Freitag, 22. Juni 2018

Sie sind schlecht und wild und grausam geworden, ja, sie sind selbst Lamaniten geworden

Moroni fügt in seine Zusammenfassung der Berichte immer mal wieder eigene Worte mit ein (Helaman 3:17). So fügt er ein, dass sich viel Volk über das ganze Land verteilte, die Städte mit Häusern aus Holz und Zement bauten, dort wo Holz total verbraucht war, wieder anpflanzten, ja, sogar Holz importieren mussten, und dass vom Volk ausführliche Aufzeichnungen geführt wurden, er aber nicht einmal den hundertsten Teil in seiner Zusammenfassung wiedergegeben kann (Helaman 3:8-14). Dann sagt er über ihre Aufzeichnungen: „Und sie sind durch die Nephiten von einer Generation an die andere weitergegeben worden, ja, bis sie in Übertretung gefallen und ermordet, geplündert und gehetzt und gejagt und getötet und über das Antlitz der Erde zerstreut worden sind und sich mit den Lamaniten vermischt haben, bis sie nicht mehr Nephiten genannt werden, denn sie sind schlecht und wild und grausam geworden, ja, sie sind selbst Lamaniten geworden.“ (Helaman 3:16).
Sie sind schlecht und wild und grausam geworden, ja, sie sind selbst Lamaniten geworden. Wenn wir das Buch Mormon studieren, stellen wir fest, dass die Nephiten Hochzeiten des Glaubens hatten, dadurch vom Herrn reiche Segnungen erhielten, die auch mit sich brachten, weltliche Reichtümer zu erwirtschaften. Das machte viele von ihnen stolz, wodurch sie sich von Gott entfernten, die Gebote immer weniger hielten und sich mehr und mehr durch Satan beeinflussen ließen. Dies führte dazu, dass der Herr sie nicht mehr segnen konnte (Lehre und Bündnisse 130:20-21). Sie setzten ihr Vertrauen nicht mehr in den Herrn, sondern in Menschen. Das dies zu keinem guten Ende führt, wird uns in der Schrift immer wieder bezeugt (2. Nephi 4:34). Nachdem sie dadurch wieder in Schwierigkeiten kamen, erinnerten sie sich wieder an den Herrn, bekehrten sich erneut, hielten Gesetze, wurden gesegnet und der Kreislauf begann von vorne. Dies ist der sogenannte `nephitische Krankheitszyklus´ (siehe Bild unten). Aber nicht nur bei den Nephiten begegnet uns dieser, auch im Alten Testament bei dem Volk Israel.
Es ist also offensichtlich eine menschliche Schwäche. Aus dieser Tatsache muss ich die richtigen Schlussfolgerungen ziehen: Ich darf diesen Zyklus nicht an der falschen Stelle unterbrechen. Wenn ich ihn in der unteren Hälfte unterbreche (Sünde), wird endgültige Vernichtung mein Ende sein. Ich werde nach dem letzten Gericht nicht in die Gegenwart Gottes eintreten können, sondern in der äußersten Finsternis landen (Matthäus 8:12; Alma 40:13-14). Ich muss mich also durch Zerstörung und Leid demütigen, um wieder rechtschaffen zu werden. An diesem Punkt kann ich dann den Kreis verlassen. Zwar werde ich durch Rechtschaffenheit wieder zu Wohlstand kommen - Segnungen aufgrund Befolgen von Gottes Gesetzen -, aber da muss ich dann auf jeden Fall aussteigen. Wie erlebst du diesen Zyklus in deinem Leben?

nephitischer krankheitszyklus
(Kästchen mit deutscher Übersetzung eingefügt; Bild: Quelle)

