Samstag, 16. Juli 2022

Weiter ließ der Befehlshaber … die drei Schwellenhüter verhaften

 

Tempelfoyer mit Empfangsdesk
(Bild: Quelle)

„Weiter ließ der Befehlshaber der Leibwache den Oberpriester Seraja, den Unterpriester Zephanja und die drei Schwellenhüter verhaften;“ (2. Könige 25:18).

Weiter ließ der Befehlshaber … die drei Schwellenhüter verhaften. Zedekia, der letzte König von Juda, floh vor der Einnahme Jerusalems durch den König von Babylon, Nebukadnezar II, um die 587 v. Chr. ins Jordantal, wurde aber von seinen Gefolgsleuten verlassen. Von Nebukadnezars Truppen eingeholt, wurde er gefangen genommen und vor Nebukadnezar gebracht, der seine Söhne vor seinen Augen erschlagen ließ, er selber wurde geblendet und in Ketten nach Babylon geführt (2. Könige 25:4-7). Grund war, dass Zedekia nicht auf die Ratschläge des Propheten Jeremia gehört hatte, und böses tat. Die Mauern Jerusalems wurden eingerissen, die Schätze des Tempels geraubt, und alle größeren Bauwerke verbrannt. Die Oberschicht wurde nach Babylon verschleppt, die niedere Schicht ließ man teilweise in Jerusalem. Beamte, die im Tempeldienst standen, wurden verhaftet, darunter `die drei Schwellenhüter´, wie im obigen Vers zitiert.

Nun hab ich mich gefragt, welche Aufgabe hatten wohl die `Schwellenhüter´? Als Erste kam mir aufgrund der Bezeichnung in den Sinn, dass sie dafür zu sorgen hatten, dass die Tempeltore geöffnet wurden, und der Zutritt zum Tempel überwacht wird. In der 1. Chronik 9 fand ich eine Beschreibung, die diese Annahme bestätigte. Dort wird beschrieben, dass die Korahiten mit der Dienstleistung als Schwellenhüter im heiligen Zelt betraut waren, – `Hüter der Schwelle´. Sacharja war Torhüter am Eingang des Offenbarungszeltes. Damals gab es 212 durch David und Salomo eingesetzte Torhüter an den Schwellen. „Sie selbst und ihre Nachkommen standen an den Toren des Hauses Gottes, der Zeltwohnung, um Wache zu halten.“ (1. Chronik 9:19-23). Sie folgten im Rang dem obersten und dem zweiten Priester. Ich lerne, auch damals wurde der Zutritt zum Haus des Herrn überwacht, so wie wir heute am Eingang unserer Tempel, berufene, und bevollmächtigte Diener haben, die den Zugang, am sogenannten Desk, beaufsichtigen.

Was musst du am Desk vorzeigen, wenn du in das Haus des Herrn eintreten möchtest?

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Freitag, 15. Juli 2022

Dass der HErr sie von seinem Angesicht verstieß

 

Das Unglück Zedekias und seiner Söhne
(Bild: Quelle)

„Denn infolge des Zornes des HErrn kam es mit Jerusalem und Juda dahin, daß der HErr sie von seinem Angesicht verstieß.“ (2. Könige 24:20).

Dass der HErr sie von seinem Angesicht verstieß. Wir erlebten gerade Josia, jenen König, der den Herrn und sein Gesetz über alles stellte, und das Volk durch Vorlesen des Gesetzbuches dazu bewegte, die gebrochenen Bündnisse mit dem Herrn zu erneuern (2. Könige 23:3,25). Ihm hatte der Herr zugesagt, dass er das Leid, das auch Juda ereilen würde (2. Könige 23:27), nicht zu erleben braucht, da er so unwahrscheinlich gottesfürchtig war (2. Könige 22:20). Es folgten kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Ägyptern und Assyrern, wobei Josia dem Pharao Necho entgegenzog und von ihm getötet wurde. Seine Diener brachten ihn von Megiddo wieder nach Jerusalem, wo er beigesetzt wurde. Sein Sohn Joahas wurde vom Volk Juda zum König gesalbt. Er lebte nun wieder nicht nach dem Gesetzbuch. Ihn führte Necho in Gefangenschaft und setzte Eljakim, den er in Jojakim umbenannte, auch einen Sohn Josias, als König ein. Er wurde den Ägyptern tributpflichtig und tat auch nicht, was dem Herrn gefiel (2. Könige 23:29-37).

