Freitag, 20. Juli 2018

Nicht gemäß den Gesetzen ihres Landes, sondern gemäß den Gesetzen ihrer Schlechtigkeit

Über die eigenen Gesetze, die sich die Gadiantonräuber gaben, berichtet uns Mormon: „Und wenn jemand von denen, die zu ihrer Bande gehörten, der Welt von ihrer Schlechtigkeit und ihren Greueln etwas offenbarte, so sollte gegen ihn vorgegangen werden, aber nicht gemäß den Gesetzen ihres Landes, sondern gemäß den Gesetzen ihrer Schlechtigkeit, die von Gadianton und Kischkumen gegeben worden waren.“ (Helaman 6:24).
Nicht gemäß den Gesetzen ihres Landes, sondern gemäß den Gesetzen ihrer Schlechtigkeit. Geheimbünde können natürlich nur erfolgreich agieren, wenn ihre Mitglieder Verschwiegenheit über ihre unrechtmäßigen Handlungen gegenüber Außenstehenden bewahren. Das Brechen der Geheimhaltung wird unter ihnen als Kapitalverbrechen, also als besonders schweres Vergehen, angesehen. Gegen diejenigen ihrer Bandenmitglieder, die sich nicht an das Bündnis der Geheimhaltung (Helaman 6:21) hielt, und gegenüber Nichtmitgliedern der Bande etwas verriet, gingen sie nach Gesetzen vor, die sie sich selber gegeben hatten und standen auch damit außerhalb der von der legetimen Regierung erlassenen Gesetze.
Genauso agieren auch heute bestehende Geheimbünde. Üblicherweise werden Verräter ermordet. Was sagt mir die heilige Schrift über solche Geheimbünde, also Verbindungen, die sich bilden, um die unrechtmäßigen Ziele der Gruppe zu verwirklichen?
  • Dass Menschen von Satan verleitet werden, solche Verbindungen ins Leben zu rufen (2. Nephi 9:9) und der Herr nicht in geheimen Verbindungen wirkt (Ether 8:19).
  • Dass Nationen, die solche Geheimbünde fördern, vernichtet werden (Ether 8:22).
  • Ich aufgefordert bin, die verbrecherischen Ziele solcher Bünde, die es schon seit Adams Tagen gibt, (Köstliche Perle Mose 5:51) zu erkennen, um ihnen nicht zu verfallen (Ether 8:23).
Ich bin dem Herrn zutiefst dankbar, dass ich bis jetzt mit solchen Kreisen nichts zu tun bekommen habe. Wie ergeht es dir in Hinsicht darauf, dass es Gruppen gibt, die sich gegen das Landesgesetz stellen und sich `eigene Gesetze der Schlechtigkeit´ geben?

Bildergebnis für Der Geheimbund von SuppenstadtAus dem Kinderfilm „Der Geheimbund von Supppenstadt
(Bild: Quelle)

Donnerstag, 19. Juli 2018

So konnten sie dann ... Hurerei und allerlei Schlechtigkeit begehen

Nachdem sich die Mitglieder der Gadiantonräuber mittels geheimer Zeichen zu erkennen geben konnten, schütze sie das davor, sich gegenseitig Schaden zuzufügen (Helaman 6:22). „Und so konnten sie dann morden und plündern und stehlen und Hurerei und allerlei Schlechtigkeit begehen, entgegen den Gesetzen ihres Landes und auch den Gesetzen ihres Gottes.“ (Helaman 6:23).
So konnten sie dann ... Hurerei und allerlei Schlechtigkeit begehen. Der Begriff Hurerei wird in den heiligen Schriften in dreierlei Bedeutung verwendet:
  1. Frauen geben sich einem Mann, der nicht ihr Ehemann ist, sexuell hin. Sie wurden als Dirnen (Genesis 38:15-25) bzw. Huren (Levitikus 19:29) bezeichnet, verachtet und mit dem Tode bedroht. Männer im Alten Testament hingegen durften dies tun, auch wenn sie verheiratet waren.
  2. Im Alten Testament wird das Abwenden von Gott zu den Götzen hin, symbolisch als Hurerei bezeichnet (Jesaja 23:17; 2.Chronik 21:11).
  3. Im Neuen Testament wird der treulose Umgang mit Babylon, der Mutter der Huren, oft symbolhaft mit Hurerei beschrieben (Offenbarung 17:1-5).
Im Buch Mormon werde ich sehr häufig davor gewarnt, Hurerei zu begehen. Ich darf auch nicht meinen, mich mit dem Verhalten von David bzw. Salomo entschuldigen zu können (Jakob 2:23-26). Bevor ich aber jemanden wegen unkeuschem Verhalten verurteile, muss ich das Gleichnis vom willigen und unwilligen Sohn berücksichtigen. Der eine nahm zwar einen Auftrag des Herrn an, führte ihn dann jedoch nicht aus. Der zweite nahm ihn zunächst nicht an, führte ihn dann aber aus. Darauf sagte der Herr: „Die Zöllner und die Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.“ (Matthäus 21:28-32). Wie verhältst du dich gegenüber Sündern?


