Samstag, 19. August 2017

Wegen eures Eifers und eures Glaubens und eurer Geduld mit dem Wort

Alma der Jüngere fährt fort: „Und wegen eures Eifers und eures Glaubens und eurer Geduld mit dem Wort, es zu nähren, damit es in euch Wurzel fasse, siehe, da werdet ihr bald die Frucht davon pflücken, die höchst kostbar ist, die süßer als alles Süße ist und die weißer als alles Weiße ist, ja, und reiner als alles Reine; und ihr werdet euch an dieser Frucht laben, selbst bis ihr satt seid, so dass ihr nicht hungert, und auch dürsten werdet ihr nicht. 43  Dann, meine Brüder, werdet ihr den Lohn für euren Glauben und Eifer und eure Geduld und Langmut ernten, da ihr gewartet habt, dass der Baum euch Frucht hervorbringt.“ (Alma 32:42-43).
Wegen eures Eifers und eures Glaubens und eurer Geduld mit dem Wort. Wenn ich in der Kindheit oder Jugend mal wieder keine große Lust hatte, an meine Hausaufgaben zu gehen, oder etwas zu helfen, bekam ich hier und da folgende Redensart zu hören: „Ohne Fleiß kein Preis“. Etwas mehr als ein halbes Jahrhundert alt war diese Redensart zu meiner Jugend erst und wollte mich, aufgrund einer versprochenen Belohnung, anspornen eine ungeliebte Aufgabe zu erledigen, an die ich ohne diesen Anreiz sicherlich nicht herangegangen wäre. Andererseits will sie uns auch vor Augen halten, dass einem Erfolg nur beschieden sein wird, wenn man sich genügend anstrengt.
Wenn wir die Früchte des Wortes Gottes ernten wollen, müssen wir davor auch erst Fleiß aufwenden. Der Weg zur Ernte der Frucht, die Erlangung der vom Herrn versprochenen Segnungen, führt nur über eifrige - ausdauernde, tapfere - Beachtung seines Wortes, im Glauben daran (Lehre und Bündnisse 84:43). Ich lerne, dass ich eifrig, mit Glauben verbunden, das Wort des Herrn anwenden muss, ehe ich dessen Segnungen genießen kann. Eben: „Ohne Fleiß kein Preis“. Wie ergeht es dir im geduldigen Erproben des Wortes Gottes?

Biene, Blumenwiese, Honig
(Bild: Quelle)

Freitag, 18. August 2017

Euer Glaube ruht, und zwar, weil ihr Wissen habt

Nun fragt Alma der Jüngere die gedemütigten Zoramiten: „Und nun siehe, ist euer Wissen vollkommen? Ja, darin ist euer Wissen vollkommen, und euer Glaube ruht, und zwar, weil ihr Wissen habt; denn ihr wisst, dass das Wort eure Seele hat schwellen lassen, und ihr wisst auch, dass es gesprosst hat, dass euer Verständnis anfängt, erleuchtet zu werden, und euer Sinn anfängt, sich zu erweitern.“ (Alma 32:34).
Euer Glaube ruht, und zwar, weil ihr Wissen habt. In dem Moment, wo uns unser anfänglicher Glaube in Bezug auf eine Sache, durch Studium und Bestätigung durch den Heiligen Geist, zu Wissen geworden ist, brauchen wir in diesem Punkt nicht mehr zu glauben. Wir haben Erkenntnis erlangt, verstehen den Punkt und Begreifen ihn. Unser Sinn, unsere geistigen Fähigkeiten und Verstandeskräfte, haben sich erweitert.
Wie ist es dazu gekommen, dass sich mein Sinn erweitert hat? Indem ich `Gottesfurcht´, achtungsvolle Demut gegenüber Gott geübt, seinen Anweisungen gefolgt bin (Sprichwörter 1:7; Psalm 110:10). Unser Glaube ruht nun, was diesen einen Teilbereich anbelangt. Wir müssen uns aber weiterhin um das heranwachsende Pflänzchen kümmern, es mit großer Sorgfalt hegen und pflegen, ansonsten verdorrt es wieder, was so viel bedeutet, dass wir uns weiterhin Gedanken machen müssen. Ansonsten wird das Licht, die Kenntnis, die wir erlangt haben, wieder in Vergessenheit geraten und sie nützt uns nichts mehr (Alma 32:35-41). Um keinen Stillstand einzuleiten, muss es nun mit einem anderen Aspekt unseres Lebens weiter gehen. Wieder beginnend mit Glauben an diesen neuen Punkt des Wortes Gottes ... usw. usw. Wie erweiterst du deinen Sinn?

An image of a sunflower paired with a quote by President Russell M. Nelson: “Let your faith show.”
Zeige deinen Glauben - Elder Russell M. Nelson vom Kollegium der Zwölf Apostel
(Bild: Quelle)

Donnerstag, 17. August 2017

Nun wollen wir das Wort mit einem Samenkorn vergleichen

Alma stellt einen Vergleich an: „Nun wollen wir das Wort mit einem Samenkorn vergleichen. Wenn ihr nun Raum gebt, dass ein Samenkorn in euer Herz gepflanzt werden kann, siehe, wenn es ein wahres Samenkorn oder ein gutes Samenkorn ist, wenn ihr es nicht durch euren Unglauben ausstoßt, so dass ihr dem Geist des Herrn Widerstand leistet, siehe, so wird es anfangen, in eurer Brust zu schwellen; und wenn ihr dieses Schwellen spürt, so werdet ihr anfangen, in euch zu sagen: Es muss notwendigerweise so sein, dass dies ein gutes Samenkorn ist oder dass das Wort gut ist, denn es fängt an, meine Seele zu erweitern; ja, es fängt an, mein Verständnis zu erleuchten; ja, es fängt an, mir köstlich zu sein.“ (Alma 32:28).
Im Internet fand ich folgende Kurzgeschichte von Jack Canfield und Mark Victor Hansen / "Hühnersuppe für die Seele":
Die Geschichte über zwei Samenkörner
Es steckten einmal zwei Samenkörner nebeneinander im Boden.
Das erste Samenkorn sagte: “Ich will wachsen! Ich will meine Wurzeln tief in die Erde senden und ich will als kleines Pflänzchen die Erdkruste durchbrechen, um dann kräftig zu wachsen. Ich will meine Blätter entfalten und mit ihnen die Ankunft des Frühlings feiern. Ich will die Sonne spüren, mich von Wind hin- und herwehen lassen und den Morgentau auf mir spüren. Ich will wachsen!”
Und so entwickelte sich das Samenkorn zu einer kräftigen Pflanze.
Das zweite Samenkorn sagte: “Ich fürchte mich. Wenn ich meine Wurzeln in den Boden senke, weiß ich nicht, was mich dort in der Tiefe erwartet. Ich befürchte, dass mir da etwas wehtut. Es könnte auch sein, dass ich Schaden nehme, wenn ich versuche, die Erdkruste zu durchbrechen. Und ich weiß nicht, was dort oben über der Erde auf mich lauert. Es kann so viel geschehen, wenn ich wachse. Nein, ich bleibe lieber erst einmal hier und warte, bis es sicherer ist.”
Und so verblieb der Samen in der Erde und wartete.
Eines Morgens kam eine Henne vorbei. Sie scharrte mit ihren scharfen Krallen nach etwas Essbaren im Boden. Nach einer Weile fand sie den wartenden Samen im Boden und fraß ihn auf.“ (Quelle)
Nun wollen wir das Wort mit einem Samenkorn vergleichen. In Bezug auf den Vergleich des Samenkorns mit dem Wort Gottes, sowohl hier im Buch Mormon, als auch im Neuen Testament (Markusn 8:11-15; Matthäus 17:20), lerne ich, dass es Samenkörner gibt, die den Wunsch zur Veränderung in sich tragen, dabei handelt es sich um ein `gutes Samenkorn´, aber auch solche, die sich vor Veränderung fürchten. Das sind dann eben `taube Samenkörner´, also nicht keimfähige. Drängt mich das Wort, das als Samenkorn in mein Herz gelegt wird, zu positiver Entwicklung, so weiß ich, dass es ein gutes, ein keimfähiges Korn ist, nämlich das Wort Gottes, das mich zu Unsterblichkeit und ewigem Leben hin entwickeln will, Verständnis über den Sinn und Zweck meiner Existenz entwickeln hilft (Alma 32:29-30,33). Ist es ein Wort, dass mich nicht zu positiver Entwicklung antreibt, kann ich davon ausgehen, dass es sich um ein `taubes Samenkorn´ handelt (Alma 32:32). Es kommt nicht aus dem Munde Gottes und wird mir nicht helfen, mich aus der Erde herauszuwagen. Welche Erlebnisse hattest du schon mit diesen zwei Arten von Samenkörnern?

