wer darf hinaufgehn zum Berge des Herrn, wer stehen an seiner heiligen Stätte?“ Der nächste Vers des Psalmes gibt uns eine Andeutung: „Wer schuldlos ist an Händen und reinen Herzens, wer nie den Sinn auf Täuschung richtet, und wer nicht betrügerisch schwört:“ (Psalmen 24:4). Der derzeitige lebende Prophet und Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Russel M. Nelson, hat diesen Vorgang so formuliert: „Alle Bedingungen für das Betreten des Tempels haben etwas mit der eigenen Heiligkeit zu tun. Um die entsprechende Tauglichkeit zu beurteilen, werden mit jedem, der die Segnungen des Tempels genießen möchte, zwei Interviews geführt: das erste mit einem Bischof, einem Ratgeber des Bischofs oder einem Zweigpräsidenten, das zweite mit einem Pfahl- oder Missionspräsidenten oder einem seiner Ratgeber. Bei diesen Interviews werden einem mehrere Fragen gestellt.“ (siehe hier). Anschließend spricht er über die Punkte, die erfüllt sein müssen, um den `Berg´ besteigen zu dürfen. Ich lerne, damals, wie heute, müssen bestimmte Anforderungen, von demjenigen, der das `Haus des Herrn´ betreten möchte, erfüllt werden. Ich bin von tiefstem Herzen dankbar, dass wir in einer Zeit leben dürfen, in der jedem Menschen, der sich mit ganzem Herzen bemüht, entsprechend zu leben, die Möglichkeit gegeben wird, im Haus des Herrn Belehrungen zu empfangen, die ihm helfen werden, in die Gegenwart des Herrn zurückkehren zu können, wenn er nach ihnen lebt.

Was stellst du dir darunter vor, zum Berg des Herrn zu gehen?

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Dienstag, 16. August 2022

Mein Mund soll volle Weisheit reden

 

(Bild: Quelle)

Mein Mund soll volle Weisheit reden,und meines Herzens Sinnen soll höchste Einsicht sein:“ (Psalmen 49:4).

Mein Mund soll volle Weisheit reden. In der Einheitsübersetzung lautet der Vers für unser Verständnis etwas geschmeidiger: „Mein Mund spreche weise Worte; was mein Herz ersinnt, sei voller Einsicht.“ (Psalm 49:4). Fast die Hälfte der 150 uns übermittelten Psalmen stammen von David. Es handelt sich dabei um Gedichte oder Lieder, die beim Tempeldienst gesungen oder vorgetragen wurden. Der, dessen Verse wir heute betrachten, stammt von den Söhnen Korahs (auch Korach geschrieben). Mitglieder der Großfamilie Korahs „… hatten als Wächter den Dienst an den Schwellen des Zeltes zu besorgen. Ihre Väter waren im Lager des HERRN Wächter am Eingang gewesen.“ (1. Chronik 9:19; `Schwellenhüter´ in der Schlachter Übersetzung).

In diesem Psalm beschreibt der Dichter mit weisen und verständigen Worten die Vergänglichkeit des Menschen. Doch in Gott liegt die Erlösung. So gibt er uns folgenden weisen Rat: „Drum rege dich nicht auf, wenn jemand reich wird, wenn seines Hauses Herrlichkeit sich mehrt; 18  denn im Tode nimmt er das alles nicht mit: seine Herrlichkeit fährt nicht mit ihm hinab.“ (Psalmen 49:17-18). Wie schnell bin ich doch auf jemanden neidisch, dem alles Gute in den Schoß fällt, obwohl er dafür meinem Erachten nach nichts getan hat. Mir, der sich abrackert, geht es nicht so gut. Da fällt mir doch aber sofort das Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus ein (Lukas 16:18-31). Und schon `rege ich mich nicht mehr auf´! Viel lieber bin ich dann doch auf Erden eher der `arme Lazarus´, aber dafür darf ich mich nach meinem Tod im `Schoße Abrahams´ wiederfinden, anstatt im `Hades´ qualvolle geistige Schmerzen erleiden zu müssen. Ich lerne, besser in diesem irdischen Dasein Beschwernisse erdulden, als mich in alle Ewigkeit zu grämen, auf Erden auf nichts verzichtet haben zu wollen. Wie heißt es doch in einem bekannten Sprichwort: „Das letzte Hemd hat keine Taschen“. Geistigen Reichtum hingegen, den kann ich mitnehmen. Aber auch die Anregung, dass mein Mund weise Worte sprechen soll, die mein Herz zuvor voller Einsicht ersonnen hat, ist eine starke Aufforderung für mich. Wie heißt es in dem Kontext so schön: „Vor Inbetriebnahme des Mundwerks bitte Gehirn einschalten."

