Freitag, 20. Juni 2025

Tut seine wunderbaren Werke unter den Völkern kund

 

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“Betet zum Herrn, ruft seinen heiligen Namen an, tut seine wunderbaren Werke unter den Völkern kund.” (Lehre und Bündnisse 65:4). 

Lehre und Bündnisse 65: „Möge das Reich Gottes hervorkommen“ 

Historischer Hintergrund 

L&B 65 wurde dem Propheten Joseph Smith am 30. Oktober 1831 offenbart. Diese Offenbarung unterscheidet sich in Ton und Inhalt von vielen anderen in der Sammlung, da sie nicht als direkte Mitteilung des Herrn in der ersten Person („So spricht der Herr“) formuliert ist, sondern eher als prophetische Erklärung oder als ein „Gebet“ und eine „Ausrufung“ im Hinblick auf das Kommen des Reiches Gottes. 

Diese Offenbarung wurde in einem Moment intensiver Erwartung gegeben. Nur zwei Monate zuvor, im August 1831, hatte der Herr durch Joseph Smith das Gebot gegeben, Zion in Missouri aufzubauen. Die Gläubigen verstanden sich als die Vorbereitenden für das Zweite Kommen Christi. Die Wiederherstellung war noch jung, aber voller Energie. Die Offenbarung von Abschnitt 65 spiegelt diese Hoffnung wider und ruft dazu auf, aktiv am Aufbau des Reiches Gottes auf Erden mitzuarbeiten. 

Ursprünglich wurde der Text von Joseph Smith als „Gebet“ bezeichnet. Er diktierte ihn seinem Sekretär William W. Phelps. Später, bei der Zusammenstellung der Offenbarungen für die Veröffentlichung im Buch der Gebote (1833) und später in den Lehre und Bündnisse (1835), wurde diese kurze, aber bedeutungsvolle Schrift als Teil der heiligen Sammlung anerkannt. 

Vers-für-Vers-Analyse 

Vers 1: Die bildliche Sprache des Steines 

Dieser Vers erinnert an das Gleichnis Jesu vom Senfkorn (Matthäus 13:31–32) und deutet an, dass das Reich Gottes klein beginnt, aber wachsen und große Bedeutung erlangen wird. Joseph Smith und seine Anhänger verstanden sich als Teil dieses Anfangs: Die Wiederherstellung des Evangeliums, die noch in ihrer Anfangsphase war, sollte sich wie ein Baum ausbreiten und die Welt beeinflussen. 

Vers 2: Der Stein, der ohne Hände vom Berg losgehauen wurde 

Dies verweist direkt auf die Vision Nebukadnezars in Daniel 2, wo ein Stein, „ohne Hände losgehauen“, das Standbild der Weltreiche zerschmettert und ein ewiges Reich errichtet. Joseph Smith und seine Anhänger identifizierten das Reich Gottes mit der wiederhergestellten Kirche Christi. Die Vorstellung, dass dieses Reich sich gegen alle anderen stellen und letztlich bestehen wird, verleiht dem Vers eine kraftvolle eschatologische (endzeitliche) Bedeutung. 

Vers 3: Der Ruf des Evangeliums 

Dieser Vers betont die universelle Mission des Evangeliums: Es ist für alle Menschen bestimmt. In Anlehnung an neutestamentliche Sprache (Römer 1:16) erklärt dieser Vers, dass das Evangelium Juden und Nichtjuden gleichermaßen angeboten werden soll. In der frühen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage war die Missionsarbeit ein zentraler Auftrag – und dieser Vers diente als theologische Grundlage dafür. 

Vers 4: Eine prophetische Ausrufung 

Dieser Teil klingt wie ein Gebet oder eine proklamierende Bitte an Gott. Der Wunsch ist klar: dass das Reich Gottes – also die Kirche Christi – weiterwachse und sich vorbereite, damit das Reich des Himmels kommen kann, nämlich die Wiederkunft Christi und sein tausendjähriges Friedensreich. Auch der Gedanke, dass „Feinde niedergelegt“ werden, zeigt den endzeitlichen Charakter der Botschaft – das Gute wird über das Böse siegen. 

Vers 5: Vorbereitung auf die Wiederkunft Christi 

Dieser abschließende Lobpreis erinnert an das Vaterunser (Matthäus 6:13) und bringt eine tiefe Ehrfurcht zum Ausdruck. Es ist ein Ausdruck des Vertrauens darauf, dass Gott letztlich triumphieren wird. Die Wiederherstellung war nicht nur eine organisatorische oder kirchliche Bewegung, sondern tief geistlich und auf die Herrlichkeit Gottes ausgerichtet. 

Vers 6 ist ein feierlicher Abschluss einer machtvollen Offenbarung. Er sichert zu, dass die Verheißungen aus den vorigen Versen – das Kommen Christi, die Ausbreitung seines Reiches, die Kraft des Evangeliums – verlässlich und unabwendbar sind. Für heutige Gläubige ist das ein Aufruf zum Vertrauen, zur aktiven Mitarbeit und zur Freude an der Mitwirkung am Reich Gottes. 

Bedeutung und Anwendung heute 

1. Das Reich Gottes beginnt klein, wächst aber mächtig 

Das Gleichnis vom Samen oder Stein zeigt uns, dass große geistige Werke oft unauffällig beginnen. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage begann 1830 mit nur sechs Mitgliedern. Heute zählt sie weltweit über 17 Millionen Mitglieder und wächst kontinuierlich weiter (siehe hier). Das Reich Gottes breitet sich aus – nicht durch Gewalt oder Zwang, sondern durch die stille, machtvolle Kraft des Evangeliums. 

Auch im persönlichen Leben ist diese Botschaft wichtig: Kleine geistige Handlungen – tägliches Gebet, Schriftstudium, Freundlichkeit, Familie stärken – können über Zeit große Wirkung entfalten. 

2. Ein Aufruf zur Missionsarbeit 

Der Ruf, dass das Evangelium zu „Juden wie zu Nichtjuden“ gehen soll, bleibt aktuell. Jeder Gläubige ist eingeladen, das Evangelium zu teilen – sei es durch offizielle Missionsarbeit, durch Beispiel, oder durch Gespräche im Alltag. Mission ist nicht nur Pflicht, sondern Ausdruck der Hoffnung, dass Gottes Reich mehr Menschen erreicht. 

3. Vorbereitung auf das Zweite Kommen 

Abschnitt 65 erinnert uns daran, dass das Zweite Kommen Jesu Christi real ist – nicht nur symbolisch, sondern ein zukünftiges, mächtiges Ereignis. Die Kirche versteht sich als Werkzeug Gottes, die Welt darauf vorzubereiten. Diese Erwartung soll nicht Angst, sondern Hoffnung wecken: Jesus kommt als Friedensfürst, als König, um alles Leid zu beenden. 

Individuell kann sich jede und jeder fragen: Bin ich bereit, dem Bräutigam zu begegnen? Lebe ich in einer Weise, die sein Kommen willkommen heißt? 

