Dienstag, 4. Dezember 2018

Weil dies hart gegen euch war, seid ihr zornig auf mich

Samuel redet weiter zu den Nephiten und dem Volk in Zarahemla: „Und nun, weil ich ein Lamanit bin und zu euch die Worte geredet habe, die der Herr mir geboten hat, und weil dies hart gegen euch war, seid ihr zornig auf mich und trachtet danach, mich zu vernichten, und habt mich von euch ausgestoßen.“ (Helaman 14:10).
Weil dies hart gegen euch war, seid ihr zornig auf mich. Wenn du irgendwo als Neuling in einer Gruppe angekommen bist, hast du sicherlich bemerkt, dass es dir meist nicht unbedingt leicht gemacht wird, als einer der Ihrigen anerkannt zu werden. Das kann dann schon mal Jahre dauern, bis du dir entsprechenden Respekt erarbeitet hast. Vorher heißt es dann sicherlich immer: Was will der uns schon sagen.
Allerdings ist es andersherum manchmal auch nicht gerade ein Zuckerschlecken. Was lernen wir von Christus? Da kommt er von seinem `Umherziehen und gutem Tun´ (Apostelgeschichte 10:38) in seine Heimatstadt Nazareth zurück, predigt auch dort und wird ob seiner Weisheit zunächst bewundert. Doch dann denken die Leute, das ist doch der Zimmermann, der Sohn von Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon. Und ihre Bewunderung schlägt um in Ärgernis (Matthäus 6:1-6). Was lerne ich daraus? Je näher ich Respektspersonen bin, desto mehr kenne ich auch ihre Schwächen – ferne sei mir, dies auf Christus zu beziehen, nein, nur auf uns fehlbare Menschen – und ich bin geneigt meinen Respekt ihnen gegenüber auf `minus fünf herunterzufahren´, also eher `Anstoß´ an ihnen zu nehmen, wenn sie sich `herausnehmen´ wollten, uns auf irgendwelche Fehler hinzuweisen. Will meinen: „der Prophet gilt nichts im eigenen Land“. Dies kann betreffen meine Eltern, meine Betreuer im Evangelium, meinen Bischof in der Gemeinde, meinen Pfahlpräsidenten. Sie alle sind mir so nahe, dass ich alles dran setzen muss, nicht in die Gefahr zu kommen, zu reagieren, wie die Nephiten in Zarahemla „… weil dies hart gegen euch war, seid ihr zornig auf mich und trachtet danach, mich zu vernichten, und habt mich von euch ausgestoßen.“ Was machst du, um dir nahestehende weisungsbefugte Personen doch zu respektieren, insbesondere, wenn sie dich auf fehlerhaftes Verhalten aufmerksam machen?

Young Jesus standing next to Joseph in the carpenter’s shop, working with tools on the wood while Joseph supervises.
(Bild: Quelle)

Montag, 3. Dezember 2018

Rufe diesem Volk zu: Kehrt um und bereitet den Weg des Herrn!

Samuel der Lamanite fährt in seiner Rede zu dem Volk in Zarahemla fort: „Und siehe, so hat der Herr mir durch seinen Engel geboten, daß ich kommen und euch dies sagen soll; ja, er hat geboten, ich solle euch dies alles prophezeien; ja, er hat zu mir gesprochen: Rufe diesem Volk zu: Kehrt um und bereitet den Weg des Herrn!“ (Helaman 14:9).
Rufe diesem Volk zu: Kehrt um und bereitet den Weg des Herrn! Samuel der Lamanite sagt nun selber, dass er von einem Engel des Herrn beauftragt wurde, diesem Volk in Zarahemla, dem Volk Nephi, Umkehr zu predigen. Im vorhergehenden Kapitel ist davon die Rede, dass `die Stimme des Herrn´ an ihn erging und er dem Volk prophezeien solle, `was ihm ins Herz komme´ (Helaman 13:3). Ich lerne daraus, dass die Stimme des Herrn mittels eines göttlichen Boten an ihn überbracht wurde, mittels eines Engels und weiß, dass das genauso wäre, als wenn der Herr ihm persönlich, aus seinem eigenen Mund, den Auftrag erteilt hätte.
Nachdem die Kirche des Herrn, nämlich die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, im Jahre 1830 von Joseph Smith im Einklang mit den Landesgesetzen gegründet worden war, gebietet der Herr der Kirche, also uns den Mitgliedern, dass wir „… all seinen Worten und Geboten Beachtung schenken, die er dir geben wird, wie er sie empfängt, in aller Heiligkeit vor mir wandelnd; 5 denn sein Wort sollt ihr empfangen, als sei es aus meinem eigenen Mund, voller Geduld und Glauben.“ (Lehre und Bündnisse 21:4-5). Wir sollen also die Worte des Propheten so empfangen, als wenn sie der Herr uns persönlich sagen würde. So empfange ich die Worte des lebenden Propheten Russel M. Nelson heute `voller Geduld und Glauben´ und kann also ebenso wie Samuel der Lamanite sagen: `Die Stimme des Herrn erging an mich´! Und dann kommt das Wichtigste: Ich bemühe mich nach besten Kräften auch das zu tun, was sie mir sagt. Wann hat dir die Stimme des Herrn das letzte Mal etwas mitgeteilt?

