Mittwoch, 31. Mai 2023

Ihr werdet alle in dieser Nacht an mir Anstoß nehmen

 

(Bild: Quelle)

Dabei (= unterwegs) sagte Jesus zu ihnen: „Ihr werdet alle in dieser Nacht an mir Anstoß nehmen (oder: irre werden); denn es steht geschrieben (Sach. 13,7): ‘Ich werde den Hirten niederschlagen, dann werden die Schafe der Herde sich zerstreuen.’” (Matthäus 26:31). 

In diesem Vers sagt Jesus zu seinen Jüngern, dass sie alle Anstoß an ihm nehmen werden, sich über ihn ärgern werden. Hier verwendet Jesus wohl den Ausdruck "sich ärgern", um anzudeuten, dass seine Jünger durch seine bevorstehende Gefangennahme, sein Leiden und seinen Tod verwirrt, enttäuscht oder verängstigt sein werden. 

Die Jünger hatten möglicherweise bestimmte Erwartungen an Jesus, zum Beispiel, dass er ein politischer Befreier oder der lang erwartete Messias sein würde. Die Tatsache, dass Jesus gefangen genommen und ans Kreuz geschlagen werden sollte, widersprach möglicherweise ihren Vorstellungen und führte zu Verwirrung und Enttäuschung. 

Jesus hat in der Nacht das letzte gemeinsame Mahl mit seinen Jüngern beendet und ist nun mit elf von ihnen auf dem Weg in den Garten Gethsemane. Warum nur mit elf? Judas hat das Mahl ja schon vorher verlassen, um Jesus bei den Hohenpriestern zu verraten. Der Weg vom letzten Abendmahl zum Garten Gethsemane ist ein bedeutender Teil der biblischen Erzählung über die Leidensgeschichte Jesu. Dieser Garten lag außerhalb der Stadtmauern von Jerusalem, östlich des Tempelbergs. 

Matthäus 26:31-35: In diesen Versen spricht Jesus zu seinen Jüngern und prophezeit ihnen, dass sie alle in dieser Nacht Anstoß an ihm nehmen werden. Er zitiert eine alttestamentliche Prophezeiung, die besagt: "Ich werde den Hirten erschlagen, dann werden sich die Schafe der Herde zerstreuen." (Matthäus 26:31). Nach meinem Verständnis spricht Jesus hier über das, was vor ihm liegt, den Druck der Sünden aller Menschen, die er im Garten Gethsemane auf sich nehmen wird, und sein Tod am Kreuz.  Petrus antwortet daraufhin und sagt, dass er selbst nie von Jesus abfallen würde, selbst wenn alle anderen es täten. Jesus erwidert ihm, dass Petrus noch vor dem Hahnenschrei dreimal verleugnen wird. Aber Petrus beharrt darauf, dass er selbst im Angesicht des Todes zu Jesus stehen wird. 

Johannes 13:31-35: In diesen Versen findet das letzte Abendmahl statt. Nachdem Judas den Raum verlassen hat, spricht Jesus zu seinen Jüngern und kündigt an, dass jetzt der Sohn des Menschen verherrlicht wird und Gott in ihm verherrlicht wird. Er fordert die Jünger auf, einander zu lieben, wie er sie geliebt hat. Jesus sagt, dass dies ein Zeichen für die Nachfolger Jesu sein wird, dass sie einander lieben. Er erklärt, dass die Liebe unter ihnen als seine Jünger ein Beweis für ihre Zugehörigkeit zu ihm sein wird. Jesus betont, dass Menschen sie an ihrer Liebe erkennen werden. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in Matthäus 26:31-35 Jesus die zukünftige Verleugnung durch seine Jünger vorhersagt, während Petrus behauptet, dies niemals zu tun. In Johannes 13:31-35 spricht Jesus über die Verherrlichung Gottes und fordert seine Jünger auf, einander zu lieben, was ein Zeichen ihrer Nachfolge und ihrer Zugehörigkeit zu ihm ist. 

Ich lerne 

aus Matthäus 26:31-35

  1. Demut und Selbsterkenntnis: Obwohl Petrus fest davon überzeugt war, dass er Jesus niemals verleugnen würde, offenbarte Jesus ihm, dass er es tatsächlich tun würde. Dies erinnert uns daran, dass wir demütig sein und uns unserer eigenen Schwächen bewusst sein sollten. Es ist wichtig, nicht übermütig zu sein oder uns selbst für unfehlbar zu halten. 
  2. Vergebung und Erneuerung: Obwohl Petrus Jesus verleugnete, war Jesus bereit, ihm zu vergeben und ihn zu erneuern. Dies zeigt uns die bedingungslose Liebe und Gnade Jesu. Wir können daraus lernen, dass wir, wenn wir Fehler machen oder versagen, die Vergebung Jesu suchen können und eine zweite Chance erhalten. 

Aus Johannes 13:31-35

  1. Liebe und Nächstenliebe: Jesus betonte die Bedeutung der Liebe unter seinen Jüngern. Er lehrte sie, einander so zu lieben, wie er sie geliebt hat. Dies erinnert uns daran, dass die Liebe und Nächstenliebe Grundprinzipien des Christentums sind. Wir sollten aktiv danach streben, einander bedingungslos zu lieben und füreinander da zu sein.
  2. Zeugnis für Christus: Jesus erklärte, dass die Liebe unter den Jüngern ein Zeichen dafür sein wird, dass sie seine Nachfolger sind. Unsere Liebe zu anderen und unser Umgang mit ihnen sollten ein Zeugnis für Christus und sein Evangelium sein. Durch unser liebevolles Verhalten können andere Menschen erkennen, dass wir zu Jesus gehören. 

Insgesamt lehren uns diese Passagen, dass Demut, Vergebung, Liebe und Nächstenliebe wichtige Elemente unseres christlichen Glaubens sind. Indem wir sie in unserem Leben praktizieren, können wir eine positive Auswirkung auf andere haben und das Evangelium Jesu Christi weitertragen. 

Welche Lehren ziehst du aus diesen Versen? 

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Dienstag, 30. Mai 2023

Ich bin es doch nicht etwa, Rabbi?

 

Links: Letztes Abendmahl; rechts: Sitzordnung
(Bild: Quelle; Quelle)

Der Menschensohn geht zwar dahin, wie über ihn in der Schrift steht; doch wehe dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Für diesen Menschen wäre es besser (oder: das Beste), er wäre nicht geboren!” 25 Da nahm Judas, der ihn verraten wollte, das Wort und fragte: „Ich bin es doch nicht etwa, Rabbi (= Meister)?” Er erwiderte ihm: „Doch du bist es*).” (Matthäus 26:24-25). 

Matthäus 26:17-30 enthält die Beschreibung des letzten Abendmahls, das Jesus mit seinen Jüngern vor seinem Leiden und seiner Kreuzigung einnahm (siehe auch Markus 14:12-25; Lukas 22:7-23; Johannes 13:1-30).  

Die Jünger kommen zu Jesus und fragen ihn, wo sie das Passahmahl vorbereiten sollen. Jesus gibt ihnen Anweisungen und schickt zwei Jünger in die Stadt, um einen bestimmten Mann zu treffen und ihm zu sagen, dass der Meister sagt, dass seine Zeit gekommen ist und er das Passahmahl mit seinen Jüngern in seinem Haus einnehmen möchte. 

Die Jünger tun, wie ihnen Jesus gesagt hat, und bereiten das Passahmahl vor. Als es Abend wird, setzt sich Jesus mit den Zwölfen zu Tisch, im oberen Raum eines wohlhabenden Hausbesitzers, der diesen einfach auf Aussage der vom Herrn beauftragten Jünger zur Verfügung stellte. Es fällt dabei auf, als die werdenden Eltern Jesu zu dessen Geburt eine Unterkunft suchten, es ` keinen Raum in der Herberge ´ für sie gab. Jetzt am Ende Seiner Mission, gab es einen großzügigen Raum in einem Obergemach. Ein hervorstechendes Merkmal dieses Raumes dürfte ein niedriger U-förmiger Tisch gewesen sein, Triklinium genannt (rechtes Bild). Die Personen lagerten um den Tisch herum. Sie stützten sich mit dem linken Arm auf die Kissenunterlage, sodass sie die rechte Hand freihatten, um das Essen einzunehmen, die Füße nach hinten. So lagen sie in einer Weise, dass jeder Gast sein Gesicht an die Brust seines linken Nachbarn lehnen konnte. Der Gastgeber saß nicht, wie auf den meisten Bildern des `Letzten Abendmahls´ dargestellt, in der Mitte, sondern an zweiter Stelle links, mit dem Ehrengast zu seiner Linken und einem vertrauten Freund zu seiner Rechten. Die wichtigen Gäste saßen jeweils links von ihm bis hin zum niedrigsten Gast auf der ganz rechten Seite.  