4. Ein Leben im Lobpreis 

Der letzte Vers erinnert uns daran, dass alle Anstrengungen letztlich Gottes Ehre dienen sollen. In einer Welt voller Eigeninteressen und Selbstverwirklichung ruft dieser Text dazu auf, sich auf das Reich Gottes auszurichten. Das bedeutet, Gottes Willen über den eigenen zu stellen, seine Pläne zu suchen und seine Herrlichkeit über alles zu ehren. 

Fazit 

L&B 65 ist kurz, aber voller Hoffnung, Kraft und Vision. Es verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: 

  • Es sieht das Evangelium als fortlaufendes Werk Gottes auf Erden, 
  • ruft dazu auf, aktiv daran mitzuarbeiten, 
  • und richtet den Blick auf das große Ziel: das Kommen des Herrn. 

Für heutige Leser ist diese Offenbarung ein ermutigender Ruf: Das Reich Gottes wächst – sei Teil davon. 

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Donnerstag, 19. Juni 2025

Zion wird erblühen

 

Zion wird erblühen
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“Denn siehe, ich sage euch: Zion wird erblühen, und die Herrlichkeit des Herrn wird darauf ruhen;” (Lehre und Bündnisse 64:41). 

Lehre und Bündnisse 64:34-36 

In L&B 64:34–36 lehrt der Herr einige der grundlegendsten Prinzipien des Evangeliums, die heute genauso relevant sind wie zu Joseph Smiths Zeit. Er sagt unmissverständlich, dass er „das Herz und einen willigen Sinn“ fordert. Daraus geht hervor, dass der Herr weniger an äußerer Leistung interessiert ist als an innerer Bereitschaft, Demut und echter Hingabe. 

Gott verlangt nicht Perfektion, sondern dass wir willig und gehorsam sind. Wenn wir unser Herz ganz dem Herrn hingeben und bereit sind, seinen Willen zu tun – auch wenn es Opfer oder Veränderungen bedeutet – verheißt er, dass wir „das Gute aus dem Land Zion essen“ werden. Damit ist sowohl der geistige als auch der zeitliche Segen gemeint, den der Herr den Treuen in seiner Kirche und im Reich Gottes gibt. 

Im Gegensatz dazu werden die Widersetzlichen ausgeschlossen. Diese Trennung ist nicht willkürlich, sondern folgt einem geistigen Gesetz: Wer sich bewusst gegen den Herrn stellt, verschließt sich selbst den Segnungen Zions. Vers 36 bringt dies auf den Punkt, indem er sagt, dass die Widersetzlichen „nicht vom Blut Efraims“ seien. Das ist sinnbildlich zu verstehen: Nicht die leibliche Abstammung zählt, sondern ob jemand das Herz eines wahren Nachfolgers Christi hat. Die Berufung Ephraims ist, als Diener des Herrn mitzuhelfen, Zion aufzubauen – und nicht, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. 

Für unser Leben heute bedeutet das: Der Herr erwartet nicht, dass wir alles sofort richtig machen, aber er erwartet unser Herz. Wenn wir mit einem willigen Geist dienen, im Alltag gehorsam sind und uns bemühen, Gutes zu tun, gehören wir zu denen, die Zion erben werden. Jede Entscheidung, unser Herz dem Herrn zuzuwenden – im Gebet, in unseren Beziehungen, im Dienst oder bei der Einhaltung der Gebote – ist ein Schritt auf diesem Weg. 

Lehre und Bündnisse 64:37-40 

In L&B 64:37–40 lehrt der Herr, dass seine Kirche in den letzten Tagen die Aufgabe hat, gleichsam als Richter auf einem Hügel zu stehen – also als moralischer und geistiger Maßstab für die Nationen. Die Heiligen sollen nicht überheblich urteilen, sondern durch ihr gerechtes Leben und ihren Dienst die Wahrheit sichtbar machen. Besonders betont wird, dass die Mitglieder Zions in allem, was Zion betrifft, Richter sein werden. Das bedeutet, dass sie mit geistigem Urteilsvermögen zwischen Wahrheit und Täuschung unterscheiden sollen – nicht nach weltlichen Maßstäben, sondern nach göttlicher Offenbarung. 

Diese Verantwortung betrifft nicht nur Apostel oder Bischöfe, sondern auch ein jedes Mitglied. Lügner, Heuchler und falsche Lehrer werden durch die Reinheit und Rechtschaffenheit der Heiligen offenbar. Diese Unterscheidung geschieht nicht durch Verurteilung, sondern durch die Wirkung von Wahrheit, Licht und Geist, die in einem gerechten Volk wohnen. 

Vers 40 hebt hervor, dass auch Kirchenführer wie Bischöfe und ihre Ratgeber an diese Maßstäbe gebunden sind. Wenn sie ihrer Treuhandschaft nicht treu sind, sollen sie ersetzt werden. Das unterstreicht ein wichtiges Prinzip des Evangeliums: Niemand steht über dem Gesetz Gottes. Alle Führungsaufgaben sind an Treue und Rechtschaffenheit geknüpft – es geht nicht um Status, sondern um Dienst. 

Für unser Leben heute bedeutet das: Wir sollen unsere persönliche Integrität pflegen, damit wir mithelfen können, zwischen Wahrheit und Irrtum zu unterscheiden. Wir sollen bereit sein, in unseren Berufungen treu zu handeln, auch wenn es unbequem ist. Dabei gilt es, nicht vorschnell zu verurteilen, sondern durch Beispiel, Liebe und Festigkeit Wahrheit zu bezeugen. Wenn wir das tun, können wir – im Kleinen wie im Großen – dabei helfen, Zion aufzubauen und Licht in eine verwirrte Welt zu bringen. 

Lehre und Bündnisse 64:41-43 

L&B 64:41–43 enthält eine kraftvolle Verheißung: Zion wird erblühen, die Herrlichkeit des Herrn wird darauf ruhen, und es wird ein Panier für die Völker sein. Diese Worte zeigen, dass Gottes Werk trotz aller Widerstände und Prüfungen letztlich triumphieren wird. Auch wenn die Errichtung Zions mit vielen Schwierigkeiten verbunden war – und bis heute ist – versichert uns der Herr, dass Zion in der Zukunft nicht nur Bestand haben, sondern wachsen, strahlen und die Welt beeinflussen wird. 

Der Begriff Zion ist hier mehr als nur ein geografischer Ort – er beschreibt ein heiliges Volk, das in Bündnissen lebt und die Herrlichkeit Gottes widerspiegelt. Dieses Volk soll für andere Nationen ein sichtbares Zeichen sein, eine Einladung zur Umkehr, zur Wahrheit und zum Frieden. Menschen aus allen Ländern, Sprachen und Kulturen sollen durch das Licht Zions angezogen werden. 

