Montag, 13. Juni 2022

Wenn ihr mit eurem ganzen Herzen zum HErrn umkehren wollt

 

Götzen des 21. Jahrhunderts
(Bild: Quelle)

„sagte Samuel zum ganzen Hause Israel: „Wenn ihr mit eurem ganzen Herzen zum HErrn umkehren wollt, so schafft die fremden Götter und besonders die Astartebilder aus eurer Mitte weg und richtet euer Herz auf den HErrn und dient ihm allein, dann wird er euch aus der Gewalt der Philister erretten.” (1. Samuel 7:3).

Wenn ihr mit eurem ganzen Herzen zum HErrn umkehren wollt. Es wird einen nicht verwundern, dass Samuel das Volk des Herrn zur Umkehr aufrief. Was war passiert? Israel hatte erkannt, dass Samuel als Prophet Gottes beglaubigt worden ist, und Gott ihm in Silo sein Wort offenbarte (1. Samuel 3:20-21). Israel zog gegen die Philister in den Krieg, wurde aber vernichtend geschlagen. Sie fragten sich, warum der Herr dies zugelassen hatte und meinten, dass es daran lag, dass die Bundeslade nicht in ihrer Mitte war. So holten sie diese und waren frohen Mutes nun aus der Hand ihrer Feinde gerettet zu werden. Doch taten sie es ohne Vollmacht. Die beiden unwürdigen Söhne Eli's , Hophni und Pinehas (1. Samuel 2:12), begleiteten den Transport. Den Philistern rutschte das Herz in die Hose als sie das Freudengeschrei Israels über die Ankunft der Lade hörten, motivierten sich jedoch, und kämpften erneut siegreich. Dabei kamen auch die Söhne Eli's ums Leben. Die Philister erbeuteten die Lade. Als Eli diese Nachricht erhielt, fiel er von seinem Stuhl und brach sich das Genick. Damit erfüllten sich die Vorhersagen Gottes, was Eli und seine Söhne betraf (1. Samuel 2:31,34). Die Lade brachte den Philistern aber nur Unglück und sie brachten sie nach sieben Monaten schließlich wieder den Israeliten zurück (1. Samuel 4 bis 6). Nach langer Zeit wandte sich Israel schließlich wieder klagend an den Herrn, und Samuel forderte sie zur Umkehr auf, wie im obigen Vers wiedergegeben.

Ich lerne, sollte ich mich vom Herrn verlassen fühlen, muss ich erst einmal untersuchen, ob nicht ich es bin, der sich vom Herrn entfernt hat, und überlegen, ob es angemessen ist, dass ich mich klagend an ihn wende, anstatt `von ganzem Herzen Umkehr´ zu üben, wie auch der Herr selber mich auffordert (Joel 2:12). Vielleicht habe ich ja `fremde Götter´, denen ich nachjage. Eventuell strebe ich besonders nach einem sportlichen Pokal, oder nach einem teuren Flitzer, oder nach einer großen Villa, oder …, dass ich den Dienst an meinem Nächsten sträflich vernachlässigt, mich von meinem Gott abgewendet, oder sogar Dinge getan habe, zu denen ich nicht bevollmächtigt war. So werde ich mein Herz erneut auf den Herrn richten, ihn an erste Stelle setzen. Dann wird der Herr in meinem Herzen eine mächtige Wandlung bewirken können (Mosia 5:2), und ich kann mir gewiss sein, dass er mich mit seinen Segnungen wieder überhäuft.

Was meinst du gehört dazu, sich mit ganzem Herzen dem Herrn zuzuwenden?

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Samstag, 11. Juni 2022

Breite also deinen Fittich … über deine Magd aus; denn du bist Löser für mich!

 

Rut zu Füßen des Boas
(Bild: Quelle)

„Als er nun fragte: „Wer bist du?” antwortete sie: „Ich bin Ruth, deine Magd; breite also deinen Fittich (= Schutz) über deine Magd aus; denn du bist Löser für mich!” (Rut 3:9).