Aus den Schriften geht hervor, dass Jesus diese Sitzordnung übernommen hatte, er saß also nicht im Zentrum, sondern auf dem zweiten Platz von links. Aus Johannes 13:23-25 geht hervor, dass rechts neben Jesus, dem Gastgeber, dessen geliebter Jünger Johannes Platz genommen hatte, der sich an die Brust Jesu lehnte, um danach zu fragen, wer denn der Verräter wäre. Judas hatte seinen Platz nach Matthäus 26:23 demzufolge zur Linken von Jesus, den Ehrenplatz. Sowohl Jesus als auch Judas konnten so aus derselben Schüssel essen. Johannes 13:24 erklärt, dass Simon Petrus gegenüber Johannes auf der ganz rechten Seite seinen Platz hatte. Das bedeutet, dass Jesus dem jüngsten Apostel Johannes den Platz rechts neben sich zugeordnet hat, während Petrus, dem Hauptapostel, der Platz des Dieners zugedacht war. Wir erinnern uns, nach Lukas 22:24 gab es unter den Jüngern einen Streit, wer von ihnen der Größte sei, worauf Jesus folgendermaßen reagierte: “... der Größte unter euch muss wie der Jüngste sein und wer obenan sitzt, wie der Aufwartende. 27 Denn wer ist der Größere: der zu Tische sitzt oder der dabei bedient? Doch wohl der zu Tische Sitzende. Ich aber bin in eurer Mitte wie der Aufwartende.” (Lukas 22:26-27). 

Um Petrus und den anderen Jüngern die Wichtigkeit des `Führens durch Dienen´ zu verdeutlichen, wusch ihnen Jesus dann ihre Füße, auch die des Judas. Eigentlich wäre diese Aufgabe, der Sitzordnung entsprechend Petrus zugefallen, den der Herr rechts außen platziert hatte. Doch Jesus, der Gastgeber und der Größte von allen, übernahm diesen Dienst, was den energischen Protest des Petrus hervorrief (Johannes 13:6,8). Die Reaktion Jesu war, ihm zu erklären, dass es hierbei nicht um eine äußerliche Säuberung der Füße ging. Petrus wurde klar, es handelt sich um eine Verordnung, die notwendig war, um Anteil an Jesus zu haben. Damit lehrte der Herr Petrus, und natürlich uns allen, dass wir Seinem Beispiel folgen sollen (Johannes 13:14,16). 

Wenn wir die Sitzordnung weiter betrachten, zeigt sie uns, dass Jesus seinen Verräter, Judas, dennoch liebt. Er hat ihn auf der linken Seite der Tischanordnung, den Platz zu seiner Linken, den Ehrenplatz, zugewiesen. Es hat den Anschein, als wollte Jesus ihm dadurch einen weiteren Grund liefern, ihn nicht auszuliefern. Ein weiteres Zeichen der Ehre erweist Jesus ihm, indem er ein Stück Brot eintaucht und es ihm reicht. Doch Satan hatte Judas schon im Griff und Jesus sagte ihm, dass er das, was er vorhabe, schnell ausführen solle (Johannes 13:26-27). Als Judas dann das Mahl verließ, änderte sich die Stimmung des Abends. Jetzt lehrte Jesus einige der wichtigsten Lehren, die wir in den Schriften haben, Licht erfüllte die Düsternis im oberen Raum. 

Ich lerne, Jesus lehrt uns hier eine Lektion des `dienenden Führens´. Eine Lektion über wahre Liebe und Hingabe, selbst dem größten Sünder gegenüber, was für mich bedeutet, er liebt auch mich. Fußwaschung, damals eine unappetitliche Angelegenheit. Sie laufen barfuß oder mit Sandalen durch sandigen Boden und sind natürlich sehr verschmutzt. Diesen Dienst nun übernahm Jesus, der Größte von allen, an seinen Jüngern. Aber Petrus lernt, und damit auch ich, dass es sich dabei um eine heilige Verordnung handelt, ohne die wir keinen Anteil an Jesus haben können (siehe auch hier). Jesus hielt sich einerseits an das jüdische Gesetz (JSÜ Johannes 13:10), führte sie andererseits als heilige Handlung ein, die in Tempeln vollzogen werden, um mit Kraft ausgestattet zu werden, das Werk zu verrichten, zu dem wir berufen sind (Lehre und Bündnisse 88:138-141). Warum verriet Judas den Meister? Vielleicht, weil Satan seine Gedanken dahingehend lenkte, dass Jesus nicht gegen die Unterdrückung seines Volkes durch die Römer mit militärischer Macht vorgehen wird, nachdem er immer Liebe und Dienen predigte und sanftmütig handelte. Ich muss mich also vorsehen, was ich von anderen denke, und ständig fragen: Bin ich es etwa, Herr?

Welche Lehren ziehst du für dich aus diesen Versen? 

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Montag, 29. Mai 2023

Ihr wisst, dass übermorgen das Passah stattfindet; da wird der Menschensohn zur Kreuzigung überliefert

 

Die Salbung in Bethanien 
(Bild: Quelle)

Als nun Jesus alle diese Reden beendet hatte, sagte er zu seinen Jüngern: 2 „Ihr wißt, daß übermorgen das Passah stattfindet; da wird der Menschensohn zur Kreuzigung überliefert.” 3 ¶ Damals kamen die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes im Palaste des Hohenpriesters namens Kaiphas zusammen 4 und berieten sich in der Absicht, Jesus mit List festzunehmen und zu töten.”  (Matthäus 26:1-4; in der KJV Vers 3 werden außer Hohepriester und Älteste auch noch die Schriftgelehrten genannt). 

Matthäus 26:1-16 enthält die Ereignisse kurz vor der Gefangennahme und Kreuzigung Jesu (siehe auch Markus 14:1-11 und Lukas 22:1-6). In diesen Versen wird berichtet, dass Jesus seinen Jüngern sagte, dass in zwei Tagen das Passahfest (ein wichtiges jüdisches Fest zum Gedenken an den Auszug Israels aus ägyptischer Gefangenschaft) stattfinden würde, und dass er dann gekreuzigt werden würde. Die Hohenpriester, die Ältesten (respektierte und einflussreiche Männer, die in der jüdischen Gemeinschaft eine Führungsrolle einnahmen), und die Schriftgelehrten (verantwortlich, die religiösen Schriften zu studieren, zu interpretieren und das Gesetz den Menschen zu lehren) des Volkes kamen zusammen und planten, Jesus heimlich zu ergreifen und zu töten. 

In Betanien, im Haus Simons des Aussätzigen, wo Jesus zu Gast war, salbte eine Frau Jesus mit äußerst kostbarem Nardenöl (nicht zu verwechseln mit der Salbung durch Maria, der Schwester des Lazarus, Johannes 12:3). Die Jünger empörten sich darüber und meinten, das Öl hätte verkauft und das Geld den Armen gegeben werden sollen. Jesus verteidigte die Frau und sagte, dass sie ihn für seine bevorstehende Bestattung gesalbt habe und dass die Jünger immer die Armen bei sich haben würden, ihn jedoch nicht. 

Einer der zwölf Jünger, Judas Iskariot, ging zu den Hohenpriestern und bot ihnen an, Jesus für dreißig Silberstücke zu verraten (entspricht etwa dem Wert eines Sklavenpreises zur Zeit Jesu, eine relativ geringe Summe Geldes und deutete somit auf den geringen Wert hin, den die Hohenpriester Judas und seinem Verrat beimaßen). Die Hohenpriester willigten ein und suchten nach einer Gelegenheit, Jesus, ohne einen Aufruhr zu verursachen, festzunehmen. 

Am ersten Tag des ungesäuerten Brotes (der erste Tag des Passahfestes) kamen die Jünger zu Jesus und fragten, wo sie das Passahmahl vorbereiten sollten. Jesus schickte zwei Jünger in die Stadt und wies sie an, einem Mann zu folgen, der einen Wasserkrug tragen würde. Dieser Mann führte sie zu einem Haus, wo sie das Passahmahl vorbereiten konnten. 

Während des Mahls erklärte Jesus, dass einer von ihnen ihn verraten werde. Die Jünger waren bestürzt und fragten, ob sie es selbst seien. Jesus sagte, dass der Verräter mit ihm seine Hand in die Schüssel tauchen würde. Anschließend gab Jesus seinen Jüngern das Brot und sagte, es sei sein Leib, und reichte ihnen den Kelch mit Wein und sagte, es sei sein Blut des Bundes

Nach dem Mahl gingen Jesus und seine Jünger zum Ölberg. Dort sagte Jesus zu ihnen, dass sie in dieser Nacht alle an ihm Anstoß nehmen würden. Petrus versicherte Jesus, dass er ihn niemals verleugnen würde, doch Jesus prophezeite, dass Petrus ihn dreimal verleugnen würde, bevor der Hahn kräht. 

