Donnerstag, 8. Mai 2025

Meine Jünger werden an heiligen Stätten stehen

 

Wo sind für dich “heilige Stätten”
(Bild Quelle)

“Aber meine Jünger werden an heiligen Stätten stehen und werden nicht wanken; aber unter den Schlechten werden Menschen ihre Stimme erheben und Gott fluchen und sterben.” (Lehre und Bündnisse 45:32). 

Lehre und Bündnisse 45:24–38 

Hier wendet sich der Herr von der Vergangenheit Jerusalems der Zukunft zu – konkret den Ereignissen der Letzten Tage. Nach der Zerstörung Jerusalems wird ein Überrest Israels unter alle Nationen zerstreut werden (V. 24). Doch das ist nicht das Ende – dieser Überrest wird wieder gesammelt werden, allerdings erst, „wenn die Zeiten der Heiden erfüllt sind“ (V. 25). Dieses Konzept verweist auf die göttliche Zeitordnung, in der zunächst die Heidenvölker das Evangelium empfangen, bevor die endgültige Sammlung Israels beginnt. 

In Vers 26 beschreibt der Herr typische Zustände der letzten Tage: globale Unruhe, Kriege und Gerüchte von Kriegen. Die Erde wird „in Aufruhr“ sein, Menschen werden mutlos und verzweifelt, und viele verlieren den Glauben an die Wiederkunft Christi. Sie sagen sogar: „Er zögert, bis ans Ende der Erde zu kommen.“ In dieser Zeit wird die Liebe unter den Menschen erkalten, und das Böse wird zunehmen (V. 27). 

Doch mitten in dieser geistigen Finsternis wird ein Licht aufleuchten – nämlich die „Fülle meines Evangeliums“, die unter den Heiden offenbar wird (V. 28). Leider wird dieses Licht von vielen nicht erkannt, weil sie es durch die „Satzungen der Menschen“ ablehnen (V. 29). Der Herr kündigt an, dass in dieser Generation die Zeiten der Heiden zu Ende gehen werden (V. 30). 

Dann folgen erschütternde Bilder: eine verheerende Krankheit (eine „alles überschreitende Geißel“) wird das Land heimsuchen (V. 31), aber die wahren Jünger Christi – also die, die an heiligen Orten stehen – werden Bestand haben. Bei den Gottlosen jedoch wird Verzweiflung herrschen; sie werden Gott fluchen und sterben (V. 32). Weitere Zeichen wie Erdbeben und weit verbreitete Zerstörung werden eintreten (V. 33), doch viele Menschen werden ihre Herzen weiterhin verhärten und sich gegenseitig bekämpfen. 

Angesichts all dieser düsteren Zeichen versichert Christus seinen Jüngern, dass sie sich nicht fürchten müssen (V. 34–35). Diese Zeichen sind nicht zufällig, sondern Hinweise darauf, dass Gottes Verheißungen an sein Volk in Erfüllung gehen – insbesondere die der Sammlung, Erlösung und des Friedens. 

Zur Verdeutlichung verwendet der Herr ein Gleichnis: So wie das junge Grün an einem Feigenbaum in Israel den nahenden Sommer ankündigt, sollen auch die Jünger erkennen, dass die Zeichen der Letzten Tage die baldige Wiederkunft Christi ankündigen (V. 36–38). Sie sind also nicht Zeichen der Hoffnungslosigkeit, sondern der bevorstehenden Erfüllung göttlicher Verheißungen. 

Griffiths Kommentar unterstreicht: Diese Verse markieren einen Wendepunkt – von historischen zu zukünftigen Ereignissen. Doch sie sind nicht dazu da, Angst zu verbreiten. Vielmehr sollen sie den Gläubigen helfen, vorbereitet und hoffnungsvoll zu sein. Präsident Harold B. Lee warnte 1973 davor, sich von zweifelhaften Prophezeiungen oder sensationellen Endzeit-Berichten leiten zu lassen. Stattdessen solle man sich auf die klaren Aussagen der Schrift konzentrieren – insbesondere auf Matthäus 24 (in der JS-Übersetzung), L&B 45, 101, 133 und 38. Diese offenbarten Lehren bieten eine zuverlässige, inspirierte Grundlage für das Verständnis der Zeichen der Zeit. 

Die Kernbotschaft lautet also: Auch wenn schwere Zeiten vorausgesagt sind, dürfen die Jünger Christi voller Hoffnung sein. Die angekündigten Ereignisse bestätigen die Zuverlässigkeit göttlicher Verheißungen und weisen auf den kommenden Tag der Erlösung und das Friedensreich Christi hin. 

Lehre und Bündnisse 45:39–47 

Hier beschreibt der Herr sehr direkt die große Hoffnung der Heiligen: die Wiederkunft Christi in Macht und Herrlichkeit. Er richtet sich dabei besonders an jene, die Ihn fürchten, also Ehrfurcht vor Gott empfinden und mit aufrichtiger Erwartung Seiner Wiederkunft leben. Diese gläubigen Menschen werden wachsam Ausschau halten nach den Zeichen der Zeit und nach dem Kommen des Menschensohnes (V. 39). 

Diesen Wachsamen werden Zeichen und Wunder gezeigt – sowohl „am Himmel oben als auch auf der Erde unten“ (V. 40). Die Elemente dieser Zeichen sind apokalyptisch: Blut, Feuer und Rauchschwaden (V. 41), dazu dramatische Himmelserscheinungen – die Sonne wird verfinstert, der Mond wird sich wie Blut färben, und Sterne werden vom Himmel fallen (V. 42). Diese Darstellungen sind sowohl wörtlich als auch symbolisch interpretierbar und zeigen den kosmischen Charakter des Kommens Christi an – es betrifft die ganze Schöpfung. 

In diesem Zusammenhang sagt der Herr, dass der „Überrest“ (gemeint sind die gesammelt und gereinigten Gläubigen) an diesen bestimmten Ort versammelt werden wird – Zion (V. 43). Und dann wird ein großartiger Moment eintreten: Sie werden nach Christus Ausschau halten, und siehe – Er wird tatsächlich kommen, „in den Wolken des Himmels, mit Macht und großer Herrlichkeit und mit allen heiligen Engeln“ (V. 44). Diese Wiederkunft ist sichtbar, glorreich und von einer unbestreitbaren Majestät begleitet. Doch der Herr warnt: Wer nicht nach Ihm Ausschau hält, wird abgeschnitten werden – eine ernste Mahnung zur geistigen Wachsamkeit. 