Breite also deinen Fittich … über deine Magd aus; denn du bist Löser für mich! In welcher Szene der Begebenheit von Rut, der Schwiegertochter der Noomi, befinden wir uns hier? Rut hatte ihre Schwiegermutter nicht verlassen, als diese nach dem Tod ihres Mannes und ihrer Söhne aus Moab wieder nach Bethlehem zurückkehrte. Beide waren sie nun Witwen. So bemühte sich Rut auf dem Feld des Boas mittels Nachlese für sich und ihre Schwiegermutter etwas zum Leben zu erarbeiten. Boas achtete diese ihre Liebe zu ihrer Schwiegermutter sehr, und er unterstützte sie, indem er Anweisungen gab, dass sie ungestört sammeln dürfte. Nun ging aber diese Liebe, sowohl von Noomi zu ihrer Schwiegertochter, als auch umgekehrt, viel tiefer. Noomi machte sich Sorgen, dass Rut versorgt sein würde und diese sorgte sich um ihre Schwiegermutter ebenso. Noomi schlug Rut vor, Boas zu ehelichen, und Rut folgte ihrem Vorschlag. Sie legte sich, nachdem Boas nach dem Abendessen sich müde neben das geworfelte Getreide schlafen legte – dies war eine Vorsichtsmaßnahme gegen Getreidediebstahl –, an dessen Fußende nieder. Als er um Mitternacht erwachte, bemerkte er sie und stellte die Frage in unserem heutigen Vers oben.

Rut machte ihm unverhohlen einen Heiratsantrag, indem sie ihn bat, als ihr `Löser´ seine `Fittiche´ über sie auszubreiten.

  • Löser
    bezeichnet im Hebräischen das Loskaufen aus einer wirtschaftlich-sozialen Notlage, und bezieht sich auf die Auslösung von Personen durch eine weitere Person. Hier geht es um die Auslösung von den Witwen Noomi und deren ausländischer Schwiegertochter Rut, durch einen Verwandten der Noomi, Boas. Er allerdings stand in der Reihenfolge hinter einem anderen, namentlich nicht genannten Löser. Dieser verzichtete auf die Auslösung seinerseits, als er merkte, dass damit die Versorgung zweier Witwen, nebst Zeugung von Nachwuchs für den verstorbenen Verwandten, verbunden war. Also konnte Boas als `Löser´ auftreten.
  • Fittiche
    Flügel, Schwingen. Im übertragenen Sinne zu verstehen: Schutz (Psalm 61:5; 91:4) für Rut und damit auch für ihre Schwiegermutter Noomi, sowie späterer Nachfahren durch die `Leviratsehe´ oder auch `Schwagerehe´ – eine Ehe, in der die kinderlose Witwe dem Schwager anvertraut wird. Der erstgeborene Sohn dieser Ehe führt in diesem Fall die juristische Autorität des verstorbenen Elimelech fort (Deuteronomium 25:5).

Ich lerne, Boas ist nicht direkt der Schwager, dessen ungeachtet ist seine Liebe zur erweiterten Familie so groß, dass er für die beiden Witwen sorgen will. Er kauft das Grundstück Elimelechs von einem nicht genannten Verwandten zurück und damit auch das Recht auf die Familie. Er wird also deren `Löser´, wie Jesus Christus unser aller `Löser´ ist, weil er die große Familie Gottes so sehr liebt! Wobei er uns mit seinen `Fittichen´ Schutz bieten will. Wir müssen uns nur unter diesen versammeln (Matthäus 23:37). Wie unendlich dankbar bin ich für unseren `Löser´ Jesus Christus!

Was bist du bereit, für deine `weitere Familie´ zu tun?

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Freitag, 10. Juni 2022

Dann kränkte aber ihre Nebenfrau ... sie mit lieblosen Reden, um sie zu ärgern

 

(Bild: Quelle)

„Dann kränkte aber ihre Nebenfrau (oder: Nebenbuhlerin) sie mit lieblosen Reden, um sie zu ärgern, weil der HErr ihr Kindersegen versagt hatte.“ (1. Samuel 1:6).

Dann kränkte aber ihre Nebenfrau ... sie mit lieblosen Reden, um sie zu ärgern. Hier haben wir es wieder mit einer für die Betroffene katastrophalen Geschichte zu tun. Wie schon mehrfach bis hier her, haben wir es hier wieder mit einem sehr großen Leid einer Tochter des Herrn zu tun. Elkana (Gott hat geschaffen / erschaffen), ein Ephraimit, lebt mit seinen zwei Frauen im Gebirge Ephraim in der Stadt Ramatajim „Zwei-Hügel“. Mit ihnen, der kinderreichen Peninna und der kinderlosen Hanna, geht er jedes Jahr zum Opferfest nach Silo, um Gott anzubeten und ihm zu opfern. Weil er Hanna mehr liebt als Peninna, erstere aber keine Kinder hat, wird jedes Mal ein Konflikt zwischen den beiden ausgelöst. Die andere mobbt jedes Mal die Hanna wegen ihrer Kinderlosigkeit, sie aber dem Elkana zehn Söhne geschenkt hat: „Was nützt es dir, dass Elkana, dein Mann, dich liebt, denn du bist ein dürrer Baum? Und ich weiß, dass mein Mann mich lieben wird, weil er sich am Anblick meiner Söhne erfreut, die wie eine Plantage von Olivenbäumen um ihn herum stehen.“ (maschinell übersetzt; Quelle: Biblical Antiquities of philo, Seite 218, beginnend mit „What profiteth it thee that Elchana thine husband loveth thee?“).