„Ich verurteile dich auch nicht. Du kannst gehen; aber tu diese Sünde nicht mehr!“
(Johannes 8:3-11; Bild: Quelle)

Mittwoch, 18. Juli 2018

Der Satan stachelte dem größeren Teil der Nephiten das Herz auf

„Aber siehe, der Satan stachelte dem größeren Teil der Nephiten das Herz auf, so daß sie sich mit jenen Räuberbanden vereinigten und in deren Bündnisse und deren Eide eintraten, nämlich daß sie einander in allen möglichen schwierigen Umständen, in die sie geraten würden, schützen und bewahren wollten, so daß sie für ihre Morde und ihre Plünderungen und ihre Diebstähle nicht zu leiden hätten.“ (Helaman 6:21).
Der Satan stachelte dem größeren Teil der Nephiten das Herz auf. Stell dir vor, du stehst vor einer Brombeerhecke, siehst die wunderschönen reifen Brombeeren und willst dich an ihnen gütlich tun. Wenn du unachtsam bist, kann dir der Spaß recht schnell verdorben werden. Die Brombeeren wehren sich nämlich gegen das Pflücken. Sie haben einen `Fraßschutz´, Stacheln. Diese verursachen nicht unerhebliche Verletzungen, die recht wehtun und du wirst u. U. ungehalten und sehr gereizt.
Dies will Satan auch bei uns erreichen. Er ist sehr bemüht, uns Menschen so zu reizen, dass wir meinen, wir könnten uns nur mit `finsteren Taten´ Erleichterung vor irgendeinem Schmerz verschaffen. Er ist immer bemüht, uns zu schlimmen Taten aufzustacheln (2. Nephi 9:9). Dies aus dem einzigen Grund, dass wir genauso elend werden wie er es ist (2. Nephi 2:27). Allerdings liegt es ganz in unserer Hand, ob wir einen unflätigen Schrei herauslassen, wenn wir beim Brombeerpflücken zerkratzt werden, oder uns dazu entscheiden den Schmerz, in Anbetracht der süßen Frucht, in Ruhe zu ertragen. Die süße Frucht kann ich mit der Liebe Gottes vergleichen. Gerne möchte ich sie genießen. Satan stelle ich mir als den `Fraßschutz´ vor, der mich davon abhalten will, an die süße Frucht, die Liebe Gottes, zu kommen. An seinen Stacheln kann ich mich verletzen und dadurch sehr gereizt werden `finstere Taten´ zu tun. Doch habe ich es in der Hand, darauf zu verzichten. Es braucht tagtägliche Anstrengung, aber ich habe es in meiner Hand (2. Nephi 2:15-16). Wie reagierst du auf das `Aufstacheln deines Herzens´ durch Satan?

Brombeere 0815-23.jpg(Bild: Quelle)

Dienstag, 17. Juli 2018

Sie gebrauchten jedes Mittel in ihrer Macht, um sie vom Antlitz der Erde hinweg zu vernichten