Matthew 13, Jesus teaches in parables to His disciplesJesus erklärt seinen Jüngern das Gleichnis vom Senfkorn
(Markus 4:30-32; Bild: Quelle)

Mittwoch, 16. August 2017

Ihr könnt zunächst nicht bis zur Vollkommenheit wissen, dass sie gewiss und wahr sind

Alma der Jüngere weiter zu den gedemütigten Zoramiten: „Nun, wie ich vom Glauben gesagt habe—dass er nicht eine vollkommene Kenntnis sei—so ist es auch mit meinen Worten. Ihr könnt zunächst nicht bis zur Vollkommenheit wissen, dass sie gewiss und wahr sind, ebensowenig wie der Glaube vollkommenes Wissen ist. 27 Aber siehe, wenn ihr eure Geisteskraft weckt und aufrüttelt, um mit meinen Worten auch nur einen Versuch zu machen, und zu einem kleinen Teil Glauben ausübt, ja, selbst wenn ihr nicht mehr könnt, als dass ihr den Wunsch habt zu glauben, dann lasst diesen Wunsch in euch wirken, ja, bis ihr auf eine Weise glaubt, so dass ihr einem Teil meiner Worte Raum geben könnt.“ (Alma 32:26-27).
Ihr könnt zunächst nicht bis zur Vollkommenheit wissen, dass sie gewiss und wahr sind. Zur Gewissheit von Wahrheit kommt man also nur Schritt für Schritt. Genauso wie ein kleines Kind nicht gleich auf zwei Beinen stehen und laufen kann, sondern sich durch Versuch und Erfolg bzw. Misserfolg an beides herantastet, müssen wir uns an Wahrheit herantasten, an „... Kenntnis von etwas, wie es ist und wie es war und wie es kommen wird ...“ (Lehre und Bündnisse 93:24). Wahrheit wird uns in Form von Licht - Erkenntnis, Erleuchtung durch den Geist der Wahrheit (Lehre und Bündnisse 6:15) - durch Offenbarung vom Himmel zuteil. Durch die Macht des Heiligen Geistes wird sie uns bestätigt (Moroni 10:5).
Ich lerne, dass menschliche Erkenntnis beschränkt und immer nur eine begrenzte Zeit als wahr anzusehen ist, da sie durch neuere Erkenntnisse schnell überholt und teilweise widerlegt wird. So hat beispielsweise die Ernährungswissenschaft vor einiger Zeit die Erkenntnis verbreitet, dass Eieressen, wegen des schlechten Cholesterins, gesundheitsschädlich sei. Heute sagt sie hingegen, stimmt gar nicht, man könnte pro Woche vier Eier essen, ohne gesundheitlichen Schaden davonzutragen. Hingegen bleibt die Wahrheit, die uns vom Himmel vermittelt wird, immer und ewig wahr (Lehre und Bündnisse 1:39). Diese ewigen Wahrheiten fliegen einem nicht so zu, man muss seine `Geisteskraft wecken und aufrütteln´, sich schon selber eifrig durch Studium des Wortes Gottes und Glauben darum bemühen (Lehre und Bündnisse 109:7,14). Und so tastet man sich Schritt für Schritt an vollkommenes Wissen um die ewige Wahrheit heran. Wie gelangst du zu vollkommenem Wissen der Wahrheit?

An image of the Sacred Grove combined with a quote by President Dieter F. Uchtdorf: “We seek for truth wherever we might find it.”Wir suchen die Wahrheit, wo immer sie zu finden sein mag.“ - Dieter F. Uchtdorf von der Ersten Präsidentschaft
(Bild: Quelle)

Dienstag, 15. August 2017

Nun wünsche ich nicht, dass ihr meint, ich wolle über euch urteilen

Alma der Jüngere kommt nun auf die, anfangs von den gedemütigten Zoramiten, gestellte Frage zu sprechen: „Und nun, meine geliebten Brüder, da ihr von mir wissen wolltet, was ihr tun sollt, weil ihr bedrängt und ausgestoßen seid—nun wünsche ich nicht, dass ihr meint, ich wolle über euch urteilen, außer gemäß dem, was wahr ist—25  denn ich meine nicht, dass ihr, alle von euch, gezwungen worden seid, euch zu demütigen; denn ich glaube wahrhaftig, dass es einige unter euch gibt, die sich demütigen würden, in welchen Umständen sie sich auch immer befinden mögen.“ (Alma 32:24-25).
Nun wünsche ich nicht, dass ihr meint, ich wolle über euch urteilen. Von Ricarda Huch, deutsche Schriftstellerin (1864 - 1947), stammt folgendes Zitat: „In jedem Urteil drückt der naiv urteilende Mensch sich selbst aus.“ Natürlich haben wir viele Situationen, in denen entweder wir über andere, oder andere über uns zu urteilen haben, sich nach eingehender Prüfung, eine Meinung über etwas zu bilden. Wenn ich beauftragt wurde, eine vorgegebene Leistung zu erbringen, so hat der Auftraggeber am Ende auch das Recht, diese zu beurteilen, schließlich muss er dafür auch bezahlen. Nun kommt es darauf an, ob der Beurteilende fachlich und sachlich auch in der Lage ist, sich ein objektives Urteil zu bilden und dieses zu vermitteln. Wenn es um Menschen und nicht um Sachen geht, passiert allzu leicht das, was der italienischer Politiker, Diplomat, Philosoph, Geschichtsschreiber und Dichter (1469 - 1527) Niccolò Machiavelli folgendermaßen formuliert hat: „Die Menschen beurteilen alle Dinge nach dem Erfolg. Jeder sieht, was du scheinst, und nur wenige fühlen, was du bist.“
Hier kommen wir wieder zu Almas Aussage zurück: „... nun wünsche ich nicht, dass ihr meint, ich wolle über euch urteilen, außer gemäß dem, was wahr ist ...“ Sollte ich in einer Situation sein, in der ich jemanden zu beurteilen hätte, darf ich dabei nicht den `Schein´, sondern muss das ´Sein´ sehen. Über jemanden zu urteilen, steht sowieso nur dem zu, der dazu den Auftrag hat. In der Kirche ist dies der Bischof (Lehre und Bündnisse 107:72-73) und er stützt sich dabei auf die seiner Berufung innewohnende `Gabe der Unterscheidung´ (Lehre und Bündnisse 46:27). Zu ihr gehört, das wahre Wesen von Menschen zu erkennen. Sicherlich beurteilen auch wir, die wir diese Berufung nicht haben, laufend unsere Mitmenschen. Ich muss mir dabei aber immer vor Augen halten, dass ich das Bild aus einer anderen Perspektive sehe, und ob die richtig ist? Auf keinen Fall steht es mir zu zu verurteilen. Wie gehst du mit dieser Thematik des Urteilens um?

Urteile niemals über Menschen,(Bild: Quelle)

Montag, 14. August 2017

Kleinen Kindern werden oftmals Worte gegeben, die die Weisen und die Gelehrten beschämen

Alma der Jüngere belehrt die gedemütigten Zoramiten weiter: „Und nun teilt er sein Wort den Menschen durch Engel mit, ja, nicht nur den Männern, sondern auch den Frauen. Nun ist dies nicht alles; den kleinen Kindern werden oftmals Worte gegeben, die die Weisen und die Gelehrten beschämen.“ (Alma 32:23).
Kleinen Kindern werden oftmals Worte gegeben, die die Weisen und die Gelehrten beschämen. Normalerweise gehen wir davon aus, dass jene Menschen mit mehr Lebenserfahrung (Gesamtheit aller Erlebnisse) diese denen weiter vermitteln, die davon noch keine oder weniger besitzen. Von dem irischen Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor Oscar Wilde (1854 - 1900), stammt folgender Aphorismus: „Der einzige Unterschied zwischen einem Mann und einem Kind ist die Erfahrung.“ Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916), österreichische Erzählerin, Novellistin und Aphoristikerin klärt uns allerdings auch auf: „Vieles erfahren haben, heißt noch nicht Erfahrung besitzen.“
Ich lerne hieraus, dass ich allzu oft auch von den Kindern lernen kann. In vielen Aussagen der Heiligen Schrift lehrt uns der Herr dies. Im Joel 3:1-2 lesen wir: „... Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein, ... eure jungen Männer haben Visionen.“ Lukas gibt die Dankesworte Jesu an seinen Vater so wieder: „... Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.“ (Lukas 10:21; mit den Unmündigen sind entsprechend der Joseph Smith Übersetzung der Bibel die kleinen Kinder gemeint: siehe hier). Als der Heiland nach seiner Auferstehung die Menschen auf dem amerikanischen Kontinent besuchte, lehrte er u. a. die Kinder der Menge und löste deren Zunge, sodass sie „... zu ihren Vätern Großes und Wunderbares, ja, sogar Größeres, als er dem Volk offenbart hatte ...“ sprechen konnten (3. Nephi 26:14-16). Ich muss also demütig sein und mithilfe des Heiligen Geist erkennen, was ich von den `Kleinen´ zu lernen habe. Wie ergeht es dir in dieser Hinsicht?