Ich lerne: 

  1. Jesus' Vorhersehung: Jesus wusste, was ihm bevorstand, und nahm es dennoch auf sich. Diese Haltung lehrt uns, dass es manchmal notwendig sein kann, schwierige Entscheidungen zu treffen und Herausforderungen anzunehmen, selbst wenn sie äußerst unangenehm sind. 
  2. Wertschätzung für Jesus: Die Frau, die Jesus mit teurem Nardenöl salbte, zeigte ihre tiefe Wertschätzung und Liebe zu ihm. Diese Geschichte erinnert uns daran, dass es wichtig ist, Jesus und seine Lehren in unserem Leben einen hohen Stellenwert beizumessen und ihm unsere Hingabe und Liebe zu zeigen. 
  3. Ablehnung des Materialismus: Als die Jünger die Frau kritisierten, weil sie das wertvolle Öl verschwendete, wies Jesus darauf hin, dass ihre Handlung von größerer Bedeutung war. Dies erinnert uns daran, dass wir uns nicht ausschließlich auf materielle Dinge konzentrieren sollten, sondern den spirituellen und moralischen Werten Vorrang geben sollten. 
  4. Die Gefahr des Verrats: Der Verrat durch Judas Iskariot an Jesus war ein erschütterndes Ereignis. Es erinnert uns daran, dass Verrat und Falschheit in zwischenmenschlichen Beziehungen großen Schaden anrichten können. Wir sollten bestrebt sein, aufrichtig und vertrauenswürdig zu sein und unsere Verbindungen zu anderen mit Ehrlichkeit und Integrität zu pflegen. 
  5. Die Bedeutung des Abendmahls: Während des letzten Abendmahls legte Jesus den Fokus auf seinen bevorstehenden Tod und betonte die Symbolik von Brot und Wein als seinen Leib und sein Blut. Das Abendmahl erinnert uns an die Opfer, die Jesus für uns in Gethsemane (am östlichen Hang des Ölbergs außerhalb der Altstadtmauern von Jerusalem gelegen) und auf Golgatha (auch als Schädelstätte oder Kalvarienberg bekannt, liegt nordwestlich der Altstadtmauern von Jerusalem) gebracht hat, und ermutigt uns, uns mit Dankbarkeit und Hingabe an ihn zu erinnern. Nicht zuletzt erneuern wir durch die Teilnahme all unsere Bündnisse, die wir mit dem Herrn eingehen durften. 

Diese sind nur einige mögliche Lektionen, die aus Matthäus 26:1-16 abgeleitet werden können. Jeder kann diese Passagen auf unterschiedliche Weise interpretieren und persönliche Lehren daraus ziehen, die zu seinem individuellen spirituellen Wachstum und Verhalten beitragen. 

Welche Lehren ziehst du für dich aus diesen Versen? 

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Samstag, 27. Mai 2023

Es wird hier, an diesem Tempel, nicht ein Stein auf dem anderen bleiben

 

Steinquader des zerstörten Tempels in Jerusalem 
(Bild: Quelle)

Und Jesus ging hinaus und verließ den Tempel; und seine Jünger kamen zu ihm, um ihn zu hören, und sprachen: Meister, zeige uns, was es mit den Gebäuden des Tempels auf sich hat, denn du hast gesagt: Sie werden niedergerissen und euch verwüstet gelassen werden. 3 Und Jesus sprach zu ihnen: Seht ihr nicht das alles, und versteht ihr es nicht? Wahrlich, ich sage euch: Es wird hier, an diesem Tempel, nicht ein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht niedergerissen werden wird.” (JS Matthäus 1:2-3). 

Bei der Version Joseph Smith Matthäus 1 handelt es sich um einen Auszug aus der Übersetzung der Bibel (Matthäus 23:39 und Kapitel 24), wie sie dem Propheten Joseph Smith im Jahre 1831 offenbart wurde. 

Die Antwort Jesu auf die Frage seiner Jünger, dass „... an diesem Tempel, nicht ein Stein auf dem anderen bleiben, … wird.” muss für sie unfassbar gewesen sein. 

Dieser beeindruckende monumentale Tempel bestand aus massiven Steinen, darunter einer, der zu den schwersten Objekten gehörte, die jemals von Menschen ohne die Hilfe von Maschinen gehoben wurden. Er ist knappe 14 Meter lang und wiegt knappe 520 Tonnen. Die Säulen, die die Vorhallen stützten, waren knappe 12 Meter hoch, und es wird gesagt, dass, als die Römer Jerusalem zerstörten, sie sechs Tage lang mit den mächtigen Steinen beschäftigt waren, sie diese jedoch nicht zerstören konnten. Doch schließlich wurde der Tempel dem Erdboden gleichgemacht. Nur eine westliche Wand des Tempels blieb erhalten, steht heute noch, und ist als Klagemauer bekannt. 

Was bei dieser Verwüstung im Detail geschah, wissen wir aufgrund der Schriften des antiken Historikers Josephus, der Zeuge des Ereignisses war. Nachfolgend eine Nacherzählung aus dem Potcast von Scot und Maurine Proctor · 19. Mai 2023: 

Titus, der Sohn des römischen Kaisers Vespasian, befahl als Folge der jüdischen Rebellion gegen die römische Herrschaft Ende Juli des Jahres 70 n. Chr. seinem gesamten Heer, sich darauf vorzubereiten, den Tempel in Jerusalem nach dreimonatiger Belagerung zu stürmen. Diese erneute Zerstörung, etwa 656 Jahre vorher wurde er durch die Babylonier das erste Mal zerstört, deuteten die Einwohner so, dass Gott sich von ihnen zurückgezogen habe. 

Titus befehligte vier Legionen mit insgesamt 60.000 römischen Legionären, zusätzlich noch lokale Hilfstruppen. Sie waren begierig darauf aus, Jerusalem und dem Tempel den vernichtenden Schlag zu versetzen. Innerhalb seiner Mauern überlebten wohl noch an die 500.000 hungernde Juden unter unvorstellbar schlechten Bedingungen. Unter ihnen gab es fanatische religiöse Eiferer, während andere freibeuterische Banditen waren, doch überwiegend waren es unschuldige Familien, die diesem grausamen Gemetzel nicht entkommen konnten. Viele Juden lebten auch außerhalb Judäas verteilt im gesamten Mittelmeerraum und Nahen Osten. Dieser verzweifelte letzte Kampf sollte nicht nur über das Schicksal der Stadt und ihrer Bewohner, sondern auch über die Zukunft des Judentums, inklusive des sich bildenden Christentums entscheidend sein. 

Für Titus war es zu mühsam, den Tempel, der das spirituelle und kulturelle Zentrum des jüdischen Volkes war, zu erobern. So ließ er die Tempeltore in Brand setzen, dann aber wieder das Feuer löschen, da er sich nicht mit leblosen Gegenständen aufhalten wollte. Er wollte sich eher an Menschen rächen. Nachts zog er sich in den halbverfallenen Turm der Antonia, nordwestlich des Tempelbergs gelegen war er strategisch so positioniert, dass er einen Überblick über den Tempelhof bot, zurück. 

Rundherum tobte die Hölle, tausende Leichen verwesten in der Sonne. Es stank bestialisch. Schakale machten sich über das Fleisch der Toten her. Gefangene und Überläufer wurden gekreuzigt, etwa 500 am Tag. Es gab schon fast keinen Platz mehr für neue Kreuze und kein Holz mehr, um weitere zu fertigen. 

Keine andere Stadt, so berichtete der Augenzeuge Josephus, "hat jemals ein solches Elend zugelassen, und kein Zeitalter hat je ein Geschlecht hervorgebracht, das fruchtbarer an Bosheit war als dieses, seit Anbeginn der Welt."   

Beim Versuch, ihre Familienmitglieder zu begraben, starben sie selber. Andere wurden achtlos begraben, obwohl sie noch atmeten. Hungersnot erledigte das ihre. In den Straßen türmten sich die Leichen. Trotz gesetzlicher Vorgabe begrub fast keiner mehr die Toten. War es die Erfüllung der Prophezeiung Jesu: "... lass die Toten ihre Toten begraben!" (Matthäus 8:22)? 

Ich lerne: 

Die Warnungen des Herrn treffen ein und wir dürfen sie nicht leichtfertig beiseite tun, weil ja momentan alles in Ordnung zu sein scheint. Auch für unsere Zeit hat der Herr solche Zerstörungen mit seinen Begleiterscheinungen vorhergesagt (JS Matthäus 1:23). Jene, die auf die warnenden Worte des Herrn durch seine berufenen Propheten achten und zusehen, an ` heiliger Stätte zu stehen ´ (lies gerne auch hier), werden vor den zerstörerischen Ereignissen vor dem zweiten Kommen Jesu beschützt werden. Wir sind aufgefordert uns zu sammeln (JS Matthäus 1:27).  

Laut dem römischen Historiker Eusebius von Caesarea in seiner "Kirchengeschichte" (Buch 3, Kapitel 5 “Die letzte Belagerung der Juden nach Christus” Seite 83; als PDF herunterladbar) nachlesbar, können wir uns etliche der Judenchristen, die in Jerusalem lebten, als Beispiel nehmen. Sie glaubten den Worten des Herrn und flohen nach Pella in Jordanien, das etwa 27 Kilometer nordwestlich von Jerusalem liegt. Dort waren sie in Sicherheit. 