Wie hältst du das mit dem Mundwerk und dem Gehirn?

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Samstag, 13. August 2022

Wer darf hinaufgehn zum Berge des Herrn?

 

Mose am Berg des Herrn
(Bild: Quelle)

Wer darf hinaufgehn zum Berge des Herrn, wer stehen an seiner heiligen Stätte?“ (Psalmen 24:3).

Wer darf hinaufgehn zum Berge des Herrn? Stellt sich zunächst die Frage, was ist mit dem `Berg des Herrn´ gemeint? Jesaja gibt uns eine Antwort: „Kommt, laßt uns zum Berge des HErrn hinaufziehen, zum Hause des Gottes Jakobs, …“. Der `Berg des Herrn´ ist im alten Testament also eine Bezeichnung für das `Haus Gottes´, das `Haus des Herrn´, den `Tempel´. Bevor es ein festes Bauwerk des Herrn gab, den Tempel zu Jerusalem, gab es eine mobile Version, die `Stiftshütte´ (Exodus 25). Ein Bestandteil war das `Allerheiligste´. Es durfte nur einmal jährlich vom Hohepriester betreten werden. Dort offenbarte sich ihm dann der Herr. Bevor Mose von seinen Priestern die Stiftshütte nach Bauanleitung des Herrn bauen ließ, erschien Gott seinen Propheten auf dem `Berg´ (beispielhaft: Exodus 19:20). So sagen gläubige Mitglieder der Kirche des Herrn auch heute noch, dass sie `zum Berg des Herrn gehen´, wenn sie in das `Haus des Herrn, heilig dem Herrn´, den `Tempel´ gehen.

Als Nächstes stellt sich die Frage aus dem obigen Vers: „Wer darf hinaufgehn zum Berge des Herrn, wer stehen an seiner heiligen Stätte?“ Der nächste Vers des Psalmes gibt uns eine Andeutung: „Wer schuldlos ist an Händen und reinen Herzens, wer nie den Sinn auf Täuschung richtet, und wer nicht betrügerisch schwört:“ (Psalmen 24:4). Der derzeitige lebende Prophet und Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Russel M. Nelson, hat diesen Vorgang so formuliert: „Alle Bedingungen für das Betreten des Tempels haben etwas mit der eigenen Heiligkeit zu tun. Um die entsprechende Tauglichkeit zu beurteilen, werden mit jedem, der die Segnungen des Tempels genießen möchte, zwei Interviews geführt: das erste mit einem Bischof, einem Ratgeber des Bischofs oder einem Zweigpräsidenten, das zweite mit einem Pfahl- oder Missionspräsidenten oder einem seiner Ratgeber. Bei diesen Interviews werden einem mehrere Fragen gestellt.“ Anschließend spricht er über die Punkte, die erfüllt sein müssen, um den `Berg´ besteigen zu dürfen (siehe hier). Ich lerne, damals, wie heute, müssen bestimmte Anforderungen, von demjenigen, der das `Haus des Herrn´ betreten möchte, erfüllt werden. Ich bin von tiefstem Herzen dankbar, dass wir in einer Zeit leben dürfen, in der jedem Menschen, der sich mit ganzem Herzen bemüht, entsprechend zu leben, die Möglichkeit gegeben wird, im Haus des Herrn Belehrungen zu empfangen, die ihm helfen werden, in seine Gegenwart zurückkehren zu können, wenn er nach ihnen lebt.

Was stellst du dir darunter vor, zum Berg des Herrn zu gehen?