Noch vor dem Eingreifen des Herrn in die Geschichte („bevor der Arm des Herrn fällt“) wird ein Engel mit der Posaune erscheinen, um die Toten in Christus auferstehen zu lassen – sie werden Ihm in der Wolke begegnen (V. 45). Für jene, die „in Frieden geschlafen haben“, ist diese Auferstehung ein Akt der vollkommenen Erlösung: Sie werden Christus erkennen, so wie die damaligen Jünger Ihn sahen, und ihr geistiges Leben wird vollendet (V. 46). Die Heiligen aus allen Himmelsrichtungen werden hervorkommen – ein Bild für die umfassende Sammlung und Wiederherstellung des Volkes Gottes. 

Erst danach „wird der Arm des Herrn auf die Nationen fallen“ (V. 47) – also: das göttliche Gericht wird vollzogen, jedoch erst nachdem die Heiligen bewahrt und auferweckt wurden. Diese Abfolge zeigt die Barmherzigkeit und Ordnung im göttlichen Handeln: zuerst Rettung und Erlösung, dann Gericht und Reinigung. 

Griffith betont, dass viele dieser Zeichen bereits begonnen haben, aber dass Gläubige mit großer Vorsicht an die Auslegung dieser Zeichen herangehen sollten. Die Geschichte zeigt, dass manche Zeichen auf unerwartete Weise erfüllt wurden. Daher rät Griffith, sich nicht auf spekulative oder sensationelle Deutungen zu verlassen, sondern auf die autorisierten Diener Gottes zu hören – also die Propheten. Joseph Smith selbst hat 1843 in einer Predigt klargestellt, dass zwar „niemand den Tag oder die Stunde“ kennt, aber dass dies auf die damalige Generation bezogen war. Es widerspräche der Schrift, zu sagen, dass Gott nie jemandem diesen Zeitpunkt offenbaren würde, denn laut Amos 3:7 „tut Gott nichts, ohne es zuvor seinen Propheten zu offenbaren.“ 

Diese Aussage stellt klar: Das Wissen um die Zeichen und ihre Bedeutung ist nicht privaten Deutungen überlassen, sondern wird durch legitime Offenbarung weitergegeben. Wer Christus fürchtet, wird also nicht nur aufmerksam leben, sondern sich dabei auch an die Führung der lebenden Propheten halten – das ist der sichere Weg, um vorbereitet zu sein auf die große und herrliche Ankunft des Herrn. 

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Mittwoch, 7. Mai 2025

Dass sie ihn ... in ihrem Fleische sehen würden

 

Seine Jünger sehen den Auferstanden
(Bild Quelle)

“aber haben die Verheißung erhalten, dass sie ihn finden und ihn in ihrem Fleische sehen würden.” (Lehre und Bündnisse 45:14). 

Dieser Vers bringt eine große Hoffnung und Verheißung zum Ausdruck, die über alle Zeiten hinweg gilt: Dass diejenigen, die trotz aller Schwierigkeiten und Bosheit auf Erden fest an Gottes Verheißungen glauben, nicht enttäuscht werden, sondern sie tatsächlich erfüllt sehen – in ihrem Leben, in ihrem Körper, in ihrer Wirklichkeit. 

Für uns heute, die wir in einer Zeit zunehmender Unsicherheit, moralischer Verwirrung und geistiger Herausforderungen leben, erinnert dieser Vers daran: 

  • dass es gerechtfertigt ist, Hoffnung zu haben, selbst wenn unsere Zeit von „Bosheit und Gräueln“ geprägt ist (Vers 12), 
  • dass Gott seine Versprechen hält, auch wenn die Erfüllung auf sich warten lässt, 
  • und dass Zion wirklich kommen wird – eine gereinigte, heilige Gesellschaft, vorbereitet für das zweite Kommen Christi. 

Vers 14 verbindet also Glauben, Geduld und Verheißung auf eine Weise, die uns persönlich motiviert, dranzubleiben, auch wenn der Weg beschwerlich ist. 

Dieser Vers spricht von Menschen, die inmitten einer bösen und verworfenen Welt lebten, aber dennoch nicht den Glauben verloren haben. Sie sahen sich selbst als „Fremdlinge und Pilger auf der Erde“ (vgl. Hebräer 11:13) – Menschen, die wussten, dass ihre wahre Heimat nicht in dieser Welt, sondern in Zion, in Gottes Reich liegt. 

Auch wir leben in einer Zeit, in der viele die Hoffnung auf Gerechtigkeit, Wahrheit und Frieden verloren haben. Doch dieser Vers erinnert uns daran, dass Gott unsere Sehnsucht kennt. Wenn wir treu bleiben, werden auch wir sehen, wie sich seine Verheißungen erfüllen – nicht nur symbolisch, sondern ganz real, in unserem eigenen Leben. 

Die Botschaft ist klar: 

Bleibe geistlich wach, auch wenn die Welt schläft. Halte an der Verheißung fest, auch wenn sie noch nicht sichtbar ist. Gott hat Großes mit dir vor – in deinem Fleisch, in deiner Zeit. 

Lehre und Bündnisse 45:11–15 

In den Versen 11 bis 15 von L&B 45 verweist der Herr auf Henoch und seine Stadt Zion – eine Gemeinschaft, die aufgrund ihrer außerordentlichen Rechtschaffenheit von der Erde genommen und bei Gott aufgenommen wurde. Diese Stadt ist seitdem für einen zukünftigen „Tag der Gerechtigkeit“ aufbewahrt – ein Tag, den viele heilige Männer vergangener Zeitalter vergeblich suchten, da ihre eigene Zeit von Bosheit und Abscheulichkeit geprägt war. Dennoch erhielten sie die Verheißung, dass sie diesen Tag in ihrer eigenen leiblichen Auferstehung erleben würden. Der Herr spricht hier nicht nur zu seinen Zuhörern damals, sondern auch zu uns heute, indem er uns einlädt, auf seine Stimme zu hören und seine Weisheit anzunehmen, wie er es schon mit den Menschen „in alten Tagen“ tat. 