A row of angels in a cloud of warm light gather around Christ and a throng of children who are standing among rubble in the Americas.Jesus segnet die nephitischen Kinder
(Bild: Quelle)

Sonntag, 13. August 2017

Darum ist es zuallererst sein Wunsch, dass ihr glaubt

Alma der Jüngere weiter zu der gedemütigten Gruppe von Zoramiten: „Und nun siehe, ich sage euch—und ich möchte, dass ihr daran denkt—dass Gott zu all denen barmherzig ist, die an seinen Namen glauben; darum ist es zuallererst sein Wunsch, dass ihr glaubt, ja, nämlich an sein Wort.“ (Alma 32:22).
Darum ist es zuallererst sein Wunsch, dass ihr glaubt. Der erste Wunsch des himmlischen Vaters an uns, seine Geistkinder (Psalm 82:6; Köstliche Perle Mose 3:5,7), ist der, dass wir an ihn glauben. Warum? Weil es sein Ziel ist, „... die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.“ (Mose 1:39). Dies ist nicht möglich, wenn wir nicht „... umkehren und an den Namen Jesu Christi glauben und den Vater in seinem Namen anbeten und im Glauben an seinen Namen bis ans Ende ausharren ...“ (Lehre und Bündnisse 20:29).
Inwiefern kommt da noch die Barmherzigkeit (der Geist des Mitleids, des Mitgefühls und der Vergebung), eine der Eigenschaften Gottes, mit ins Boot? Weil wir Menschen nicht aufgrund unserer eigenen Werke gerecht werden können (Titus 3:4-5), denn nur die Barmherzigkeit Gottes kann die Gerechtigkeit, die uns aufgrund unserer Taten trifft, befriedigen (Alma 34:16). Also lerne ich, dass, wenn ich in die Gegenwart Gottes errettet werden möchte, ich an Gott glauben, von meinem Fehlverhalten umkehren und im Glauben an ihn, bis ans Ende meiner Erdentage aushalten muss (Lehre und Bündnisse 54:6).

Samstag, 12. August 2017

Glaube heißt nicht, dass man eine vollkommene Kenntnis von etwas hat

Alma der Jüngere gibt den gedemütigten Zoramiten eine Definition des Begriffs `Glauben´: „... Und wie ich nun vom Glauben gesagt habe—Glaube heißt nicht, dass man eine vollkommene Kenntnis von etwas hat; wenn ihr darum Glauben habt, so hofft ihr auf etwas, was man nicht sieht, was aber wahr ist.“ (Alma 32:21).
Glaube heißt nicht, dass man eine vollkommene Kenntnis von etwas hat. Du kennst sicherlich den Aphorismus von Wilhelm Weitling aus seinem Werk „Das Evangelium des armen Sünders“: „Glauben heißt nicht wissen.“ Glaube unterscheidet sich von Wissen darin, dass es bei ihm um ein Fürwahrhalten ohne methodische, einer durchdachten Methode folgende, Begründung handelt, während Wissen als wahre und gerechtfertigte Tatsache verstanden wird, die nachweisbar ist. Soweit der Versuch einer Klärung der beiden Begriffe aus weltlicher Sicht.
Aus religiöser Sicht klingt es etwas anders. Hier geht es beim Glauben um Vertrauen in etwas, z. B. das Evangelium, oder in jemanden, z. B. Jesus Christus. Beim Glauben spielt die Hoffnung noch eine wesentliche Rolle, nämlich die vertrauensvolle Erwartung und Sehnsucht nach den verheißenen Segnungen der Rechtschaffenheit (Hebräer 11:1; Hinter diesem Vers steht in der Einheitsübersetzung noch folgende Erläuterung: "Der Glaube aber ist die Grundlage dessen, was man erhofft, und die Gewissheit über Dinge, die man nicht sieht."). Stellt sich die Frage, wie entwickle ich Hoffnung. Paulus gibt mir eine Antwort: „... durch Geduld und durch den Trost der Schrift ...“ (Römer 15:4). Um das Ziel zu erreichen, das sich Christus für uns wünscht, Unsterblichkeit und ewiges Leben zu erlangen (Köstliche Perle Mose 1:39), muss ich „... mit Beständigkeit in Christus vorwärtsstreben, erfüllt vom vollkommenen Glanz der Hoffnung und von Liebe zu Gott und zu allen Menschen ...“ (2. Nephi 31:20). Ich habe Hoffnung, dass ich Unsterblichkeit und ewiges Leben erlangen kann, wenn ich den Weg beschreite, den der Herr vorgezeichnet hat: Glaube, Umkehr, Taufe und Ausharren bis ans Ende. Worauf richtet sich deine Hoffnung?

Freitag, 11. August 2017

Einem jeden Menschen wird gemäß seinem Werk geschehen

Alma des Jüngeren weitere Worte zu den gedemütigten Zoramiten: „... Siehe, ich sage euch, es ist auf der einen Seite, wie es auf der anderen ist; und einem jeden Menschen wird gemäß seinem Werk geschehen.“ (Alma 32:20).
Einem jeden Menschen wird gemäß seinem Werk geschehen. Wenn ich ein weltliches Gesetz übertreten habe und dies den zuständigen Behörden bekannt wird, werde ich entsprechend den geltenden Gesetzen zur Rechenschaft gezogen und von einem zuständigen Gericht verurteilt werden. Mir wird also nach meinem Werk (Vergehen) geschehen.
Übertrete ich ein himmlisches Gesetz, gibt es dafür auch eine zuständige `Behörde´ nämlich Jesus Christus (Johannes 5:22), denn „... alle, die unter dem Gesetz sündigten, werden durch das Gesetz gerichtet werden.“ (Römer 2:12). Vor diesem Richter wird mein Verhalten nach dem Maßstab der Grundsätze des Evangeliums beurteilt werden. Dieses `endgültige Gericht´ findet nach der Auferstehung statt. Die Grundlage dafür sind Bücher, in denen meine Taten aufgezeichnet wurden (Offenbarung 20:12; Lehre und Bündnisse 128:6-7). Aber auch meine Erinnerung wird vollkommen sein, und ich werde selber wissen, was ich alles richtig oder falsch gemacht habe und damit quasi mein eigener Richter sein (2. Nephi 9:46). Was dieses himmlische Gericht angeht, gibt es einen gewaltigen Unterschied zum irdischen: Es werden auch die Wünsche meines Herzens, d. h. meine Beweggründe, in den gerechten Richterspruch einfließen (Lehre und Bündnisse 137:9), denn im Gegensatz zu Menschen, kann der Herr in mein Herz sehen (1. Samuel 16:7). Welche Vorstellungen hast du vom endgültigen Gericht des Herrn?

A painting by John Scott showing Christ standing in judgment while people in clothing from all time periods stand around Him.The Last Judgment, Washington D.C. Temple mural by John Scott
(Bild: Quelle)

Donnerstag, 10. August 2017

Wieviel mehr ist jemand verflucht, der den Willen Gottes kennt und ihn nicht tut

Alma der Jüngere fragt die gedemütigten Zoramiten: „Und nun, um wieviel mehr ist jemand verflucht, der den Willen Gottes kennt und ihn nicht tut, als jemand, der nur glaubt oder nur Ursache hat zu glauben und in Übertretung verfällt?“ (Alma 32:19).
Ist es dir schon mal passiert, dass du dir keiner Schuld bewusst warst und du dennoch mit der Schärfe des Gesetzes konfrontiert wurdest? Beispiel: Du kommst mit Souvenirs aus deinem Urlaub zurück und gehst im Flughafen durch den zollfreien Ausgang, wirst von einem Zollbeamten höflich gebeten mit ihm zu kommen und gefragt, ob du etwas zu verzollen hast. Du antwortest mit einem überzeugten „Nein“. Dann wirst du aufgefordert, deinen Koffer zu öffnen. Es wird eine Nachahmung eines am Markt bereits zugelassenen Arzneimittels, welches aber nicht vom eigentlichen Hersteller stammt, gefunden. Dir wird erklärt, dass es sich hierbei um ein `verbotenes Arzneimittel im Reiseverkehr´ handelt und du dich mit der Einführung strafbar gemacht hast. Du meinst: „Das habe ich nicht gewusst!“ Aber, da gibt es einen Rechtsgrundsatz aus dem römischen Recht, der dir im deutschen Sprachraum doch als Volksweisheit bekannt vorkommen dürfte: „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“ - § 2 des ABGB: „Sobald ein Gesetz gehörig kund gemacht worden ist, kann sich niemand damit entschuldigen, daß ihm dasselbe nicht bekannt geworden sey.“ Und so ist es, du hast ein Recht gebrochen, auch wenn unwissend, und musst die Konsequenzen tragen.
Wieviel mehr ist jemand verflucht, der den Willen Gottes kennt und ihn nicht tut. Etwas anders verhält es sich bei dem Herrn. Für ihn folgt einer Übertretung offensichtlich nur in dem Fall eine Strafe, wenn dem Übertreter das Gesetz bekannt war: „Wenn ich nicht gekommen wäre und nicht zu ihnen gesprochen hätte, wären sie ohne Sünde; jetzt aber haben sie keine Entschuldigung für ihre Sünde.“ (Johannes 15:22). Erst sündiges Verhalten wird beim Herrn verfolgt. Und Sünde ist als „Bewusster Ungehorsam gegenüber den Geboten Gottes“ definiert. Deshalb können in den Augen des Herrn auch kleine Kinder nicht sündigen: „... kleine Kinder aber sind gesund, denn sie sind nicht fähig, Sünde zu begehen; ...“ (Moroni 8:8). Das bedeutet für mich, dass ich darauf bedacht sein muss, die Gebote, die mir bekannt sind, nicht zu übertreten. Nachdem es dennoch immer mal wieder passiert, denn „Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.“ (Römer 3:23), hat uns der Herr, aufgrund dessen, dass er für uns alle gesühnt hat, die Möglichkeit der Umkehr (Lehre und Bündnisse 58:42-43) eröffnet. Hierfür bin ich dem Herrn zutiefst dankbar und nutze sie gerne. Was tust du, um von dem Herrn nicht verflucht zu werden?