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Freitag, 12. August 2022

Der HErr ist mein Hirt: mir mangelt nichts

 

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Der HErr ist mein Hirt: mir mangelt nichts. 2  Auf grünen Auen läßt er mich lagern, zum Ruhplatz am Bache führt er mich.***) 3  Er erquickt meine Seele; er leitet mich auf rechten Pfaden um seines Namens willen. (Psalmen 23:1-3).

Der HErr ist mein Hirt: mir mangelt nichts. Dies ist wohl der bekannteste der 150 Psalmen, in ihm werden wir als Schafe bezeichnet. Seine Bilder wurzeln in der altorientalischen Viehzüchtergesellschaft – war doch David, der diesen Psalm verfasste, ein Hirtenjunge (Psalm 78_70-72). Welch eine Zusage, wir werden keinen Mangel leiden. Wie unendlich groß die Güte und Fürsorge, die der Herr uns da zusagt, und wie wunderbar die Aussicht, auf grünen Auen lagern zu dürfen. Die orientalischen Landschaften bestanden nur aus inselartigen Weideflächen. War eine Fläche abgeweidet, musste die Herde auf die nächste `grüne Au´ geführt werden. Die Wege zwischen den einzelnen grünen Auen waren meist gefährlich. Da kommt der nächste Vers ins Spiel: „Müßt’ ich auch wandern in finsterm Tal: ich fürchte kein Unglück, denn du bist bei mir: dein Hirtenstab und dein Stecken, die sind mein Trost.“ (Psalmen 23:4). Hier kommt die Qualität unseres Hirten, Jesus Christus, zum Tragen. Auf der Wanderung durch das Tal unseres Erdendaseins führt er uns mit seinem Hirtenstab (nach meiner Interpretation durch seine Propheten) und seinem Stecken (nach meiner Interpretation durch sein Evangelium).

Jetzt wechselt der Psalmist das Bild von einem `guten Hirten´ zu einem `vornehmen Gastgeber´, der den Tisch vor unseren Feinden reichlich deckt, und uns sogar in der Weise ehrt, dass er unser Haupt mit Öl salbt. Dabei kommen mir die Salbung und der reichlich mit `geistigen Gaben´ gedeckte Tisch im Tempel in den Sinn (Psalmen 23:5). Im Vers 6 geht der Psalmist wohl nicht davon aus, dass wir dieses Leben ohne Leid durchwandern werden (siehe Vers 4). Ich verstehe es eher in der Weise, dass alles, was uns im Leben begegnet, unserer Entwicklung hin zu ewigem Leben, `einer langen Reihe von Tagen´, in der Gegenwart unseres `guten Hirten und Gastgebers´ dienen soll (und ist das nicht `Gutes´ und `Gnade´?). Ich lerne, wie unendlich ist doch die Liebe unseres `guten Hirten´, uns, seinen Schafen (Kindern) gegenüber, dass er dies alles für uns bereitet, damit wir nach unserer Wanderung in `finsterm Tal´, wieder in unsere himmlische Heimat zurückkehren können (Köstliche Perle Mose 1:39). Ich werde perfekt betreut von einem, dem ich voll vertrauen kann, von dem, der alles erschaffen hat, und der alles weiß, der sein Leben für seine Schafe hingibt (Johannes 10:11)!

Wie hat dein `Hirte´ dich schon durch `finsteres Tal´ geleitet?

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Donnerstag, 11. August 2022

Wenn ich anschau’ deinen Himmel, das Werk deiner Finger

 

Gigantisches schwarzes Loch
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Wenn ich anschau’ deinen Himmel, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du hergerichtet: — 5  was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, und der Menschensohn, daß du ihn beachtest?! (Hebr. 2,6—9)“ (Psalmen 8:4-5).

Wenn ich anschau’ deinen Himmel, das Werk deiner Finger. Vor Jahrzehnten, in meiner Jugend, konnte ich nachts über mir den wunderbaren Sternenhimmel sehen. Als mein Vater gestorben war, sagte mir Mutti, dass einer davon Vati sei und auf uns herniederblicken und behüten würde. Ein schöner Gedanke war das. Heute, nachdem die Menschheit das All erkundet, sehen wir unwahrscheinliche Bilder unzähliger Planeten, Sterne, und mittendrin einen runden dunklen Fleck, ein schwarzes Nichts, von Licht umkreist, das in ihm verschluckt wird. Wir können es nicht begreifen, sehen staunend hin und denken: „Wenn ich anschau’ deinen Himmel, das Werk deiner Finger, …“.