Nun war es so weit, es kam, wie der Herr es vorhergesagt hatte. Chaldäer und Syrer fielen in Juda ein und richteten es zugrunde. Ursache war, dass auch Juda sich immer wieder vom Herrn ab- und fremden Göttern zugewandt hatte. Auf Jojakim folgte dessen Sohn Jojachin. Auch er tat, was dem Herrn missfiel. Nun belagerte Nebukadnazar, der König von Babylon, Jerusalem. Jojachin und die Oberschicht Jerusalems wurden 597 v. Chr. nach Babylon verschleppt, der Rest Jerusalems später auch, nur ein Teil wurde in Jerusalem gelassen (2. Könige 25:11-12). Jetzt kommt jemand ins Spiel, den wir auch vom Buch Mormon her kennen. Nebukadnezar machte nämlich den Onkel Jojachins, den dritten Sohn Josias, in Jerusalem zum Vasallenkönig über Juda und änderte dessen Namen Matthanja in Zedekia (andere Schreibweise: Zidkija). Auch er tat als letzter König Judas, was dem Herrn missfiel. So kam es, wie im obigen Vers beschrieben, dass der Herr `Juda und Jerusalem von seinem Angesicht verstieß´. Dies ist auch die Zeit, in der Lehi mit seiner Familie in Jerusalem lebte, das Wort des Herrn verkündete (1. Nephi 1:18), und vom Herrn den Auftrag erhielt, Jerusalem zu verlassen, da ihm das Volk nach dem Leben trachtete (Einleitung 1. Nephi). Zedekia und alle seiner Söhne (2. Könige 25:7; Jeremia 52:10), außer Mulek, wurden getötet. Mulek entkam in die westliche Hemisphäre, und wir lesen von ihm und seinem Volk auch im Buch Mormon (Omni 1:15; Helaman 8:21). Ich lerne, wenn ich mich anderen Göttern zuwende, lässt es der Herr zu, dass ich u. U. frühzeitig den körperlichen Tod erleiden muss, um in ein anderes Zimmer geschickt zu werden (Geisterwelt), um mich nach Möglichkeit eines Besseren zu besinnen, auch, weil ich auf Erden vielleicht für meine Mitmenschen nicht mehr als äußerst schlechtes Vorbild dienen soll. Ich werde all meine Kräfte mobilisieren, um nicht vom Angesicht des Herrn verstoßen zu werden.

Was verstehst du darunter, `vom Angesicht des Herrn verstoßen zu werden´?

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Mittwoch, 13. Juli 2022

Wie er den Teich und die Wasserleitung angelegt und das Wasser in die Stadt geleitet hat

 

Tunnelsystem und Teich Siloah (Teilansicht um 1865)
(Bild: Quelle)

„Die übrige Geschichte Hiskia’s aber und alle seine Herrschermacht (oder: Siege oder: tapferen Taten) und wie er den Teich und die Wasserleitung angelegt und das Wasser in die Stadt geleitet hat, das findet sich bekanntlich aufgezeichnet im Buch der Denkwürdigkeiten (oder: Chronik) der Könige von Juda.“ (2. Könige 20:20).

Wie er den Teich und die Wasserleitung angelegt und das Wasser in die Stadt geleitet hat. König Hiskia wurde todkrank, wie vom Propheten Jesaja vorhergesagt. Hiskia aber flehte den Herrn an, ihm noch einige Zeit auf Erden zu schenken. Der Herr ließ ihm durch Jesaja ausrichten, dass er sein Gebet erhört hat und ihm noch fünfzehn Jahre schenken wolle. Mittels eines Feigenpflasters wurde Hiskia von seinem Geschwür befreit. Daraufhin forderte Hiskia ein Zeichen, dass er es bestimmt wissen könne. Er durfte sich zwischen zwei Zeichen eines auswählen. Es geschah, wie er wünschte. Der Schatten der Sonne verlief anstatt naturgemäß die Stufen vorwärts, zehn Stufen rückwärts. Dann offenbarte Jesaja ihm noch, was mit seinen Söhnen und seinen Palastschätzen passieren würde (2. Könige 20:1,6-7,11,17-18).