Sie konnten sich auch wegen der Angst, die über sie gekommen war, nicht bewegen

Mormon berichtet uns über die Umstände in denen sich die Lamaniten im Gefängnis befanden, in dem sie Nephi und Lehi gefangen hielten (Alma 5:21): „Und es begab sich: Die Lamaniten konnten wegen der Wolke der Finsternis, die sie überschattete, nicht fliehen; ja, und sie konnten sich auch wegen der Angst, die über sie gekommen war, nicht bewegen.“ (Helaman 5:34).
Sie konnten sich auch wegen der Angst, die über sie gekommen war, nicht bewegen. Hast du auch schon mal einen Alptraum gehabt? Du hast dich in einer besonderen Gefahrensituation befunden und konntest dich weder bewegen noch um Hilfe schreien, du warst in einer `Angststarre´. In dieser Situation befanden sich die Lamaniten. Sie waren von einer Wolke der Finsternis überschattet und sie hörten eine ermahnende Stimme von oberhalb der Wolke – sicherlich eine Stresssituation (Helaman 5:28-29).
Eine solche Starre wird durch die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin verursacht. Dieses soll den Körper eigentlich zu Kampf oder Flucht befähigen. Trifft dieses aber nicht ein, so kann nach etwa 15 Sekunden das betroffene Wesen, Mensch oder Tier, in eine `Angststarre´ verfallen, die in Gefahrensituationen das Überleben sichern soll (bestimmte Raubtiere sind an Leblosem nicht interessiert). Nehmen wir die Situation der einen umgebenden Finsternis. Würde ich da Kämpfen oder fliehen wollen, ich würde mich an Gegenständen, die ich ja nicht sehen kann, verletzen, oder in einen tiefen Abgrund stürzen ... Also ist mir am ehesten gedient, wenn ich an meinem Platz verharre. Wie kann ich nun verhindern, überhaupt in eine solche Situation zu kommen? Ich muss alles unternehmen, um nicht von geistiger Finsternis überschattet zu werden, indem ich mich ständig mit dem Wort Gottes auseinandersetze und es richtig anwende. So halte ich mich unablässig im Licht auf, ja, werde sogar immer mehr Licht empfangen (Lehre und Bündnisse 50:24). Was unternimmst du, um nicht von geistiger Finsternis überschattet zu werden?

angststarreVerängstigte Meerschweinchen reagieren entweder mit Flucht oder Erstarren
(Bild: Quelle)

Donnerstag, 21. Juni 2018

Zum dritten Mal, kam die Stimme und sprach zu ihnen wunderbare Worte

Die Lamaniten waren von einer `Wolke der Finsternis´ überschattet und hörten zweimal eine Stimme, die sie zur Umkehr aufforderte und ihnen gebot, nicht mehr danach zu trachten, die Diener des Herrn zu vernichten (Helaman 5: 31-32). „Und wiederum, zum drittenmal, kam die Stimme und sprach zu ihnen wunderbare Worte, die von Menschen nicht geredet werden können; und die Mauern erzitterten abermals, und die Erde bebte, als sei sie daran zu zerbersten.“ (Helaman 5:33).
Zum dritten Mal, kam die Stimme und sprach zu ihnen wunderbare Worte. Das mit dem `dritten mal´ kommt in der Bibel öfter vor und muss ja irgendeine Bedeutung haben. Mir recht bekannt sind in diesem Zusammenhang die Begebenheit mit der zu Bileam sprechenden Eselin, die vorher von Bileam dreimal geschlagen wurde, weil sie nicht das tat, was er erwartete (Numeri 22:28); als der Herr den jungen Samuel dreimal im Tempel rief, bis dieser gelernt hat, dass es der Herr war, der ihn ansprach (1. Samnuel 3:8); als Jesus im Garten Getsemani betete und er seine Jünger dreimal schlafend vorfand und ermahnte (Matthäus 26:44); als Jesus Simon Petrus dreimal fragte, ob er ihn lieb habe (Johannes 21:17); was machte Petrus, ehe der Hahn krähte (Matthäus 26:34)? Die Zahl Drei kommt in der Zahl der Mitglieder der Gottheit vor, Gottvater, Sohn und Heiliger Geist (2. Nephi 31:21), außerdem soll eine Sache nur aufgrund der Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden (2. Korinther 13:1), es gibt drei Himmel oder Grade der Herrlichkeit (1. Korinther 15:40-41), Christi Auferstehung erfolgte nach drei Tagen (Markus 8:31); vor Jesu Geburt und nach seinem Kreuzestod gab es drei Tage keine Dunkelheit bzw. keine Sonne (3. Nephi 1:15-21; 3. Nephi 8:19-23) …
Wenn dir etwas beim ersten und zweiten Mal nicht gelingen will, hast du sicherlich auch schon die Redensart benutzt oder ist dir als Ansporn gesagt worden, es nochmals zu versuchen: „Aller guten Dinge sind drei“, in der Hoffnung, dass es nun endlich klappen würde. Sie leitet sich vom germanischen Rechtswesen ab. Dreimal im Jahr wurde Gericht gehalten. Erschien ein Angeklagter jeweils nicht, konnte er bei der dritten stattfindenden Verhandlung in Abwesenheit verurteilt werden. Jeder hat wohl schon die Erfahrung gemacht, dass er etwas beim ersten Mal nicht richtig versteht. Mir geht es jedenfalls so, dass ich öfters mehrere Anläufe brauche, bis ich etwas einigermaßen verstehe und richtig umsetzen kann. Wiederholung ist beim Lernen und Behalten eine enorm wichtige Sache. Erst dadurch festigt sich das Aufgenommene im Langzeitgedächtnis. So ist es unumgänglich, das Wort Gottes ständig erneut aufzunehmen, um es irgendwann richtig zu verstehen und anzuwenden. Was verbindest du mit der Zahl Drei?