Präsident Russell M.Nelson
Durch ihn spricht der Herr heute zu allen Menschen: Präsident Russel M. Nelson
(Bild: Quelle)

Sonntag, 2. Dezember 2018

Derjenige wird immerwährendes Leben haben

Samuel der Lamanite ruft dem Volk in der Stadt Zarahemla zu: „Und es wird sich begeben: Wer auch immer an den Sohn Gottes glaubt, derjenige wird immerwährendes Leben haben.“ (Helaman 14:8).
Derjenige wird immerwährendes Leben haben. Jesus selber hat dem Pharisäer (Angehörige einer altjüdischen Bewegung, die die religiösen Gesetze der Tora streng einhielten; sie waren Israels Bibelexperten – Schriftgelehrte. Zu ihnen gehörten vor allem jüdische Kaufleute und Handwerker) Nikodemus in einem Gespräch erklärt, dass jeder der Glaubt, in ihm ewiges Leben haben wird (Johannes 3:15). Wodurch dies ermöglicht wird, erklärt Jesus dem Nikodemus auch, nämlich dadurch, dass der Menschensohn `erhöht´ werden wird (Johannes 3:14).
Mit dieser Erhöhung ist sinnbildlich das Sühnopfer gemeint, das Jesus erbringen würde (Johannes 3:16). Gott der Vater hat ihn in die Welt gesandt, dass durch ihn die Welt errettet werden sollte (Johannes 3:17). Ich lerne, dass ich dadurch, dass ich an ihn, Jesus Christus, und sein Sühnopfer glaube, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben erlangen werde! Das ist nicht allzu viel meinst du? Dann überlege mal, wovon Glaube, die „Grundlage dessen, was man erhofft, ein Zutagetreten von Tatsachen, die man nicht sieht.“ (Hebräer 11:1), die Grundlage ist. Joseph Smith lehrte uns, dass Glaube „der erste Grundsatz offenbarter Religion und die Grundlage aller Rechtschaffenheit“ ist und dass er außerdem „die Grundlage des Handelns bei allen intelligenten Wesen“ ist (Lectures on Faith; Lecture First, 1 und 9). Grundlage des Handelns! Wenn ich an Christus glaube, ist das die Grundlage für mein weiteres Handeln (Mosia 4:10). Die Folge davon ist, dass ich in den Genuss der Gabe des Heiligen Geistes komme (Köstliche Perle Mose 6:52). Der Samenkorn meines Glaubens an Christus ist durch meine Mutter gelegt worden und wuchs im Laufe meines Lebens zu einem starken Baum. Er bildet die Grundlage meines Handelns. Was ist die Grundlage deines Tuns?
glaube js
(Bild: Quelle; Text hinzugefügt)

Samstag, 1. Dezember 2018

Noch fünf Jahre, und siehe, dann kommt der Sohn Gottes

Nun folgt eine präzise Vorhersage der Geburt des Erlösers der Menschheit durch Samuel den Lamaniten: „Und siehe, er sprach zu ihnen: Siehe, ich gebe euch ein Zeichen; denn es kommen noch fünf Jahre, und siehe, dann kommt der Sohn Gottes, um all jene zu erlösen, die an seinen Namen glauben.“ (Helaman 14:2).
Noch fünf Jahre, und siehe, dann kommt der Sohn Gottes. Außer einer genauen Zeitangabe der Geburt Jesu, einer der präzisesten Prophezeiungen in den Heiligen Schriften, offenbart Samuel auch noch Zeichen, die ihr vorausgehen sollen. In der folgenden Tabelle sind diese aufgelistet und die Schriftstellen angegeben, die ihr Eintreffen bestätigen:
Prophezeiung von der Geburt Christi
Erfüllung
Helaman 14:2Vorhersage der Geburt in fünf Jahren3. Nephi 1:13
Helaman 14:3,4In der Nacht vor seiner Geburt wird es nicht dunkel3.Nephi 1:15
Helaman 14:5Ein neuer Stern geht am Himmel auf3.Nephi 1:21
Helaman 14:6Am Himmel werden viele weitere Zeichen und Wunder zu sehen seinHelaman 16:13;
3.Nephi 2:1
Helaman 14:7Vor lauter Stauen werden die Zeitzeugen zur Erde niederfallen3.Nephi 1:16,17
Wieder wird mir ganz deutlich vor Augen gehalten, wie ein wahrer Prophet des Herren zu erkennen ist: was er prophezeit tritt auch ein!