Diese Verheißung betrifft auch uns heute. Jedes Mal, wenn wir unsere Bündnisse halten, einander dienen, Tempel bauen oder das Evangelium verkünden, lassen wir Zion erblühen. Unsere Häuser, Gemeinden und Herzen können zu kleinen Zion-Orten werden – heilige Räume, in denen Gottes Geist wohnt. 

Vers 43 erinnert daran, dass der Tag kommen wird, an dem die Nationen zittern werden – nicht aus menschlicher Furcht, sondern weil Gottes Gerechtigkeit und Macht offenbar wird. Für die Treuen ist das kein Tag des Schreckens, sondern der Hoffnung. 

In unserem Leben können wir diese Lehren umsetzen, indem wir bewusst an Zions Aufbau mitwirken – durch Gehorsam, durch Einladung zum Evangelium und durch die Pflege einer Kultur des Friedens, der Heiligkeit und der Liebe. Wir sollen das Evangelium so leben, dass andere Menschen das Licht darin erkennen und sich davon angezogen fühlen. So wird Zion blühen – in uns, durch uns und mit uns. 

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Mittwoch, 18. Juni 2025

Aus etwas Kleinem geht das Große hervor

 

Eine kleine Geste kann Großes bewirken
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“Darum werdet nicht müde, Gutes zu tun, denn ihr legt die Grundlage für ein großes Werk. Und aus etwas Kleinem geht das Große hervor.” (Lehre und Bündnisse 64:33). 

Lehre und Bündnisse 64:18-22 

In L&B 64:18–22 lehren uns der Herr und seine Offenbarungen wichtige Grundsätze über persönliche Führung, Glauben, Gehorsam und das Herz als entscheidenden Maßstab wahren Jüngertums. Diese Verse zeigen, dass der Herr konkrete, auf einzelne Personen zugeschnittene Anweisungen gibt – zum Beispiel wird Sidney Gilbert angewiesen, nach einiger Zeit nach Zion zurückzukehren, damit seine Erfahrungen anderen zur geistigen Stärkung dienen können (Vers 18–19). Das zeigt: Unsere Erfahrungen sind nicht nur für uns selbst gedacht, sondern können anderen helfen, geistig zu wachsen und im Glauben standzuhalten. 

Isaac Morley wird aus Barmherzigkeit geraten, seine Farm zu verkaufen, damit er nicht überfordert wird und womöglich falsche Entscheidungen trifft (Vers 20). Der Herr kennt unsere Grenzen und will uns nicht über unsere Kräfte versuchen lassen – ein Beweis für seine Liebe und Fürsorge. Auch das zeigt: Wir dürfen Schwäche eingestehen, und oft besteht ein geistlicher Schutz darin, rechtzeitig loszulassen, bevor wir Schaden nehmen. 

Frederick G. Williams dagegen soll seine Farm behalten, weil der Herr Kirtland als „starken Stützpunkt“ für fünf Jahre bestimmt hat (Vers 21). Diese zeitlich klar umrissene Prophezeiung erfüllte sich bemerkenswert genau, denn Kirtland wurde für eine Zeit geistlicher Offenbarung, Tempelbau und Kirchenführung zum Zentrum der Wiederherstellung. Die Lehre hier lautet: Auch Zwischenstationen im Werk des Herrn haben göttlichen Zweck – nicht alle Verheißungen betreffen sofort Zion, aber alles dient dem Aufbau seines Reiches. 

Im letzten Vers (22) bringt der Herr das zentrale Prinzip auf den Punkt: Was er letztlich von uns fordert, ist „das Herz“. Geistige Bereitschaft, Aufrichtigkeit und echte Hingabe zählen mehr als äußere Umstände. Das bedeutet für uns heute: Wo immer wir stehen – sei es im Aufbruch, im Warten oder im Dienen – entscheidet unsere Herzenshaltung, ob wir dem Herrn wirklich gehören. 

Lehre und Bündnisse 64:23-25 

In L&B 64:23–25 lehrt uns der Herr eine ernste, aber hoffnungsvolle Wahrheit über unsere Zeit: Wir leben im „Heute“ – einem heiligen Abschnitt der Gnadenzeit vor der Wiederkunft Christi. Dieses „Heute“ ist nicht einfach ein Kalenderdatum, sondern eine geistliche Einladung zur Umkehr, zum Opfer und zum Gehorsam. Der Herr sagt klar, dass es ein „Tag des Opferns“ und der „Zehntenpflicht“ ist (Vers 23). Damit erinnert er uns daran, dass Nachfolge immer mit Hingabe verbunden ist – sei es durch unsere Zeit, unsere Mittel oder unser Herz. 

Der Zehnte wird in diesem Zusammenhang als Schutz und Zeichen der Treue dargestellt: „Wer gezehntet ist, wird bei seinem Kommen nicht verbrannt werden.“ Hier wird der Zehnte mehr als nur eine finanzielle Verpflichtung dargestellt – er wird zum Ausdruck unserer Bündnistreue und unseres Vertrauens in den Herrn. Durch ihn zeigen wir, dass wir nicht an Babylon hängen, sondern dem Reich Gottes zugewandt sind. 

Vers 24 gibt uns ein warnendes Bild: Nach dem „Heute“ kommt das „Brennen“. Dieses Bild steht für das kommende Gericht und die Reinigung der Erde bei der Wiederkunft Christi. Alle „Stolzen und jene, die Schlechtes tun“, werden wie Stoppeln verbrannt – ein deutlicher Hinweis, dass niemand, der in Babylon verweilt, von dieser Reinigung ausgenommen sein wird. Babylon steht hier sinnbildlich für Stolz, Materialismus und geistige Lauheit. 

Der letzte Vers (25) bringt die Aufforderung auf den Punkt: „Wenn ihr mir glaubt, werdet ihr arbeiten, solange es noch ‚heute‘ heißt.“ Glaube zeigt sich nicht in Spekulation über das Zweite Kommen, sondern im tätigen, täglichen Dienst. Für uns bedeutet das: Wir sollen heute entscheiden, zu wem wir gehören – zu Babylon oder zu Zion. Wir sollen heute opfern, heute gehorchen, heute wirken. Denn der Tag der Entscheidung ist nicht irgendwann – er ist jetzt. 

Lehre und Bündnisse 64:26-33 

In L&B 64:26–33 vermittelt der Herr wichtige Lehren über Geduld, Treue und die langfristige Perspektive des Aufbaus Zions. Die Offenbarung richtet sich zunächst an Newel K. Whitney und Sidney Gilbert und enthält praktische Anweisungen über den Umgang mit Besitz und Geschäft. Sie sollen nicht vorschnell verkaufen, sondern weise abwarten, bis der Zeitpunkt für den Umzug nach Zion gekommen ist (Vers 26). Das lehrt uns, Entscheidungen nicht aus Ungeduld oder Angst zu treffen, sondern im Einklang mit göttlicher Weisung. 