Welche Warnungen lebender Propheten hast du in Erinnerung? 

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Freitag, 26. Mai 2023

Das Himmelreich ist einem König vergleichbar, der seinem Sohne die Hochzeit ausrichten wollte

 

Das Gleichnis der Gäste bei der Hochzeit des Sohnes des Königs, 1796-97 (Francisco de Goya) 
(Bild: Quelle)

„Das Himmelreich ist einem König vergleichbar, der seinem Sohne die Hochzeit ausrichten wollte.” (Matthäus 22:2

In Matthäus 22:1-14 erzählt Jesus ein Gleichnis, das als das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl bekannt ist. Jesus vergleicht das Himmelreich mit einem königlichen Hochzeitsmahl, das ein König für seinen Sohn ausrichtet. Der König lädt viele Gäste ein und sendet seine Diener aus, um sie zur Hochzeit einzuladen. Doch die eingeladenen Gäste weigern sich, zu kommen und ignorieren die Einladung. Einige gehen sogar so weit, die Diener zu misshandeln oder zu töten. 

Daraufhin schickt der König erneut seine Diener aus und bittet sie, alle, die sie finden, zur Hochzeit einzuladen, sowohl Gute als auch Schlechte. Die Diener kommen zurück und bringen viele Menschen mit, sodass der Festsaal gefüllt ist. 

Als der König den Festsaal betritt, sieht er einen Mann, der kein Hochzeitsgewand trägt. Er fragt ihn, warum er kein Gewand trägt, und der Mann bleibt sprachlos. Daraufhin lässt der König den Mann binden und hinauswerfen, wo es Weinen und Zähneknirschen gibt (ein Ort der Verzweiflung und des Leidens, der mit der Ablehnung oder dem Fehlverhalten gegenüber Gott zusammenhängt). Alle geladenen Gäste kamen durch den offiziellen Eingang und bekamen dort ein spezielles Hochzeitsgewand (Offenbarung 19:7-8). Dieser Mann hat sich in den Saal eingeschlichen und deshalb kein Gewand bekommen, hat sich den Zutritt erschlichen. Das Tragen eines Hochzeitsgewandes bei der Hochzeit war eine kulturelle Erwartung und ein Zeichen der Wertschätzung für den Gastgeber. 

Jesus schließt das Gleichnis mit den Worten: "Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt." (siehe auch JSÜ Matthew 22:14, mit dem Zusatz “Deshalb tragen nicht alle das Hochzeitskleid.” gegenüber der King James Version). 

Das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl soll eine Lehre über das Himmelreich vermitteln. Die eingeladenen Gäste, die sich weigern zu kommen, stellen die religiösen Führer dar, die das Reich Gottes ablehnen. Die Diener, die ausgesandt werden, um alle einzuladen, stehen für diejenigen, die die Botschaft des Evangeliums in die Welt tragen. Der Mann ohne Hochzeitsgewand symbolisiert jemanden, der äußerlich zu Jesus gehört, aber innerlich keine wahre Beziehung zu ihm hat, und sich unrechtmäßig Zutritt verschaffte. 

Die Lehre des Gleichnisses betont die Bedeutung der Annahme der Einladung Gottes zum Glauben an Jesus Christus und zur Teilhabe am Reich Gottes. Es ermahnt die Zuhörer, die Gnade und Einladung Gottes nicht abzulehnen und zeigt die Notwendigkeit, durch Glauben und Hingabe an Jesus Christus eine wahre Beziehung zu ihm zu haben. 

Ich lerne: 

  1. Annahme der Einladung: Das Gleichnis betont die Wichtigkeit, die Einladung Gottes anzunehmen. Gott lädt uns ein, an seinem Reich teilzuhaben und eine Beziehung zu ihm zu haben. Es ist entscheidend, diese Einladung nicht abzulehnen oder zu ignorieren, sondern sie mit Freude und Dankbarkeit anzunehmen. 
  2. Ablehnung und Gleichgültigkeit vermeiden: Die Reaktion der eingeladenen Gäste im Gleichnis, die die Einladung zum Hochzeitsmahl ablehnen oder ignorieren, war nicht nur unhöflich, sondern auch beleidigend für den Gastgeber. Wir sollten uns davor hüten, Gott abzulehnen oder gleichgültig gegenüber seinem Ruf zu sein. Stattdessen sollten wir bereitwillig und mit Freude auf seine Einladung reagieren. 
  3. Aktive Verbreitung der Botschaft: Die Diener im Gleichnis wurden ausgesandt, um alle Menschen einzuladen, die sie finden konnten. Das erinnert uns daran, dass wir als Gläubige die Verantwortung haben, die Botschaft des Evangeliums aktiv zu verbreiten und andere Menschen einzuladen, an der Gnade Gottes teilzuhaben. Wir sollten bereit sein, die Liebe Gottes zu teilen und andere in die Gegenwart Gottes einzuladen. 
  4. Echtheit und Hingabe: Der Mann ohne Hochzeitsgewand im Gleichnis symbolisiert jemanden, der äußerlich anwesend ist, aber innerlich keine wahre Beziehung zu Gott hat. Es ist wichtig, dass unsere äußere Haltung und unser Verhalten mit unserer inneren Hingabe und unserem Glauben übereinstimmen. Es geht darum, eine authentische und tief verwurzelte Beziehung zu Gott zu haben, die sich in unserem Denken, Fühlen und Handeln widerspiegelt. 
  5. Erkenntnis der Gnade: Das Gleichnis zeigt auch, dass die Einladung Gottes auf seiner Gnade beruht. Der König lädt sowohl Gute als auch Schlechte ein, und alle haben die Möglichkeit, am Hochzeitsmahl teilzunehmen. Es ist ein Zeichen der unverdienten Gunst Gottes. Wir sollten uns bewusst sein, dass unsere Teilhabe am Reich Gottes nicht aufgrund unserer eigenen Verdienste geschieht, sondern durch die Gnade und Liebe Gottes. 

Diese Lektionen aus Matthäus 22:1-14 können uns helfen, unsere Beziehung zu Gott zu stärken, seine Einladung anzunehmen, aktiv die Botschaft des Evangeliums zu verbreiten und eine authentische und hingebungsvolle Haltung zu entwickeln, während wir die Gnade Gottes schätzen und erkennen. 

Welche besondere Lehre ziehst du aus dem Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl? 

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Donnerstag, 25. Mai 2023

Er wird die Schafe zu seiner Rechten, die Böcke aber zu seiner Linken stellen

 

(Bild: Quelle)

Wenn aber der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen; 32 alle Völker werden alsdann vor ihm versammelt werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken*) scheidet; 33 und er wird die Schafe zu seiner Rechten, die Böcke aber zu seiner Linken stellen.” (Matthäus 25:31-33).

3. Das Gleichnis vom Gericht des Menschensohnes über die Völker

Dieses dritte Gleichnis in Matthäus 25:31-46 bildet die letzte Antwort Jesu auf seine Frage aus Matthäus 24:45: „Wer ist demnach der treue und kluge Knecht, …?”, wie werde ich ein weiser, ein besserer Diener Jesu? Es behandelt das ` Gericht des Menschensohnes über die Völker ´.

In dem Gleichnis stellt Jesus sich selbst als den Menschensohn dar, der wiederkommt, um über die Völker zu richten. Er trennt die Menschen wie ein Hirte die Schafe von den Böcken. Die Schafe, die auf seine rechte Seite gestellt werden, symbolisieren diejenigen, die ihm gedient haben, indem sie den Bedürftigen geholfen haben. Die Böcke auf seiner linken Seite stehen für diejenigen, die dies nicht getan haben.

Jesus erklärt, dass diejenigen, die den Bedürftigen geholfen haben, in das Reich Gottes eingehen und ewiges Leben haben werden. Denn sie haben Ihm in den Armen, Hungrigen, Durstigen, Fremden, Nackten, Kranken und Gefangenen gedient. Diejenigen jedoch, die dies nicht getan haben, werden ewige Strafe erleiden.

Dieses Gleichnis betont die Bedeutung der Nächstenliebe und der Fürsorge für die Bedürftigen. Es erinnert die Gläubigen daran, dass sie durch ihre Taten anderen dienen sollen, insbesondere denjenigen, die in Not sind. Es geht darum, das eigene Handeln zu reflektieren und zu erkennen, dass es eine Verantwortung gibt, für diejenigen zu sorgen, die Unterstützung benötigen.

Das Gleichnis von Matthäus 25:31-46 hat einen starken ethischen und sozialen Appell und ermutigt die Nachfolger Jesu dazu, ihre Zeit, Ressourcen und Liebe großzügig mit anderen zu teilen. Es erinnert daran, dass das Handeln gegenüber den Bedürftigen auch eine Auswirkung auf die Beziehung zu Gott und die ewige Bestimmung haben kann.

