Sonntag, 14. Juni 2015

Hütet euch davor, ... dass es euch gefällt, dem bösen Geist zu gehorchen

König Benjamin warnt in seiner Abschiedsrede sein Volk: „Aber, o mein Volk, hütet euch davor, dass Streitigkeiten unter euch entstehen und dass es euch gefällt, dem bösen Geist zu gehorchen, von dem mein Vater Mosia gesprochen hat.“ (Mosia 2:32).
Hierbei werde ich an König Saul im Alten Testament erinnert und ich stutze über die Aussage, dass der Geist des Herrn von Saul gewichen war und ihn jetzt ein böser Geist vom Herrn quälte (1. Samuel 16:14). Kann das sein? Ich denke an den achten HLT-Glaubensartikel: „Wir glauben, dass die Bibel, soweit richtig übersetzt, das Wort Gottes ist; wir glauben auch, dass das Buch Mormon das Wort Gottes ist.“ So bin ich doch erschüttert, was ein fehlendes Wort für Unsicherheit, bzw. ein falsches Bild hervorrufen kann. Joseph Smith wurde vom Herrn inspiriert Wahrheiten zum Bibeltext wiederherzustellen, die seit ihrer ersten Niederschrift verloren gegangen oder verändert worden sind (siehe hier). So findet sich darunter auch die Begebenheit mit dem bösen Geist, der über Saul kam: „Aber der Geist des Herrn verließ Saul, und ein böser Geist, der nicht vom Herrn war, beunruhigte ihn.“ (JSÜ 1. Samuel 16:14). Ich bin aufgrund von Gebet zu 100% sicher, dass die inspirierte Version von Joseph Smith das Fehlen des einen Wortes „nicht“ richtigstellt. Solltest du noch nicht herausgefunden haben, dass Joseph Smith von Gott beauftragt war, heilige Schrift hervorzubringen, wie willst du es dann herausfinden?
Hütet euch davor, ... dass es euch gefällt, dem bösen Geist zu gehorchen. Gerne komme ich dieser Aufforderung nach, indem ich ständig trainiere, positive Gedanken und Empfindungen weiter zu entwickeln. Wie gehst du vor?

(Quelle)

Samstag, 13. Juni 2015

Wenn ihr seine Gebote haltet, segnet er euch

Du kennst mit Sicherheit die „Wenn - Dann - Funktion“. Na ja, vielleicht nicht unbedingt in Zusammenhang mit einem Kalkulationsprogramm: Bei Bezahlung innerhalb 30 Tagen werden 3% Skonto gewährt. Darüber hinaus gilt der reguläre Preis. Als Formel wird das wie in der Abbildung unten dargestellt ausgedrückt. Da kommt dann allerdings noch ein Sonst hinzu: Wenn Zahlung innerhalb 30 Tagen dann Preis mit 3% Skonto ausweisen, sonst mit 0%.
Auf ebenso einfache Weise lässt sich diese Funktion bei Geboten des Herrn darstellen: „Und siehe, alles, was er von euch verlangt, ist, dass ihr seine Gebote haltet; und er hat euch verheißen, dass es euch, wenn ihr seine Gebote haltet, wohl ergehen wird im Land; und er weicht niemals von dem ab, was er gesprochen hat; darum, wenn ihr seine Gebote haltet, segnet er euch und lässt es euch wohl ergehen.“ (Mosia 2:22).
  • Wenn: Halten der Gebote
  • Dann: Wohlergehen ... im Land
  • Sonst: Fehlen von dann
    • Beispiel aus der Bibel: „Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.“ (Exodus 20:12).
      • Wenn: Vater und Mutter werden geehrt
      • Dann: Langes Leben
      • Sonst: Fehlen von langem Leben.