In Vers 27–28 spricht der Herr über Schulden bei Feinden und betont, dass Er, wenn nötig, eingreifen kann, um seinen Willen zu erfüllen. Daraus lernen wir: Obwohl wirtschaftliche Vorsicht geboten ist, dürfen wir unser Vertrauen letztlich nicht auf weltliche Sicherheiten, sondern auf den Herrn setzen. Unsere Berufung als Heilige bedeutet, im Vertrauen auf seine Vorsehung zu handeln – vor allem, wenn wir in seinem Auftrag handeln (Vers 29). Das gibt Mut, auch dann treu zu bleiben, wenn der Ausgang einer Aufgabe ungewiss ist. 

Die Verse 30–31 betonen, dass der Herr seine Diener berufen hat, damit die Heiligen ein Erbteil in Zion erlangen. Das Versprechen Gottes ist sicher: Zion wird aufgebaut werden. Doch – und das ist ein zentrales Prinzip – alles muss zu seiner Zeit geschehen (Vers 32). Diese göttliche Zeitplanung fordert von uns Geduld, Glauben und Ausdauer. 

Schließlich kommt mit Vers 33 eine kraftvolle Ermutigung: „Werdet nicht müde, Gutes zu tun.“ Auch wenn unsere Beiträge klein erscheinen mögen, wirken sie an einem großen Werk mit. In unserem Alltag bedeutet das, dass jeder Akt des Dienstes, jede noch so einfache Tat der Treue und jede Entscheidung zugunsten des Evangeliums mit dazu beiträgt, das Reich Gottes aufzubauen – im eigenen Herzen, in der Familie und in der Gemeinde. Große Dinge entstehen aus kleinen Anfängen. 

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Dienstag, 17. Juni 2025

Von euch wird verlangt, dass ihr allen Menschen vergebt

 

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“Ich, der Herr, vergebe, wem ich vergeben will, aber von euch wird verlangt, dass ihr allen Menschen vergebt.” (Lehre und Bündnisse 64:10). 

Vergebung und Umkehr 

Lehre und Bündnisse 64:1-5 

L&B 64:1–5 enthält bedeutsame Lehren über göttliche Barmherzigkeit, die Überwindung der Welt und die Rolle des Propheten. Diese Prinzipien sind zeitlos und haben konkrete Anwendungen für unser Leben. 

Zunächst spricht der Herr in Vers 2 von seinem Wunsch, dass wir die Welt überwinden. Damit ist gemeint, dass wir sündige und selbstsüchtige Lebensweisen ablegen und uns ganz auf Christus ausrichten. Der Herr verheißt, dass er Mitleid mit uns haben wird – was zeigt, dass der Weg zur Überwindung nicht perfekt verlaufen muss, sondern von göttlicher Geduld begleitet wird. 

In Vers 3 sehen wir ein machtvolles Beispiel für die Barmherzigkeit Gottes: „Dieses eine Mal … habe ich euch eure Sünden vergeben.“ Diese Aussage zeigt, dass Gott uns um Seiner eigenen Herrlichkeit willen und zum Wohle anderer Seelen vergibt. Vergebung ist also nicht nur ein persönlicher Segen, sondern dient auch größeren geistigen Zielen. Das motiviert uns, Vergebung selbst anzustreben und anderen zu gewähren. 

Vers 4 unterstreicht Gottes Großzügigkeit: Er gibt uns das Reich und ist bereit, barmherzig zu sein – trotz unserer Fehler. Das zeigt, dass das Reich Gottes nicht für vollkommen fehlerfreie Menschen bestimmt ist, sondern für solche, die bereit sind, sich zu demütigen und umzukehren. 

Vers 5 erinnert daran, dass Joseph Smith die Schlüssel des Reiches innehat, solange er würdig bleibt. Daraus lernen wir, dass Führerschaft an Bedingungen geknüpft ist: Gehorsam und Rechtschaffenheit. Dennoch sollten wir – wie Griffiths betont – nicht von unseren Führern Unfehlbarkeit erwarten, sondern sie unterstützen, solange sie den Geboten des Herrn folgen. 

In der Umsetzung bedeutet das für unser Leben: Wir sollen beständig umkehren, andere nicht vorschnell verurteilen, sondern ihnen vergeben, und die Propheten als vom Herrn berufene Führer respektieren – ohne sie zu idealisieren. Wenn wir diese Grundsätze leben, helfen wir mit, Zion aufzubauen und Teil von Gottes Werk zu sein. 

Lehre und Bündnisse 64:6-11 

L& 64:6–11 enthält kraftvolle Lehren über Vergebung – eine zentrale christliche Tugend, die unser persönliches Wachstum, unsere Beziehungen und den Fortschritt im Werk des Herrn direkt beeinflusst. 

In Vers 6 wird erwähnt, dass einige Menschen „ohne Grund einen Anlass gegen ihn gesucht haben“. Dies erinnert uns daran, wie leicht es ist, Kritik zu üben oder Unmut zu hegen – selbst gegenüber denen, die Führungsverantwortung tragen. Doch in Vers 7 macht der Herr deutlich: Auch wenn jemand gesündigt hat, gewährt er Vergebung unter der Bedingung aufrichtiger Umkehr. Diese göttliche Barmherzigkeit sollte auch unser Handeln prägen. 

Vers 8 spricht von den Jüngern in früheren Zeiten, die einander in ihrem Herzen nicht vergeben haben. Diese mangelnde Vergebungsbereitschaft führte laut dem Herrn zu „Bedrängnis und schwerer Züchtigung“. Das verdeutlicht, dass Groll nicht nur geistige, sondern auch praktische Konsequenzen hat – sowohl für Einzelne als auch für ganze Gemeinschaften. 

Der Höhepunkt dieser Passage findet sich in Vers 9: „Wer seinem Bruder dessen Verfehlungen nicht vergibt, der steht schuldig vor dem Herrn.“ Hier wird eine klare Verantwortung ausgesprochen: Vergebung ist keine Option, sondern ein Gebot. Gott behält sich zwar das Recht vor, selbst zu entscheiden, wem er vergibt (Vers 10), aber wir sind verpflichtet, allen Menschen zu vergeben. Andernfalls lastet eine größere Schuld auf uns selbst. Nicht zu vergeben ist die größere Sünde, weil wir damit Gottes Barmherzigkeit missachten, die wir selbst empfangen wollen, und uns anmaßen, über andere zu richten – etwas, das allein Gott zusteht. 

Vers 11 lädt uns ein, das Gericht Gott zu überlassen: „Lass Gott richten zwischen mir und dir.“ Diese Einstellung befreit uns von der Last des Grolls und öffnet den Weg zu innerem Frieden. 

Anwendung im Alltag: 
Wir können diese Lehren umsetzen, indem wir bewusst vergeben – auch dann, wenn uns nicht um Verzeihung gebeten wird. Vergebung bedeutet nicht, Unrecht zu billigen, sondern es Gott zu übergeben. Wenn wir gekränkt werden, sollten wir im Gebet um ein sanftes Herz bitten und das Beispiel Christi nachahmen. So fördern wir Frieden in Familie, Gemeinde und Gesellschaft – und bereiten unser Herz darauf vor, Zion wirklich aufzubauen. 