Diese Verse entfalten sich vor dem Hintergrund einer bedeutenden Offenbarungsgeschichte: Nur drei Monate vor LuB 45 hatte Joseph Smith im Dezember 1830 durch Offenbarung die Geschichte von Henoch und seiner Stadt Zion in Mose 6–7 empfangen. Darin wird ein Bündnis beschrieben, das Gott mit Henoch geschlossen hatte: Er versprach, in den Letzten Tagen alle Nachkommen Noahs – also die gesamte Menschheit – durch eine „Überschwemmung mit Gerechtigkeit und Wahrheit“ (gemeint sind das Evangelium und seine heiligen Bündnisse und Handlungen) zu einem Volk auszuwählen und sie in einer neuen Stadt Zion auf Erden zu sammeln, um sie auf die Wiederkunft Christi vorzubereiten. Wenn der Herr dann wiederkommt, wird er die himmlische Stadt Henochs mitbringen, damit sie sich mit der irdischen Stadt Zion vereint. In D&C 84:100 wird dies bildhaft als das Herabkommen Zions von oben und das Hinaufkommen Zions von unten beschrieben – zwei Städte, die sich begegnen, wenn Christus seine Herrschaft auf Erden antritt. 

Joseph Smith fühlte sich persönlich mit Henoch verbunden – so sehr, dass er später in Offenbarungen gelegentlich das Pseudonym „Henoch“ verwendete. Kurz nach der Offenbarung in L&B 45 wurde ihm dann auch befohlen, nach Missouri zu reisen, um den Standort der künftigen Stadt Zion zu bestimmen (L&B 52:1–2). 

Der Hinweis auf Henoch in LuB 45:12–15 hat also eine tiefgreifende Bedeutung: Er aktiviert gewissermaßen den Henoch-Bund als gedanklichen Hintergrund für das, was der Herr in dieser Offenbarung weiter offenbart. Es ist eine Einladung an die Gläubigen, aktiv an der Erfüllung dieses Bundes mitzuwirken – durch das Leben nach den Prinzipien des Evangeliums, die Sammlung Israels und den Aufbau Zions in Vorbereitung auf die Wiederkunft Christi. 

Lehre und Bündnisse 45:16–23 

In den Versen 16 bis 23 von L&B 45 wechselt der Herr in eine besonders persönliche Perspektive: Er spricht als der auferstandene Christus und erinnert an ein früheres Gespräch mit seinen Jüngern, als er noch im Fleisch unter ihnen war – genauer gesagt an das Gespräch, das am Ölberg in der letzten Woche seines Lebens stattfand ( Matthäus 24, Markus 13, Lukas 21). Dort hatten die Jünger ihn gefragt, wann der Tempel zerstört werde und welche Zeichen seine Wiederkunft und das Ende der Welt begleiten würden. Diese sogenannte „Ölbergrede“ war eine bedeutende Prophezeiung über die Letzten Tage, die nun in L&B 45 durch göttliche Offenbarung erweitert und vertieft wird. 

Der Herr erklärt hier, dass er ihnen – und uns – offenbaren möchte, wie das „Zeitalter der Erlösung“ eintreten wird: ein zukünftiger Tag, an dem er in Herrlichkeit vom Himmel kommen wird, um die Verheißungen zu erfüllen, die er den Vätern gegeben hat. Diese Verheißungen umfassen insbesondere die Sammlung Israels und die Wiederherstellung alles dessen, was in früheren Zeitaltern verloren gegangen ist. Die Wiederkunft Christi ist somit nicht nur ein dramatisches Weltereignis, sondern die Erfüllung uralter göttlicher Zusagen an Patriarchen wie Abraham, Henoch und Jakob – und an alle, die an Christus glauben. 

Besonders bemerkenswert ist, dass Christus auch auf ein tiefes menschliches Empfinden eingeht: die Erfahrung der Trennung von Körper und Geist – den „langen Zustand der Gefangenschaft“, wie er es nennt (Vers 17). Er macht deutlich, dass seine Wiederkunft auch die große Befreiung und Wiedervereinigung sein wird: Die Erlösten werden wieder in ihrer vollen leiblichen Gestalt stehen, die Toten auferstehen, und das Reich Gottes auf Erden errichtet werden. Damit verknüpft sich die Wiederkunft Christi untrennbar mit der Auferstehung und dem Millennium, einer Ära des Friedens, der Gerechtigkeit und der vollkommenen Erfüllung göttlicher Verheißungen. 

Diese Verse leiten somit die große, göttliche Perspektive ein, aus der der Herr im weiteren Verlauf von LuB 45 die Zeichen der Letzten Tage, den Ablauf der Wiederkunft und die Vorbereitung auf Zion ausführlich beschreibt. Sie erinnern uns daran, dass die Wiederkunft Christi kein isoliertes Ereignis ist, sondern die Krönung einer langen Heilsgeschichte, in der die Gläubigen aller Zeitalter – von Henoch über Abraham bis zu uns heute – miteinander verbunden sind. 

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Dienstag, 6. Mai 2025

Zu einer Stunde, da ihr es nicht denkt, wird der Sommer vorbei sein

 

Zu einer Stunde, da ihr es nicht denkt, wird der Sommer vorbei sein
(Bild generiert mit ChatGPT)

“Und weiter, ich sage: Hört auf meine Stimme, damit euch nicht der Tod ereile; zu einer Stunde, da ihr es nicht denkt, wird der Sommer vorbei sein und die Ernte zu Ende, und eure Seele ist nicht errettet.” (Lehre und Bündnisse 45:2) 

Lehre und Bündnisse 45:1–5 

Hier spricht der Herr direkt zu den Mitgliedern seiner Kirche und ruft sie eindringlich dazu auf, seiner Stimme aufmerksam zu lauschen. Er stellt sich als der Schöpfer aller Dinge vor – derjenige, durch den Himmel und Erde, alles Leben und jede Existenz entstanden sind. Mit warnenden Worten erinnert er daran, dass das Leben vergänglich ist: Die Zeit der Umkehr ist begrenzt, und es besteht die Gefahr, dass die „Ernte“ – also die Zeit der Vorbereitung – vorüber ist, ehe die Seele errettet ist. 

Besonders tröstlich und tief bewegend ist die Darstellung Christi als Fürsprecher beim Vater. Er stellt sich vor den Vater und bittet um Gnade für jene, die an seinen Namen glauben. Dabei verweist er auf sein vollkommenes Leben, seinen unschuldigen Tod, sein vergossenes Blut – all dies bringt er dem Vater dar als Fürsprache für seine Brüder und Schwestern. Sein Ziel ist es, dass sie verschont bleiben und zu ihm kommen können, um ewiges Leben zu empfangen. 