Und dann kommt mir der Mensch in den Sinn, all das, wozu er schon imstande ist, das allerdings nichts ist im Vergleich zu dem, der alles erschaffen hat. Ich denke an mich und meine unbeschreibbare Unwissenheit, „was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, und der Menschensohn, daß du ihn beachtest?!“ Dann werde ich daran erinnert, „Und doch hast du ihn nur wenig hinter die Gottheit**) gestellt, mit Herrlichkeit und Hoheit ihn gekrönt; 7  du hast ihm die Herrschaft verliehn über deiner Hände Werke, ja alles ihm unter die Füße gelegt:“ (Psalmen 8:6-9). Und da wird mir bewusst, wie sorglos wir Menschen heute mit dieser uns verliehenen Verantwortung umgehen: Lichtverschmutzung, unverantwortliche Ausbeutung der Erdschätze, Luftverschmutzung, Vermüllung der Erde und der Gewässer, Umgang der Menschheit miteinander … . Die Erde stöhnt unter uns: „Die Erde ist verwundbar, und wir sind Gott gegenüber dafür verantwortlich, wie wir sie behandeln und nutzen. Übermäßiger Konsum verunreinigt Gottes Meere, sträfliche Vergeudung färbt seine Luft schwarz. Die Schöpfung stöhnt unter der Last der Rücksichtslosigkeit und der Nachlässigkeit, die sich aus der armen Erde so wenig macht wie aus den Armen der Erde. Gott erwartet von uns, dass wir uns um seine glorreichen Schöpfungen kümmern, zu der auch alle seine Kinder zählen.“ (Quelle: „Die Schöpfung ehren heißt den Schöpfer ehren“). Ich lerne, ich muss staunend die Schöpfung bewundern, und mir der Verantwortung bewusst werden, die der Herr vertrauensvoll in unserer Menschenhände gelegt hat, ich muss mit aller Kraft in meinem Mikrokosmos dafür sorgen, dass uns diese Welt, die der Herr für uns geschaffen hat, erhalten bleibt, bis sie ihre Aufgabe erfüllt hat (Lehre und Bündnisse 88:19). Ich muss mir ständig vor Augen halten, was König David um die 1000 v. Chr. im Psalm 8 beschrieben hat: `Wenn ich anschau’ deinen Himmel, das Werk deiner Finger´.

Welchen Beitrag leistest du im Zusammenhang mit der Übertragung der Verantwortung für Gottes Schöpfung?

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Mittwoch, 10. August 2022

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

 

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Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Matth. 27,46; Mark. 15,34).Ach, fern von meiner Rettung bleiben die Worte meiner Klage!“ (Psalmen 22:2).

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Wem kommen diese Worte, die in dem zweiundzwanzigsten Psalm, um die 1000 v. Chr. von König David gesprochen wurden, nicht total bekannt vor? Wird hier nicht schon die messianische Botschaft spezifisch, bis hin zu den Worten, die der Herr am Ende seines Lebens aussprechen wird, vorhergesagt?

Diese Worte führen uns zum Tiefpunkt des Lebens Jesu, dem Tiefpunkt seiner Erfahrungen. In diesem Lebensabschnitt lastete das Gewicht der Sünde und der Schmerzen der gesamten Menschheit auf ihm. Im Matthäus 27:46 lesen wir: „Um die neunte Stunde aber rief Jesus mit lauter Stimme aus: „Eli, Eli, lema sabachthani?”, das heißt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?” (Ps. 22,2). Ich lerne, schon eintausend Jahre vor dem Eintreten, wurde wortwörtlich wiedergegeben, was der Herr in seinen letzten Minuten, bevor er sein Leben aus freien Stücken selber am Kreuz für uns Sünder hingeben würde, sagen würde. Ja, die messianische Botschaft in diesem Psalm geht noch weiter: „Doch ich bin ein Wurm**) und kein Mensch mehr, bin der Leute Hohn und verachtet vom Volk; 8  alle, die mich sehen, spotten mein (vgl. Matth. 27,39—43), reißen den Mund auf, schütteln den Kopf: 9  „Er werf’s auf den HErrn: der möge ihn befreien, „der möge ihn retten: er hat ja Wohlgefallen an ihm!” (vergleiche Matthäus 27:42-43). Was lese ich im Psalm 22:17? „… sie haben mir Hände und Füße durchbohrt.“ Dass dies eingetreten ist, wird uns in Johannes 19:37 und Lukas 24:39-40 bestätigt. Und was wird im Psalm 22:19 vorhergesagt? „Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand (Matth. 27,35; Joh. 19,24)“. Die Erfüllung kennen wir auch. Sie wird in den beiden Klammerschriftstellen bestätigt. Sogar die letzten Worte in seinem irdischen Körper werden uns im Psalm 31:6 vorhergesagt, „In deine Hand befehl’ ich meinen Geist ...“. Die Erfüllung finde ich in Lukas 23:46.