Lehre und Bündnisse 64:12-17 

L&B 64:12–17 lehrt uns, dass Vergebung und Barmherzigkeit Hand in Hand mit Verantwortung und Rechenschaft gehen müssen. Der Herr macht deutlich, dass Sünde nicht ignoriert werden darf – auch nicht aus falsch verstandener Nachsicht oder bloßem Harmoniebedürfnis. 

In Vers 12 wird betont, dass jemand, der nicht umkehrt und seine Sünden nicht bekennt, vor die Kirche gebracht werden soll – gemäß den Schriften und den Offenbarungen. Es geht dabei nicht um Strafe um der Strafe willen, sondern um den Schutz der Kirche und die Rechtfertigung vor Gott (Vers 13). Gott ist nicht nur barmherzig, sondern auch gerecht, und wir dürfen sein Gesetz nicht verletzen, indem wir offene Sünde dauerhaft dulden. 

Diese Lehre hebt die Bedeutung von Verantwortung hervor – sowohl für den einzelnen Sünder als auch für die Gemeinschaft der Gläubigen. Wenn wir Sünde übersehen oder vertuschen, verfehlen wir unser Ziel, Gott zu verherrlichen und seinem Gesetz treu zu sein. 

Gleichzeitig zeigen die Verse 15–17 das liebevolle Angebot der Umkehr. Der Herr war zwar „zornig“ über Ezra Booth und Isaac Morley, weil sie das Gesetz missachtet und das Gute als böse verurteilt hatten, doch war der Weg zur Vergebung offen. Isaac Morley nahm dieses Angebot an, wurde ein treuer Jünger und erlebte trotz Prüfungen große geistige Segnungen. Edward Partridge wird ebenfalls als jemand gezeigt, der sich bessern kann, wenn er zur Umkehr eingeladen wird. 

Anwendung im Alltag: 
Wir sollen selbst bereit sein, unsere eigenen Fehler zu bekennen und zu bereuen – aufrichtig und demütig. Gleichzeitig sollen wir uns nicht scheuen, in Liebe und mit Weisheit auf Unrecht hinzuweisen, wenn es andere betrifft – nicht um zu richten, sondern um zu helfen. Dabei ist entscheidend, dass unser Ziel immer die Ehre Gottes und das Wohl der Seele ist, nicht Stolz oder Vergeltung. Und schließlich zeigt uns Morleys Beispiel, dass echte Umkehr nicht nur möglich, sondern heiligmachend ist. 

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Montag, 16. Juni 2025

Ich will, dass ihr die Welt überwindet

 

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“Denn wahrlich, ich sage euch: Ich will, dass ihr die Welt überwindet; darum will ich mit euch Mitleid haben.” (Lehre und Bündnisse 64:2). 

Historischer Hintergrund zu Lehre und Bündnisse 64 

Der 11. September 1831 war ein bedeutsamer Moment in der frühen Kirchengeschichte. Joseph Smith befand sich in Kirtland, Ohio, inmitten einer intensiven Übergangszeit. Wenige Tage später sollte er nach Hiram, Ohio, umziehen, um seine Arbeit an der inspirierten Bibelübersetzung (die sogenannte „Joseph Smith Translation“) fortzusetzen. Die letzten Monate waren für ihn und die Kirche herausfordernd gewesen: Im Sommer war er mit mehreren Ältesten nach Missouri gereist, um dort das Land Zion zu bestimmen und ein Grundstück für einen zukünftigen Tempel zu weihen. Doch nicht alle Teilnehmer dieser Reise kamen im Frieden zurück. 

Die Reise nach Missouri, obwohl geistlich bedeutend, hatte Spannungen und Missstimmung unter den Brüdern offenbart. Insbesondere Ezra Booth, ein ehemaliger Methodist, hatte begonnen, seine Enttäuschungen öffentlich zu äußern. Er kritisierte unter anderem, dass Joseph Smith und andere mit der Kutsche reisten, während er und Isaac Morley zu Fuß gehen mussten. Auch Differenzen zwischen Joseph und Bischof Edward Partridge über den genauen Standort von Zion hatten für Unruhe gesorgt. Zwar versöhnten sich Joseph und Partridge später, doch Ezra Booth blieb unversöhnlich. Er begann, kritische Artikel über die Kirche zu schreiben, was erheblich zur lokalen Feindseligkeit gegenüber den Heiligen beitrug. 

In dieser angespannten Atmosphäre wurde L&B 64 offenbart. Joseph Smith hatte gerade mehrere Konferenzen abgehalten, in denen Apostaten und ungehorsame Mitglieder zur Rechenschaft gezogen wurden. Einige wurden „zum Schweigen gebracht“, ein disziplinarischer Akt, der auf den Anweisungen aus L&B 42 beruhte. Auch innerhalb der Kirche in Kirtland gab es Spannungen: Einige Mitglieder hatten sich von den Grundsätzen entfernt, andere waren dabei, ihre Besitztümer zu verkaufen und sich auf den Weg nach Zion zu machen – ein Schritt, der persönliches Opfer, Glauben und Organisation erforderte. 

Die Offenbarung in Abschnitt 64 war eine göttliche Antwort auf all diese Herausforderungen – sie verband klare Anweisungen zur Disziplin und zur Vorbereitung auf Zion mit tiefgehenden geistlichen Grundsätzen über Vergebung, Gehorsam, Weihe und die Zukunft der Kirche. 

Schlüsselthemen in L&B 64 

1. Vergebung als Voraussetzung für geistliches Wachstum (Verse 1–11) 
Der Herr beginnt die Offenbarung mit einer Mahnung an seine Diener: Sie sollen einander vergeben. Wer nicht vergibt, lädt eine größere Schuld auf sich. Diese Aussage ist sowohl eine Warnung als auch eine Einladung. Inmitten von Kritik, Verletzungen und persönlichem Stolz ruft der Herr zur Versöhnung auf. Joseph wird gelobt, dass ihm vergeben worden sei, doch er wird gewarnt, in Zukunft keine schweren Fehler mehr zu begehen. Dies zeigt: Auch Propheten stehen unter göttlicher Beobachtung und benötigen Gnade. 

2. Disziplin innerhalb der Kirche (Verse 12–22) 
Der Herr zeigt deutlich, dass ungehorsame Mitglieder nicht ungestraft bleiben. Wer nicht umkehrt, soll der Kirche vorgeführt werden. Hier zeigt sich ein wichtiges Prinzip der Kirchengeschichte: Liebevolle, aber konsequente Zucht ist notwendig, um die Reinheit und geistige Kraft der Gemeinschaft zu bewahren. Gleichzeitig wird betont, dass der Herr Barmherzigkeit mit denen hat, die sich ehrlich bemühen. 