A painting by Robert T. Barrett of Cain leaning on a staff and Abel holding a lamb, with storm clouds gathering overhead.
Der Herr verfluchte Kain wegen des Brudermordes
(Köstliche Perle Mose 5:36; Bild: Quelle)

Mittwoch, 9. August 2017

Es gibt viele, die sagen: Wenn du uns ein Zeichen vom Himmel zeigen willst

Alma der Jüngere erklärt den gedemütigten Zoramiten weiter: „Ja, es gibt viele, die sagen: Wenn du uns ein Zeichen vom Himmel zeigen willst, dann werden wir mit Gewissheit wissen; dann werden wir glauben. 18  Nun frage ich: Ist das Glaube? Siehe, ich sage euch: Nein; denn wenn jemand etwas weiß, so hat er keine Ursache zu glauben; denn er weiß es.“ (Alma 32:17-18).
Es gibt viele, die sagen: Wenn du uns ein Zeichen vom Himmel zeigen willst. Ich spule die Zeit um gute einhundert Jahre vor und da kommen mir die Pharisäer in den Sinn, die im Gebiet von Dalmanuta am See Genezareth mit Christus ein Streitgespräch begannen, in dem sie von ihm ein Zeichen vom Himmel forderten, um ihn auf die Probe zu stellen. „Da seufzte er tief auf und sagte: Was fordert diese Generation ein Zeichen?“ (Markus 8:10-12). Im Matthäus wird die Antwort des Herrn noch drastischer ausgedrückt: „Diese böse und treulose Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona. Und er ließ sie stehen und ging weg.“ (Matthäus 16:4).
Will ich zu einer bösen und gegenüber Gott treulosen Generation gehören, und von Christus oder seinen mit Vollmacht ausgestatteten Dienern Zeichen fordern, um Glauben an Gott zu erlangen? Das kommt mir nie und nimmer in den Sinn. Ich verfolge eher den Weg: „... Glaube kommt nicht durch Zeichen, sondern Zeichen folgen denen, die da glauben.“ (Lehre und Bündnisse 63:7-11). Mit den Zeichen, die gefordert werden, ist es nämlich so, dass der Mensch sie nach geraumer Zeit einfach wieder vergisst oder sich sagt, dass sie „... durch Menschen und durch die Macht des Teufels bewirkt ...“ wurden (3. Nephi 2:1-2). Glaube ist nämlich ein Hoffen auf Dinge, die man nicht sieht, die aber dennoch wahr sind (Hebräer 11:1; Alma 32:21). Wenn ich von etwas eine vollkommene Kenntnis habe, brauche ich in dieser Angelegenheit nicht mehr Glauben. In welchen Situationen wünscht du dir Zeichen, anstatt zuerst Glauben zu üben?

(Bild: Quelle; Text: Quelle)

Dienstag, 8. August 2017

Wer sich wahrhaft demütigt und von seinen Sünden umkehrt und bis ans Ende ausharrt

Alma der Jüngere weiter zu den gedemütigten Zoramiten: „Ja, wer sich wahrhaft demütigt und von seinen Sünden umkehrt und bis ans Ende ausharrt, der wird gesegnet sein—ja, viel mehr gesegnet als diejenigen, die wegen ihrer überaus großen Armut gezwungen sind, demütig zu sein.“ (Alma 32:15).
Wer sich wahrhaft demütigt und von seinen Sünden umkehrt und bis ans Ende ausharrt. Von dem katholischen Schriftsteller und Mystiker Stefan Fleischer, (*1938), stammt folgender Aphorismus (geistreicher Sinnspruch) zum Thema Ideal: „Drei Dinge braucht der Mensch: – ein Ideal, hinter dem er nachhinkt, – ein Feindbild, das schuld ist, dass er es nie erreicht – und die Sicherheit, mit beiden Beinen auf dem Boden der Realität zu stehen.“ Von Alma dem Jüngeren werden zum Thema Ideal, von Gott gesegnet zu sein, drei andere wichtige Dinge aufgezählt, die der Mensch braucht: sich wahrhaft zu demütigen (seine Abhängigkeit von Gott erkennen und sich seinem Willen unterwerfen), Umkehr von falschem Tun (die Wandlung von Herz und Sinn, mit der Zuwendung zu Gott), Beständigkeit in den zwei vorherigen Punkten.
Dem `Ideal´, `wahrhaft demütig zu sein´, hinke ich hier und da hinterher. Das `Feindbild´, das Schuld daran ist, dass ich das Ideal nicht oder nur teilweise erreiche, ist `mein schwaches Fleisch´ (Matthäus 26:41). Die `Sicherheit´ findet sich in meinem aufrichtigen beständigen Bemühen, der `Umkehr´, welche ich, wo erforderlich, nach einigen Erfahrungen in meinem Leben seit langen Jahren ungezwungen, übe (Alma 32:16). Setze ich diese drei Punkte ernsthaft und beständig um, werde ich insofern gesegnet, dass ich durch Christus ins immerwährende Reich Gottes errettet werden kann (1. Nephi 13:37).

(Bild: Quelle)

Montag, 7. August 2017

So dass ihr demütig sein und dass ihr Weisheit lernen könnt

Alma weiter zu der, von den Reichen gedemütigten, Gruppe Zoramiten: „Ich sage euch, es ist gut, dass ihr aus euren Synagogen ausgestoßen seid, so dass ihr demütig sein und dass ihr Weisheit lernen könnt; denn es ist notwendig, dass ihr Weisheit lernt; denn weil ihr ausgestoßen seid, weil ihr von euren Brüdern wegen eurer überaus großen Armut verachtet werdet, seid ihr zur Demut des Herzens gebracht worden; denn ihr seid notwendigerweise veranlasst, demütig zu sein.“ (Alma 32:12).
Sodass ihr demütig sein und dass ihr Weisheit lernen könnt. Alma der Jüngere erklärt der Gruppe der gedemütigten Zoramiten, dass es manchmal nicht anders geht, als mit etwas drastischeren Mitteln, auf Fehlentwicklungen in seinem Lebensweg, aufmerksam gemacht zu werden. Würde Leidensdruck manchmal nicht auch ins Unerträgliche gesteigert werden, sodass man keinen anderen Ausweg mehr weiß, würde man nicht erkennen, dass man ins Verderben rennt, und würde seinen verderbten Lebenswandel beibehalten, und somit keine Weisheit erlangen (Alma 32:13).
Weisheit ist eine von Gott gegebene Fähigkeit, ohne die keine rechtschaffenen Entscheidungen getroffen werden können. Sie ist eine Gabe Gottes, die er denen verleiht, die mit der richtigen Motivation Rechtschaffenes bewirken wollen (Exodus 36:2). Wie erlange ich Weisheit? Ich muss durch Studium und Glauben aus den besten Quellen nach Wissen trachten (Lehre und Bündnisse 109:7). Durch richtiges Anwenden des erlangten Wissens werde ich Erfahrungen machen, die mir die Wahrheit des Gelernten bestätigen (Matthäus 11:19). Wenn ich bei meinen rechtschaffenen Bemühungen auf die Hilfe Gottes setze und ihn, wie Salomo bitte (2. Chronik 1:10-12), kann ich darauf hoffen, dass er mir mit seinen Segnungen bei der Erlangung von Weisheit zur Seite stehen wird (Exodus 31:2-3). Überträgt mir der Herr in seinem Werk Aufgaben, so kann er mich auch durch das Auflegen der Hände seiner bevollmächtigten Diener, mit dem Geist der Weisheit erfüllen (Deuteronomium 34:9). Wie gehst du vor, um Weisheit zu erlangen?

Salomons UrteilDas Salomonische Urteil
(1. Könige 3:16-28; Bild: Quelle)

Sonntag, 6. August 2017

Meint ihr denn, ihr könnt Gott nicht anbeten außer nur in euren Synagogen?