Diese Verse lehren von der Dringlichkeit, dem Herrn zuzuhören und umzukehren, sowie von der tiefen Liebe und Fürsorge Jesu Christi, der unaufhörlich für uns beim Vater eintritt. 

L&B 45 gehört zu den umfassendsten Offenbarungen über die Zeichen der Zeit und das Ende der Welt. Doch bevor der Erretter seinen Jüngern Einzelheiten über diese dramatischen Ereignisse offenbart, lenkt er ihren Blick auf ein noch viel bedeutenderes Geschehen: sein erstes Kommen und sein Sühnopfer. Präsident Marion G. Romney betonte, dass das Sühnopfer des Erretters „der Mittelpunkt der Weltgeschichte“ sei – ohne es würde der gesamte Zweck der Schöpfung und unseres Daseins auf der Erde verfehlen. 

Obwohl es verständlich ist, dass wir uns auf die Herausforderungen der Letzten Tage konzentrieren und uns Gedanken machen, wie wir sie überstehen können, liegt die wahre Kraft zur Bewältigung dieser Zeit in der Wertschätzung und Annahme des sühnenden Christus. Wer den Erretter und sein Evangelium kennt, kann auch inmitten von Chaos und Umbruch inneren Frieden finden und hoffnungsvoll auf eine bessere Zukunft blicken – selbst wenn die Welt um ihn herum auseinanderzufallen scheint. 

Lehre und Bündnisse 45:6–10 

Hier richtet der Herr erneut einen dringenden Appell an das Volk seiner Kirche und besonders an die Ältesten: Sie sollen seine Stimme hören, solange es noch „heute“ heißt – also solange noch Zeit zur Umkehr bleibt – und ihre Herzen nicht verhärten. Es ist ein Aufruf zur geistigen Wachsamkeit und Demut. 

Er bekräftigt seine göttliche Identität als Alpha und Omega, als Ursprung und Ziel aller Dinge, als Licht und Leben der Welt. Dieses Licht leuchtet in der Finsternis, doch die Finsternis begreift es nicht – ein Hinweis darauf, dass viele sein göttliches Wirken nicht erkennen oder annehmen. 

Der Herr erinnert daran, dass er zwar zu seinem Volk gekommen ist, dieses ihn aber nicht empfangen hat. Dennoch verheißt er große Segnungen denen, die ihn annehmen und an seinen Namen glauben: die Macht, Wunder zu vollbringen, Kinder Gottes zu werden und ewiges Leben zu erlangen. 

Zudem offenbart er, dass er seinen immerwährenden Bund in die Welt gesandt hat – ein Licht für die Welt, ein Banner für sein Volk und ein Zeichen für alle Nationen. Dieser Bund soll den Weg für den Herrn bereiten, wie ein Bote, der seine Ankunft ankündigt. 

Die Einladung gipfelt in einem kraftvollen Versprechen: Wer zu ihm kommt, dem wird der Herr persönlich seine Beweggründe und Wahrheiten offenbaren – genauso wie er es einst den Männern in alten Tagen tat. So wird geistige Offenbarung jedem zuteil, der dem Herrn mit Glauben und offenem Herzen begegnet. 

In LuB 45 beschreibt der Herr seinen immerwährenden Bund als einen Boten und Maßstab, der die Menschen auf seine Wiederkunft vorbereitet. Dieser Bund – die Fülle seines Evangeliums – ist das Banner, zu dem sich in den Letzten Tagen alle Völker versammeln sollen (Jesaja 49:22). 

Wer zu Christus kommt, erhält die Kraft, ein Kind Gottes zu werden und ewiges Leben zu erlangen. Die Kirche Jesu Christi hat dabei den Auftrag, alle Menschen durch diesen Bund zu Christus einzuladen. Ihre Mitglieder sollen den Bund als Licht und Rufzeichen für die Welt hochhalten und Gottes Stimme hören, ohne ihre Herzen zu verhärten. Als Hüter des Bundes helfen sie aktiv mit, Israel zu sammeln und die Welt auf das Zweite Kommen vorzubereiten. 

Lehre und Bündnisse 45:11-15 

In diesen Versen lädt der Herr erneut alle ein, auf seine Stimme zu hören – diesmal mit dem besonderen Versprechen, ihnen seine Weisheit zu zeigen. Er verweist auf seine Identität als der Gott Henochs und seiner Brüder, die so gerecht lebten, dass sie mitsamt ihrer Stadt von der Erde genommen und zu ihm aufgenommen wurden. Diese Stadt wurde „aufgehoben“, das heißt, sie wurde bewahrt, bis der Tag der Rechtschaffenheit kommt – ein zukünftiger Tag, auf den alle heiligen Männer vergangener Zeiten gehofft haben. 

Doch diese Männer – obwohl sie nach diesem Tag trachteten – konnten ihn damals nicht erleben, weil die Welt durch Schlechtigkeit und Gräuel daran gehindert wurde. Dennoch erkannten sie, dass sie nur Fremde und Pilger auf der Erde waren – Menschen auf der Durchreise, die auf ein himmlisches Ziel ausgerichtet waren. Und sie empfingen die Verheißung, dass sie diesen Tag im Fleisch sehen würden – ein Hinweis auf die Auferstehung und die zukünftige Wiederkunft Christi. 

Der Abschnitt endet mit einem weiteren kraftvollen Versprechen: Der Herr wird den Gläubigen seine Gründe darlegen – seine Absichten und Wege – und zu ihnen sprechen und prophezeien wie zu den Männern in alten Tagen. Das bedeutet, dass Offenbarung, Prophezeiung und göttliche Führung heute ebenso möglich sind wie in früheren Zeiten – für alle, die bereit sind zu hören. 

In L&B 45 knüpft der Herr an die Offenbarungen über Henoch und die Stadt Zion an, die kurz zuvor in Mose 6–7 gegeben wurden. Es wird eine Verbindung zwischen der Zion von einst (Henochs Stadt, die in den Himmel aufgenommen wurde) und der modernen Zion (die Neue Jerusalem der Letzten Tage) hergestellt. Joseph Smith selbst identifizierte sich stark mit Henoch und wurde bald darauf beauftragt, den Ort für die neue Stadt Zion in Missouri zu bestimmen. 