3. Der Zehnte als Schutz beim Kommen Christi (Verse 23–25) 
In einer bemerkenswerten Aussage verspricht der Herr: „Wer gezehntet ist, wird beim Kommen des Herrn nicht verbrannt werden.“ Dies ist sowohl symbolisch als auch wörtlich zu verstehen. Der Zehnte – Ausdruck von Weihe, Glauben und materieller Opferbereitschaft – wird als ein Zeichen des Bundes mit Gott hervorgehoben. 

4. Warnung vor Schulden (Verse 26–32) 
Die Heiligen werden ermahnt, sich nicht unnötig zu verschulden. In einer Zeit, in der viele wirtschaftliche Opfer bringen mussten, um nach Zion zu ziehen oder Grundstücke zu erwerben, zeigt der Herr die Gefahren finanzieller Abhängigkeit auf. Geistliche Freiheit hängt auch mit wirtschaftlicher Umsicht zusammen. 

5. Konsequenzen des Widersetzens (Verse 33–36) 
Der Herr kündigt an, dass widerspenstige Menschen aus Zion ausgeschlossen werden. Zion ist nicht nur ein geografischer Ort, sondern ein Zustand des Herzens. Wer sich dem Geist der Weihe und Einheit widersetzt, kann dort keinen Platz finden. Auch dies war eine Botschaft an Brüder wie Ezra Booth, die mit Kritik und Ungehorsam das Werk behinderten. 

6. Die Kirche als Maßstab für die Welt (Verse 37–40) 
Der Herr erklärt, dass die Kirche die Nationen richten wird. Das bedeutet nicht Hochmut, sondern Verantwortung. Die Heiligen sollen durch ihr Leben und Handeln ein Maßstab für Rechtschaffenheit sein. 

7. Die Zukunft Zions (Verse 41–43) 
Trotz aller Schwierigkeiten schließt der Herr mit einer machtvollen Verheißung: Zion wird blühen. Wer bereit ist, heute gehorsam zu leben, wird morgen Zion sehen. Das ist nicht nur eine Verheißung für die damaligen Heiligen, sondern auch für uns heute. 

Was wir heute aus L&B 64 lernen können – eine geistliche Quintessenz 

1. Vergebung ist nicht optional, sondern heilsentscheidend. 
In einer Zeit der Polarisierung und des digitalen Schlagabtauschs ist der Aufruf zur Vergebung aktueller denn je. Wer Kränkungen, Enttäuschungen und Kritik nicht loslässt, riskiert geistigen Stillstand. Der Herr betont: Wer nicht vergibt, dem wird nicht vergeben. Diese Aussage fordert jeden Jünger Christi zu Selbstreflexion und Demut auf. 

2. Der Weg nach Zion führt über persönliche Weihe. 
Zion ist mehr als ein Ort – es ist ein Zustand des Herzens. Wer heute treu den Zehnten zahlt, nach geistiger Reinheit strebt und seine Mittel dem Herrn weiht, bereitet den Weg für das zukünftige Zion. Diese Verheißung bleibt gültig: Wer heute bereit ist, wird morgen Zion erleben – vielleicht schon auf dieser Seite des Schleiers, sicher aber in der kommenden Welt. 

3. Disziplin ist ein Akt der Liebe. 
Die Kirche ist kein Ort des blinden Durchwinkens, sondern eine Gemeinschaft von Heiligen, die einander zur Rechenschaft ziehen – mit Liebe, aber auch mit Klarheit. Ob wir in Führungspositionen sind oder einfache Mitglieder: Wir alle sind eingeladen, einander zu ermahnen, zu stärken und zur Umkehr zu helfen. 

4. Geistige Vorbereitung ist untrennbar von materieller Weisheit. 
Der Herr warnt vor unnötiger Verschuldung – ein Prinzip, das in der heutigen Konsumgesellschaft dringlicher denn je erscheint. Finanzielle Freiheit erleichtert geistige Weihe, missionarisches Wirken und Friedfertigkeit. 

5. Der Herr führt seine Kirche trotz menschlicher Schwächen. 
Ezra Booth, Edward Partridge, Isaac Morley – jeder von ihnen war ein Mensch mit Stärken und Schwächen. Doch durch die Führung Gottes konnten Fehler korrigiert, Herzen geheilt und das Werk weitergeführt werden. Auch heute ist die Kirche nicht perfekt – aber sie ist göttlich geführt. 

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Samstag, 14. Juni 2025

Damit sie nicht zum Zorn aufgestachelt werde

 

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“Darum will ich, der Herr, dass ihr das Land kauft, damit ihr den Vorteil der Welt habt, damit ihr in der Welt einen Anspruch habt, damit sie nicht zum Zorn aufgestachelt werde.” (Lehre und Bündnisse 63:27). 

Zentrale Lehren aus LuB 63:24-66 für unsere Zeit 

In den Versen 24–66 gibt der Herr seinen Heiligen wichtige Anweisungen zum Aufbau von Zion, zum Erwerb des Landes, zur geistigen Vorbereitung auf die letzten Tage sowie zur Umkehr und Heiligung innerhalb der Kirche. 

Erwerb des Landes Zion 

Ein zentraler Punkt in den Versen 24–31 ist die Betonung, dass das Land Zion ausschließlich rechtmäßig, durch Kauf, erworben werden sollte – nicht durch Gewalt oder Blutvergießen. Das war keine rein praktische Maßnahme, sondern Ausdruck göttlicher Prinzipien: Zion sollte in Rechtschaffenheit aufgebaut werden, nicht durch weltliche Mittel der Eroberung. Wie Casey Griffiths erklärt, warnte der Herr ausdrücklich davor, Satans Eingebungen zu folgen, das Land mit Gewalt zu nehmen (Vers 28). Ein Versuch, Zion durch Gewalt zu erlangen, wäre ein direkter Verstoß gegen das Gesetz des Evangeliums gewesen. 

Diese Offenbarung reflektierte reale Spannungen, die sich bereits in Missouri abzeichneten: Die schnelle Ansiedlung von Heiligen, oft als homogener religiöser Block, weckte Misstrauen unter den alten Siedlern. Der Herr forderte daher Langsamkeit und Ordnung beim Sammeln nach Zion (Vers 24), um Unruhe und Konflikte zu vermeiden. Der Besitz des Landes durch rechtlichen Erwerb sollte den Heiligen einen legitimen Anspruch in der Welt sichern (Vers 27) und potenziellen Zorn der Umgebung dämpfen. 

Kommende Kriege und Sammlung 

In den Versen 32–37 weitet der Herr seinen Blick und spricht von kommenden Kriegen, Gerichtshandlungen und geistiger Trennung in den letzten Tagen. Er bezeichnet Zion als Zufluchtsort: ein Ort des Friedens und der Sicherheit, während die Welt durch Kriege erschüttert wird (D&C 45:66). Die Sammlung nach Zion ist somit nicht nur ein Gebot, sondern eine Rettungsmaßnahme. Die Heiligen sollten aktiv daran mitwirken, indem sie Gerechtigkeit leben, geistig wachsam sind und auch andere zur Umkehr aufrufen – durch Wort und durch „Flucht“ (Vers 37), d. h. durch ihr Handeln. 