Nachdem der Sprecher der gedemütigten Zoramiten Alma den Jüngeren befragte, was sie gegen ihren Ausschluss aus den Synagogen tun könnten, wendete sich Alma ihm und denen, die bei ihm waren, zu (Alma 32:5-7) und sagte: „Siehe, ich sage euch: Meint ihr denn, ihr könnt Gott nicht anbeten außer nur in euren Synagogen? 11  Und weiter möchte ich fragen: Meint ihr denn, ihr dürft Gott nicht anbeten außer einmal in der Woche?“ (Alma 32:10-11).
Meint ihr denn, ihr könnt Gott nicht anbeten außer nur in euren Synagogen? Was ist unter Anbetung zu verstehen? Nicht nur, wie man u. U. annehmen könnte, das Gebet, sondern auch eine Vielfalt anderer Zuwendungen zu Gott. Zur Anbetung gehören auch der Ausdruck meiner Liebe und meiner Ehrfurcht Gott gegenüber sowie mein Dienst und meine Hingabe (Lehre und Bündnisse 20:19). Das aber ist noch nicht alles, was zur Anbetung zählt. Anbetung schließt auch noch mit ein: das Fasten, um seiner Anbetung einen verstärkten Ausdruck zu verleihen; das Dienen in der Kirche; die Teilnahme an heiligen Handlungen des Evangeliums, wie am wöchentlichen Abendmahl und anderes Verhalten, das Hingabe und Liebe zu Gott erkennen lässt.
Ich erkenne, dass ich Gott unabhängig von irgendwelchen Räumlichkeiten, immer und überall anbeten kann. Selbstverständlich sage ich Gott jederzeit in meinem Heim im Namen von Jesus Christus Dank (Epheser 5:20), denn ich weiß, dass ich Gott immerdar im Namen des Sohnes Gottes anrufen soll (Köstliche Perle Mose 5:8). Weiterhin ist mir klar geworden, dass nicht nur das Beten zur Anbetung gehört, sondern all mein Verhalten im täglichen Leben, das erkennen lässt, dass ich Gott liebe, wozu auch der sonntägliche Kirchenbesuch, verbunden mit der Teilnahme am Abendmahl gehört. Wie sieht deine Anbetung aus?

A woman holds a rake and talks to an elderly woman while a group of young adults clean up the yard.Zur Anbetung gehört auch Dienst am Nächsten
(Bild: Quelle)

Samstag, 5. August 2017

Die arm im Herzen waren, wegen ihrer Armut, was die Dinge der Welt betrifft

„Als nun Alma das Volk auf dem Hügel Onida belehrte und zu ihnen sprach, da kam eine große Menge zu ihm, und es waren diejenigen, von denen wir gesprochen haben, von denen, die arm im Herzen waren, wegen ihrer Armut, was die Dinge der Welt betrifft.“ (Alma 32:4).
Die arm im Herzen waren, wegen ihrer Armut, was die Dinge der Welt betrifft. Alma der Jüngere und Hohepriester der ganzen Kirche, belehrte die vom wahren Glauben abgefallenen Zoramiten auf einem Hügel Namens Onida - übrigens, Onida ist u. a. ein indianischer Frauenname und bedeutet so viel wie: „Die Eine, wonach gesucht wurde“. Nun, wer suchte an diesem Hügel Onida wonach? Die an weltlichen Gütern armen Zoramiten suchten nach der Möglichkeit wieder Gott anbeten zu können. Sie wurden von ihren eigenen Volksangehörigen wegen ihrer Armut verachtet und durften ihre Synagogen, die sie unter Mühen mit ihren eigenen Händen erbaut hatten, nicht betreten, hatten nach ihrem Verständnis keinen Ort der Gottesanbetung mehr. Aufgrund ihrer Armut an materiellen Gütern, wie Nahrung, Kleidung und Unterkunft, wurden sie nun auch noch `arm im Herzen [arm in Geiste]´.
Die `Armen im Geiste´ werden auch in der Bergpredigt des Heilandes angesprochen. In der Lutherübersetzung von 1984 lesen wir: „Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.“ (Matthäus 5:3). Und in seiner Rede an die Nephiten sagt Jesus, dass „... die im Geist Armen ...“ gesegnet sein würden (3. Nephi 12:3). Wer ist mit: „die da geistlich arm sind“ gemeint? Damit sind diejenigen gemeint, die sich demütig an den Herrn wenden, um ihn kennenzulernen, Bündnisse mit ihm einzugehen und ihm zu folgen. Schade nur, dass viele Menschen sich erst demütigen, wenn es ihnen schlecht geht, sei es aufgrund von Kriegen, Katastrophen oder sonstigen Bedrängnissen, wie hier bei den Zoramiten der soziale Ausschluss (Alma 32:5-6). Besser ist es jedoch, man demütigt sich aus freien Stücken, weil man es von sich aus will, ohne Zwang aufgrund äußerlich ungünstiger Umstände (Alma 32:14). Ich bin dankbar, dass ich mich ohne äußeren Zwang dem Herrn zuwenden und das Evangelium gepredigt bekommen durfte, weil ich es gerne wollte (Lehre und Bündnisse 35:15). Unter welchen Umständen hast du dich gedemütigt?

A poster showing a young woman kneeling to pray with the words “Send a Knee Mail” in the center.(Bild: Quelle)

Freitag, 4. August 2017

Sie wurden von ihren Brüdern als Abschaum angesehen

Wir lesen, dass Alma der Jüngere und Hohepriester der ganzen Kirche, mit seinen sieben Mitarbeitern, nach viel Arbeit bei den Zoramiten im Land Antionum anfingen, „... unter der armen Schicht des Volkes Erfolg zu haben; denn siehe, man hatte diese wegen ihrer groben Gewänder aus den Synagogen ausgestoßen—3  darum war es ihnen nicht erlaubt, in ihre Synagogen zu gehen, um Gott anzubeten, denn sie wurden als schmutzig angesehen; darum waren sie arm; ja, sie wurden von ihren Brüdern als Abschaum angesehen; darum waren sie arm, was die Dinge der Welt betrifft; und sie waren auch arm im Herzen.“ (Alma 32:2-3).
Sie wurden von ihren Brüdern als Abschaum angesehen. Du hast sicherlich schon mal Hülsenfrüchte oder richtige Fleischbrühe gekocht. Dabei musstest du aufpassen, dass du den entstehenden Schaum immer wieder abschöpfen musstest, deshalb `Abschaum´, da er ansonsten flocken und die Flüssigkeit trüben würde. Diesen Vorgang beim Kochen eiweißhaltiger Zutaten nennt man küchensprachlich `Abschäumen´. Seit dem 15. Jahrhundert wird der Begriff `Abschaum´ auch umgangssprachlich für „schlechte, ausgestoßene Menschen“, „Pöbel“, im weitesten Sinne also: „Abfall“ verwendet.
Nehmen wir an, du bist in einem vornehmen Stadtviertel und möchtest gerne zur Gottesverehrung eine Kirche besuchen. Du kommst hin, und siehst, dass alle in besonders teure Gewänder, mit hochwertigen Accessoires, gekleidet sind. Dir wird wahrscheinlich ganz mulmig, da du gerade auf der Durchreise bist und nur Jeans, ein buntes Hemd und Sneakers anhast. Obwohl alles sauber ist, wirst du von allen anderen Besuchern schief angeguckt und du fühlst dich unwillkommen und möchtest am liebsten wieder gehen. Was erst, wenn sie dich zum Gehen auffordern würden, wie es die Zoramiten mit den armen Menschen getan haben, dem `Abschaum´, die sich keine bessere Kleidung leisten konnten - wahrscheinlich sogar noch, weil sie sich für den Reichtum der anderen abrackern mussten. Ich lerne für mich daraus, dass ich niemanden, aufgrund seiner aus meiner Sicht minderwertigen Kleidung, als `Abschaum´ ansehen, und aus der Kirche fernhalten darf - das gilt natürlich für sein gesamtes Erscheinungsbild; ggf. benötigt er sofortige Hilfe und danach Hilfe zur Selbsthilfe. Wie sind deine Empfindungen in solchen Situationen?

(Bild: Quelle)

Donnerstag, 3. August 2017

Sie predigten das Wort sogar auf ihren Straßen

Nachdem Alma der Jüngere und Hohepriester über die ganze Kirche alle Vorbereitungen getroffen hatte (Alma 31:36), um den vom wahren Glauben abgefallenen Zoramiten im Land Antionum das Wort zu predigen (Alma 31:1,3,5), setzten sie ihr Vorhaben in die Tat um: „Und es begab sich: Sie gingen aus und fingen an, dem Volk das Wort Gottes zu predigen, und gingen in ihre Synagogen und in ihre Häuser; ja, und sie predigten das Wort sogar auf ihren Straßen.“ (Alma 32:1).
Sie predigten das Wort sogar auf ihren Straßen. Die ganz normale Art, nicht mehr aktive Mitglieder einer Kirche zurückzugewinnen, dürfte darin bestehen, sie zunächst dort aufzusuchen, wo sie als Gemeinde zusammenkommen. Das waren bei den Zoramiten deren Synagogen, der für religiöse Zwecke gebrauchte Versammlungsort. Die Zoramiten mussten diese Orte aus den Belehrungen kennen (Alma 31:8), die sie früher, vor ihrer Trennung von den Nephiten, bei ihnen erhalten hatten (1. Nephi 5:11-12), denn sie hatten sich solche errichtet und versammelten sich einmal wöchentlich dort zur Gottesanbetung. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die einzelnen Mitglieder nebst ihren Familien in deren Unterkünften zu besuchen und zu unterweisen. Dann gibt es als letzte Möglichkeit die Arbeit in der Öffentlichkeit, also auf der Straße.
Diese Möglichkeiten nutzten Alma der Jüngere mit seinen sieben Mitarbeitern. Sie predigten in ihren Synagogen, in ihren Häusern und auf der Straße. Missions- bzw. Reaktivierungsarbeit sieht heute nicht anders aus. Mitglieder einer Gemeinde und Missionare arbeiten Hand in Hand, auch in dem `sich kümmern´ um Mitglieder, die längere Zeit nicht mehr die Kirche besucht haben. Zunächst wird in den Gemeinden über den großen Wert einer jeden Seele in den Augen Gottes gesprochen (Lehre und Bündnisse 18:10), um die Mitglieder zu ermuntern, sich um diejenigen zu kümmern, die schon lange nicht mehr in der Gemeinde waren. Dann werden die eingeteilten Heimlehrer, Besuchslehrerinnen oder auch Vollzeitmissionare beauftragt, diese in ihren Heimen zu besuchen, um zu sehen, wie es ihnen geht, und sie einzuladen, wieder zu Christus zu kommen, doch wieder die Gemeinschaft zu genießen und am Abendmahl teilzunehmen. Die Vollzeitmissionare nutzen auch die Möglichkeit, dort, wo es erlaubt ist (in Russland ist es z. B. derzeit nicht erlaubt), Menschen auf der Straße zum Thema Glauben an Gott anzusprechen und auch sie einzuladen, Christus kennenzulernen. Was hast du schon gemacht, um Menschen einzuladen, zu Christus zu kommen?