Der Herr erklärt, dass bei seiner Wiederkunft Zion von oben (Henochs Stadt) und Zion von unten (die von den Heiligen errichtete Stadt) zusammengeführt werden. Diese Vereinigung leitet das tausendjährige Friedensreich ein. Die Anrufung Henochs erinnert an den Bund, den Gott mit ihm machte: In den Letzten Tagen würde Gott die Menschheit durch Wahrheit und Gerechtigkeit sammeln, um ein auserwähltes Volk vorzubereiten. Obwohl die Gerechten früherer Zeiten den Tag der Rechtschaffenheit nicht erlebten, wurde ihnen verheißen, dass sie ihn im Fleisch sehen würden – ein Hinweis auf die Auferstehung und die Erfüllung göttlicher Verheißungen. 

findechristus.org

Montag, 5. Mai 2025

Horcht auf, o ihr Volk meiner Kirche

 

Gott zuhören
(Bild generiert mit ChatGPT)

“Horcht auf, o ihr Volk meiner Kirche, denen das Reich gegeben worden ist; horcht auf und schenkt Gehör dem, der die Grundlage der Erde gelegt hat, der die Himmel und alle ihre Scharen gemacht hat und durch den alles gemacht worden ist, was lebt und sich regt und ein Dasein hat.” (Lehre und Bündnisse 45:1). 

  • Der Herr fordert sein Volk, dem Er Sein Königreich gegeben hat – so auch in L&B 45:1 – immer wieder zum Hören, Horchen und achtsamen Gehorsam auf. Diese wiederholte Aufforderung, wie sie auch im Eingang dieses Abschnitts erscheint („Horcht auf… horcht auf und schenkt Gehör“), ist ein charakteristisches Muster in göttlicher Kommunikation. Es zeigt, wie wichtig es dem Herrn ist, dass sein Volk seine Stimme erkennt und beachtet – gerade in Zeiten von Unsicherheit, Lärm und Irreführung. 

Der Aufruf zu hören richtet sich dabei nicht nur an das äußere Ohr, sondern an das innere Herz und den Willen. Der Herr ruft uns auf, aufmerksam zu sein, geistig wachsam und bereit, seine Worte nicht nur zu empfangen, sondern auch danach zu handeln. In L&B 45:1 spricht er seine Kirche direkt an – also diejenigen, die bereits ein Bündnisvolk sind – und erinnert sie daran, wer er ist: der Schöpfer von allem, was lebt, derjenige, durch den alles Existierende entstanden ist. Diese Erinnerung an seine Macht und seine Rolle als Schöpfer soll das Vertrauen der Heiligen stärken und ihnen helfen, seinen Worten besonderes Gewicht beizumessen. 

Kurz gesagt: Der Herr ruft sein Volk dazu auf, ihm aufmerksam zuzuhören, ihm Vertrauen zu schenken und seiner Stimme zu folgen. Diese Einladung zieht sich durch die gesamte Heilige Schrift und ist Ausdruck seines Wunsches, uns zu führen, zu trösten und zu retten – aber eben nur, wenn wir bereit sind, wirklich zu „horchen“. So leitet der Herr seine Offenbarungen der Neuzeit auch mit dieser Aufforderung ein: “Horcht auf, o ihr Volk meiner Kirche” (L&B 1:1). 

Geschichtlicher Hintergrund zu Lehre und Bündnisse 45 

Diese Offenbarung ist ein wunderschöner Abschnitt, voller unglaublicher Prophezeiungen, Versprechen und Offenbarungen für uns. Sie entstand in einem bewegten und kritischen Moment der frühen Kirchengeschichte, als die neu gegründete Kirche bereits mit heftiger Opposition und Verleumdungen in den Medien konfrontiert war. Bereits kurz nach der Wiederherstellung der Kirche im Jahre 1830 machte sich Joseph Smith daran, seine frisch erhaltene King-James-Bibel – die er in Egbert Grandins Buchhandlung in Palmyra, New York, erworben hatte – zu überarbeiten. Diese Arbeit an einer neuen Übersetzung der Bibel war eng verknüpft mit weiteren Offenbarungen, die ihm im Zuge der Revision des Alten Testaments zuflossen. So wurde unter anderem das Buch Moses empfangen, das bedeutende Details über die idealisierte Gemeinschaft Henochs enthält, in der Armut überwunden war und Eintracht herrschte. 

Im März 1831, inmitten dieser intensiven Arbeitsphase und angesichts zunehmend verbreiteter falscher Berichte, die das Evangelium diskreditieren sollten, empfing Joseph Smith die Offenbarung, die als Abschnitt 45 in den Lehren und Bündnissen überliefert wurde. Diese Offenbarung ist insofern bemerkenswert, als dass sie einen direkten Kommentar zum sogenannten Olivetdiskurs *) Jesu darstellt – einem der komplexesten und zugleich umstrittensten Abschnitte der neutestamentlichen Schriften, wie sie in Matthäus 24, Markus 13 und Lukas 21 überliefert sind. Bemerkenswerterweise ist es nicht ein menschlicher Kommentator, der diesen Diskurs interpretiert, sondern der Heiland selbst – eine Tatsache, die Abschnitt 45 zu einem unvergleichlichen Zeugnis macht, da hier der Erlöser seine Worte und Absichten gegenüber seinen Jüngern erläutert. 

*) Der Olivetdiskurs (die Ölbergrede, oder Endzeitrede) in Matthäus 24 ist eine bedeutende Rede Jesu, die er auf dem Ölberg hielt. Sie wird auch als Endzeitrede bezeichnet und behandelt die Zeichen des kommenden Gerichts, die Wiederkunft Christi und die Notwendigkeit der Wachsamkeit. 

Als Antwort seiner Jünger auf vier Fragen an ihn (1. Wann findet die Zerstörung des Tempels statt?, 2. Welche Zeichen deuten diese an? – Ereignisse nach dem ersten Kommen Jesu, 3. Was ist das Zeichen Deiner Wiederkunft?, und 4. Welches sind die Zeichen der Endzeit? – Ereignisse vor dem Zweiten Kommen Jesu) spricht Jesus über kommende Kriege, Hungersnöte, Verfolgungen und die Gefahr falscher Propheten. Er betont, dass viele vom Glauben abfallen werden, aber wer standhaft bleibt, wird gerettet. Besonders wichtig ist die Warnung vor der „Greuel der Verwüstung“, die als Zeichen großer Drangsal verstanden wird. 