Das hat was mit Zwang zu tun meinst du? Na ja, wenn ich etwas Bestimmtes erreichen will, bleibt mir nichts anderes übrig, als dafür etwas zu tun. Die gebratenen Tauben fliegen mir nun mal nicht, wie im Schwank von Hans Sachs (1494-1576), in den Mund: „... Auch fliegen um, das mögt ihr glauben, gebratene Hühner, Gäns' und Tauben; wer sie nicht fängt und ist so faul, dem fliegen sie selbst in das Maul.“ (siehe hier).
Wenn ihr seine Gebote haltet, segnet er euch. Ich entscheide mich ganz leicht für das Wenn-Dann ohne das Sonst und fühle mich bei diesem Entschluss absolut ungezwungen und ich kann mich auch drauf verlassen, dass der Herr diese Funktion genauso ausführt! Wie hältst du es mit dieser Formel des Herrn?

(Quelle)

Freitag, 12. Juni 2015

Wenn ihr ihm mit all eurer ganzen Seele dientet, wärt ihr dennoch unnütze Knechte

Kennst du folgendes Paradoxon (scheinbar oder tatsächlich unauflösbarer, unerwarteter Widerspruch): Umso mehr Schweizer Käse du hast, desto mehr Löcher hast du. umso mehr Löcher du hast, desto weniger Käse hast du, d. h. umso mehr Käse du hast, desto weniger Käse hast du.
Ähnlich klingt doch die Aussage in König Benjamins Rede in Bezug auf die Leistung Gottes gegenüber uns und unseren Dienst ihm gegenüber: „ich sage euch, dass, wenn ihr ihm dientet, der euch von Anfang an erschaffen hat und euch von Tag zu Tag bewahrt, indem er euch Atem verleiht, damit ihr leben und euch bewegen und gemäß eurem eigenen Willen handeln könnt, und euch sogar von einem Augenblick zum anderen beisteht– , ich sage, wenn ihr ihm mit all eurer ganzen Seele dientet, wärt ihr dennoch unnütze Knechte.“ (Mosia 2:21).
Wenn ihr ihm mit all eurer ganzen Seele dientet, wärt ihr dennoch unnütze Knechte. Das Paradoxon hierbei: Der Herr segnet uns mit dem was wir benötigen, wir dienen ihm aus Dank dafür, er segnet uns aus diesem Grund aber wieder und so stehen wir immer mehr in seiner Schuld; eine Spirale, aus der wir nur herauskommen, indem wir aufhören ihm zu dienen? Fällt mir nicht ein! Ich halte mich an die Aussage in Lukas 17:10 „Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.“ Immer werde ich Sein Schuldner sein, egal, wie ich mich auch anstrenge (Mosia2:23-24). Was tust du, um aus dieser Schuldnerfalle herauszukommen?

Ich steige Treppen so viel ich will und bleibe dennoch auf derselben Ebene? (Quelle)

Donnerstag, 11. Juni 2015

Im Dienste eurer Mitmenschen

König Benjamin hat damit, dass er seinem Volk erzählt hat, wie viel er für es mit seiner eigenen Hand gearbeitet hat (Mosia 2:14), nicht prahlen wollen, sondern: „Und siehe, ich sage euch dies, damit ihr Weisheit lernt, damit ihr lernt, dass, wenn ihr im Dienste eurer Mitmenschen seid, ihr nur im Dienste eures Gottes seid.“ (Mosia2:17).
Er wollte, dass sein Volk und auch wir, die wir dies heute lesen dürfen, Weisheit darüber lernen, was Gottesdienst bedeutet. Dabei ist es eben nicht damit getan, dass wir sonntags mal in die Kirche gehen. Nein, ich lerne daraus, dass wahrer Gottesdienst darin besteht, dass ich mich um meinen Mitmenschen kümmere, ihm behilflich bin in allem, in dem er Unterstützung benötigt. Manch einer mag sich dabei fragen: Und was springt dabei für mich raus? Mit dieser Einstellung wohl nicht arg viel. Dennoch habe ich etwas davon: wenn ich selbstlos diene, stärkt dies meine Geistigkeit.
Im Dienste eurer Mitmenschen. Elder Robert J. Whetten von den Siebzigern hat in der April-Generalkonferenz 2005 gesagt: „Wer sich in der Kirche nur um seine eigenen Belange kümmert, erreicht niemals das Ziel, nämlich die Vollkommenheit. Beim Evangelium und beim Leben in der Erhöhung geht es nur ums Dienen.“ (hier). Der Herr will jedes seiner Kinder segnen und er tut dies durch die Hände derer, die ihm dienen wollen. Ich will dies gerne tun, ohne darauf zu spekulieren, welchen Vorteil ich daraus ziehen kann, denn dies ist die einzige Möglichkeit, die ich habe, Gott zu dienen. Er ist nicht unter uns und ich kann ihm nicht seine Füße mit meinen Tränen benetzend waschen (Lukas7:44). Wie groß das Maß meiner Bekehrung zu Gott ist, kommt durch meinen Dienst am Nächsten zum Ausdruck (Jakobus 1:27). Welche Möglichkeiten Gott zu dienen siehst und welche nutzt du?