Nachdem Hiskia festgestellt hatte, dass Sanherib sich anschickte Jerusalem zu erobern, beriet er sich mit seinen Beamten und Heerführern. Sie beschlossen, den Assyrern `das Wasser abzugraben´. Jerusalems wichtigste Wasserversorgung war die Gihon-Quelle am Abhang zum Kidrontal. In einem offenen Kanal wurde dieses Wasser in ein Rückhaltebecken am Südende des Stadthügels geleitet. Hiskia ließ die Quelle und weitere Wasserläufe blockieren und startete ein Meisterbauwerk, das in kurzer Zeit fertig werden musste, einen Tunnel, der das Wasser durch den felsigen Stadthügel nach Jerusalem in den Teich von Siloah leiten sollte, der sich innerhalb der starken Stadtmauern befand. Von zwei Seiten begannen sie den Tunnelvortrieb. Wie sie es schafften, dass sie sich auch genau trafen, ist heute ein Rätsel. Eben eine meisterhafte Ingenieurleistung der Antike. Der Tunnel hatte eine Länge von 533 Meter. Heute noch ist dieser Tunnel Zeuge für den Bericht im Alten Testament. Ich lerne, ich muss auf Angriffe Satans vorbereitet sein. Dazu ist es gut, sich mit seinesgleichen zu beraten, und eine sichere Lösung finden (z.B. in der Sonntagsschule). Dann muss ich daran gehen, den Plan, so schwer er auch sein mag, mithilfe des Herrn umzusetzen. Nur dann kann ich damit rechnen, dass der Herr für mich das tut, was ich selber nicht schaffen kann.

Wie gehst du vor, wenn du mit einer Bedrohung Luzifers zu rechnen hast?

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Dienstag, 12. Juli 2022

Lasst euch von Hiskia nicht täuschen!

 

Hiskia betet im Tempel zu Gott wegen Sanheribs Bedrohung
(Bild: Quelle)

„So läßt euch der König sagen: ‘Laßt euch von Hiskia nicht täuschen! denn er vermag euch nicht aus meiner Gewalt zu erretten; 30  auch laßt euch von Hiskia nicht auf Gott den HErrn vertrösten, wenn er sagt: „„Gott der HErr wird uns sicherlich erretten, und unsere Stadt wird nicht in die Hand des Königs von Assyrien fallen!”” (2. Könige 18:29-30).

Lasst euch von Hiskia nicht täuschen! Wir befinden uns in der Regierungszeit des Königs Hiskia von Juda (725 bis 696 v. Chr.). Er hatte alle Abgötterei abgeschafft, setzte sein Vertrauen in den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, hielt an ihm fest, und der Herr schenkte all seinen Unternehmungen Gelingen. Er machte sich vom assyrischen König unabhängig, schlug die Philister zurück. Das Nordreich Israel wurde von den Assyrern beherrscht. Hätten diese sich nicht von ihrem Gott losgesagt und anderen Göttern zugewandt, wäre Assyrien nie eine Bedrohung für sie geworden, und sie wären nicht dorthin verschleppt worden. Nachdem Samaria von Salmanassar erobert worden war, machte sich Sanherib, der übernächste König Assyriens, auch daran, alle festen Städte Juda´s zu erobern, und das Volk in Knechtschaft zu führen. König Hiskia wollte sich von Sanherib loskaufen. Er zahlte dafür die atsronomische Summe, die umgerechnet Millionen von Euros entspricht. Doch Sanherib ließ dessen ungeachtet Jerusalem mit einem großen Heer belagern. In einer Verhandlung vor den Toren Jerusalems wurde nun seitens der Assyrer klargemacht, dass Juda auf das `falsche Pferd´ setze, wenn es sich auf die Versprechungen Hiskias verlasse, dass ihr Gott ihnen helfen würde. Der assyrische Verhandlungsführer sprach nun die Worte im oben angeführten Vers zum Volk.