Ich lerne:

  1. Drei Gleichnisse zu der einen Frage: Weil diese Frage und die Antwort darauf von solch immenser Bedeutung für uns ist. Sie hat Auswirkung auf unser zukünftiges ewiges Dasein: sind wir würdig zur rechten Seite des Herrn gefunden zu werden, oder zur linken! Nur sechs Dinge müssen wir erfüllen, um zu den Schafen zu gehören (Verse 35-36): Hungrige speisen, Durst anderer stillen, Fremde beherbergen, Nackte kleiden, Kranke besuchen, um die Gefangenen kümmern. Das alles in physischer, als auch geistiger Hinsicht.
  2. Nächstenliebe und Fürsorge: Das Gleichnis betont die Bedeutung der Nächstenliebe und der Fürsorge für Bedürftige. Wir sollten uns bewusst sein, dass es unsere Verantwortung ist, anderen zu helfen, insbesondere denen, die in Not sind. Es erinnert uns daran, Mitgefühl zu zeigen und praktische Unterstützung anzubieten, wann immer wir können.
  3. Achtsamkeit gegenüber den Bedürftigen: Das Gleichnis lehrt uns, achtsam gegenüber den Bedürfnissen anderer zu sein. Jesus identifiziert sich selbst mit den Bedürftigen und betont, dass wir ihm durch unsere Hilfeleistung dienen. Es fordert uns auf, unsere Augen zu öffnen und diejenigen zu erkennen, die Unterstützung benötigen, sei es in Form von Essen, Kleidung, Unterkunft, medizinischer Versorgung oder emotionaler Unterstützung.
  4. Taten sprechen lauter als Worte: Das Gleichnis hebt hervor, dass unsere Taten einen Unterschied machen. Es geht nicht nur darum, über Liebe und Mitgefühl zu sprechen, sondern sie in die Tat umzusetzen. Unsere Handlungen zeigen, wie ernst wir es mit unserer Hingabe zu anderen Menschen, und damit zu Jesus und dem Vater, meinen.
  5. Verantwortung für unser Handeln: Das Gleichnis erinnert uns daran, dass wir für unsere Taten zur Rechenschaft gezogen werden. Es geht nicht nur um die Konsequenzen in diesem Leben, sondern auch um die ewige Bestimmung. Es ermutigt uns, unser Handeln zu reflektieren und sicherzustellen, dass wir auf positive und liebevolle Weise auf die Bedürfnisse anderer eingehen.
  6. Gottes Reich: Das Gleichnis weist darauf hin, dass diejenigen, die den Bedürftigen dienen, in das Reich Gottes eingehen und ewiges Leben erhalten werden. Es erinnert uns daran, dass unser Dienst an anderen nicht nur Auswirkungen auf ihr Leben hat, sondern auch auf unsere eigene Beziehung zu Gott.

Zusammenfassend lehrt uns Matthäus 25:31-46, dass Nächstenliebe, Fürsorge und praktischer Einsatz für die Bedürftigen wesentliche Elemente unseres Glaubens und unserer Beziehung zu Gott sind. Indem wir anderen dienen, können wir positive Veränderungen bewirken und das Reich Gottes in unserer Welt widerspiegeln.

Welche Lehren ziehst du für dich aus diesem dritten Gleichnis?

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Mittwoch, 24. Mai 2023

Dem einen gab er fünf Talente, dem andern zwei, dem dritten eins

 

Das Gleichnis von den Talenten
(Bild: Quelle)

„Es wird so sein wie bei einem Manne, der vor Antritt einer Reise ins Ausland seine Knechte rief und ihnen sein Vermögen (zur Verwaltung) übergab; 15 dem einen gab er fünf Talente*), dem andern zwei, dem dritten eins, einem jeden nach seiner Tüchtigkeit; dann reiste er ab.” (Matthäus 25:14-15). 

2. Das Gleichnis von den anvertrauten Talenten 

Matthäus 25:14-30 enthält das Gleichnis von den anvertrauten Talenten, das Jesus erzählte. Ausgangspunkt für die drei Gleichnisse in diesem Kapitel ist die Frage Jesu aus Matthäus 24:45: „Wer ist demnach der treue und kluge Knecht, …?”, wie werde ich ein weiser, ein besserer Diener Jesu? 

Auch in diesem Gleichnis erklärt Jesus das das Himmelreich (KJV Matthew 25:14) einem Mann gleicht, der in eine ferne Stadt reisen wollte (auf Jesus bezogen interpretiert: er würde zu seinem Vater im Himmel zurückkehren), seine Diener (von ihm beauftragte Arbeiter in seinem Weinberg, die ihren Herrn tatsächlich kannten; Matthäus 25:24) zu sich rief und sein Vermögen unter ihnen verteilte (damit sie damit sein Werk auf Erden fortführen sollten). Dem ersten Diener gab er fünf Talente, dem zweiten zwei Talente und dem dritten ein Talent, basierend auf ihren individuellen Fähigkeiten (ein jeder bekommt gemäß seinen Fähigkeiten Aufgaben übertragen; vielleicht dem mit fünf Talenten die Berufung eines Propheten, dem mit vier …; bedenke, wem viel gegeben, von dem wird viel verlangt LuB 82:3). Dann reiste der Mann ab (Jesu Himmelfahrt). 

Der Diener mit den fünf Talenten ging sofort los und investierte sie geschickt, sodass er sie verdoppelte. Ebenso machte der Diener mit den zwei Talenten das Gleiche und vermehrte sie zu vier Talenten. Der Diener mit einem Talent jedoch hatte Angst und beschloss, das Geld zu vergraben, um es sicher aufzubewahren. 

Nach einer langen Zeit kehrte der Mann zurück (das zweite Kommen Jesu) und rief seine Diener zur Rechenschaft. Der Diener mit den fünf Talenten präsentierte ihm seine zehn Talente und erhielt Lob und Belohnung vom Herrn. Ebenso erhielt der Diener mit den zwei Talenten Lob und Belohnung für seine treue Verwaltung (beide stiegen lt. KJV Matthew 25:21,23 von Dienern zu Herrschern auf). Aber als der Diener mit dem einen Talent diesen ohne Gewinn gemacht zu haben zurückgab, war der Herr enttäuscht. Die Diener hatten Talente des Herrn bekommen, und sie übergaben ihm alles wieder, beanspruchten den Gewinn nicht für sich. 

Der Mann tadelte den Diener mit einem Talent für seine Ängstlichkeit und mangelnde Initiative. Er sagte ihm, dass er das Geld hätte zinsbringend anlegen sollen. Dann nahm er ihm das Talent weg und gab es dem Diener mit den zehn Talenten. 

In dem Gleichnis von den anvertrauten Talenten wird das Wort "Talent" verwendet, um eine bestimmte Einheit von Geld zu beschreiben. Im historischen Kontext des Gleichnisses entsprach ein Talent einer großen Menge an Silber oder Gold, die einen beträchtlichen Wert hatte. Es war eine wertvolle Währungseinheit. 

Darüber hinaus hat das Talent in diesem Gleichnis auch eine symbolische Bedeutung. Es steht metaphorisch für die Fähigkeiten, Ressourcen und Möglichkeiten, die uns von Gott anvertraut werden. Es repräsentiert die einzigartigen Gaben, die jeder einzelne Mensch bekommt, seien es intellektuelle Fähigkeiten, kreative Talente, soziale Kompetenzen oder materielle Ressourcen. 

Der Wert eines solchen Talents liegt also nicht nur im materielle oder finanziellen Aspekten, sondern vor allem in seiner Verwendung und Entfaltung. Es geht darum, wie wir unsere Fähigkeiten nutzen, um Gutes zu tun, anderen zu dienen und positive Veränderungen in der Welt zu bewirken. Der Wert eines Talents liegt in seiner Potenzialentfaltung und dem positiven Einfluss, den es haben kann. 

Das Gleichnis ermutigt uns, unsere Talente zu erkennen, zu kultivieren und zum Wohl anderer einzusetzen. Es fordert uns auf, unsere Fähigkeiten nicht zu verschwenden oder aus Angst zu verbergen, sondern sie aktiv zu nutzen, zu entwickeln und zu vermehren. Indem wir unsere Talente einsetzen, tragen wir dazu bei, Gottes Reich auf Erden aufzubauen und ein erfülltes, sinnvolles Leben zu führen. 

Ein ähnliches Gleichnis erzählt der Erretter in Lukas 25:11-27, aber aus einem anderen Anlass und zu einem anderen Publikum. 