Samuel talking
Samuel prophezeit, dass Jesus Christus in fünf Jahren geboren würde
(Bild: Quelle)

Freitag, 30. November 2018

Prophezeite noch vieles mehr, was nicht niedergeschrieben werden kann

Mormon, der dieses Buch aus all den Überlieferungen zusammenstellte (Worte Mormons 1:9), lässt uns wissen: „Und nun begab es sich: Samuel der Lamanit prophezeite noch vieles mehr, was nicht niedergeschrieben werden kann.“ (Helaman 14:1).
Prophezeite noch vieles mehr, was nicht niedergeschrieben werden kann. Samuel der Lamanite prophezeite noch vieles, was von Mormon, in seiner Zusammenfassung des Buches Mormon, nicht aufgeschrieben wurde. Sicherlich hatte der Herr ihm dazu entsprechende Anweisungen gegeben, wie auch schon in anderen Fällen:
  • Einiges von dem, was ein Engel Nephi, dem Sohn Lehis, um 590 v. Chr. offenbarte, sollte er nicht niederschreiben (1.Nephi 14:25).
  • Vieles, von dem was König Mosia um 130 v. Chr. seine Söhne lehrte, ist nicht in diesem Buch enthalten (Mosia 1:8).
  • Vieles von dem, was Nephi, der Sohn Helamans, um 22 v.  Chr. zu den korrupten Richtern sprach, konnte nicht niedergeschrieben werden (Helaman 8:3).
  • Nicht alles, was Alma dem Volk um 82 v. Chr. predigte, wurde niedergeschrieben (Alma 13:31)
  • Alma hatte seinem Sohn Helaman um 73 v. Chr. etwas zu prophezeien, was er zwar niederschreiben, aber zu diesem Zeitpunkt nicht kundtun sollte (Helaman 45:9).
  • Von dem, wie Nephi, der Enkel Helamans, um 30 n. Chr. dem Volk diente und unerschrocken Umkehr und Sündenvergebung predigte, wurde in diesem Buch nichts niedergeschrieben (3. Nephi 7:17).
  • Das, was Christus betete, als er nach seiner Auferstehung bei den Nephiten weilte, konnte nicht niedergeschrieben werden (3. Nephi 17:15), ja sie konnten sogar nicht ausgesprochen werden (3. Nephi 19:34).
  • Aber es gab auch Dinge, die einfach vergessen wurden niederzuschreiben, von denen Christus wollte, dass sie nachgetragen werden (3. Nephi 23:11-12).
Ich lerne, dass es doch noch einiges an `Geheimnissen des Gottesreiches´ gibt, das für uns noch nicht bestimmt ist, weil wir es wahrscheinlich noch nicht verstehen würden (Alma 37:11; 40:3). Nach und nach wird der Herr uns, entsprechend unserem Glauben und Verständnis, mehr und mehr kundtun. Auf jeden Fall wird der Herr bei seinem zweiten Kommen alles offenbaren (Lehre und Bündnisse 101:32-34). Ich befasse mich bis dahin wissbegierig mit dem, was uns der Herr bis jetzt offenbart hat. Wie bereitest du dich darauf vor, weitere Geheimnisse des Gottesreiches zu erfahren?

hermann hesse
(Bild: Quelle; Text eingefügt)