Praktische Anweisungen an Kirtland 

Die Verse 38–48 enthalten sehr konkrete Anweisungen an die Heiligen in Kirtland. Die Farm, auf der Joseph Smith zeitweise lebte, gehörte Isaac Morley. Der Herr beauftragte Titus Billings, diese Farm zu verkaufen, um den Erlös zur Unterstützung Zions zu verwenden (Vers 39). Ebenso wurde Newel K. Whitney, der Besitzer eines Ladens, aufgefordert, Geldmittel zu sammeln und zu senden, um den Aufbau Zions zu finanzieren. Dies zeigt, dass geistige Ziele auch praktische Mittel erfordern: Zion entsteht nicht durch Träume allein, sondern durch gelebte Opferbereitschaft. 

Die Offenbarung legt großen Wert auf die Rolle einzelner Heiliger und deren finanzielles und organisatorisches Engagement. Wer sich an diesem Werk beteiligt, dem wird ein Erbteil sowohl in dieser als auch in der zukünftigen Welt verheißen (Vers 48). 

Blick auf das Millennium 

Die Verse 49–54 geben einen prophetischen Ausblick auf das zweite Kommen Jesu Christi und das tausendjährige Friedensreich. Der Herr spricht von einer Zeit, in der der Tod überwunden wird, Menschen verwandelt werden und in einem Zustand höherer Heiligkeit leben. Diese Vision war ein enormer Trost für eine Gemeinschaft, die sich ständig zwischen Aufbruch und Verfolgung bewegte. Besonders auffällig ist die Warnung vor den „törichten Jungfrauen“ – ein Hinweis, dass Selbstzufriedenheit auch unter Mitgliedern der Kirche gefährlich sein kann. Nur wer geistig vorbereitet ist, wird den kommenden Tag des Herrn bestehen. 

Warnung an Sidney Rigdon 

In den Versen 55–58 wird Sidney Rigdon direkt zurechtgewiesen. Ihm war aufgetragen worden, eine Beschreibung des Landes Zion zu schreiben, die Neuankömmlingen bei der Orientierung helfen sollte. Stattdessen verfasste er eine dramatische Mahnschrift über die Zerstörung der Welt – ein Schritt, den der Herr nicht annahm, da Rigdon dabei offenbar den Geist betrübte und sich selbst erhöhte (Vers 55). Dies ist ein eindrückliches Beispiel, dass auch Berufene fehlbar sind und göttlicher Rat angenommen werden muss. 

Heiligkeit und Umgang mit dem Namen des Herrn 

Die Verse 59–64 betonen die Heiligkeit des Namens Jesu Christi und warnen davor, diesen ohne Vollmacht oder im Alltag leichtfertig zu verwenden. Der Missbrauch göttlicher Dinge zieht Schuld nach sich. Der Herr erklärt, dass viele in der Kirche selbst unter diesem Schuldspruch stehen (Vers 62), weil sie geistige Dinge ohne Ernst und Andacht behandeln. Die Heiligen sollten sich daher reinigen, damit sie vom Herrn anerkannt werden. 

Abschluss und neue Station 

In den letzten beiden Versen (65–66) fordert der Herr Joseph Smith und Sidney Rigdon auf, sich ein neues Zuhause zu suchen – eine Vorbereitung auf den Umzug zum Haus von John Johnson in Hiram, Ohio, wo viele bedeutende Offenbarungen folgen sollten. Gleichzeitig erinnert der Herr daran, dass all diese Prüfungen zu einem „größeren und ewigen Maß an Herrlichkeit“ führen können – sofern sie geduldig überwunden werden. 

Heutige Anwendung von Lehre und Bündnisse 63:24–66 

Dieser Abschnitt hat auch heute große Relevanz – geistlich wie praktisch: 

  1. Zion aufbauen – nicht in Hast, sondern in Ordnung 
    Der Aufbau eines „Zionslebens“ – ob in der Gemeinde, im Zuhause oder in einer Gesellschaft – erfordert Planung, Opfer, Gerechtigkeit und Geduld. Wir können nicht „in Hast“ Zion aufbauen, sondern müssen durch Weisheit, rechtmäßiges Handeln und Rechtschaffenheit vorgehen. 
  1. Falsche Mittel führen zu falschen Zielen 
    Wie in Vers 29 betont, kann das Reich Gottes nicht durch weltliche Mittel (z. B. Macht, Geldgier, Gewalt) errichtet werden. Auch heute werden wir manchmal versucht, geistige Ziele mit unlauteren Mitteln erreichen zu wollen – sei es durch Manipulation, Ungeduld oder Unglauben. Der Herr aber fordert uns zur Integrität auf. 
  1. Warnung an die Kirche selbst 
    Viele Warnungen in diesen Versen richten sich nicht an Außenstehende, sondern an Mitglieder der Kirche. Das ist eine Einladung zur Selbstprüfung: Behandle ich den Namen Jesu Christi mit der gebührenden Ehrfurcht? Bin ich geistig wach und bereit für Sein Kommen? Oder habe ich mich – wie die törichten Jungfrauen – zu sehr auf die Mitgliedschaft allein verlassen? 
  1. Geduld in Prüfungen 
    Der Herr verspricht nicht sofortige Erfüllung aller Verheißungen. Aber Er verspricht, dass Prüfungen in Geduld zu überwinden sind – als Weg zu ewiger Herrlichkeit (Vers 66). Diese Geduld ist im Alltag oft die eigentliche Prüfung des Glaubens. 
  1. Praktische Treue ist Teil geistiger Reife 
    Wie in Kirtland: Opfer bringen, Finanzen ordnen, Verantwortung übernehmen – das alles war Teil des Zionsaufbaus. Auch heute ist es ein Zeichen geistiger Reife, wenn Mitglieder in zeitlichen Dingen treu, großzügig und engagiert sind. 

findechristus.org

Freitag, 13. Juni 2025

Eine Quelle lebendigen Wassers

 

(Bild Quelle)

“Aber wer meine Gebote hält, dem werde ich die Geheimnisse meines Reiches geben, und diese werden in ihm eine Quelle lebendigen Wassers sein, das zu immerwährendem Leben emporquillt.” (Lehre und Bündnisse 63:23). 

„Horcht auf, o ihr Volk“ – Zentrale Lehren aus LuB 63:1–23 für unsere Zeit 

L&B 63:1–23 ist ein mächtiger Abschnitt, in dem der Herr durch Joseph Smith zu einer jungen, aber mit Herausforderungen kämpfenden Kirche spricht. Diese Verse enthalten Ermahnungen, Warnungen und tiefgreifende geistige Prinzipien, die auch heute – in einer moralisch und geistig orientierungslosen Welt – unmittelbar anwendbar sind. 