Ich lerne: 

  1. Ich muss mich fragen, sehe ich Gott in der Weise wie die ersten beiden Diener oder eher wie der dritte, und welche Talente hat der Herr mir gegeben, sie im Glauben zu vermehren?
  2. Jeder Mensch hat unterschiedliche Fähigkeiten und Ressourcen, die ihm von Gott gegeben wurden. Es ist unsere Verantwortung, sie zu erkennen, zu nutzen, und auszubauen. Jeder wird nach seinen Fähigkeiten beurteilt, nicht im Vergleich zu anderen Menschen. 
  3. Gott erwartet von uns, dass wir unsere Talente aktiv und weise einsetzen, um Gutes zu tun und Früchte zu bringen. Dabei müssen wir u. U. Risiken eingehen. 
  4. Ängstlichkeit und Passivität werden nicht belohnt. Wir sollen unsere Gaben nicht aus Angst verstecken, sondern mutig und aktiv sein, um sie zu vermehren. 
  5. Treue im Kleinen führt zu mehr Verantwortung im Großen. Wenn wir treu mit dem umgehen, was uns anvertraut ist, wird Gott uns mit größerer Verantwortung beauftragen (wer da hat, dem wird gegeben werden, ... Matthäus 13:12). 
  6. Es gibt Konsequenzen für Untätigkeit. Das Gleichnis warnt vor den Folgen, wenn wir unsere Talente nicht nutzen. Gott erwartet von uns Rechenschaft für das, was wir mit unseren Gaben gemacht haben. 

Welche Lehren ziehst du für dich aus diesem Gleichnis? 

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Dienstag, 23. Mai 2023

Alsdann wird das Himmelreich zehn Jungfrauen gleichen

 

Die zehn Jungfrauen mit ihren Lampen 
(Bild: Quelle)

„Alsdann wird das Himmelreich zehn Jungfrauen gleichen, die sich mit ihren Lampen in der Hand zur Einholung des Bräutigams aufmachten. 2 Fünf von ihnen waren töricht und fünf klug; 3 denn die törichten nahmen wohl ihre Lampen, nahmen aber kein Öl mit; 4 die klugen dagegen nahmen außer ihren Lampen auch noch Öl in den Gefäßen mit sich.” (Matthäus 25:1-4). 

Im Matthäus 25 geht es um drei Gleichnisse, die uns lehren, wie wir uns in diesen letzten Tagen, in denen wir heute leben, auf das zweite Kommen Jesu vorbereiten können. Mit diesen drei Gleichnissen beantwortet Jesus die Frage, die er in Matthäus 24:45 gestellt hat: „Wer ist demnach der treue und kluge Knecht, …?” Es geht bei dieser Frage und den drei Gleichnissen also um Diener und Dienerinnen des Herrn, Menschen, die ein Bündnis mit ihm eingegangen sind. Es werden Beispiele für gute und törichte, treue und untreue Nachfolger Jesu dargestellt, und das Beispiel gegeben, wie man ein weiser Diener wird, um für das zweite Kommen Jesu bereit zu sein. 

  • Wie kann man Gleichnisse besser verstehen
    1. Was war die Frage, die die Antwort hervorrief oder Jesus veranlasste, das Gleichnis auszusprechen? (Rat von Joseph Smith: “I have a key …" ). 
    2. Den Zusammenhang des Geschehens betrachten. 
    3. An wen richtet sich der Autor? 
    4. Es gibt immer mehrere Interpretationen. 

1. Das Gleichnis von den klugen und den törichten Jungfrauen 

In Matthäus 25:1-13 erzählt Jesus von zehn Jungfrauen, die mit ihren Lampen auf den Bräutigam warten, um an der Hochzeitsfeier teilzunehmen. Fünf von ihnen sind klug und bringen zusätzliches Öl für ihre Lampen mit, während die anderen fünf töricht sind und kein zusätzliches Öl mitbringen. Als der Bräutigam sich verspätet, schlafen alle Jungfrauen ein. Mitten in der Nacht kommt der Bräutigam endlich an und die Jungfrauen stehen auf, um ihre Lampen anzuzünden. Die törichten Jungfrauen haben jedoch kein Öl mehr und bitten die klugen Jungfrauen um etwas von ihrem Öl. Diese lehnen jedoch ab und sagen, dass sie selbst Öl kaufen gehen sollen. Während die törichten Jungfrauen weg sind, um Öl zu kaufen, kommt der Bräutigam und die klugen Jungfrauen gehen mit ihm zur Hochzeitsfeier. Als die törichten Jungfrauen zurückkehren, ist die Tür verschlossen und sie können nicht mehr eintreten. Jesus schließt das Gleichnis mit den Worten: Darum seid wachsam, denn Tag und Stunde sind euch unbekannt.”  

Vers 12 wurde von Joseph Smith auch etwas korrigiert. In der King James Version heißt es, dass Jesus zu den fünf törichten Jungfrauen sagt, als sie um Einlass baten: “Ich kenne euch nicht”. Nachdem Jesus einen jeden mit Namen kennt, muss diese Übersetzung fehlerhaft sein. In der Fußnote a zu diesem Vers korrigiert Joseph Smith: “Verily I say unto you, Ye know me not.” (Wahrlich ich sage euch, ihr kennt mich nicht). Wenn ich mich während meines Lebens nicht mit Christus beschäftigt habe, wie kann ich ihn dann auch kennen? 

Matthäus 25:1 der Joseph Smith Übersetzung hat (siehe Fußnote a) eine wichtige Erweiterung gegenüber der King James Version (Fettdruck): “Und dann, an jenem Tag, bevor der Menschensohn kommt, wird das Himmelreich zehn Jungfrauen gleichen, die sich mit ihren Lampen in der Hand zur Einholung des Bräutigams aufmachten.” (JST Matthew 25:1; Matthäus 25:1). Dieses Gleichnis bezieht sich demzufolge auf die Zeit direkt vor dem Zweiten Kommen Jesu, also auf unsere Zeit, die Zeit, in der wir jetzt leben. 

Diese zehn Menschen (als Jungfrauen bezeichnet) sind also Anhänger Jesu, treue Mitglieder seiner Kirche, keine Außenstehenden, alle zehn haben ihre Lampen. In Vers 2 werden dann fünf als klug und fünf als töricht beschrieben. Die klugen nahmen zusätzlich noch in einem weiteren Gefäß einen Vorrat an Öl mit, was die Törichten nicht taten. 

Wie läuft eine damalige Hochzeit ab? Es gibt die beiden Niederlassungen für Bräutigam und Braut. Der Bräutigam zog nachts von seinem Haus mit seinen Gästen zum Haus der Braut, und kehrte nachts mit der Braut und deren Gästen in sein Haus zurück, wo dann die Hochzeitszeremonie stattfand. Menschen unterwegs wurden in den Zug mit eingeladen. Das Problem dabei: Keiner weiß, wann der Bräutigam vorbeikommt. Darin liegt also der Grund für das Bereithalten der Lampen und des benötigten Vorrats an Öl.  

Ich lerne, 
eine Interpretation von vielen: 
Wenn wir die Lampen als Zeugnis vom Evangelium verstehen, könnte das Öl als unser Umkehrbereitschaft, unsere Verpflichtung gegenüber dem Herrn angesehen werden. So haben die klugen Frauen für ein starkes Zeugnis gesorgt und waren stets umkehrbereit, verpflichteten sich immer erneut dem Herrn. Mit jeder guten Tat, jeder Verpflichtung, jeder Umkehr, füllten sie ihren Öl-Vorrat auf. Die törichten dachten, wir haben die Lampen (unser Zeugnis), aber wir können uns auf die guten Taten der anderen verlassen, was natürlich nicht funktioniert. Jeder braucht sein eigenes Zeugnis, und muss sich selber dem Herrn verpflichten, um zur Hochzeit (ins Himmelreich) eingelassen werden zu können.

Jeder von uns muss für sich herausfinden, was für ihn die Lampe und was das Öl darstellt, und sich die Frage stellen, was muss ich tun, um für die Ankunft des Bräutigams (Jesus), dessen Zeitpunkt man nicht kennt, vorbereitet zu sein. Ich muss im Vorfeld Vorsorge treffen, ansonsten ist die (Himmels-) Tür für mich versperrt. Um ` Mitternacht ´ kann ich kein Öl mehr kaufen. Ich kann nicht andere bitten, mir von deren Erfahrungen abzugeben, ich muss sie selber machen. Waren die klugen Jungfrauen nun egoistisch? Nein, sie konnten nur den Rat geben, selber nach Öl zu schauen. Aber, wenn der Herr schon zum zweiten Kommen naht, dürfte mir die Zeit dazu nicht mehr reichen. Denke an eine Klausur, die angekündigt ist. Man muss sich vorher Zeit nehmen zu lernen, nicht erst am Abend davor. 

Welche Interpretation hast du zu diesem Gleichnis der zehn Jungfrauen? 

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Montag, 22. Mai 2023

Sage uns doch: wann wird dies geschehen?

 

ZWEITES KOMMEN JESU CHRISTI
(Bild: Quelle)

Als er sich dann auf dem Ölberg niedergesetzt hatte, traten die Jünger, als sie für sich allein waren, an ihn mit der Bitte heran: „Sage uns doch: wann wird dies geschehen? und welches ist das Zeichen deiner Ankunft (bzw. Wiederkunft) und der Vollendung (= des Endes) der Weltzeit?” (Matthäus 24:3). 