Diese Rede ist nicht nur eine Prophezeiung über die Zerstörung Jerusalems (die sich 70 n. Chr. erfüllte), sondern auch eine eschatologische Botschaft über das Ende der Zeiten und die Wiederkunft Christi. Sie fordert die Gläubigen auf, wachsam und bereit zu sein, da niemand den genauen Zeitpunkt kennt. 

Interessanterweise gibt es in L&B 45 eine Offenbarung, die als göttlicher Kommentar zum Olivetdiskurs verstanden wird. Sie verbindet die Zeit Jesu mit der Wiederherstellung des Evangeliums und betont, dass trotz aller Widrigkeiten die Verheißungen Christi erfüllt werden. 

Durch diesen himmlischen Kommentar wird eine Brücke gespannt zwischen dem Alten Testament, dem Neuen Testament und der fortlaufenden Wiederherstellung des Evangeliums in der modernen Zeit. Der Heiland, der hier als „Gott Henochs“ in Erscheinung tritt, verknüpft die Zeit des vorbildlichen Henochs, in der seine Volksgemeinschaft in Eintracht und sozialer Harmonie lebte (Mose 7 in der Köstlichen Perle), mit der Zeit seiner eigenen Jünger und der letzten Tage. Diese Verbindung hat vor allem dann Bedeutung, wenn man den Kontext bedenkt, in dem die Offenbarung empfangen wurde: Während Joseph Smith noch an der Übersetzung des Alten Testaments arbeitete, gab ihm der Herr den Auftrag, sich stattdessen dem Neuen Testament zuzuwenden (siehe Joseph Smiths Übersetzung der Bibel Abschnitt 45) – denn die Worte Jesu, die er selbst am Ölberg geäußert hatte, sollten fortan in ihrem Licht interpretiert werden. 

Die Offenbarung versorgt die Gläubigen mit einer Botschaft der Hoffnung und des Trostes angesichts widriger Umstände. Sie erklärt, dass trotz der bevorstehenden Widrigkeiten – dargestellt in Form von Gewalt, übergreifender Bosheit und Naturkatastrophen – die Verheißungen Christi unfehlbar erfüllt werden. Dabei wird ausdrücklich klargestellt, dass die scheinbar chaotische und von Unheil geprägte Welt einem göttlichen Plan unterliegt, der schlussendlich in der Errichtung von Zion, einer neuen heiligen Stadt des Friedens und der Zuflucht, gipfeln wird (lies hierzu gerne “Zion durch Einigkeit errichten”). Diese Vision überzeugte und trug dazu bei, dass selbst in Zeiten äußerster Bedrängnis, wie sie zum Beispiel in den negativen Medienberichten jener Zeit thematisiert wurden, die Gläubigen den festen Glauben an die baldige Erfüllung der himmlischen Verheißungen behielten. 

Zusammengefasst bietet L&B 45 einen tiefgründigen Kontext, der weit über eine rein historische Betrachtung hinausgeht. Die Offenbarung liefert nicht nur einen theologisch fundierten Kommentar zur Ölbergrede, sondern stellt auch eine fortlaufende Verbindung her zwischen der idealisierten Gemeinschaft Henochs, den Lehren Jesu und dem Ziel der Wiederherstellung einer gerechten, zukunftsorientierten Gesellschaft. In dieser Weise schafft Abschnitt 45 ein kohärentes Bild, in dem vergangene, gegenwärtige und zukünftige Ereignisse in einem göttlichen Gesamtplan zusammenlaufen – ein Plan, der den Gläubigen in turbulenten Zeiten, in denen sie sich fragten, ist dies die prophezeite Endzeit, Optimismus und Gewissheit schenkt. 

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Samstag, 3. Mai 2025

Ihr müsst die Armen und die Bedürftigen besuchen

 

(Bild: Quelle)

“Siehe, ich sage euch: Ihr müsst die Armen und die Bedürftigen besuchen und ihnen Hilfe zuteilwerden lassen, damit sie erhalten bleiben, bis alles gemäß meinem Gesetz geschehen kann, das ihr empfangen habt. Amen.” (Lehre und Bündnisse 44:6). 

  • LuB 44:6 bringt die christliche Verantwortung in einer modernen Welt auf den Punkt: sich kümmern, lindern, ordnen – mit Herz und mit Handlung. Dieser Vers kann als Leitgedanke für persönliches Jüngertum wie auch für kirchliches Engagement im 21. Jahrhundert stehen. 

Historie zu Lehre und Bündnisse 44 

Die Offenbarung in L&B 44 wurde Ende Februar 1831 empfangen, kurz nachdem Joseph Smith auf Geheiß des Herrn (L&B 37 und 38) nach Kirtland, Ohio, umgezogen war. Sie steht im Zusammenhang mit einer intensiven Zeit des Wachstums, aber auch der Herausforderungen für die junge Kirche. Der Herr gebot in dieser Offenbarung, dass sich die Ältesten der Kirche „versammeln“ sollten, um eine Konferenz abzuhalten. Diese Anweisung war eng mit organisatorischen, geistlichen und gesetzlichen Anliegen verbunden. 

Zu diesem Zeitpunkt war die Kirche in Ohio stark gewachsen, doch es herrschte Unordnung unter den Gläubigen, und der Widersacher suchte, die Arbeit zu behindern. Joseph Smith schrieb an seinen Bruder Hyrum, dass er damit beschäftigt gewesen sei, „die Kirchen hier zu ordnen, da die Jünger zahlreich sind und der Teufel viele Versuche unternommen hat, sie zu stürzen.“ In einem weiteren Brief an Martin Harris bat er dringlich darum, die Ältesten, die entbehrt werden konnten, nach Kirtland zu schicken – dies „auf Gebot des Herrn“, weil „er eine große Arbeit für sie hat.“ 

Die Offenbarung in Abschnitt 44 diente somit als geistige Grundlage für dieses Gebot. Der Herr erklärte darin, dass es „zweckmäßig“ sei, die Ältesten zu versammeln – ein Begriff, den er häufig verwendet, um auf etwas hinzuweisen, das notwendig ist, um seine Absichten zu erfüllen. In diesem Fall sollten die versammelten Ältesten, wenn sie gläubig waren, mit dem Geist erfüllt werden. Dadurch würden sie machtvolle Prediger der Umkehr, was wiederum zur Bekehrung vieler Menschen führen sollte. Die daraus entstehende Stärke der Kirche würde es ermöglichen, sich rechtlich korrekt zu organisieren – sowohl nach weltlichem Gesetz als auch nach dem Gesetz der Weihe. 