Er forderte das Volk auf, nicht auf seinen Propheten Hiskia zu hören. Es sollte sich eher Sanherib ergeben, dann würden sie in ihrem Eigentum bleiben können, bis er sie in ein anderes Land bringen würde, in dem alles Lebensnotwendige im Überfluss vorhanden wäre – ein Versprechen, das `keinen Pfifferling wert´ war. Als Hiskia all dies mitgeteilt wurde, zerriss er seine Kleider, ging in den Tempel, und schickte zum Propheten Jesaja. Jesaja ließ Hiskia ausrichten, er solle sich nicht fürchten, der Herr würde sie schützen. Sanherib versuchte erneut Hiskia mit einem Schreiben unter Druck zu setzen, indem er ausführte, dass doch bekannt sei, wie grausam seine Heere gegen seine Feinde vorgehen würden. Er solle ja nicht auf die Beschwichtigungen seines Gottes achten. Hiskia flehte den Herrn wiederum im Tempel an. Jesaja schickte ihm das Wort des Herrn, dass Sanherib Jerusalem nicht erobern würde (2. Könige 19:32). Des Herren Wort erfüllte sich, indem in der Nacht ein Engel im Lager der Assyrer 185.000 Mann sterben ließ (2. Könige 19:35). Ich lerne, auch unter größtem Druck von außen, ist es sicherer auf den Herrn zu vertrauen, obwohl ich ihn nicht sehe. Solch ein Druck könnte die öffentliche Meinung sein, die meinen Glauben in Christus verspottet, weltliche Trends, die die Ausübung der Religion herabsetzen, oder der `natürliche Mensch´ in mir (Mosia 3:19), der mir einredet, dass Gott ja mein letztes Gebet auch nicht erhört hat. Wie Hiskia, kann auch ich in den Tempel gehen und dem Herrn meine Nöte vortragen – der Tempel kann in diesem Fall auch mein geschütztes Heim sein.

Wie gehst du mit Druck um, der dich auffordert, nicht auf den Propheten Gottes zu hören?

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Montag, 11. Juli 2022

Ich will Unglück über Jerusalem und Juda kommen lassen

 

Die Flucht der Gefangenen, Gemälde von James Tissot und anderen
(Bild: Quelle)

„darum hat der HErr, der Gott Israels, so gesprochen: ‘Wisset wohl: ich will Unglück über Jerusalem und Juda kommen lassen, daß allen, die davon hören, beide Ohren gellen sollen!“ (2. Könige 21:12).

Ich will Unglück über Jerusalem und Juda kommen lassen. Warum will Gott dies tun? Wir befinden uns in der Zeit der Herrschaft König Manasses (dieser hat nichts mit dem Sohn Josephs, der nach Ägypten verkauft wurde, zu tun). Dieser Manasse tat wieder, was dem Herrn missfiel. Er richtete alles, was sein Vater Hiskia an götzendienerischen Werken vernichtet hatte, wieder auf, ja sogar seinen eigenen Sohn ließ er als Brandopfer verbrennen, und er verführte das Volk wieder zum Götzendienst (2. Könige 21:1-6,11).

Nun wollte der Herr ein Exempel statuieren, und zwar so, dass allen, die davon hören, „… beide Ohren gellen sollen!“ Der Herr will Jerusalem wie eine Schüssel ausscheuern, und umgekehrt wieder aufstellen. Das verstehe ich so, er wird Jerusalem schmerzhaft säubern und auf den Kopf stellen. Dabei würde jeglicher Inhalt aus Jerusalem entfernt werden. Was da aus der Schüssel fällt, sein eigentliches Eigentumsvolk, wird er verstoßen und in die Hände seiner Feinde fallen lassen. Das alles, weil Jerusalem den Herrn immer wieder zum Zorn gereizt hat, von der Rettung aus der ägyptischen Gefangenschaft bis zu diesem Tage. Manasse hat zudem noch unschuldiges Blut vergossen und damit Jerusalem bis zum oberen Rand (der Schale) gefüllt. Nach dem Tode Manasses folgte ihm auf dem Thron sein Sohn Amon. Auch er tat nichts Gutes. Er wurde von einer Verschwörung hingerichtet. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Josia. Ich lerne, das Exempel, das der Herr statuierte, sollte mir so stark in den `Ohren gellen´ – so stark auf mich einwirkt, dass es schon schmerzt, nur davon zu lesen –, dass es mich nicht reizt, mich gegen den Willen Gottes zu stellen, anderen Göttern zu huldigen. Sollte ich mich einmal gegen ihn stellen, muss ich unbedingt Umkehr üben.