Man kann sich leicht vorstellen, dass Hanna dadurch schwer getroffen und gekränkt wurde. So schloss sie mit dem Herrn im Tempel das Bündnis, wenn er ihr einen Sohn schenken würde, sie ihm diesen sein Leben lang weihen würde. Der Herr erfüllt ihren Wunsch und sie weihte ihn ihm, nachdem er entwöhnt war. Dieser Sohn war Samuel, der später wie ein Richter handelt, aber auch als Prophet auftritt. Unter ihm entsteht das Königtum Israel, mit Saul als erstem König und danach David. Für ihr erlittenes Leid, ihren Glauben und ihre Treue, segnet der Herr Hanna mit drei weiteren Söhnen und zwei Töchtern (1. Samuel 2:21). Ich lerne, ich muss mich darin üben, die Stimme des Herrn zu erkennen und ihr zu antworten, so wie es Samuel von Eli lernte: „da rief der HErr: „Samuel!” Dieser antwortete: „Hier bin ich!”; „Samuel! Samuel!” Dieser antwortete: „Rede! denn dein Knecht hört.” (1. Samuel 3:4,10); „… Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn höre!“ (Lehre und Bündnisse 1:17). Außerdem lerne ich, dass es unerhört ist, jemanden zu kränken, weil ich meine, ich bin gesegnet und jemand anderer nicht, und auch noch, dass der Herr meine aufrichtigen Bitten nach seinem weisen Ratschluss erfüllt.

Welche anderen Frauen aus der Schrift kennst du, deren Mutterschoß zunächst verschlossen blieb?

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Donnerstag, 9. Juni 2022

Wohin du gehst, dahin will auch ich gehen, und wo du bleibst, da bleibe ich auch

 

Noomi, Ruth und Orpa
(Bild: Quelle)

„Aber Ruth erwiderte: „Dringe nicht in mich, dich zu verlassen und ohne dich umzukehren; Nein, wohin du gehst, dahin will auch ich gehen, und wo du bleibst, da bleibe ich auch: dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott!“ (Ruth 1:1).

Wohin du gehst, dahin will auch ich gehen, und wo du bleibst, da bleibe ich auch. In den Erzählungen im Buch der Richter kommen wir zu einem familiären Intermezzo, einer privaten Familiengeschichte, die uns im Endeffekt zu unserem Erlöser führen wird. Sie beginnt mit der Schilderung der Auswanderung Elimelechs, und seiner Familie, bestehend aus seiner Frau Noomi und seinen beiden Söhnen Machlon und Kiljon. Sie stammen als Ephratiter aus der Gegend von Betlehem in Juda (Genesis 48:7). Dort gab es eine Hungersnot und sie wanderten für eine Zeitlang in das Gebiet der Moabiter, die allerdings anderen Göttern anhingen. Hier siedelten die Nachfahren Lots, deren Wurzeln, neben den Ammonitern, durch ihn mit seinen beiden Töchtern gelegt wurden. Die beiden Töchter nahmen an, dass sie nach der Zerstörung Sodoms und Gomorras alleinige Überlebende wären, und sorgten so mit ihrem nichts ahnenden Vater für Nachwuchs (Genesis 19:30-38). Die beiden Söhne nahmen sich Moabiterinnen zu Frauen. Als nun Elimelech und die beiden Söhne dort im fremden Land starben, entschied sich Noomi wieder zu ihrem Volk zurückzukehren. Ihren Schwiegertöchtern riet sie in ihrem Heimatland zu bleiben.