Die Reaktion, der zum Herrn bekehrten Lamaniten, auf das Morden und Plündern, durch Mitglieder der Bande Gadiantons (Helaman 6:18-19): „Und nun begab es sich: Als die Lamaniten entdeckten, daß es unter ihnen Räuber gab, waren sie über die Maßen bekümmert; und sie gebrauchten jedes Mittel in ihrer Macht, um sie vom Antlitz der Erde hinweg zu vernichten.“ (Helaman 6:20).
Sie gebrauchten jedes Mittel in ihrer Macht, um sie vom Antlitz der Erde hinweg zu vernichten. Die zum Herrn bekehrten Lamaniten, waren darauf bedacht, die gesetzeswidrigen Handlungen ihrer Mitbürger zu unterbinden. Hierzu setzten sie alle Mittel ein, die ihnen gesetzmäßig zur Verfügung standen.
Die meisten Menschen reagieren sicherlich `über die Maßen bekümmert´, wenn schlimme Straftaten begangen werden. und rufen die Gesetzeshüter auf, dagegen vorzugehen. Denken wir nur an die Terroranschläge und Amokläufe in jüngster, und Attentate in vergangener Zeit (eine Liste findest du hier). Immer haben sich die Verantwortlichen ´über die Maßen bekümmert´ gezeigt und die Verfolgung der Täter mit aller Härte des Gesetzes beschworen. So z. B. die Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Angesichts der schrecklichen Geschehnisse in Münster bin ich zutiefst erschüttert. Es wird jetzt alles Denkbare zur Aufklärung der Tat und zur Unterstützung der Opfer und ihrer Angehörigen getan. Allen Einsatzkräften vor Ort gilt mein Dank." (dieses und weitere Zitate siehe hier). Die Exekutive (vollziehende Gewalt) kümmert sich bei uns um die Aufklärung und Verhinderung von Straftaten im Rahmen, der ihr vom Gesetzgeber (Legislative) eingeräumten `Mittel der Macht´ und führt die ermittelten Straftäter der Judikative (richterliche Gewalt) zu. Was kann ich tun? Wenn mir etwas auffällt oder bekannt ist, meine Kenntnisse den entsprechenden Behörden mitteilen. Was meinst du, was du dazu beitragen kannst, dass solche schlimmen Dinge aufgeklärt, bzw. unterbunden werden können?

Zahlreiche Straßenblockaden brannten im Schanzenviertel.Krawalle beim G20-Gipfel in Hamburg 2017
(Bild: Quelle; FOTO: IMAGO/XIM.GS)

Montag, 16. Juli 2018

Nun hatte es sich begeben, dass es viele von Gadiantons Bande gab

„Und nun siehe, diese Mörder und Plünderer waren eine Bande, die von Kischkumen und Gadianton gebildet worden war. Und nun hatte es sich begeben, daß es viele von Gadiantons Bande gab, sogar unter den Nephiten. Aber siehe, sie waren zahlreicher unter dem schlechteren Teil der Lamaniten. Und sie wurden Gadiantons Räuber und Mörder genannt.“ (Helaman 6:18).
Nun hatte es sich begeben, dass es viele von Gadiantons Bande gab. Kischkumen, der Mitanführer dieser Bande war, hatte vor sechsundzwanzig Jahren schon den damaligen obersten Richter Pahoran ermordet. Allerdings konnte er damals nicht festgesetzt werden. Mit anderen zusammen bildeten sie ein Bündnis, einander nicht zu verraten (Helaman 1:9-12). Zwei Jahre später wurde Gadianton der Anführer dieser Bande (Helaman 2:1-4). Sie organisierten sich und schworen Geheimhaltung und sonstige satanische Eide. Das war mit ein Grund, warum die Täter nicht entdeckt wurden (Helaman 6:19).
Solche Geheimbünde gab es von Menschheitsbeginn an (Köstliche Perle Mose 5:30-31, 49, 51), bis in unsere heutige Zeit (siehe hier). Solche Bünde führen regelrecht zur Vernichtung ganzer Völker, wie z. B. bei den Nephiten und Jarediten (Helaman 2:12-13; Ether 8:15-26). Glücklicherweise bin ich bis zum heutigen Tag verschont geblieben, irgendetwas mit solchen Bünden zu tun bekommen zu haben. Sicherlich gibt es das eine oder andere, was ich aus meinem privaten Bereich nicht gerne an die Öffentlichkeit trage (im sogenannten Johari Fenster die `Privatperson´, siehe Bild unten). Das bleibt nur eine Sache zwischen mir und Gott. Ich habe nicht vor, mich durch Satan verleiten zu lassen, mich einer Gruppe anzuschließen, die im Geheimen böse Ziele verfolgt (2. Nephi 9:9). Was sind deine Gedanken in Bezug auf Geheimbünde?