Donnerstag, 29. November 2018

Eure Tage der Bewährung sind vorbei

Samuel fährt mit seiner Prophezeiung an das Volk in Zarahemla fort (Helaman 13:3): „Aber siehe, eure Tage der Bewährung sind vorbei; ihr habt den Tag eurer Errettung aufgeschoben, bis es für immer zu spät ist, und eure Vernichtung ist sicher; ja, denn ihr habt alle Tage eures Lebens nach dem getrachtet, was ihr nicht erlangen konntet; und ihr habt das Glücklichsein darin gesucht, daß ihr Übles getan habt, und das ist gegen die Natur jener Rechtschaffenheit, die unserem großen und ewigen Haupt innewohnt.“ (Helaman 13:38).
Eure Tage der Bewährung sind vorbei. Was haben wir darunter zu verstehen, dass die Tage der Bewährung vorbei sind, sie die Tage der Errettung aufgeschoben haben, bis es für immer zu spät ist? Mormon spricht in diesem Zusammenhang davon, dass die `Tage der Gnade´ – dieser Ausdruck kommt im Buch Mormon nur an dieser Stelle vor – vorüber seien, sowohl was das zeitliche, als auch das geistige anbelangt (Mormon 2:15). Wahrscheinlich meinte Mormon, dass der Herr den Nephiten zuzeiten Samuel des Lamaniten, noch eine zusätzliche Zeit der Umkehr gewährt hatte, die dann aber verstrichen war.
Es ist offensichtlich so, dass der Herr uns in bestimmten Situationen nicht unbedingt sofort bestraft, um uns noch eine weitere Chance der Umkehr zu eröffnen, uns eine `Gnadenfrist´ gewährt. So muss ich aufpassen, dass ich den `Tag der Gnade´ nicht ungenutzt verstreichen lasse. Solange es diesen Tag für mich noch gibt, muss ich zusehen, dass ich von meinen Sünden aufrichtig umkehre, und mich dazu entscheide, Gott zu dienen (Alma 42:4) um nicht `umgehauen und ins Feuer geworfen zu werden´ (Alma 5:35,52,56), sowohl was die physische, als auch die geistige Zerstörung anbelangt. Ein prominentes Beispiel haben wir im Fall Adams und Evas. Sie hatten von der Frucht genossen, von der sie nicht genießen sollten, weil sie ansonsten sterben würden. Der Herr hat sie nicht sofort dem Tod überantwortet. Er hat ihnen eine `Gnadenfrist´ in der Welt gewährt, ehe sie tatsächlich den physischen Tod erleiden mussten (Alma 12:24). Ich erkenne, dass die Gnade Gottes eine Frage der Zeit ist. Würde die `Strafe auf dem Fuße erfolgen´, hätten wir keine Zeit Reue zu empfinden und Umkehr zu üben. Nutze ich diese Zeit allerdings nicht, greift die Gerechtigkeit, ich werde sowohl was das zeitliche anbelangt zerstört werden, als auch was das geistige anbelangt! Wie nutzt du die `Gnadenfrist´, die Zeit des letzten Aufschubs, die dir der Herr gewährt?

gnadenfrist
(Bild: Quelle)

Mittwoch, 28. November 2018

Wir sind von Dämonen umgeben

Samuel der Lamanite sagt dem Volk in Zarahemla, dass sie in den Tagen ihrer Heimsuchung (Helaman 13:32) sagen würden: „Siehe, wir sind von Dämonen umgeben, ja, wir sind ringsum von den Engeln dessen umschlossen, der danach trachtet, unsere Seele zu vernichten. Siehe, unsere Übeltaten sind groß. O Herr, kannst du nicht deinen Zorn abwenden von uns? Und dies wird in jenen Tagen eure Sprache sein.“ (Helaman 13:37).
Wir sind von Dämonen umgeben. Dieser Begriff Dämonen kommt im Buch Mormon nur einmal vor, ebenso im Alten Testament der Einheitsübersetzung 2016. Im Neuen Testament finden sie allerdings in zweiundvierzig Stellen Erwähnung. Im Psalm 106:37 heißt es: „Sie brachten ihre Söhne und Töchter dar als Opfer für die Dämonen.“ in der King James Version steht anstatt `Dämonen´: Devils (Teufel). Damit haben wir dann auch gleich die Frage beantwortet, worum es sich bei Dämonen handelt: Teufel.
Bei den Dämonen handelt es sich um gefallene Engel die dem Teufel dienen (Offenabrung 12:9). An anderer Stelle werden sie auch als `unreine Geister´ bezeichnet (Markus 1:27) und im Buch Mormon einmal als Bocksfüßer (2. Nephi 23:21, siehe Fußnote b). In der Welt haben wir mit diesen Mächten zu tun (Epheser 6:12). Weil die Dämonen keinen Körper aus Fleisch und Blut haben, sind sie darauf erpicht einen solchen zu besetzen. Christus hat uns gezeigt, dass er Macht über sie besitzt und hat sie aus dem von ihnen Besessenen ausgetrieben. Sie bettelten ihn an, ihnen wenigstens zu gestatten in die Herde Schweine fahren zu dürfen. Der Herr ließ es zu und sie führten die Schweine in den Tod (Matthäus 8:28-32). Auch wir Priestertumsträger haben die Macht Dämonen auszutreiben, und zwar durch Fasten und Gebet (Markus 9:14-28). Nicht sie haben Macht über uns. Sie haben keinen physischen Körper und kein Priestertum Gottes, deshalb haben wir Macht über sie und brauchen sie nicht in unserem Körper zu beherbergen. Welche Vorstellung hast du davon, wie eine Situation mit Dämonen ablaufen könnte?

dämonen
Illustration von Julius Schnorr von Carolsfeld, 1860
(Bild: Quelle)