Inwiefern stärken diese Aussagen im Psalm 22 dein Zeugnis vom Evangelium von Jesus Christus?

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Dienstag, 9. August 2022

Lasst mich kundtun den Ratschluß des Herrn!

 

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"Laßt mich kundtun den Ratschluß des HErrn! Er hat zu mir gesagt: "Mein Sohn bist du; "ich selbst habe heute dich gezeugt (Apg. 13,33; Hebr. 1,5; 5,5)" (Psalm 2:7).

Lasst mich kundtun den Ratschluß des Herrn! Auf wen bezieht sich dieser zweite Psalm, wie übrigens viele weitere? Das Wirken des Barnabas und des Paulus in Antiochia gibt uns Antwort auf diese Frage. Als die Lesung in der Synagoge beendet war, baten die Synagogenvorsteher die beiden ein Trostwort an das Volk zu richten. Paulus sprach dann über den Nachkommen Davids, und sagte u. a.: „Und wir bringen euch die das Heil verkündende Botschaft, daß Gott die Verheißung, die unsern Vätern einst zuteil geworden ist, 33  für uns, die Nachkommen jener, durch die Auferweckung Jesu zur Erfüllung gebracht hat, wie ja auch im zweiten Psalm geschrieben steht (Ps. 2,7): ‘Du bist mein Sohn, ich habe dich heute gezeugt.’“ (Apostelgechichte 13:32-33).

Hier im zweiten Psalm wird das Kommen des Herrn der Erde (Psalmen 2:6-8) angekündigt. Gott hat den Menschen des Alten Testamentes also das Kommen seines `Einziggezeugten im Fleische´ kundgetan. Er hat dort auch vorhergesagt, dass sich die irdischen Herrscher gegen den Herrn und seinen `Gesalbten´ zusammenrotten würden (Psalmen 2:2). Wohl um die 1000 v. Chr. (die Zeit König Davids) ließ der Herr die Menschen wissen, dass es eines Tages Fürsten geben würde, die Christus beseitigen wollten. So lesen wir die Erfüllung in Apostelgeschichte 4:24-28, wo uns mitgeteilt wird, dass sich „Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Volksscharen (oder: Stämmen) Israels zusammengetan, …“ haben, um gegen Christus vorzugehen. Ich lerne, der Herr hat in keiner Evangeliumszeit die Menschen über seine Vorhaben in Unwissenheit gelassen und dadurch auch zukünftige Generationen gelehrt, wie man sich zu verhalten hat, um nicht den Zorn seines Sohnes erfahren zu müssen (nämlich die Trennung von ihm). Ich tue gut daran, dem Sohn Gottes in Ehrfurcht zu dienen, und ihm zu huldigen (Psalmen 2:11-12). Immer mehr erkenne ich, wie wertvoll auch das Alte Testament für uns in heutiger Zeit ist.

Welchen Wert hat das Alte Testament für dich?

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Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen und nicht tritt auf den Weg der Sünder

 

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Wohl dem*), der nicht wandelt im Rat (= nach den Lehren) der Gottlosen und nicht tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt im Kreise der Spötter, 2  vielmehr Gefallen hat am Gesetz des Herrn und sinnt über sein Gesetz bei Tag und bei Nacht!“ (Psalmen 1:1-2).

Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen und nicht tritt auf den Weg der Sünder. In der Einheitsübersetzung heißt es so: Selig der Mann, .... Mit „Wohl dem …“ ist gemeint, dass derjenige selig, oder glücklich zu preisen ist, dem das Gesetz des Herrn gefällt, und der darüber Tag und Nacht nachdenkt, um es in seinem Leben auch richtig anzuwenden. Dies ist also der erste Vers der 150 Psalmen, die, wie die Bücher des Mose, eines der bedeutendsten Bücher der Heiligen Schrift, sowie der gesamten Weltliteratur, darstellen. Sie sind eine einzigartige Sammlung geistlicher Lobgesänge, die ursprünglich mit Musikbegleitung gesungen wurden.

Dieser erste Vers lässt uns gleich eine Verbindung zu den Seligpreisungen Jesu im Neuen Testament herstellen, die alle mit „Selig, …“ beginnen (Matthäus 5:3-11). Wer ist nicht `glücklich zu preisen´, wenn nicht derjenige, der `rein im Herzen´ ist? Von ihm sagt der Herr, dass er `Gott schauen wird´. Ich lerne, ich darf nicht denken, dass mit dem ersten Vers in den Psalmen, nur die Israeliten angesprochen sind. Sie haben doch immer wieder dem Herrn ihren Rücken zugekehrt, sind somit gottlos geworden, sind auf dem Weg der Sünder gegangen, haben im Kreis der Spötter gesessen, hatten kein Gefallen am Gesetz! Das kann für mich heute nicht bestimmt sein? Werde ich heute nicht vierundzwanzig Stunden am Tag in den sozialen Medien mit `dem Rat der `Gottlosen´ konfrontiert? Stehe ich nicht Ideologen gegenüber, die Religion und biblische Werte verachten? Lebe ich nicht in der Zeit des Traumes Lehis, in der mit den Fingern derjenigen in dem großen und geräumigen Gebäude spöttisch auf mich gezeigt wird (1. Nephi 8:26-27)? Das ist doch die Luft, die ich atme. Und wie stelle ich es an, mich da rauszuhalten? Ich muss `Gefallen am Gesetz des Herrn finden, und ständig darüber nachsinnen´! Als das größte Geschenk betrachte ich die Gesetze Gottes. Sie sind keine lästige Einschränkung, sie zeigen mir, was ich tun muss, um `glücklich gepriesen werden zu können´, um `frei sein zu können´!

Wie vermeidest du es, dich im Kreise der Spötter wiederzufinden?

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Samstag, 6. August 2022

Der HErr stellte dann Hiobs Glücksstand wieder her

 

Ijob wird letztendlich doppelt gesegnet
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Der HErr stellte dann Hiobs Glücksstand wieder her, als er Fürbitte für seine Freunde eingelegt hatte; und der HErr vermehrte den ganzen Besitz Hiobs so, daß er doppelt so groß war als früher.“ (Ijob 42:10).

Der HErr stellte dann Hiobs Glücksstand wieder her. Nachdem der Herr mit Ijob gesprochen hatte, war Ijob klar geworden, dass er zu gering ist, um dem Herrn Antwort auf seine Fragen geben zu können (Ijob 40:4-5). Der Herr hat ihm vor Augen geführt, dass er alles auszuführen vermag, was er auszuführen gedenkt (Ijob 42:2). Die drei Freunde Ijobs wies der Herr auch noch zurecht: „Entbrannt ist mein Zorn gegen dich und gegen deine beiden Freunde; denn ihr habt nicht richtig (oder: aufrichtig) von mir geredet wie mein Knecht Hiob.“ Er trug ihnen auch noch auf, Ijob sieben junge Stiere und sieben Widder als Brandopfer (um das Wohlgefallen des Herrn wieder zu erlangen; Levitikus 1:3) zu bringen, was sie auch taten. Und Ijob legte für sie Fürbitte beim Herrn ein (Ijob 42:7-9).