Heute wenden wir uns der Ölbergrede oder Ölberg-Prophezeiung zu. Sie ist in den synoptischen Evangelien in Matthäus 24 und 25, Markus 13 und Lukas 21 zu finden. Auch ist sie als die kleine Apokalypse bekannt, da sie den Gebrauch einer apokalyptischen Sprache beinhaltet, sowie die Warnung Jesu an seine Nachfolger, dass sie vor dem endgültigen Triumph des Königreichs Gottes Drangsal und Verfolgung erleiden werden. Die Ölbergrede ist die letzte der fünf Reden in Matthäus, und ist kurz vor der Erzählung der Passion Jesu platziert, die mit der Salbung Jesu beginnt. 

Bei Betrachtung von Matthäus 24 stellen wir fest, dass Joseph Smith in diesem Kapitel die meisten Ergänzungen vorgenommen hat, als er die Bibel (King James Version) im Auftrag des Herrn korrigierte (Jospeh Smith Mattäus 1). Die KJV enthält hier ungefähr 1.050 Wörter, während Joseph Smith – Matthäus 1 in der Köstlichen Perle etwa 1.500 Wörter enthält. Die Joseph Smith Version macht auch, im Gegensatz zur KJV, eine klare Trennung zwischen den Ereignissen der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 n. Chr. (Verse 1-20), und den zerstörerischen Ereignissen der ` letzten Tage ´ vor Seinem Zweiten Kommen (Verse 21-55). Diese klare Trennung hilft uns sehr bei dem Verständnis, was wann passiert. 

Die Einleitung zu Jesu Erklärungen ist das zutiefst berührende Erlebnis mit der armen namentlich nicht benannten Witwe, die mit ihren ` zwei Scherflein ´ (Scherflein: kleinste und am wenigsten wertvollste Münze, die zu dieser Zeit in Judäa im Umlauf war) mehr in den Opferstock des Tempels geworfen hat als alle anderen zusammen, nämlich ihren gesamten Lebensunterhalt (Markus 12:42-44). Das ermuntert mich, zweitausend Jahre später, alles, was ich aus den Händen des Herrn bekomme, in geistiger, als auch weltlicher Hinsicht, ihm wieder zu opfern – einem Investment in eine Belohnung in der Ewigkeit gleich (Gesetz der Weihung). 

Der Abschnitt beginnt mit der Erklärung Jesu, dass er nach seiner Himmelfahrt ein zweites Mal auf die Erde kommen würde. Danach erklärt er, dass Jerusalem aufgrund seiner Sünden und seiner Ablehnung durch das jüdische Volk zerstört und sie in alle Nationen zerstreut werden. Auf die Frage seiner Jünger, was es mit der Verwüstung des Tempels auf sich hat, der ja gerade erst in sechsundvierzigjähriger gigantischer Arbeit in so schöner Pracht durch Herodes den Großen wiedererrichtet wurde, antwortet er, dass sie, wenn dies geschieht, an ` heiliger Stätte ´ stehen sollen, und dass diese Zeit der Verwüstung, um seiner Auserwählten Willen, gemäß dem abrahamischen Bündnis, verkürzt werden würde, damit nicht alle Nachkommen Abrahams vernichtet würden. Diese Zerstörung, bei der ca. 1,1 Millionen Menschen ums Leben kamen und viele nach Rom versklavt wurden, die dort mit Mitteln aus dem ` Tempelgeld ´ das Kolosseum aufbauen mussten, wurde 66 n. Chr. ausgelöst durch den Aufstand jüdischer Zeloten gegen Vespasian. Weiter fragten die Jünger, was das Zeichen seines Zweiten Kommens sei, und wann es sein würde. Darauf antwortet der Herr, dass sie achtgeben sollten, damit sie nicht durch falsche Propheten verführt werden mögen. 

Danach berichtet der Abschnitt von einer Vision, die Joseph Smith über die letzten Tage hatte. Er sieht den Himmel geöffnet und sieht Gott den Vater und Jesus Christus auf dem Thron. Sie verkünden, dass das Reich Gottes herbeigekommen ist und dass sie kommen werden, um die Erde zu richten und sein Volk zu sammeln. 

Jesus Christus spricht weiter über die Zeichen seiner Wiederkehr. Er erklärt, dass es Kriege, Naturkatastrophen, Hungersnöte und Erdbeben geben wird. Er warnt vor falschen Christussen und falschen Propheten, die die Menschen täuschen werden, und sagt voraus, dass die Liebe vieler erkalten wird. Dennoch versichert er seinen Jüngern, dass diejenigen, die bis zum Ende ausharren, gerettet werden. 

Es werden auch Lehren über die Abtrünnigkeit und den Abfall vom Glauben in den letzten Tagen gegeben (lies unbedingt hier). Jesus Christus spricht über den Einfluss des Bösen, der die Herzen vieler verführen wird, und ermutigt seine Jünger, standhaft im Glauben zu bleiben und Wahrheit zu suchen. Diese werden heute durch unsere lebenden Propheten und Apostel gelehrt. Mit der Hilfe des Heiligen Geistes kannst du wissen, ob sie wahre Jünger Christi sind! 

Der Abschnitt enthält auch weitere Prophezeiungen und Lehren von Jesus Christus. Er spricht über die Wiederherstellung des Evangeliums, die Verfolgung der Gläubigen, die Errichtung des Tempels und die Bündnisse, die mit Gott eingegangen werden können. 

Schließlich gibt Jesus Christus seinen Jüngern Anweisungen, wie sie sich in den letzten Tagen verhalten sollen. Er ermahnt sie, wachsam zu sein, zu beten, die Schriften zu studieren, das Evangelium zu verkünden und für seine Wiederkehr bereit zu sein. 

Insgesamt bietet Joseph Smith – Matthäus 1 eine ausführliche Darstellung der Lehren, Prophezeiungen und Anweisungen von Jesus Christus für die Gläubigen in den letzten Tagen. Es wird die Wichtigkeit von Wachsamkeit, Glauben, Treue, Verfolgung, Standhaftigkeit und Vorbereitung auf die Wiederkehr Jesu Christi betont. 

Ich lerne: 

  1. Wachsamkeit: Jesus Christus betont immer wieder die Wichtigkeit, wachsam zu sein und auf die Zeichen seiner Wiederkehr zu achten. Diese Lehre erinnert uns daran, dass wir bewusst und aufmerksam in unserem geistigen Leben sein sollten. Es ermutigt uns, unseren Glauben, unsere Beziehung zu Gott und unsere Nächstenliebe aktiv zu pflegen. 
  2. Standhaftigkeit im Glauben: In Joseph Smith – Matthäus 1 spricht Jesus Christus von einer Abnahme des Glaubens in den letzten Tagen. Die Lehre besteht darin, dass wir trotz der Herausforderungen und Zweifel, die uns begegnen können, einen festen Glauben bewahren sollten. Dies bedeutet, an der Wahrheit des Evangeliums festzuhalten, auch wenn andere abfallen oder versuchen, uns von unserem Glauben abzubringen. 
  3. Treue in der Verfolgung: Jesus Christus prophezeit Verfolgung für die Gläubigen in den letzten Tagen. Die Lehre besteht darin, dass wir standhaft bleiben und uns nicht von unserem Glauben abbringen lassen sollten, selbst wenn wir auf Widerstand stoßen oder persönlich angegriffen werden. Es ermutigt uns, für unsere Überzeugungen einzustehen und mutig das Richtige zu tun, selbst wenn es unbequem ist. 
  4. Vorbereitung auf die Wiederkehr Christi: Jesus Christus gibt in Joseph Smith – Matthäus 1 Anweisungen, wie wir uns auf seine Wiederkehr vorbereiten können. Dies beinhaltet das Gebet, das Studium der Schriften, das Erhalten von Offenbarung und die Verbreitung des Evangeliums. Die Lehre besteht darin, dass wir aktiv an unserer geistigen Entwicklung arbeiten und unser Leben auf die Prinzipien des Evangeliums ausrichten sollten, um bereit zu sein, wenn Christus wiederkommt. 
  5. Liebe und Nächstenliebe: Obwohl Joseph Smith – Matthäus 1 vor allem auf die Herausforderungen der letzten Tage eingeht, betont Jesus Christus auch die Bedeutung der Liebe und Nächstenliebe. Diese Lehre erinnert uns daran, dass wir inmitten von Schwierigkeiten und Ungerechtigkeiten die Liebe Christi in unserem Umgang mit anderen bewahren sollten. Wir sollen anderen dienen, ihnen vergeben und ihnen mitfühlend begegnen. 

Diese Lehren aus Joseph Smith – Matthäus 1 können unser Verhalten beeinflussen, indem sie uns ermutigen, geistig wachsam zu sein, unseren Glauben zu stärken, standhaft zu bleiben, uns auf die Wiederkehr Christi vorzubereiten und mit Liebe und Nächstenliebe zu handeln. Durch die Anwendung dieser Lehren können wir uns zu besseren Jüngern Christi entwickeln und anderen ein Beispiel der Hoffnung und des Mitgefühls geben. Einiges was Jesus in den Versen 21-55 prophezeite, ist schon in Erfüllung gegangen, vieles erfüllt sich gerade und vieles wird sich in Zukunft erfüllen!  