A man in Georgia wearing a gray T-shirt and brown hat, gesturing while talking to two sister missionaries outside.Ein Mann spricht mit Missionarinnen auf der Straße
(Bild: Quelle)

Mittwoch, 2. August 2017

Er gab ihnen auch Stärke, so dass sie keinerlei Bedrängnisse litten

Alma der Jüngere und Hohepriester der ganzen Kirche, hatte für ihre Missionsarbeit bei den Zoramiten gebetet und seine sieben Mitarbeiter durch Händeauflegen gesegnet. „Und der Herr sorgte für sie, dass sie nicht hungerten und dass sie nicht dürsteten; ja, und er gab ihnen auch Stärke, so dass sie keinerlei Bedrängnisse litten, die nicht in der Freude über Christus verschlungen worden wären. Nun war dies gemäß dem Gebet Almas, und dies, weil er im Glauben gebetet hatte.“ (Alma 31:38).
Er gab ihnen auch Stärke, sodass sie keinerlei Bedrängnisse litten. Weil Alma der Jüngere `im Glauben´ gebetet hatte, wurde ihnen in ihrem Missionsprojekt, die abgefallenen Zoramiten zurückzugewinnen, durch den Herrn in jeglicher Hinsicht Segen und Hilfe zuteil. Dabei fallen mir doch die Aussagen der Seligpreisungen in der Bergpredigt ein: „Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. 11 Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. 12 Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.“ (Matthäus 5:10-12).
Du kennst sicher den Ausspruch von Friedrich Nietzsche aus der Götzen-Dämmerung (1898; Kriegsschule des Lebens, Sprüche und Pfeile 8): „Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.“  Bedrängnisse sind etwas, was jedem Menschen widerfährt. Dem einen mehr, dem anderen weniger, doch ohne können wir nicht stark werden. Hätten wir keine Gegensätze, könnten wir das Gute nicht schätzen (Lehre und Bündnisse 29:39). Der Herr lässt uns durch Bedrängnisse und Schwierigkeiten gehen, damit wir in seinen Händen ein brauchbares Werkzeug werden, er schleift uns, damit aus einem Rohling ein Edelstein wird. Das tut sicherlich weh, doch er macht es nicht, „... um zu sehen, ob wir Schwierigkeiten ertragen können. Es geht ihm vielmehr darum, ob wir sie gut ertragen können, denn dann werden wir geschliffen.“ (Präsident Henry B. Eyring, Erster Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft: „Der Lohn für gutes Ausharren“). Für mich kann ich z. B. feststellen, dass sich durch diverse Bedrängnisse mein Vermögen, mich in ähnliche Situationen anderer einfühlen und besser drauf reagieren zu können, meine Empathie, ausgeprägt hat. Durch welche Bedrängnisse wurdest du schon geschliffen?

Infos zur Ausbildung zum Edelsteinschleifer(Bild: Quelle)

Dienstag, 1. August 2017

Sie machten sich keine Gedanken um sich selbst

Nachdem Alma der Jüngere und Hohepriester über die ganze Kirche seinen Mitarbeitern die Hände aufgelegt hatte, „... trennten sie sich voneinander, und sie machten sich keine Gedanken um sich selbst, was sie essen würden oder was sie trinken würden oder was sie anziehen würden.“ (Alam 31:37).
Sie machten sich keine Gedanken um sich selbst. Hierbei kommt mir der Teil der Bergpredigt in den Sinn, in dem der Herr von `der falschen und der rechten Sorge´ spricht. Seine Jünger (Matthäus 5:1-2), die in seinem Auftrag den Menschen dienen sollten, lehrte er, dass sie sich bei diesem Dienst nicht um ihr Leben sorgen sollten. Wenn sie dies tun würden, und es ihnen zuerst um sein Reich gehen würde, würde ihnen „... alles andere dazugegeben.“ (Matthäus 6:25-34). Dieselben Belehrungen gab Jesus Christus seinen zwölf berufenen Aposteln bei seinem Besuch auf dem amerikanischen Kontinent um 34 n. Chr.: „... Sorgt nicht um euer Leben, ...“ und wenn es ihnen zuerst um sein Reich gehen würde, würde ihnen alles Notwendige hinzugefügt werden (3. Nephi 13:25-34).
Unter vielen anderen, hatte der Herr Oliver Cowdery im Juli 1830 in Harmony Pennsylvania, den Auftrag gegeben, das Evangelium zu predigen und ihm gesagt, dass er dabei „... weder Beutel noch Tasche mitnehmen, auch keinen Stab und keine zwei Röcke, denn die Kirche wird dir zur selben Stunde geben, was du an Nahrung und an Kleidung und an Schuhen und an Geld und an Tasche brauchst.“ (Lehre und Bündnisse 24:10,18). Annähernd so ist es uns in den sechziger Jahren auf `Baumission´ gegangen. Wir wurden von den örtlichen Mitgliedern, wo wir ein Kirchengebäude errichteten, verköstigt und bekamen meist auch bei ihnen Schlafquartier. Von den heutigen Missionsanwärtern auf eine Vollzeitmission wird allerdings erwartet, vor ihrem Missionsantritt, Sorge dafür zu tragen, dass sie sich geistig, körperlich, mental, seelisch und finanziell auf diesen vorbereiten. Es wird erwartet, dass sowohl der Missionar als auch seine Familie für den finanziellen Unterhalt während der Mission vertretbare Opfer bringen. Sollte dies in besonderen Fällen nicht möglich sein, wird der Missionar finanziell von den Mitgliedern unterstützt. Hierfür gibt es einen besonderen Fond, den Missionarsfond. Ich spende monatlich einen bestimmten Betrag in diesen Fond, um auf diese Weise jenen zu helfen, die finanzielle Unterstützung für ihre Mission benötigen. Diese finanzielle Vorbereitung soll u. a. dazu beitragen, dass der Missionsanwärter lernt, eher mit den begrenzten finanziellen Mitteln eines Missionars auszukommen. In welcher Form unterstützt du die Missionsarbeit?

Two elder missionaries in suits standing and giving a pass-along card to a man in a blue shirt in Brazil.Ein Missionarspaar im Gespräch mit einem Mann auf der Straße
(Bild. Quelle)

Montag, 31. Juli 2017

Legte er allen, die bei ihm waren, seine Hände auf

Nachdem Alma der Jüngere den Herrn um Trost, Geduld, Stärke und Erfolg für ihr Unternehmen, die Zoramiten für den wahren Glauben zurückzugewinnen, angefleht hatte (Alma 31:32 -35), übte er seine Vollmacht als Hohepriester der gesamten Kirche aus und legte allen „... die bei ihm waren, seine Hände auf. Und siehe, als er ihnen seine Hände auflegte, wurden sie vom Heiligen Geist erfüllt.“ (Alma 31:36).
Legte er allen, die bei ihm waren, seine Hände auf. In der Bibel lesen wir über das Händeauflegen durch bevollmächtigte Priestertumsträger an vielen Stellen. Beispielhaft, als es um die Weihe und den Dienst der Leviten geht. Die Leviten sollten nach ihrer symbolhaften Reinigung vor das Offenbarungszelt geführt werden und ganz Israel sollte sich ebenfalls versammeln. „Die Israeliten sollen den Leviten die Hände auflegen 11 und Aaron soll an den Leviten im Namen der Israeliten vor den Augen des Herrn die Weihe vornehmen. Auf diese Weise sollen sie den Dienst des Herrn antreten.“ (Numeri 8:10-11). Aaron, der ältere Bruder von Mose (Exodus 7:1,7), war der vom Herrn beauftragte Führer im Priestertum (Exodus 28:1-4) und er wiederum sollte durch Händeauflegen die Leviten für ihren Dienst bevollmächtigen.
In der Kirche des Herrn, werden viele Priestertumshandlungen durch das Auflegen der Hände vollzogen, wie z. B. Ordinierungen zu bestimmten Aufgaben in der Kirche (z. B. Apostelgeschichte 6:1-6 die Ordinierung zum Amt des Siebziger), die Spendung von Segen (z. B. die Kindessegnung: Lehre und Bündnisse 20:70), Krankensegnungen (Lehre und Bündnisse 42:44), nach der Taufe die Bestätigung als Mitglied der Kirche und die Spendung des Heiligen Geistes (Lehre und Bündnisse 35:6). Jedem, der mit der Vollmacht Gottes ausgerüstet wird, werden die Hände durch hierzu bevollmächtigte Diener des Herrn aufgelegt, wie es von dem, der seine Kirche leitet, Jesus Christus (Epheser 5:32), vorgegeben wurde, denn „keiner nimmt sich eigenmächtig diese Würde, sondern er wird von Gott berufen, so wie Aaron.“ (Hebräer 5:4).