(Quelle)

Mittwoch, 10. Juni 2015

Damit ihr wisst, dass ich mich heute reinen Gewissens vor Gott verantworten kann

Ein Spruch sagt: „Manche Menschen haben nur ein reines Gewissen, weil sie es noch nie benutzt haben.“ Oder richtest du dich lieber an Donalds Auffassung (siehe Bild unten). Vielversprechender verläuft das Leben meiner Meinung nach aber eher nach dieser Weisheit: „Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.“
König Benjamin zählt in seiner Rede an sein Volk all seine diesem geleisteten Dienste auf (Mosia 2:12-14), aber nicht um zu prahlen oder anzuklagen. Aber lesen wir seine eigenen Worte:  „Doch, meine Brüder, ich habe dies nicht getan, um zu prahlen; und ich sage es auch nicht, um euch damit anzuklagen; sondern ich sage euch dies, damit ihr wisst, dass ich mich heute reinen Gewissens vor Gott verantworten kann.“ (Mosia2:15).
Damit ihr wisst, dass ich mich heute reinen Gewissens vor Gott verantworten kann. König Benjamin wusste, dass er bald in die Gegenwart des Herrn zurückberufen werden und sich dort für seine Handlungen verantworten muss (Mosia 1:9). Weil er sein Bestes gegeben hat, konnte er mit Fug und Recht behaupten, mit einem reinen Gewissen vor Gott zu treten. Hier fällt mir Paulus ein. Er hatte auch die Auferstehung im Sinn, als er sagte: „Deshalb bemühe auch ich mich, vor Gott und den Menschen immer ein reines Gewissen zu haben.“ (Apostelgeschichte 24:14-16). Diese guten Diener des Herrn rühren mein Innerstes an, ihrem Vorbild nachzueifern. Es klappt nicht immer, aber ich weiß, dass ich für diesen Fall den Umweg der Buße gehen kann wie Paulus sagt: „Also kehrt um und tut Buße, damit eure Sünden getilgt werden“ (Apostelgeschichte3:19). Wenn ich das aufrichtig tue, reinigt der Herr durch sein Sühnopfer mein Gewissen wieder. Wie stellst du es an, für ein sanftes Ruhekissen zu sorgen?

(Quelle)