Welche Prophezeiungen aus den Versen 21-55 haben sich schon erfüllt, welche erfüllen sich gerade und welche müssen sich noch erfüllen, vor dem zweiten Kommen Jesu? 

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Samstag, 20. Mai 2023

Aber nach ihren Werken (= ihrem Tun) richtet euch nicht

 

(Bild: Quelle)

Alles nun, was sie euch sagen (= zu tun gebieten), das tut und befolgt, aber nach ihren Werken (= ihrem Tun) richtet euch nicht; denn sie sagen es nur, tun es aber nicht. 4 Sie binden schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, sie selbst aber wollen sie mit keinem Finger anrühren.” (Matthäus 23:3-4). 

 
In Matthäus 23:1-38 wird die Strafrede Jesu gegen die Schriftgelehrten und Pharisäer wiedergegeben. Es wird angenommen, dass diese Rede kurz vor seinem bevorstehenden Tod stattfand. Die genaue Zeit und der Ort werden nicht explizit in der Bibel angegeben. Sie ist eine lange Passage, in der Jesus die religiösen Führer seiner Zeit scharf kritisiert. Hier ist eine Zusammenfassung der Hauptpunkte: 

  1. Jesus warnt die Menschen davor, den Lehren der Pharisäer und Schriftgelehrten zu folgen, aber ihre Taten nicht nachzuahmen. Er erklärt, dass sie auf dem Stuhl Moses sitzen und dass die Menschen ihre Worte befolgen sollen, aber nicht ihre Taten (Vers 2-3).  
  • Indem Jesus sagt, dass die Schriftgelehrten und Pharisäer "sich auf den Lehrstuhl Mose's gesetzt haben", kritisiert er sie für ihre selbsternannte Autorität und ihre Ansprüche auf religiöse Führung. 
  1. Jesus tadelt sie für ihre Heuchelei und ihre Liebe zur äußeren Schau. Er sagt, dass sie ihre Gebete und religiösen Handlungen nur ausführen, um von anderen gesehen zu werden und geehrt zu werden. Dazu machen sie ihre Gebetsriemen extra breit und die Mantelquasten länger (Vers 5). 
  • Es gibt zwei Arten von Phylakterien (Gebetsriemen): eins für den Kopf und eins für den Arm. Das Phylakterium für den Kopf wird auf der Stirn befestigt, während das Phylakterium für den Arm am linken Oberarm, nahe dem Herz, getragen wird. In jedem der Phylakterien befinden sich handgeschriebene Pergamentstreifen mit Texten aus der Tora. 
  • Die Pharisäer verlängerten bewusst die Länge ihrer Quasten am Gebetsschal, um ihre Frömmigkeit und ihre Einhaltung des Gesetzes zur Schau zu stellen. Sie taten dies nicht aus einem wahren, aufrichtigen Glauben, sondern um von anderen bewundert und geehrt zu werden. Sie legten großen Wert auf äußerliche Rituale und äußere Frömmigkeit, während ihr Inneres, ihre Haltung und ihr Handeln oft weit von den Geboten Gottes entfernt waren. 
  1. Er wirft ihnen vor, dass sie die Menschen mit schweren Bürden belasten, aber selbst nicht bereit sind, ihnen zu helfen oder diese Bürden zu tragen (Vers 4). 
  1. Jesus kritisiert ihre Eitelkeit und ihren Stolz. Er sagt, dass sie in der Öffentlichkeit nach Ehrenplätzen streben und gerne von anderen geachtet werden wollen. Sie sollen sich u. a. nicht Vater nennen lassen (Vers 9; Daniel Defoe sagt dazu: „Titel sind Schall und Rauch, Kronen sind nichtige Dinge.“). 
  • Was ist damit gemeint? In diesem Vers kritisiert Jesus nicht die Verwendung des Wortes "Vater" im Sinne von biologischem Vater oder als ehrenvolle Bezeichnung für Eltern, sondern er bezieht sich auf eine spezifische Praxis der religiösen Führer seiner Zeit. Die Schriftgelehrten und Pharisäer erwarteten von den Menschen, dass sie sie mit dem Titel "Vater" ansprachen, um ihre religiöse Autorität und Ehre zu betonen. Sie strebten nach menschlicher Ehre und Anerkennung. Jesus fordert jedoch seine Jünger auf, solche menschlichen Titel und Ehrennamen nicht zu suchen oder zu verwenden. Er weist darauf hin, dass es nur einen wahren Vater gibt, nämlich Gott, der im Himmel ist. Er betont die geistliche Vaterschaft Gottes und die Wichtigkeit, Gott als den höchsten Vater anzuerkennen. 
  1. Acht Wehe spricht Jesus über die religiösen Führer in den Versen 13-29 aus (1. Verschließung des Himmelreichs; 2. Die Art ihrer Missionierung; 3. Geringachtung des Tempels; 4. Täuschung; 5. Reichtum und Gier; 6. Scheinheiligkeit; 7. Heuchelei bei den Prophetengräbern; 8. Schuld am Tod der Propheten). Er verurteilt ihre Heuchelei bei der Verwaltung des Gesetzes Gottes. Jesus sagt, dass sie zwar äußerlich fromm und gerecht erscheinen mögen, aber innerlich voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit sind. 
  1. Jesus wirft ihnen in Vers 24 vor, dass sie sich in Nebensächlichkeiten verlieren und gleichzeitig schwerwiegende Sünden begehen (Ergänzung in der JSÜ: … und doch übertretet ihr selbst das ganze Gesetz). 
  • Indem sie die "Mücke" der äußeren Reinheit betonen, nehmen sie die "Kamele" des Unrechts, der Heuchelei und der Ungerechtigkeit in Kauf.  
  1. Jesus erinnert sie daran, dass ihre Vorfahren die Propheten getötet haben und dass sie in ähnlicher Weise handeln, indem sie ihn und seine Jünger ablehnen (Vers 31). 
  1. Er prophezeit das Gericht über sie und sagt, dass alle gerechten Blutvergießungen von Abel bis Sacharja über sie kommen werden (Vers 35). 
  1. Abschließend bedauert Jesus die Ablehnung und Verurteilung, die Jerusalem und sein Volk erfahren werden, wegen des Ungehorsams und der Ablehnung der Botschaft, die er ihnen gebracht hat (Vers 37; siehe auch 3. Nephi 10:5). 

Ich lerne: 

  1. Aufrichtigkeit statt Heuchelei: Jesus kritisiert die Schriftgelehrten und Pharisäer für ihre Heuchelei und äußere Schau. Es ist wichtig, dass wir in unserem Glauben und unseren Taten aufrichtig sind und nicht nur nach äußerlicher Anerkennung streben.
  2. Die Bedeutung des Handelns: Jesus betont, dass die religiösen Führer ihre eigenen Anforderungen nicht erfüllen und den Menschen schwere Bürden auferlegen, die sie selbst nicht tragen wollen. Es ist wichtig, dass unsere Taten unseren Überzeugungen und Lehren entsprechen und dass wir bereit sind, unsere Verantwortung zu übernehmen. 
  3. Demut statt Eitelkeit: Jesus kritisiert den Stolz der Schriftgelehrten und Pharisäer. Wir sollten nicht nach Ruhm, Ehre und Anerkennung streben, sondern demütig und dienend sein, sowohl gegenüber Gott als auch gegenüber anderen Menschen.
  4. Wichtigkeit der Gerechtigkeit: Jesus verurteilt die Ungerechtigkeit und Gesetzlosigkeit der religiösen Führer. Wir sollten bestrebt sein, gerecht zu handeln, die Bedürfnisse anderer zu erkennen und ihnen zu helfen. Es ist wichtig, dass wir die Werte des Reiches Gottes in unserem Handeln widerspiegeln. 
  5. Ablehnung der Verurteilung anderer: Jesus ermahnt uns, nicht voreilig andere zu verurteilen oder zu richten, sondern barmherzig und gnädig zu sein. Wir sollten uns darauf konzentrieren, unsere eigenen Fehler zu erkennen und zu korrigieren, anstatt uns auf die Fehler anderer zu konzentrieren. 
  6. Widerstand gegen Ungerechtigkeit: Jesus erinnert an die Propheten, die von den religiösen Führern getötet wurden. Wir sollten uns gegen Ungerechtigkeit, Unterdrückung und die Missachtung der Wahrheit erheben und für das Gute eintreten. 

Diese Lektionen aus der Strafrede gegen die Schriftgelehrten und Pharisäer in Matthäus 23:1-38 ermutigen uns dazu, unseren Glauben aufrichtig zu leben, demütig zu sein, gerecht zu handeln, andere nicht zu verurteilen und uns gegen Ungerechtigkeit einzusetzen. 

Welche Lehren ziehst du aus der Strafrede Jesu gegen die Schriftgelehrten und Pharisäer? 

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