The restoration of the Melchizedek Priesthood.
Petrus, Jakobus und Johannes übertragen Joseph Smith das Priestertum, denn sie hielten als Letzte diese Schlüsselvollmacht
(Lehre und Bündnisse 27:12; Bild: Quelle)

Sonntag, 30. Juli 2017

Dass ich die Stärke habe, mit Geduld diese Bedrängnisse zu ertragen

Alma der Jüngere fleht den Herrn im Gebet weiter an: „O Herr, mein Herz ist überaus bekümmert; wollest du meine Seele in Christus trösten. O Herr, mögest du mir gewähren, dass ich die Stärke habe, mit Geduld diese Bedrängnisse zu ertragen, die wegen des Übeltuns dieses Volkes über mich kommen werden.“ (Alma 31:31)
Dass ich die Stärke habe, mit Geduld diese Bedrängnisse zu ertragen. Alma der Jüngere litt sehr unter dem Verhalten der Zoramiten. Er bat den Herrn darum, dieses Leiden mit Gelassenheit und Standhaftigkeit zu ertragen, um die Fähigkeit bzw. Bereitschaft, ruhig und beherrscht abzuwarten, eigene Bedürfnisse zurückzustellen, eben um Geduld.
Geduld ist eine christliche Tugend. Sie wird schon seit dem 16. Jahrhundert mit einem gespannten Bogen verglichen. Das Reißen des Geduldsfadens wird also mit dem Reißen der Bogensehne gleichgesetzt. Daher stammt die Redensart: „Jemandem reißt der Geduldsfaden“. Lyman Abbott, (1835-1922; US-amerikanischer Religionsphilosoph, Theologe, Herausgeber, Schriftsteller) soll gesagt haben: „Geduld ist gezähmte Leidenschaft.“ Denk nur an kleine Kinder, wenn sie ungeduldig auf den Moment warten, wo sie ihr Geschenk endlich öffnen dürfen. Einem Erwachsenen ergeht es meist ebenso. Denk nur daran, wenn du etwas bestellt hast, das du dir schon lange gewünscht hast. Du kannst es wahrscheinlich auch kaum erwarten, bis es endlich geliefert ist. Und wie groß die Freude, wenn es schneller geliefert wird, als vorhergesagt. Der Apostel Paulus mahnt diejenigen, die in der Kirche des Herrn eine Berufung erhalten haben: „Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe.“ (Epheser 4:2). In neuzeitlicher Offenbarung werde ich aufgefordert: „... fahrt fort in Geduld, bis ihr vollkommen geworden seid.“ (Lehre und Bündnisse 67:13). Geduld ist etwas, was man lernen kann. Hoffnung darauf, dass sie sich für uns auszahlt, hilft uns dabei. Geduld zahlt sich in vielfältiger Weise aus: besseres Konzentrationsvermögen, mehr Gelassenheit, geringeres Konfliktpotenzial, Problemlösung fällt leichter, in Ruhe Vor- und Nachteile abwägen können, besseres Durchhaltevermögen. Ich bin sehr dankbar für die Fortschritte, die ich in Sachen Geduld im Laufe meiner Entwicklung machen durfte. Inzwischen bin ich wesentlich geduldiger als in jungen Jahren. Wie ergeht es dir in Sachen Geduld?

Samstag, 29. Juli 2017

O Herr, wollest du mir Kraft geben, dass ich meine Schwächen ertragen kann

Alma der Jüngere betet weiter zu Gott wegen der frustrierenden Erlebnisse bei den Zoramiten: „O Herr, Gott, wie lange willst du zulassen, dass solche Schlechtigkeit und Untreue unter diesem Volk sei? O Herr, wollest du mir Kraft geben, dass ich meine Schwächen ertragen kann. Denn ich bin schwach, und solche Schlechtigkeit unter diesem Volk peinigt meine Seele.“ (Alma 31:30).
O Herr, wollest du mir Kraft geben, dass ich meine Schwächen ertragen kann. Ist dir in einem Vorstellungsgespräch schon mal die Frage nach deinen Stärken und Schwächen gestellt worden? Hattest du dir vorher überlegt, wie du darauf reagieren solltest? „Forscher des University College London fanden heraus: Wer sich im Bewerbungsgespräch selbstkritisch und authentisch zeigt (und seine Schwächen zugibt), steigert seine Chancen auf den Job um das Fünffache. Drei Studien mit insgesamt rund 2000 Probanden waren dem Ergebnis vorausgegangen. Dabei zeigte sich: Wer sich perfekt präsentierte, schnitt weniger gut ab als jene, die einen ungeschminkten Eindruck von sich selbst vermittelten.“ (Quelle).
Dem Herrn gegenüber brauchen wir uns nicht zu verstellen, er kennt unsere Mängel an Fähigkeiten, Kraft oder Fertigkeiten, also unsere Schwächen, besser wie wir selber (Lehre und Bündnisse 62:1). Wenn wir meinen, dass wir alles aus eigener Kraft heraus tun können, dann überschätzen wir uns maßlos. Jeder Mensch hat seine Schwächen und der Herr zeigt sie uns, damit wir erkennen durch wessen Gnade wir in die Lage versetzt werden etwas zu erreichen (Jakob 4:6-7Ether 12:27-28). Erst, wenn ich meine Schwäche erkannt habe, wird der Herr mir helfen, sie in eine Stärke zu verwandeln (Ether 12:37). Ich lerne daraus, dass ich mich mit meinen Schwächen erkennen muss, um dann mithilfe des Herrn diese in Stärken zu wandeln. Sehe ich z. B. eine Schwäche darin, dass meine Antworten durch viel zu viele Worte weitschweifig und dadurch unverständlich werden, könnte meine Stärke werden: „In der Kürze liegt die Würze“ (dieses Sprichwort stammt ursprünglich aus Shakespeares Hamlet, von 1603), denn kurze und knappe Wortbeiträge sind eingängiger und deshalb auch besser verständlich. Welche Schwächen hast du schon erkannt und mit der Hilfe des Herrn in Stärken umwandeln können?

(Bild: Quelle)

Freitag, 28. Juli 2017

Sie rufen dich an mit ihrem Mund, während sie aufgrund der Nichtigkeiten der Welt aufgeblasen sind

Alma der Jüngere rief ob der Schlechtigkeit der Zoramiten den Herrn an, wie lange er zulassen würde, dass sie diese sehen müssten (Alma 31:26) und betete weiter: „Siehe, o Gott, sie rufen zu dir, und doch hat ihr Stolz ihnen das Herz verschlungen. Siehe, o Gott, sie rufen dich an mit ihrem Mund, während sie aufgrund der Nichtigkeiten der Welt aufgeblasen sind, ja, zu großer Größe.“ (Alma 31:27).
Sie rufen dich an mit ihrem Mund, während sie aufgrund der Nichtigkeiten der Welt aufgeblasen sind. Kennst du die Fabel „Von dem Frosch und dem Ochsen“ von Heinrich Steinhöwel? Sie geht so: „Ein Frosch sah einen Ochsen auf der Weide gehen und gedachte bei sich selbst: "Wenn du deine runzlichte Haut aufblähst, so möchtest du wohl auch so groß werden wie dieser Ochse." Da fing er an, sich zu blähen, so stark er nur konnte, und fragte seine Jungen: "Was dünket euch? Bin ich bald so groß wie jener Ochse?" Sie antworteten: "Nein." Da blähte er sich noch mehr auf und sprach zu ihnen: "Wie nun?" Sie antworteten wie zuvor. Nun begann er, sich zum drittenmal zu blähen; da zerplatzte er und starb.“ Die Moral von der Geschicht:"Übertreiben lohnt sich nicht!“ Offensichtlich übertrieben es die Zoramiten, wie wir im nächsten Vers lesen (Alma 31:28). Ja und sie behaupteten auch, dass ihnen kundgetan wurde, „... dass es keinen Christus geben werde.“ (Alma 31:29).
Wenn ich aufrichtig den Herrn anbete, kann es nicht sein, dass ich aufgrund der Nichtigkeiten der Welt aufgeblasen bin. Mit Inbrunst zu meinem Schöpfer beten, bedeutet für mich, demütig zu ihm zu kommen und nicht aufgeblasen und stolz. Das passt einfach nicht zusammen. Wenn ich aufgeblasen und stolz bin, dann anerkenne ich nicht im Geringsten meine Abhängigkeit von meinem Schöpfer, sondern vertraue auf den Arm des Fleisches, wozu mir nicht geraten wird (2. Nephi 4:34). Ich habe im Laufe meines Lebens gelernt, mein Vertrauen in den Herrn zu setzen. Vielleicht waren es auch vierzig Jahre, wie bei dem Volk Israel (Deuteronomium 8:2), aber ich habe es gelernt. Das wiederum versetzt mich in die Lage, noch mehr zu lernen (Lehre und Bündnisse 136:33). Was hältst du von Aufgeblasenheit?