Heilige Drei KönigeDrei Weise aus dem Morgenland
(Bild: Quelle)

Mittwoch, 20. Juni 2018

Es war eine leise Stimme von vollkommener Milde, gleichwie ein Flüstern

Nachdem die Lamaniten und die abtrünnigen Nephiten die wundersamen Ereignisse im Gefängnis erlebt hatten, hörten sie eine Stimme von oberhalb der Wolke der Finsternis zu ihnen sagen, dass sie umkehren und nicht mehr versuchen sollten die Knechte des Herrn zu vernichten, die beauftragt waren, ihnen gute Nachricht zu bringen (Helaman 5:23-29). „Und es begab sich: Als sie diese Stimme hörten, merkten sie, daß es nicht eine Stimme des Donners war, auch nicht eine Stimme von großem, heftigem Lärm, sondern siehe, es war eine leise Stimme von vollkommener Milde, gleichwie ein Flüstern, und sie drang bis tief in die Seele“ (Helaman 5:30).
Es war eine leise Stimme von vollkommener Milde, gleichwie ein Flüstern. Welche Liebe steckt dahinter. Die Lamaniten lehnen einen Gott ab und die Nephiten haben sich teilweise von ihm abgewandt und dennoch erschallt die zurechtweisende Stimme des Herrn nicht wie ein Donner oder mit mächtigem Getöse. Sie ist leise und von vollkommener Milde! Sie war mehr ein Flüstern, das allerdings tief in die Seele drang. Ich werde erinnert an die Begebenheit, in der Elia sich für den Herrn einsetzte und die Propheten des Baal tötete und vor Angst vor der Rache Isebels (Ehefrau des israelitischen Königs Ahab, 1. Könige 16:31, und Mutter der Könige Ahasja, 1. Könige 22:52, und Joram, 2. Könige 3:1) die die Propheten des Herrn töten ließ, und vierzig Tage und Nächte unterwegs war zum Berg Horeb, wo er in einer Höhle nächtigte. Der Herr fragte ihn, was er dort mache und er gab ihm Antwort, worauf der Herr ihn anwies, aus der Höhle zu treten, auf den Berg zu steigen und auf den Herrn zu warten. Der Herr war nicht in einem großen starken Wind, er war nicht in dem Erdbeben, auch nicht in einem Feuer, sondern in einem stillen sanften Säuseln (1. Könige 19:1-12).
Was lerne ich daraus für mein Verhalten? Egal, ob mich jemand geärgert, oder auf andere Weise verletzt hat, ich soll nicht aufbrausen und ihn mit erhobener und lauter Stimme anfahren oder sogar anbrüllen. Ich muss meine Emotionen zügeln und ihm in liebevoller Weise begegnen, mit einer sanften Stimme. Wie heißt es so richtig: „Eine sanfte Antwort dämpft die Erregung, eine kränkende Rede reizt zum Zorn“ (Sprüche 15:1). Das fällt mir, bei mir nicht nahestehenden Personen, nicht ganz so schwer, wie bei mir nahestehenden. Merkwürdig, oder? Ich muss da noch stark an mir arbeiten. Wie reagierst du stimmlich bei Erregung?

anschreien
(Bild: Quelle)