Orpa nahm nach einigen Widersprüchen dann doch den Rat ihrer Schwiegermutter an, blieb in Moab, aber Ruth tätigte die im obigen Vers zitierte Aussage, sie erwies damit ihrer Schwiegermutter größtmögliche Loyalität. Sie blieb treu an der Seite ihrer Schwiegermutter, hatte offensichtlich den Glauben an den wahren Gott Israels angenommen (Ruth 1:16). Zusammen erlebten sie in der Heimat Noomis, in Jerusalem, die überaus reichen Segnungen des Herrn, im krassen Gegensatz zu den Beschwernissen als Witwen in der Fremde – kinderlose Witwe in der Antike bedeutete zur niedrigsten und am stärksten benachteiligten Klasse zu gehören; sie war von der Großzügigkeit Fremder abhängig. In ihrer Heimat fand Ruth, in dem wohlhabenden Mann Boas aus der Familie Elimelechs, ihren `Löser´. Er hat sich bereit erklärt, für die Witwe Noomi und ihre ältere Tochter Ruth zu sorgen (er kaufte als `Löser´, das von Elimelech veräußerte Grundstück für Noomi zurück, sodass sie versorgt war), Ruth nahm er sogar im Rahmen der `Leviratsehe´ zur Frau, nachdem sie sich ihm auf Anraten ihrer Schwiegermutter als Dienerin angeboten hatte (Ruth 3:6-9). Boas und Ruth bekommen einen Sohn, dem sie den Namen Obed (Diener des Herrn) geben. Obed wird der Vater Isais, dieser des David und aus dieser Linie stammt Jesus Christus (Ruth 4:13-22; Matthäus 1:5-16). Ich lerne, der Herr wendet schwieriges Schicksal letztendlich in größten Segen, wenn man ihm in guten, wie in schlechten Zeiten, die Treue hält, loyal ist. Er ist auf jeden Fall unser aller `Löser´. Befindet man sich in einem Lebenstief, kann man nicht erkennen, wann es wie wieder aufwärts geht. Mein Verhalten in diesen Tiefs zeigt dem Herrn meine Treue oder Untreue. Ich will versuchen jederzeit ihm meine Treue zu erweisen.

Wie ergeht es dir, wenn du dich in einem Tief befindest, bezüglich des Glaubens in den Herrn?

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Mittwoch, 8. Juni 2022

Sie holten sich die erforderliche Zahl von Frauen aus den tanzenden Mädchen, die sie raubten

 

(Bild: Quelle)

„Die Benjaminiten befolgten die Weisung: sie holten sich die erforderliche Zahl von Frauen aus den tanzenden Mädchen, die sie raubten, kehrten dann in ihren Erbbesitz zurück, bauten die Ortschaften wieder auf und ließen sich darin nieder.“ (Richter 21:23).

Sie holten sich die erforderliche Zahl von Frauen aus den tanzenden Mädchen, die sie raubten. Was war passiert, dass Mädchen geraubt wurden? Ein Levit der im hintersten Teil des Gebirges Efraim lebte, hatte eine Nebenfrau aus Jerusalem. Sie wurde zornig auf ihn und ging in ihr Elternhaus zurück. Ihr Mann zog ihr hinterher, wurde im Hause seines Schwiegervaters freundlich aufgenommen und reiste nach einigen Übernachtungen mit seiner Nebenfrau wieder zurück. In Gibea machten sie Rast. Außer einem alten Mann wollte ihn keiner bei sich nächtigen lassen. Die Benjamiter, die dort lebten, kamen des Nachts an dessen Haus, forderten ihn auf, den Fremden herauszugeben, damit sie mit ihm ihren `Mutwillen´ treiben könnten. Der alte Mann wollte dies nicht zulassen. Stattdessen bot er ihnen seine jungfräuliche Tochter und die Nebenfrau seines Gastes an. Das wollte das Gesindel aber nicht. So brachte der Levit seine Nebenfrau hinaus und sie missbrauchten diese, bis sie tot vor der Tür liegen blieb. Der Levit nahm sie zu sich nach Hause, zerstückelte den Leichnam in zwölf Teile und schickte je einen an jeden Stamm. Daraufhin schlossen sich die Stämme zusammen und gingen nach Beratung gegen die Benjaminiter vor, bis nur noch einige Männer übrig waren. Für sie suchten sie nun Frauen, damit der Stamm erhalten bleiben könnte, fanden unter sich aber nicht genügend und sagten, der Rest solle sich bei dem alljährlichen Fest in Silo auf die Lauer legen und Töchter Silos rauben, wenn sie den Tanz verließen. So taten es die Benjaminiter und alle Parteien zogen wieder in ihre Heimat (ganz grob um die 1100 v. Chr.).