1. Der Herr spricht mit Vollmacht (Verse 1–6) 

Der Abschnitt beginnt mit einem dramatischen Appell: 

„Horcht auf, o ihr Volk, und öffnet euer Herz … und vernehmt das Wort des Herrn und seinen Willen in Bezug auf euch“ (Vers 1). 

Die Sprache ist klar und direkt. Der Herr stellt sich selbst als der allmächtige Gott vor – als der, der „nach seinem eigenen Willen und Wohlgefallen aufbaut und zerstört“ (V. 4). Diese Selbstdarstellung erinnert uns daran, dass Gott nicht nur ein liebender Vater ist, sondern auch ein gerechter Richter. 

Lehre für heute: 
In einer Zeit, in der viele Menschen das Bild Gottes auf reine Liebe reduzieren und dabei seine Gerechtigkeit und Majestät vergessen, ruft uns der Herr auf, ihn auch in seiner Macht, Heiligkeit und Gerechtigkeit zu erkennen. Unsere Beziehung zu ihm muss auf Ehrfurcht, Demut und Gehorsam beruhen. 

2. Zeichen sind kein Ersatz für Glauben (Verse 7–12) 

„Wer nach Zeichen trachtet, wird Zeichen sehen, aber nicht zur Errettung“ (Vers 7). 
„Glaube kommt nicht durch Zeichen, sondern Zeichen folgen denen, die da glauben“ (Vers 9). 

Der Herr kritisiert deutlich jene, die Wundern und Zeichen hinterherlaufen, um zu glauben. Er unterscheidet zwischen echtem Glauben – der aus dem Herzen kommt und auf Vertrauen basiert – und einem oberflächlichen Wunsch nach Sensation. 

Lehre für heute: 
In unserer modernen Welt, in der „Beweise“ und „Sichtbares“ oft als höchste Autorität gelten, fordert der Herr uns auf, den geistigen Weg zu wählen: Vertrauen statt fordern, glauben statt sehen. Wahren Gläubigen werden Zeichen und Wunder geschenkt – aber nicht als Voraussetzung für den Glauben, sondern als Folge des Glaubens. Dies steht im Kontrast zu einem Zeitgeist, der Gott ständig „beweisen“ will, statt ihn zu erkennen. 

3. Moralische Reinheit ist unerlässlich (Verse 13–19) 

Der Herr spricht sehr deutlich über das Problem der Unmoral unter den Heiligen: 

„Es waren unter euch Ehebrecher und Ehebrecherinnen …“ (Vers 14) 
„Wer eine Frau ansieht, dass es ihn nach ihr gelüstet … wird den Glauben verleugnen“ (Vers 16) 

Hier wird sichtbar, wie eng geistige Kraft mit persönlicher Reinheit verbunden ist. Wer sich moralisch verunreinigt – selbst nur im Herzen – verliert den Heiligen Geist und den Glauben. Es geht nicht nur um äußere Taten, sondern auch um die inneren Gedanken und Wünsche, die vor dem Herrn offenbar sind. 

Lehre für heute: 
Pornografie, sexuelle Freizügigkeit und der Verlust von Schamgefühl sind in der heutigen Gesellschaft weit verbreitet. Doch diese Verse erinnern uns daran, dass moralische Reinheit – nicht nur im Verhalten, sondern auch im Herzen – eine unverzichtbare Grundlage für geistige Stärke und die Gegenwart des Geistes ist. Wer sich auf den Herrn ausrichten will, muss seinen Blick, seine Gedanken und seine Absichten reinigen. 

4. Warnung vor Heuchelei in der Kirche (Vers 19) 

„Ihr seid nicht gerechtfertigt, denn dies alles kommt unter euch vor“ (Vers 19). 

Diese schlichte Aussage ist schneidend. Der Herr spricht hier nicht zu „denen draußen“, sondern zu den Mitgliedern seiner eigenen Kirche. Es sind nicht die Weltmenschen, die hier kritisiert werden – sondern wir selbst. 

Lehre für heute: 
Heuchelei, Doppelmoral und der Wunsch, sich nach außen fromm zu geben, während im Verborgenen Sünde herrscht, gefährden nicht nur unser persönliches Heil, sondern auch das geistige Fundament der Kirche. Diese Verse rufen uns auf, ehrlich vor Gott zu stehen, Umkehr zu üben und unser Leben aufrichtig nach seinem Willen auszurichten. 

5. Verheißungen an die Treuen (Verse 20–23) 

Doch mitten in diesen ernsten Warnungen findet sich auch große Hoffnung: 

„Wer im Glauben ausharrt und meinen Willen tut, der wird überwinden und wird ein Erbteil auf der Erde empfangen“ (Vers 20). 
„… dem werde ich die Geheimnisse meines Reiches geben, und diese werden in ihm eine Quelle lebendigen Wassers sein“ (Vers 23). 

Diese Verse sprechen von der Verklärung der Erde und davon, dass diejenigen, die dem Herrn treu sind, ein Erbteil in Zion empfangen werden. Ihnen wird es gegeben sein, tiefe geistige Erkenntnis zu erlangen – das „lebendige Wasser“, das in ihnen quillt. 

Lehre für heute: 
In einer Welt voller Unruhe und Verwirrung verheißt der Herr denen, die gehorsam sind und seine Gebote halten, inneren Frieden, Führung durch Offenbarung und ein zukünftiges Erbe in seinem Reich. Besonders Vers 23 ist eine Einladung zu tieferer geistiger Suche: Wer den Herrn liebt und dient, wird mit göttlichem Wissen erfüllt – nicht nur in der Zukunft, sondern schon hier und jetzt. 

Fazit: Eine Botschaft mit Nachdruck – und Hoffnung 

L&B 63:1–23 ist eine ernste, direkte und aufrüttelnde Botschaft. Der Herr ruft sein Volk zur Umkehr, zum Glauben und zur geistigen und moralischen Reinheit. Die Lehren sind klar: 

  • Gott ist mächtig und spricht mit Vollmacht. 
  • Wahrer Glaube basiert nicht auf Zeichen, sondern auf Vertrauen. 
  • Sündhafte Gedanken und Taten zerstören den Glauben. 
  • Heiligkeit ist mehr als äußeres Verhalten – sie beginnt im Herzen. 
  • Den Gehorsamen verheißt der Herr Führung, Erkenntnis und ein ewiges Erbe. 

Diese Prinzipien sind heute vielleicht wichtiger denn je. Inmitten von gesellschaftlichem Chaos, spiritueller Leere und moralischer Beliebigkeit ruft der Herr uns auf, ein heiliges Volk zu sein – innen wie außen. Wenn wir seinem Ruf folgen, wird er uns nicht nur stärken, sondern mit lebendigem Wasser segnen, das zu ewigem Leben führt. 

findechristus.org