Dienstag, 19. Juni 2018

Eine ehrfürchtige Scheu kam über sie

Nephi und Lehi waren im Gefängnis von Feuer umringt, verbrannten jedoch nicht, was die Lamaniten und die abtrünnigen Nephiten sprachlos machte. Nephi und Lehi sagten ihnen, dass dies durch die Macht Gottes geschehe, dabei bebte auch noch die Erde (Helaman 5:24-27). „Und es begab sich: Sie wurden von einer Wolke der Finsternis überschattet, und eine ehrfürchtige Scheu kam über sie.“ (Helaman 5:28).
Eine ehrfürchtige Scheu kam über sie. Von einer `Wolke der Finsternis´ umgeben werden und dann deshalb eine `ehrfürchtige Scheu´ bekommen? Vorher die von Feuer umschlossenen, aber dennoch nicht verbrennenden Missionare zu sehen, ihre Worte zu hören, begleitet von einem Erdbeben, das die Gefängnismauern nicht einstürzen ließ, dann von Finsternis überschattet zu werden, das macht einen sicherlich nachdenklich. Ich denke, wenn ich unter denen gewesen wäre, hätte auch ich äußerst vorsichtig und recht ängstlich reagiert. Ich wäre sicherlich verschüchtert gewesen – scheu, und nachdem dies offensichtlich von einer höheren Macht auszugehen schien, ehrfürchtig scheu.
Insbesondere, wenn derjenige, von dem ein übermächtiges Wirken ausgeht, Gott ist, überkommt einen bei der Realisierung dessen, was geschieht, sicherlich eine überaus große Verehrung, verbunden mit entsprechender Furcht – also Ehrfurcht, dem höchsten Grad der Ehrerbietung, einem Gefühl der Hingabe an diese Macht, verbunden mit tiefer Achtung vor Heiligem. So wie wir es z. B. von Mose her kennen, als er sich dem brennenden und trotzdem nicht verbrennenden Busch nähern wollte, aus Ehrfurcht sollte er seine Schuhe ausziehen (Exodus 3:4-5). Ich lerne für mein Handeln daraus, dass ich mit dem, was heilig ist, nicht leichtfertig umgehen darf. Ich muss dafür sorgen, dass ich dem Schöpfer und dem Erretter die notwendige und angemessene `Furcht´ entgegenbringe, ihnen gegenüber eine `ehrfürchtige Scheu´ empfinde und mein Handeln entsprechend ausrichte (Lehre und Bündnisse 84:54-58). Wenn ich das schon gegenüber mir höhergestellten Menschen tue, wie erst recht dann gegenüber Gott-Vater, -Sohn und Heiligem Geist, die alles für mich tun, was mir hilft ewiges Leben zu erlangen (Mose 1:39). Wie bringst du `ehrfürchtige Scheu´ gegenüber Gott zum Ausdruck?

furcht(Bild: Quelle; Text hinzugefügt)

Montag, 18. Juni 2018

Nephi und Lehi waren ringsum wie von Feuer umschlossen

Nachdem Nephi und Lehi, die Söhne Helamans des Jüngeren, in Zarahemla unter den Lamaniten erfolgreich gepredigt hatten, gingen sie ins Land Nephi, wo sie von den Lamaniten ergriffen und ins Gefängnis geworfen wurden. Nach vielen Tagen ohne Nahrung wollte man sie töten (Helaman 5:19-22). Was bei diesem Versuch geschah, schildert Mormon in seiner Zusammenfassung folgendermaßen: „Und es begab sich: Nephi und Lehi waren ringsum wie von Feuer umschlossen, ja, so sehr, daß sie nicht wagten, Hand an sie zu legen, aus Furcht, sie würden verbrennen. Doch Nephi und Lehi verbrannten nicht; und es war, als stünden sie inmitten von Feuer und verbrannten doch nicht.“ (Helaman 5:23)
Nephi und Lehi waren ringsum wie von Feuer umschlossen. Hierbei muss ich sogleich an die Begebenheit mit Mose am Gottesberg Horeb und dem brennenden Busch denken. Mose war mit seiner Herde unterwegs und sah einen brennenden Busch, der aber nicht verzehrt wurde. Das machte ihn doch neugierig und er wollte das Geheimnis lüften. Da rief der Herr ihm entgegen, dass er sich nicht weiter nähern solle. Er forderte ihn auf, „... Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.“ (Exodus 3:5). Der Herr stellte sich ihm dann vor und erklärte ihm die Aufgabe, die er erfüllen solle, das Volk aus Hand der Knechtschaft der Ägypter herauszuführen (Exodus 3:6-10).
Hast du je schon mal erlebt, dass etwas gebrannt hat, aber nicht verbrannte? Na gut, heute kannst du es auch erleben, dass ein Mensch mitten im Feuer steht und nicht verbrennt. Er hat halt eine Kleidung aus feuerfestem Material an und eine Sauerstoffversorgung dabei. Ob er das aber so lange aushält, wie der Herr im Busch, das ist fraglich, es sei denn der Herr trifft für ihn Vorsorge, wie er es bei Nephi und Lehi tat, oder wie in vielen anderen in der Schrift geschilderten Begebenheiten. Was kann ich hier lernen? Der Herr hat die Macht mich vor Feuer zu beschützen, wenn ich aber ein unrechtmäßiges Opfer erbringe, eines, das er mir nicht geboten hat – indem ich z.B. Priestertumsmacht unrechtmäßig anwende –, so wird er es zulassen, dass ich umkomme. Vielleicht wird nicht unbedingt mein Leib von Feuer verzehrt (Levitikus 10:1-2), aber ich werde u. U. in Ewigkeit dort hinkommen, wo ein nie erlöschendes Feuer brennt (Markus 9:43). Ich muss mich also hüten, mich zum Bösen verführen zu lassen. Dies kann mir gelingen, indem ich einen `feuerfesten Anzug mit Sauerstoffmaske´ anziehe – ich mich durch Schriftstudium und Halten der Gebote, vor dem Verbrennen, durch das Begehen von Sünde, schütze; weil ich mich nicht in Gefahr begebe, denn „... wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.“ (Sirach 3:26). Wie schützt du dich vor dem Verbrennen und was denkst du, könnten andere unrechtmäßige Opfer sein?