(Bild: Quelle)

Sonntag, 15. Juli 2018

Sie fingen an, nach Gewinn zu trachten, damit sich einer über den anderen erheben könne

Und schon wieder gleitet das Volk der Nephiten vom schmalen und geraden Pfad der Rechtschaffenheit ab (Helaman 6:16). „Denn siehe, der Herr hatte sie so lange mit den Reichtümern der Welt gesegnet, daß sie weder zu Zorn, noch zu Krieg, noch zu Blutvergießen aufgestachelt worden waren; darum fingen sie an, ihr Herz auf ihre Reichtümer zu setzen; ja, sie fingen an, nach Gewinn zu trachten, damit sich einer über den anderen erheben könne; darum fingen sie an, geheime Morde zu begehen und zu rauben und zu plündern, damit sie Gewinn erlangten.“ (Helaman 6:17).
Sie fingen an, nach Gewinn zu trachten, damit sich einer über den anderen erheben könne. Es erging ihnen im weltlichen Sinn so gut, dass sie nicht genug bekommen konnten. Sie erinnerten sich nicht an das, was vor knapp 60 Jahren passiert ist. Schon da ist das Volk stolz geworden aufgrund seines überaus großen Reichtums (Alma 4:6-8).
Häufig müssen wir feststellen, dass viele Menschen aus vorausgegangenen Fehlern keine Lehre ziehen, sondern eher noch durch unrechtschaffene und gesetzwidrige Handlungen mehr Reichtümer anhäufen. Das war früher so und das ist heute genauso. Ich erinnere mich an die Warnung „... Wenn der Reichtum wächst, verliert nicht euer Herz an ihn!“ (Psalm 62:11) und habe mit zunehmendem Alter immer weniger Probleme damit, ihr Gehör zu schenken. Ich bemühe mich, alles dran zusetzen, von meiner Habe in angemessener Weise mit denen zu teilen, die nackt oder hungrig sind, durstig oder krank, eben an die Bedürftigen zu denken, und ihnen Unterstützung zukommen zu lassen, anstatt mich über sie zu erheben, seien sie außerhalb der Kirche oder in der Kirche (Alma 1:30). Wie ist deine Einstellung zu Reichtum und das Sinnen nur darauf zu setzen und die nicht so erfolgreichen herablassend zu behandeln?

reichtum(Bild: Quelle; Text hinzugefügt)

Samstag, 14. Juli 2018

Da wurde Sezoram von unbekannter Hand ermordet

Mormon berichtet weiter: „Und es begab sich: Im sechsundsechzigsten Jahr der Regierung der Richter, siehe, da wurde Sezoram von unbekannter Hand ermordet, als er auf dem Richterstuhl saß. Und es begab sich: Im gleichen Jahr wurde auch sein Sohn, der vom Volk an seiner Statt bestimmt worden war, ermordet. Und so endete das sechsundsechzigste Jahr.“ (Helaman 6:15).
Da wurde Sezoram von unbekannter Hand ermordet. Vor etwa vier Jahren übergab Nephi, der Sohn Helaman des Jüngeren, das Amt des obersten Richters an diesen Sezoram (Helaman 4:18; 5:1), weil er die dringende Notwendigkeit sah, seinem Volk das Evangelium zu predigen (Helaman 5:4). Schon sein Urgroßvater Alma der Jüngere (siehe Darstellung hier) hatte dieses Amt als oberster Richter aus demselben Grund aufgegeben (Helaman 4:15-20). Über Sezoram wird ansonsten im Buch Mormon nichts weiter berichtet, außer, dass er von Mitgliedern der Bande Kischkumens und Gadiantons ermordet wurde (Helaman 6:18-19).
Mord, das widerrechtliche und absichtliche töten eines Menschen, ist eine Sünde, die seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte verurteilt wurde, wie wir es beim Brudermord Kains an Abel sehen können (Genesis 4:1-12; Köstliche Perle 5:88-41). Natürlich kennt fast jeder das fünfte Gebot des Herrn, das er Mose auf dem Berg Sinai gegeben hatte (Nehemia 9:13): „Du sollst nicht töten.“ (Exodus 20:13). Auch in jüngster Zeit hat der Herr dieses Gebot wiederholt (Lehre und Bündnisse 59:6). Nun ist es nicht so, dass jeder den Drang hat zu morden – jedenfalls physisch. Aber wie sieht es mit `Rufmord´, einer besonders hinterhältigen Variante des Mobbings, aus? Insbesondere im Zeitalter der elektronischen Medien ist dies eine ganz einfache Sache geworden. Wie leicht wird es da jedem gemacht, über irgendwen gezielt Unwahrheiten weltweit, in Bruchteilen von Sekunden zu verbreiten. Ich bin bemüht, der Aussage des Psalms 34:14 nachzueifern: „Bewahre deine Zunge vor Bösem; deine Lippen vor falscher Rede!“ Ebenso hüte ich mich davor, immer gleich auf das einzusteigen, was andere über jemanden verbreiten. Wie gehst du mit der Thematik `Rufmord´ um?

(Bild: Quelle)