Somit kommt die Geschichte für Iob zu einem guten Ende; Ende gut, alles gut. Sogar so gut, dass Ijobs vorhergehender Stand Verdoppelung in allem fand, außer seine Kinder, deren wurden außer den vorhergehenden zehn, weitere zehn hinzugegeben. Wie heißt es im Brief an die Römer doch: „Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken (oder: dienen), nämlich denen, welche nach seinem Vorsatz (oder: seiner Vorherbestimmung) berufen sind.“ (Römer 8:28). In dieser Begebenheit, die über Ijob geschrieben wurde, lerne ich also, dass ich, wenn ich in meinen Prüfungen, die Gott dem Satan über mich zulässt, und die mich nicht überfordern werden, im Glauben an ihn fest bleibe, alles gut ausgehen wird, der Herr mich überaus reichlich segnen wird. Außerdem lerne ich auch, mich bei Gott für meine Freund einzusetzen, auch wenn sie nicht 100 % zu mir standen.

Welche Lehren ziehst du aus der Ijobs-Geschichte?

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Freitag, 5. August 2022

Wird es dich verdrießen, wenn man ein Wort an dich zu richten wagt?

 

Diskussion zwischen Hiob und seinen Freunden über Hiobs Unglück
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Da hob Eliphas von Theman an und sagte: 2  „Wird es dich verdrießen, wenn man ein Wort an dich zu richten wagt? Doch wer vermöchte die Worte zurückzuhalten? 3  Hast du doch selbst vielen (Leidenden) Mut zugesprochen und erschlaffte Hände gestärkt; 4  manchen Wankenden haben deine Worte aufrecht gehalten, und niedersinkenden Knien hast du neue Kraft verliehen. 5  Nun aber, da die Reihe an dich gekommen, bist du verzagt; nun es dich selbst trifft, verlierst du den Halt!” (Ijob 4:1-5).

Wird es dich verdrießen, wenn man ein Wort an dich zu richten wagt? Nachdem Ijob gegenüber seinen drei Freunden seinen Frust abgelassen hat, nimmt sich einer der Freunde den Mut, ihm zu entgegnen. Und er bringt zum Ausdruck, was mich selber stark trifft. Sind andere von Leid betroffen, habe ich `gut Reden´, kann leicht zum Durchhalten ermuntern und darauf hinweisen, dass alles, was uns passiert, uns zum Guten gereichen wird. Bin ich aber selber von überaus starkem Leid betroffen, verliere auch ich allzu leicht den Boden unter den Füßen. Die Freunde versuchen nun klarzustellen, dass Leid auf schlechte Taten zurückzuführen sei, und Ijob doch in seinem Leben nach entsprechendem Fehlverhalten suchen solle. Ijob bekräftigt aber, dass er sich keiner Schuld bewusst ist, ebenso wenig hätten seine Söhne übertreten. Man könnte zur Auffassung kommen, dass Ijob hier selbstgerecht auftritt?

So kommt es, dass Ijob einen Prozess fordert, in dem er Gott anklagt, weil dieser ihn grundlos leiden lässt. Gleichzeitig will er ihn aber auch als seinen Anwalt wissen, da er davon ausgeht, dass er die Gerechten und Unschuldigen verteidigt. Daraufhin erscheint ihm Gott und weist seine Freunde zurecht. Ijob habe nicht gesündigt. Allerdings belehrt er Ijob, dass der Mensch, aufgrund seines ungenügenden Wissens Gott nicht anklagen kann: „Wo warst du, als ich die Erde baute? Sprich es aus, wenn du Einsicht besitzest (oder: Bescheid weißt)! 5  Wer hat ihre Maße bestimmt (oder: ihren Bauplan entworfen)? — du weißt es ja! — oder wer hat die Meßschnur über sie ausgespannt? 6  Worauf sind ihre Grundpfeiler eingesenkt worden, oder wer hat ihren Eckstein (= Grundstein) gelegt, 7  während die Morgensterne allesamt laut frohlockten und alle Gottessöhne (d. h. Engel) jauchzten?” (Ijob 38:4-7). Ich lerne, der Mensch kann Gottes Handeln niemals ganz verstehen. Von daher darf ich mir nicht anmaßen, ihm Vorhaltungen zu machen, oder seine Entscheidungen zu kritisieren. Wie Ijob muss ich eingestehen: „Ich habe anerkannt, daß du alles vermagst und kein Vorhaben (oder: Plan) dir unausführbar ist. 6 Darum bekenne ich mich schuldig und bereue in Staub und Asche.” (Ijob 42:2,6).