Dienstag, 9. Juni 2015

Damit ich euch diene mit aller Macht, ganzem Sinn und aller Kraft

König Benjamin adressiert nun sein vor dem Tempel versammeltes Volk, indem er ihm sagt, dass er sich jedem Einzelnen gegenüber in keiner Weise erhaben fühlt, sondern: „Vielmehr bin ich euch gleich, bin allerart Schwächen an Leib und Sinn unterworfen; doch bin ich von diesem Volk erwählt und von meinem Vater geweiht worden, und die Hand des Herrn hat es zugelassen, dass ich Herrscher und König über dieses Volk sei; und bin durch seine unvergleichliche Macht erhalten und bewahrt worden, damit ich euch diene mit aller Macht, ganzem Sinn und aller Kraft, die der Herr mir gewährt hat.“ (Mosia 2:11).
Nicht so oft in der Weltgeschichte hat man von einem politischen Führer eines bevölkerungsmäßig großen Volkes (Mosia 2:2) solch demütige Worte vernommen, die sich auch noch in seinem Handeln widerspiegelten (Worte Mormons1:17-18; Mosia 29:13). So etwas konnte nur geschehen, weil er ein gottesfürchtiger, demütiger Mann war, nicht aufgeblasen ob seiner hervorgehobenen Stellung.
  • Benjamin war: Von diesem Volk erwählt, von seinem Vater geweiht
    Über den Vorgang seiner Wahl und die Einsetzung durch seinen Vater Mosia (den Ersten, nachdem Benjamin einen seiner Söhne auch Mosia nannte) in das Amt des Königs ist uns nichts überliefert. Es wird nur berichtet, dass er nach dem Tod seines Vaters an dessen Statt regierte (Omni 1:23). Vielleicht hat Mosia die Zustimmung des Volkes eingeholt, bevor er ihn weihte, wie es in der heutigen Kirche des Herrn bei Übertragung von Kirchenämtern der Fall ist;
  • und: Die Hand des Herrn hat es zugelassen, dass ich Herrscher und König über dieses Volk sei
    indem der Herr sein Leben in den kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Lamaniten bewahrte (Worte Mormons 1:13; Omni 1:24),
  • damit ich euch diene mit aller Macht, ganzem Sinn und aller Kraft
    wie es wohl auch von Amaleki bestätigt wird (Omni 1:25).

Damit ich euch diene mit aller Macht, ganzem Sinn und aller Kraft. König Benjamin ist mir in Sachen Dienst am Nächsten ein riesiges Vorbild. Ich will seinem Beispiel gerne nacheifern und den mir übertragenen Aufgaben und Pflichten gewissenhaft nachkommen. Was ist deine Meinung über solche Staats- und Gottesdiener?

König Benjamin spricht zu seinem Volk (Quelle)

Montag, 8. Juni 2015

Mit den Worten, die ich sprechen werde, [nicht] leichtfertig umzugehen

Wenn eine Person die gebotene Sorgfalt in besonders hohem Maß verletzt, gilt das im Strafrecht als „Leichtfertigkeit“. Nimmt ein Täter z.B. bei einem Raubüberfall `leichtfertig´ den Tod eines anderen Menschen in Kauf, fällt nach § 249 StGB die Strafe höher aus, als bei einem `normalen´ Raub.
König Benjamin redet in der von ihm einberufenen Konferenz nun sowohl als weltliches als auch religiöses Oberhaupt zu seinem Volk (um 124 v. Chr.): „... Meine Brüder, ihr alle, die ihr euch versammelt habt, die ihr meine Worte vernehmen könnt, die ich heute zu euch sprechen werde; denn ich habe euch nicht geboten, hier heraufzukommen, um mit den Worten, die ich sprechen werde, leichtfertig umzugehen, sondern dass ihr auf mich hört und eure Ohren öffnet, damit ihr hört, und euer Herz, damit ihr versteht, und euren Sinn, damit die Geheimnisse Gottes vor euren Augen entfaltet werden.“ (Mosia 2:9).
Mit den Worten, die ich sprechen werde, [nicht] leichtfertig umzugehen. Diese Aufforderung des Benjamin gilt genauso heute uns, die wir halbjährlich von Thomas S. Monson aufgerufen werden den Worten der Diener Gottes zu lauschen. Ich nehme ihre Worte keineswegs auf die leichte Schulter, versuche sie nicht „wie eine geborstene Zisterne“, die keine Weisheit festhalten kann (Jesus Sirach 21:14-15), aufzunehmen, sondern sie mit Herz (Empfindung und Gefühl) und Sinn (Verstehen) zu erfassen, um sie dann in richtiges Handeln umzusetzen und dadurch der Aufforderung Christi Stück für Stück nachzukommen (Matthäus 5:48). Wie stellst du es an, vollkommen zu sein wie der himmlische Vater?

(Quelle)