Wie kannst du heutzutage anderen Göttern huldigen?

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Und er las ihnen den ganzen Inhalt des Bundesbuches vor

 

Joschija und das Gesetzbuch (Screenshot)
(Bild: Quelle)

„Hierauf ging der König zum Tempel des HErrn hinauf und mit ihm alle Männer von Juda und alle Bewohner Jerusalems, auch die Priester und die Propheten, überhaupt das ganze Volk, klein und groß; und er las ihnen den ganzen Inhalt des Bundesbuches vor, das man im Tempel des HErrn gefunden hatte.“ (2. Könige 23:2).

Und er las ihnen den ganzen Inhalt des Bundesbuches vor. Worum geht es? Nach zwei Königen Israels, Manasse (2. Könige 21:1-2) und Amon (2. Könige 21:18-20), die das Volk zu allerlei Schlechtem verleiteten, erwuchs dem Volk nun wieder ein gottesfürchtiger König. Josia wurde vom Volk im Alter von acht Jahren zu ihrem König ernannt, nachdem sein Vater Amon Opfer einer Verschwörung wurde (2. Könige 21:23; 22:1-2). Josia befahl einigen seiner Bediensteten, zum Hohenpriester Hilkia zu gehen, und ihn anzuweisen, die mit Restaurierungsarbeiten am Tempel Beschäftigten zu entlohnen. Bei diesem Treffen übergab Hilkia den Leuten `das Gesetzbuch´, das er im Tempel verborgen gefunden hatte – offensichtlich hatten es die Vorgängerkönige nicht benutzt, und es geriet in Vergessenheit. Es wurde nun dem König vorgelesen. Entsetzt zerriss Josia seine Kleider (dies war im Allgemeinen ein Ausdruck von Trauer, oder anderer tiefer Gefühle wie Verzweiflung, Demütigung oder Empörung. In diesem Fall wohl eine Geste der Selbstminderung, den Autoritätsanspruch des Gesetzbuches betreffend). Seinen Bediensteten gab er nun Auftrag, beim Hohenpriester Hilkia zu erkunden, was es mit dem darin aufgeführten Grimm Gottes, aufgrund des Ungehorsams des Volkes zu tun habe. Hilkia seinerseits suchte die Prophetin Hulda auf, die ihnen den Sachverhalt auslegte. Zunächst handelt es sich um das Gerichtswort gegen das Volk, weil es andere Götter verehrt hatte (2. Könige 22:15-17), zum anderen um einen Heilsspruch für den König, dass er den Untergang des Volkes nicht zu erleben braucht, weil er sich der Autorität des Gesetzbuches gebeugt hat (2. Könige 22:18-20).

Jetzt fühlte Josia die Verpflichtung, das Volk wieder auf den richtigen Weg zu führen. Wie konnte er das bewerkstelligen? Er berief eine `Generalkonferenz´ ein, wie im obigen Vers beschrieben, und teilte allen den Inhalt des Bundesbuches mit. Danach schlossen er und das Volk mit Gott den Bund, ihm folgen zu wollen, indem sie alle seine Verordnungen `mit ganzem Herzen und ganzer Seele´ befolgen wollten (2. Könige 23:3). Danach befahl er den Dienern Gottes, alle Geräte und Statuen, die der Götzenanbetung dienten, zu verbrennen, setzte die Götzenpriester ab, die von den anderen Königen eingesetzt worden waren. Es heißt: „… seinesgleichen hat es vor ihm keinen König gegeben, der sich so von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit aller seiner Kraft dem HErrn ganz nach dem mosaischen Gesetze zugewandt hätte, und auch nach ihm ist keiner seinesgleichen erstanden.“ Das Volk aber hat Gott wegen seines Götzendienstes verstoßen“ (2. Könige 23:25-27). Ich lerne, es ist für mich von lebensrettender Bedeutung, das `Gesetzbuch´ im Tempel, die ewigen Bündnisse, die ich eingehen durfte, immer wieder erneut zu studieren, und einzuhalten. Ich muss dem `Predigen des Wortes´ Beachtung schenken (Alma 31:5)! Wo ich verfehlt habe, muss ich Umkehr üben, und durch die Teilnahme am Abendmahl meine Bündnisse erneuern. Sieh dir auch gerne das Video „Joschija und das Gesetzbuch“ an.