Diese Offenbarung hatte auch einen sehr praktischen Hintergrund: Nach dem Gesetz des Bundesstaates Ohio mussten mindestens zwanzig Mitglieder einer Kirche anwesend sein, um offizielle Amtsträger zu wählen und den Status der Kirche beim Bezirkssekretär eintragen zu lassen. Nur so konnte die Kirche rechtlich anerkannt werden und Eigentum besitzen. In dieser Zeit nahm auch der Widerstand gegen die Kirche zu – unter anderem durch Gegner wie Eber Howe und Grandison Newell, die wirtschaftlich, öffentlich und juristisch gegen die Kirche vorgingen. Der Herr bereitete durch diese Offenbarung die Mitglieder also nicht nur geistlich, sondern auch rechtlich und organisatorisch auf diese Herausforderungen vor. 

Neben der Organisation legt der Herr in L&B 44 auch Wert auf tätige Nächstenliebe. Er fordert die Mitglieder auf, sich um die Armen und Bedürftigen zu kümmern und ihnen Hilfe zu leisten (Vers 6). Auch dies war ein Teil der Vorbereitung auf das Gesetz der Weihe, das in den darauffolgenden Monaten zunehmend im Mittelpunkt stand. 

Die konkrete Umsetzung des Gebots erfolgte möglicherweise in einer besonderen Versammlung der Ältesten am 9. April 1831, wahrscheinlicher aber bei der Konferenz vom 6. Juni 1831. In seiner späteren Kirchengeschichte verband Joseph Smith diese Offenbarung direkt mit dieser Juni-Konferenz, in der er und andere das Hohe Priestertum empfingen – ein weiterer bedeutsamer Schritt in der Entwicklung der Kirche. 

Damit war die Konferenz, zu der der Herr in LuB 44 aufrief, nicht nur die erste Generalkonferenz in Kirtland, sondern ein entscheidender Meilenstein im Aufbau der Kirche – geistlich, organisatorisch und rechtlich. 

Seit der Zeit von LuB 44 hat sich die Abhaltung von Generalkonferenzen zu einem festen und zentralen Bestandteil im Leben der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage entwickelt. 

Entwicklung und Praxis der Generalkonferenzen: 

1. Frühzeit der Kirche (1830er Jahre): 
Die ersten Konferenzen fanden noch in eher kleinem Rahmen statt. Sie dienten vor allem der Organisation der Kirche, der Ordination von Priestertumsführern und der Besprechung von Offenbarungen und Missionsfragen. Die in LuB 44 gebotene Konferenz war beispielsweise die vierte Generalkonferenz überhaupt und die erste in Kirtland, Ohio. 

2. Regelmäßigkeit: 
Im Lauf der Zeit wurde es zur Praxis, regelmäßig Generalkonferenzen durchzuführen. Seit dem späten 19. Jahrhundert werden sie halbjährlich abgehalten – jeweils am ersten Wochenende im April und im Oktober. 

3. Ort: 
Seit der Fertigstellung des Tabernakels in Salt Lake City im Jahr 1867 fanden die Konferenzen dort statt. Seit 2000 ist das moderne Konferenzzentrum in Salt Lake City der Hauptversammlungsort – mit Platz für etwa 21.000 Besucher. 

4. Ziel und Inhalt: 
Generalkonferenzen dienen der gesamten Kirche zur geistlichen Stärkung, Unterweisung und Führung. Die Erste Präsidentschaft, das Kollegium der Zwölf Apostel und andere Generalautoritäten sowie Generalbeamte sprechen zu den Mitgliedern weltweit. Die Themen reichen von Evangeliumsgrundsätzen, aktueller Offenbarung und Zeugnis bis hin zu gesellschaftlichen und familiären Fragen. 

5. Technologische Entwicklung: 
Mit der weltweiten Ausbreitung der Kirche wurde auch die Übertragung der Konferenzen zunehmend wichtiger. Heute werden die Konferenzen live per Satellit, Fernsehen, Radio und Internet in mehr als 90 Sprachen ausgestrahlt – ein eindrucksvolles Zeugnis der Heimzentrierung und globalen Einheit der Kirche. 

6. Rolle für die Mitglieder: 
Für Mitglieder weltweit sind Generalkonferenzen geistige Höhepunkte. Viele bereiten sich bewusst darauf vor, vergleichen die Ansprachen mit persönlichem oder familiärem Schriftstudium und setzen die erhaltenen Anweisungen und Eingebungen im Alltag um. In der modernen Kirche ist die Generalkonferenz daher sowohl geistliches Ereignis als auch ein Instrument der kontinuierlichen Offenbarung und Führung. 

Kurz gesagt: Was mit einem Gebot zur Versammlung von Ältesten in Lehre und Bündnisse 44 begann, hat sich zu einer lebendigen Tradition der Offenbarung und weltweiten Gemeinschaft entwickelt – in der Christus durch lebende Propheten spricht. 

findechristus.org

Freitag, 2. Mai 2025

Es ist kein anderer für euch bestimmt

 

Die Hauptwurzel steht für Offenbarung an die Kirche, die feinen Wurzeln für persönliche Führung jedes Einzelnen – alles genährt von derselben göttlichen Quelle. 
(Bild generiert mit ChatGPT)

“Und dies sollt ihr ganz sicher wissen: Es ist kein anderer für euch bestimmt, Gebote und Offenbarungen zu empfangen, bis er hinweggenommen werden wird, sofern er in mir verbleibt.” (Lehre und Bündnisse 43:3). 

Historie zu Lehre und Bündnisse 43:1-35 

Die Offenbarung in L&B 43 entstand im Februar 1831, kurz nachdem Joseph Smith in Kirtland, Ohio, eingetroffen war. Zu diesem Zeitpunkt war die Gemeinde dort noch jung, unerfahren und ohne feste Führung, da die missionarischen Pioniere wie Oliver Cowdery bereits weitergezogen waren und andere Führungspersönlichkeiten wie Sidney Rigdon erst Joseph Smith in New York aufgesucht hatten. In dieser Lage fehlte es den Neubekehrten an Ordnung und Klarheit, wodurch es zu spirituellen Übertreibungen und Verwirrung kam. Berichte schildern, dass einige Mitglieder angaben, Engel hätten ihnen Schriften gezeigt – auf der Bibel, auf Pergament, das durch die Luft flog, oder sogar auf ihren Händen. Andere verloren angeblich ihre Kraft oder glitten auf dem Boden umher. John Whitmer, der zu dieser Zeit als Kirchenhistoriker tätig war, hielt fest, dass solche Phänomene der Sache des Evangeliums schadeten. 