Flame Retardant Suits
(Bild: Quelle)

Sonntag, 17. Juni 2018

Darum sprachen sie zur großen Verwunderung der Lamaniten so, dass sie sie überzeugten

Weil Nephi und Lehi, die Söhne Helamans des Jüngeren, mit einer solchen Macht und Vollmacht predigten (Helaman 5:18), „darum sprachen sie zur großen Verwunderung der Lamaniten so, daß sie sie überzeugten, und von den Lamaniten, die im Land Zarahemla und ringsum waren, ließen sich achttausend zur Umkehr taufen und kamen zu der Überzeugung, daß die Überlieferungen ihrer Väter schlecht waren.“ (Helaman 5:19).
Darum sprachen sie zur großen Verwunderung der Lamaniten so, dass sie sie überzeugten. So zu predigen, dass sich achttausend Lamaniten, die ärgsten Feinde der Nephiten und von ihren Vorfahren auf Ungläubig getrimmt, daraufhin taufen ließen, weist auf die Langmut Gottes hin, Menschen, von denen er sieht, dass sie das Potenzial haben, Glauben an ihn und das Erlösungswerk seines Sohnes zu entwickeln, auch die Chance dazu gibt. Durch das Predigen der Missionare und die Bestätigung des Heiligen Geistes, änderten diese achttausend ihre Glaubensansichten vom Atheismus – einer Weltanschauung, die die Existenz eines Gottes verneint – zum Christentum – zu der Religion, die auf Jesus Christus, sein Leben und seine Lehre gegründet ist. Es fand eine entsprechende Herzenswandlung statt (Alma 5:26) und sie änderten ihre Ansichten und ihr Leben, um nun dem Willen Gottes zu entsprechen. Sie übten vollständige Umkehr.
Auch uns wird heute das Evangelium von Jesus Christus mit Macht und Vollmacht durch die Diener des Herrn weltweit gepredigt (Lehre und Bündnisse 71:1), und diejenigen, bei denen es auf vorbereiteten fruchtbaren Boden fällt (Markus 4:1-8), üben aufrichtige und vollständige Umkehr (Alma 42:29) und wenden ihr Herz Gott zu (Lehre und Bündnisse 29:7), und weihen sich dem Dienst an ihren Mitmenschen, also an Gott (Mosia 2:17). Sie lassen sich von bevollmächtigten Dienern Gottes taufen (Lehre und Bündnisse 20:72-74), werden in der Konfirmation als Mitglieder der Kirche seines Sohnes bestätigt und ihnen wird gesagt, dass sie den Heiligen Geist als beständigen Begleiter empfangen sollen (Lehre und Bündnisse 35:6). So erging es meiner Mutter und mir vor schon recht langer Zeit in Berlin. Missionare klopften an, Mutti ließ sei ein, wir hörten zu, studierten, besuchten die Gottesdienste, beteten und empfingen ein Zeugnis, ließen uns taufen, wurden konfirmiert und weihten uns dem Dienst an unseren Mitmenschen (mehr erfährst du hier). Welche Rede, welches Predigen, haben dich schon mal überzeugt?

(Bild: Quelle)