Diese Begebenheit beendet das Buch der Richter und erinnert mich an entsprechende Begebenheiten im Alten Testament und im Buch Mormon. Die Herausforderung des Mannes um ihren `Mutwillen´ an ihm zu verüben finde ich bei der Beherbergung der drei Engel in Sodom durch Lot wieder (wohl um die 1650 v. Chr.; Genesis 19:1-9). Den Frauenraub finde ich bei den Priestern des gottlosen Königs Noa wieder. Diese hatten sich in der Wildnis versteckt und trauten sich nicht wieder in die Stadt Nephi zu ihren Familien zurückzukehren. Sie entdeckten eine Stelle, wo sich die Töchter der Lamaniten versammelten, um zu singen, zu tanzen und sich zu vergnügen. Als diese sich dort vergnügten, kamen die Priester aus ihrem Versteck und entführten vierundzwanzig von ihnen mit in die Wildnis (um die 145 v. Chr.; Mosia 20:1-5). Ich lerne, es gibt in unterschiedlichen Zeitaltern ähnliche Verhaltensweisen der Menschen. Ich sollte daraus Schlüsse ziehen, um nicht dieselben Gleise zu befahren.

Was lernst du aus gemachten Fehlern deiner Vorfahren?

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Dienstag, 7. Juni 2022

Fraß (= Speise) kam aus dem Fresser, und Süßigkeit kam aus dem Starken

 

Simson erlegt einen Löwen mit bloßen Händen
(Bild: Quelle)

„Da sagte er zu ihnen: „Fraß (= Speise) kam aus dem Fresser, und Süßigkeit kam aus dem Starken.” Drei Tage lang waren sie nicht imstande, das Rätsel zu lösen;“ (Richter 14:14).

Fraß (= Speise) kam aus dem Fresser, und Süßigkeit kam aus dem Starken. So lautet das Rätsel, das die Hauptfigur in dieser biblischen Geschichte, seinen Hochzeitsgästen zur Lösung aufgibt – er wollte nämlich eine Philisterin zur Frau nehmen. Würden sie es innerhalb der Feierlichkeiten, sieben Tage, lösen, würden sie dreißig Hemden und dreißig Festgewänder von ihm bekommen, im anderen Fall wären sie ihm diese schuldig. Bis zum dritten Tag hatten sie keine Lösung. So bedrohten sie seine Zukünftige, sie solle die Lösung aus ihm herauskitzeln, ansonsten würden sie sie samt ihrem Vaterhaus vernichten. Nach mehreren Versuchen ihrerseits, war unser Hauptakteur es leid und er erzählte ihr die Lösung, die sie an die erpresserischen Gelagegäste weitergab. „Was ist süßer als Honig und was ist stärker als ein Löwe?“, war die Lösung, die sie ihm mitteilten, worauf er ihnen antwortete: „Hättet ihr nicht mit meinem Rinde gepflügt, so hättet ihr mein Rätsel nicht erraten!”. Um seine Schuld zu begleichen, brachte er dreißig Männer aus Askalon um und nahm ihnen die entsprechende Kleidung ab und gab sie an die Gelagegäste (Richter 14:18-19). Zum Rätsel muss man noch wissen, dass der Hauptakteur vor dem Gelage mit seinen Händen einen Löwen erledigt hatte. In dessen Kadaver hatte sich danach ein Bienenschwarm eingenistet, von dem er den Honig entnahm, verspeiste und auch seinen Eltern zu essen gab (Richter 14:6-9).

Wer war nun diese Hauptfigur? Es war eine Person, die vom Herrn vorgesehen war, als Nasiräer schon im Mutterleib, mit göttlicher Kraft ausgestattet, die Israeliten aus der Hand der Philister zu befreien (Richter 14:4). Sitz dieser göttlichen Kraft war sein Haupthaar, welches nicht geschoren werden durfte. Seine Heldentaten: 1. Die Ermordung dieser dreißig Einwohner Askalons (Richter 14:19); 2. Mittels dreihundert gefangener Füchse steckt er die Felder der Philister in Brand (Richter 15:4-5); 3. Er erschlägt tausend Philister mit dem Kieferknochen eines Esels (Richter 15:15); 4. Er flieht aus Gaza, indem er die Stadttore aus der Verankerung reißt (Richter 16:1-3); 5. Nachdem er seiner Frau Delila (Richter 16:4) den Grund seiner Kraft verraten hat (Haare, die nicht geschoren werden durften), wird er von den Philistern geschoren, geblendet und gedemütigt, wobei er als letzte Tat, bei der er selber auch ums Leben kommt, bei einem riesigen Fest den Tempel ihres Gottes zum Einsturz bringt (Richter 16:27-30). Ich lerne, heiliges darf man anderen nicht verraten, auch wenn man noch so bedrängt wird. Ach so, wer ist nun diese Hauptfigur? Simson natürlich.