Wie hast du reagiert, als du meintest, der Herr habe dir ungerechtfertigt Schicksalsschläge zukommen lassen?

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Als nun die drei Freunde Hiobs von all diesem Unglück hörten

 

Hiobs körperliches Leiden
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Als nun die drei Freunde Hiobs von all diesem Unglück hörten, das ihn betroffen hatte, machten sie sich, ein jeder aus seinem Wohnort, auf den Weg, nämlich Eliphas aus Theman, Bildad aus Suah und Zophar aus Naama**), und zwar verabredeten sie sich, miteinander hinzugehen, um ihm ihr Beileid auszudrücken und ihn zu trösten.“ (Ijob 2:11).

Als nun die drei Freunde Hiobs von all diesem Unglück hörten. Was machen Freunde, wenn sie vom Unglück eines anderen hören? Sie kommen entweder, um Trost zu spenden, Hilfe anzubieten, oder `gute Ratschläge´ loszuwerden. So auch diese drei Freunde Ijobs. Die ersten beiden stammen aus Nachbarortschaften Hiobs, die Lage des dritten Ortes ist unbekannt. Aus der Ferne schon erkannten sie die Lage ihres Freundes und legten Trauer an. Als sie bei ihm waren, redete sieben Tage lang keiner ein Wort. Dies ist eine jüdische Tradition, Shiva (wörtlich sieben) genannt.

Nach dieser Zeit der gemeinsamen Trauer redet Ijob, und zu unserem Erstaunen verflucht er den Tag seiner Geburt. Wie ist das möglich, solche Worte aus dessen Mund, der kurz vorher seine Frau zurechtwies, als sie ihn aufforderte sich von Gott loszusagen: „Du redest, wie die erste beste Törin reden würde! Das Gute haben wir von Gott hingenommen und sollten das Schlimme nicht auch hinnehmen?” Bei allen diesen Heimsuchungen versündigte sich Hiob nicht mit seinen Lippen.“ (Ijob 2:10). Man kann sich wohl kaum vorstellen, welcher Pein Ijob ausgesetzt war. Alles verloren, und nun Schmerzen so groß, dass er sich sogar ritzte. Er war den Händen Satans ausgeliefert, außer dass er ihm das Leben nicht nehmen durfte. Aber das wäre ja wohl Erlösung gewesen, oder? Ich denke an die Umstände in denen sich Joseph Smith im Heiligen Hain befand, als er von Gott wissen wollte, welcher Kirche er sich anschließen solle. Er kniete an einer Stelle im Wald nieder, wo er ungestört war, wurde aber sofort von „… einer Macht gepackt, die mich gänzlich überwältigte und eine so erstaunliche Wirkung auf mich hatte, dass sie mir die Zunge lähmte und ich nicht sprechen konnte. Dichte Finsternis zog sich um mich zusammen, und ich hatte eine Zeit lang das Gefühl, als sei ich plötzlicher Vernichtung anheimgegeben.“ Diese finstere Macht war so groß, dass er meinte, sich der Vernichtung preisgeben zu müssen. Doch da kam die Rettung, der Vater und der Sohn erschienen ihm, er konnte seine Frage loswerden und bekam eine Antwort. (Joseph Smith Lebensgeschichte 1:15-19). Ijob war eben dieser finsteren Macht ausgeliefert und es ist verständlich, dass er den Wunsch aussprach, lieber nicht geboren worden zu sein. Ich lerne, man kann in eine Situation kommen, in der man sich wünschte lieber nicht geboren worden zu sein, da sie einem übermenschlich unerträglich erscheint. Dennoch ist Ijob mir ein riesiges Vorbild, denn er vertraute letztendlich trotz allem auf den Herrn und die `Erlösung durch ihn´ (Hiob 13:15-16 KJV). Sein Zeugnis war einfach riesig. Satan gelang es absolut nicht ihn von seiner Hingabe zu Gott abzubringen!

In welcher Situation warst du schon mal, von der du dachtest, dass sie deine Kräfte übersteigt?

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