Der Frosch und der Ochse; Zeichnung
(Bild: Quelle)

Donnerstag, 27. Juli 2017

Dass sie ihr Herz auf Gold und auf Silber und auf allerart feine Güter gesetzt hatten

Als Alma der Jüngere die Handlungsweise der Zoramiten in ihren Synagogen sah und das Handeln nach ihrer wöchentlichen Anbetung, war er sehr bekümmert: „... denn er sah, dass sie ein schlechtes und ein verderbtes Volk waren; ja, er sah, dass sie ihr Herz auf Gold und auf Silber und auf allerart feine Güter gesetzt hatten.“ (Alma 31:24).
Dass sie ihr Herz auf Gold und auf Silber und auf allerart feine Güter gesetzt hatten. Dabei fällt mir doch gleich die Aufforderung Jesu an seine Jünger ein, sich einen Schatz zu verschaffen, dessen Wert nicht abnimmt. Das nenne ich doch mal eine Sache, in dieser Niedrigzinszeit Werte anzuschaffen, die beständig sind. Na ja, ganz so ist es ja auch nicht gemeint, denn es ist von Werten droben im Himmel die Rede. Sorge ich mich übermäßig um vergängliche, irdische, weltliche Schätze, dann hängt mein Herz an diesen, „Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.“ (Lukas 12:34).
Wiedereinmal sind wir Menschen doch überwiegend recht kurzsichtig. Wir begrenzen unser Sinnen und Trachten auf unser nahes Umfeld. Das ist uns wichtiger, als das, was uns für die ach so weit entfernte Zukunft versprochen wird. Und ist diese überhaupt realistisch? Na ja, Glauben spielt da wieder die wichtige Rolle, Glauben an Gott und seine Versprechungen, die er uns macht. Unser uns liebender Vater im Himmel rät uns, nicht nach weltlichen Reichtümern zu trachten, ausgenommen, wir wollten damit Gutes tun. Seinen Nachfolgern rät er, das Trachten nach weltlichen Reichtümern dem Trachten nach dem Reich Gottes unterzuordnen (Jakob 2:18-19). Ich habe mir das Fernziel gesteckt, in das Reich Gottes kommen zu können. Da wird mir bewusst, dass mir dabei, das ausgeprägte Streben nach weltlichem Reichtum `ein Klotz am Bein´ ist, es mir schwer bis unmöglich macht, mein Ziel zu erreichen. Der Herr sagte im Zusammenhang mit der Frage eines der führenden Männer, was er denn tun solle, um ewiges Leben zu erlangen, dass er alles verkaufen sollte, um es den Armen zu spenden. Dann würde er einen bleibenden Schatz im Himmel haben. Da wurde der Mann traurig und Jesus sagte: „Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen!“ (Lukas 18:18-30). Wie hältst du es mit dem Streben nach Reichtum?

Klotz am Bein: Wer privat Schulden hat, wird sie lange nicht los(Bild: Quelle)

Mittwoch, 26. Juli 2017

Kehrten sie in ihre Häuser zurück und sprachen nicht mehr von ihrem Gott

Das eigenartige Verhalten der Zoramiten: „Nachdem nun das gesamte Volk auf diese Weise Dank dargebracht hatte, kehrten sie in ihre Häuser zurück und sprachen nicht mehr von ihrem Gott, bis sie sich wieder an dem heiligen Stand versammelten, um auf ihre Weise Dank darzubringen.“ (Alma 31:23).
Kehrten sie in ihre Häuser zurück und sprachen nicht mehr von ihrem Gott. Da frage ich mich, welche Sinnhaftigkeit hat ein solches Verhalten? Einmal wöchentlich in die Synagoge gehen, um als Einzelperson ein vorgefertigtes Gebet auf einem erhöhten Stand zu sprechen, dann eine Woche Privatleben ohne den Gott, den man an dem einen Tag anbetet. Das ist m. E. nach keine Religion - Religio aus dem Lateinischen bedeutet so viel wie `gewissenhafte Berücksichtigung‘, `Sorgfalt‘. Das bedeutet für mich, dass ich die Lehre von dem an das ich glaube, gewissenhaft berücksichtige und mit Sorgfalt in mein Handeln einfließen lasse.
Wenn ich schon die Zeit investiere und sonntags in die Kirche gehe und dort über mein Verhalten gegenüber Gott, Mitmenschen und die Natur Belehrungen empfange, sollte dabei auch etwas Positives für mich herauskommen. Zumindest ein Vergleich meines seitherigen Verhaltens mit dem, was ich tun müsste, um ein geplantes Ziel zu erreichen. In meiner Religion gibt es das Ziel, Unsterblichkeit und ewiges Leben zu erreichen (Köstliche Perle, Mose 1:39). Und ewiges Leben bedeutet, Gott und seinen Sohn Jesus Christus zu erkennen (Johannes 17:3). Dafür muss ich etwas tun. Ich muss mich mit Gott, seinem Sohn und ihrer Lehre beschäftigen und sie in meinem täglichen Leben mehr und mehr anwenden. Es kommt also auf meinen Glauben an und mit dem Glauben einhergehen muss das richtige Anwenden der Lehre (Jakobus 1:25). Ich gehe also in die Kirche, dessen Haupt Christus ist (Epheser 5:23), um zu lernen, was ich tun muss, um ewiges Leben erlangen zu können. Daraus erwachsen dann Bündnisse, die ich mit dem Herrn schließe, die ich aber auch im Gottesdienst beim Abendmahl immer wieder erneuern darf, weil ich sie hier und da nicht ganz einhalte - ich will mich nicht erdreisten, so anmaßend zu sein, wie die Zoramiten (Alma 31:25). Welchen Sinn siehst du in den wöchentlichen Zusammenkünften in der Kirche/Synagoge?

Dienstag, 25. Juli 2017

Du hast uns auserwählt, dass wir errettet werden

Das Gebet auf dem erhöhten Stand der Zoramiten in ihrer Synagoge, dem Rameumptom - was übersetzt „der heilige Stand“ heißt (Alma 31:21), endet folgendermaßen: „Sondern du bist derselbe gestern, heute und immerdar; und du hast uns auserwählt, dass wir errettet werden, während alle rings um uns auserwählt sind, durch deinen Grimm in die Hölle hinabgeworfen zu werden; und für diese Heiligkeit, o Gott, danken wir dir; und wir danken dir auch, dass du uns auserwählt hast, nicht nach den törichten Überlieferungen unserer Brüder verführt zu werden, die sie in einen Glauben an Christus niederbinden, der ihr Herz dazu verführt, sich weit von dir, unserem Gott, zu entfernen. 18 Und abermals danken wir dir, o Gott, dass wir ein erwähltes und ein heiliges Volk sind. Amen.“ (Alma 31 :17-18).
Du hast uns auserwählt, dass wir errettet werden. Hier höre ich Überheblichkeit, eine ungerechtfertigte Selbstüberschätzung oder und Stolz heraus. Kommt es nicht einer Anmaßung gleich, für sich selber festzustellen, dass der Herr nur sie auserwählt hätte, während alle um sie herum in die Hölle hinab geworfen würden? Sie maßen sich in dem Gebet an, die Aufgabe zu übernehmen, die dem alleinigen Richter zuseht, Jesus Christus. Arroganz, Dünkel, Einbildung, Hochmut, Hoffart, Selbstgefälligkeit, Snobismus, Überlegenheitsempfinden, das alles spricht aus ihrem Gebet, das sie nur einmal in der Woche sprechen und dann die restliche Zeit nicht wieder erwähnen oder dran denken. Da denke ich an die Redensart: „Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.“ (pommersches Sprichwort), bzw. „Bescheidenheit ist eine Zier, doch besser lebt man ohne ihr.“
Ich maße mir nicht an, den Richterspruch des Herrn über mich vorwegzunehmen. Und erst recht nicht in der Form, dass ich mich über meine Mitmenschen erhebe und sogar davon ausgehe, dass sie in die Hölle hinabgeworfen werden, während ich auserwählt sei. Ich denke an das Beispiel vom Pharisäer und vom Zöllner, in dem einige „... von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, ...“ Ein Pharisäer betete im Tempel: „... Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. 12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens.“, während der Zöllner voller Demut betete: „... Gott, sei mir Sünder gnädig!“ Ich bemühe mich so voller Demut und Innbrunst zu beten, wie der Zöllner. Der Herr sagte: „... Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ (Lukas 18:9-14). Welche Gedanken bewegen dich zu dem Gebet der Zoramiten?

„Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin ...“
(Lukas 18:9-14; Bild: Quelle)