Welche heiligen Kenntnisse hast du, die du mit niemandem teilen würdest?

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Montag, 6. Juni 2022

Als dann die Israeliten wiederum taten, was dem HErrn missfiel

 


Gideon wringt das nasse Fell aus
(Bild: Quelle)

„Als dann die Israeliten wiederum taten, was dem HErrn mißfiel, gab der HErr sie sieben Jahre lang in die Gewalt der Midianiter;“ (Richter 6:1).

Als dann die Israeliten wiederum taten, was dem HErrn missfiel. Wir haben in Erinnerung, dass Debora, die Richterin und Prophetin Israels, dem Volk zu `vierzig Jahren Ruhe´ verholfen hatte (Richter 5:31). Nach dieser Zeit erfolgte ein erneuter Abfall von ihren Bündnissen mit Gott. Das Resultat, wieder gingen sie der Segnungen verlustig und gerieten sieben Jahre in die Gewalt der Midianiter. Dieser Stammesverbund war, hier in der Richterzeit, Israel gegenüber feindlich gesinnt. Sie zerstörten die Lebensgrundlage, die Ernte, der Israeliten. Die Midianiter kamen mit jenen, die sich aus der Gegend mit ihnen verbündeten, so zahlreich wie `Heuschreckenschwärme´ über sie, und verheerten das Land (Richter 6:2-5).

Was fällt einem in größter Not meist ein? Beten. Sie `schrien´ wieder zu ihrem Gott um seine Hilfe. Langmütig, wie wir ihn kennen, schickt er ihnen wieder einen Propheten, der sie daran erinnert, was Gott für sie schon alles getan hat, von der Befreiung aus ägyptischer Knechtschaft, bis zur Einnahme verschiedener Länder ihres Erbteils westlich des Jordans. Dann wird von der Begegnung Gideons mit dem Engel des Herrn berichtet, der ihm als Erstes mitteilt: „Der HErr ist mit dir, du tapferer Held!” (Richter 6:12). Den Namen Gideon kennen wir auch aus dem Buch Mormon. Zum einen als glaubenstreuen nephitischen Führer, der den schlechten König Noa tötet (Mosia 19), zum anderen als Ortsnamen (Alma 6). Bei den Israeliten muss er offensichtlich große Taten vollbracht haben, wenn ihn der Engel einen `tapferen Helden´ nennt. Jetzt hat ihn der Herr vorgesehen und berufen, Israel zu retten (Richter 6:14,16). Der Sache nicht ganz trauend, bittet er den Engel zweimal um ein Zeichen, das ihm der Herr auch gewährt. Einmal soll sein Fell vom Morgentau nass sein, das Feld drumherum aber trocken bleiben, und das zweite Mal genau umgekehrt. Nun bekommt er noch die Anweisung, anstatt mit 22.000 Mann, nur mit 300 Mann gegen die Midianiter zu ziehen, und zwar erfolgreich. Aufgrund der Erfolge, wollen die Israeliten ihn zum König haben, er aber lehnt ab (Richter 8:22-23; auch im Buch Mormon gibt es eine ähnliche Situation, dort lehnen die Söhne Mosias das Königtum ab, Mosia 28:10). Dann kommt aber ein herber Rückschlag: Gideon erschafft einen Götzen und verleitet Israel, diesem zu dienen. Dennoch hatte Israel erneut vierzig Jahre Frieden (Richter 8:27-28). Ich lerne, der Herr ist äußerst langmütig. Obwohl wir auf dem Weg immer wieder straucheln, hilft er uns wieder aufzustehen, und er vergibt uns, solange wir wieder aufstehen – immer und immer wieder, das soll man sich mal vor Augen halten!

Was meinst du, warum soll Gideon mit solch einem kleinen Heer gegen diese mächtige Übermacht in die Schlacht ziehen?

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