Welche Bündnisse hast du eingehen dürfen, und was machst du, wenn du Teile davon nicht richtig hältst?

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Samstag, 9. Juli 2022

Ach wenn mein HErr sich doch an den Propheten zu Samaria wendete!

 

Naemans Heilung im Jordan
(Bild: Quelle)

Nun hatten die Syrer einst auf einem Streifzuge ein junges Mädchen aus dem Lande Israel gefangen weggeführt; die war dann bei Naemans Gattin Dienerin geworden 3  und sagte (eines Tages) zu ihrer Herrin: „Ach wenn mein HErr sich doch an den Propheten zu Samaria wendete! dann würde der ihn von seinem Aussatz befreien.” (2. Könige 5:2-3).

Ach wenn mein HErr sich doch an den Propheten zu Samaria wendete! Naeman war ein hoch angesehener syrischer Feldherr, hatte aber eine chronische Infektionskrankheit, Aussatz, Lepra. Dieses junge israelitische Mädchen hatte den festen Glauben daran, dass ihr Herr von einem Propheten des Herrn geheilt werden konnte und legte gegenüber ihrer Herrin davon Zeugnis ab. Naeman machte sich mit einem Empfehlungsschreiben seines Königs und etlichen Geschenken auf den Weg zum König Israels, der das Ansinnen an ihn gar nicht lustig fand. Elisa bekam davon Wind und ließ ihm ausrichten, dass er Naeman doch zu ihm schicken solle, damit dieser ein Zeugnis vom wahren Gott erhalten könne. Als er bei ihm ankam, empfing nicht Elisa ihn, sondern sein Diener, der ihm ausrichtete, dass er sich siebenmal im Jordan baden solle, dann würde er rein werden. Ich denke, dass man davon ausgehen muss, dass der Jordan vielleicht nicht ganz so sauber war, weil Naeman sagt, dass alle Flüsse von Damaskus besser seien als die Israels. Diese Herabwürdigung wollte Naeman nicht akzeptieren, und kehrte um. Seine Diener konnten ihn aber dazu bewegen, das `Rezept´ anzuwenden, was er dann auch tat und beim siebenten Bade geheilt aus dem Wasser stieg, und erkannte, dass es auf Erden nur den einen wahren Gott, den Gott Israels gibt.

Naeman wollte dem Elisa die mitgebrachten Geschenke übergeben, was dieser aber ablehnte. Da gab es dann den Diener Elisas, Gehasi. Er dachte sich, dann solle er doch wenigstens etwas von den Geschenken für die von Elisa erbrachte `Dienstleistung´ bekommen, rannte Naeman hinterher und erbat einen Teil. Gegenüber Elisa bestritt er, dass er dies getan hätte. Das Ende vom Lied: Nun bekam Gehasi Lepra (2. Könige 5:14-27). Ich lerne, andere können durch meinen Glauben und mein Zeugnis gerettet werden. Wenn ich den Ratschlägen der lebenden Propheten Gottes Folge leiste, auch wenn sie mir nicht spektakulär genug erscheinen, vielleicht sogar abstoßend, werde ich geheilt. Der Herr spricht zu uns nicht nur durch den Propheten, sondern ebenso durch seine weiteren berufenen Diener. Gutgemeinten Ratschlägen darf ich folge leisten. Schau dir auch gerne dieses Video dazu an: „Naaman & the Prophet Elisha“.

Wie würdest du handeln, wenn du wüsstest, dass du mit dem Ablegen deines Zeugnisses bezüglich Heilung durch Diener Gottes, anderen zu Genesung, ob geistig, oder körperlich, verhelfen könntest?

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