Inmitten dieser chaotischen Zustände trat eine Frau auf, die nur als „Frau Hubble“ bekannt ist – vermutlich Laura Fuller Hubble oder Louisa Hubbell. Sie behauptete, Prophetin zu sein, habe zahlreiche Offenbarungen empfangen, bekenne sich zur Wahrheit des Buches Mormon und sei berufen, die Kirche zu lehren. Sie trat mit großem Ernst auf und überzeugte einige Mitglieder. Doch andere, die die Gabe der Unterscheidung besaßen, erkannten die Unwahrheit ihrer Aussagen. Die Situation erinnerte stark an die frühere Kontroverse um Hiram Page, der ebenfalls behauptete, Offenbarungen für die Kirche zu empfangen (LuB 28). 

Joseph Smith sah sich durch diese Entwicklungen veranlasst, den Herrn um Rat zu fragen. Die Antwort war die Offenbarung in L&B 43. Diese stellte klar, dass nur Joseph Smith – oder jemand, der von ihm autorisiert ist – Offenbarungen und Gebote für die gesamte Kirche empfangen könne. Persönliche Offenbarungen wurden dadurch nicht ausgeschlossen oder abgewertet; vielmehr wurde eine Ordnung geschaffen, die zwischen persönlichen Inspirationen und kirchenweiten Offenbarungen unterscheidet. Jeder Heilige kann durch den Geist Gottes Erkenntnisse empfangen und Lehren hervorbringen, wie man die Gebote Gottes befolgen soll. Doch diese Lehren dürfen nicht mit den verbindlichen Offenbarungen verwechselt werden, die durch den berufenen Propheten kommen. 

Diese Klarstellung war notwendig, um die Mitglieder vor Täuschung zu schützen und sie zu lehren, „zu unterscheiden“, wie John Whitmer es ausdrückte. Die Offenbarung führte zu mehr Einheit und Verständnis unter den Gläubigen. Sie erkannte sowohl die Wirklichkeit geistiger Gaben an als auch die Notwendigkeit einer geordneten Struktur innerhalb der Kirche. Zugleich weist der Text über seine unmittelbare Situation hinaus: Er ist in seinem Aufbau fast poetisch und enthält deutliche Hinweise auf die Wiederkunft Christi – er ist somit auch ein eschatologischer Text, der sich mit den letzten Dingen beschäftigt. 

In der Gesamtschau zeigt sich, dass L&B 43 in einer kritischen Übergangszeit gegeben wurde, in der die junge Kirche wuchs, aber auch mit Unsicherheit und geistiger Verwirrung rang. Die Offenbarung diente nicht nur der Berichtigung eines konkreten Problems, sondern legte auch wichtige Grundsätze fest, die bis heute für das Verständnis von Offenbarung und kirchlicher Ordnung relevant sind. 

Lehre und Bündnisse 43:1–7 

In den ersten Versen bekräftigt der Herr, dass in seiner Kirche zwar jedes würdige Mitglied persönliche Offenbarung empfangen kann, jedoch verbindliche Offenbarung für die gesamte Kirche nur innerhalb bestimmter geistiger Zuständigkeiten gegeben wird. Joseph Smith wird erneut als einziger autorisierter Empfänger göttlicher Gebote und Offenbarungen für die Kirche bestätigt. Diese Klarstellung war nötig, weil neue Mitglieder – wie einst im Fall von Hiram Page und jetzt erneut mit einer Frau namens Hubble – meinten, Offenbarungen für die Gesamtkirche empfangen zu haben. Joseph Smith betonte später in einem ähnlichen Fall (Jane Sherwood), dass persönliche Offenbarungen niemals die Autorität derjenigen übersteigen dürften, denen kirchliche Führungsverantwortung übertragen wurde. Diese Prinzipien gelten bis heute: Offenbarung ist jedem verheißen, doch sie muss innerhalb der geistigen Zuständigkeit und durch die rechtmäßigen Träger der Schlüssel erfolgen. 

Lehre und Bündnisse 43:8–14 

In diesen Versen spricht der Herr über die Bedeutung des regelmäßigen Zusammenkommens der Heiligen. Wie schon im Buch Mormon beschrieben, sollen die Mitglieder sich oft versammeln, um zu beten, zu fasten, einander zu unterweisen und das Abendmahl zu nehmen. Solche Zusammenkünfte stärken die Gemeinschaft der Gläubigen und bieten Gelegenheiten, das Evangelium aktiv anzuwenden. Während die persönliche Beziehung zu Gott grundlegend bleibt, entsteht in der Gemeinschaft ein Raum, in dem man durch gegenseitiges Dienen, Vergeben und gemeinsames Lernen im Glauben wächst. Wie Elder Christofferson erklärte, erleben die Mitglieder in der Kirche nicht nur Lehre, sondern auch deren praktische Umsetzung im alltäglichen Leben. 

Lehre und Bündnisse 43:15–22 

Hier wird das Lehramt der Ältesten und Missionare der Kirche angesprochen. Der Herr beauftragt sie, das Evangelium zu verkünden, und warnt davor, sich von ihrer Aufgabe durch Streitgespräche oder Diskussionen ablenken zu lassen. Wer zum Lehren berufen ist, soll seine Stimme erheben und die Botschaft des wiederhergestellten Evangeliums klar und bestimmt weitergeben – nicht als Debattierer, sondern als Zeuge. Der Zweck der Mission ist es nicht, Diskussionen zu gewinnen, sondern die Wahrheit zu verkünden. Die Reaktion der Zuhörenden liegt nicht in der Verantwortung des Lehrenden. Der Herr erwartet von seinen Dienern, dass sie ihre Aufgabe gewissenhaft erfüllen und das Ergebnis in seine Hände legen. 

Lehre und Bündnisse 43:23–28 

In diesem Abschnitt betont der Herr, dass die Verkündigung seiner Botschaft auch eine ernste Warnung ist. Er ruft die Welt durch seine Diener, durch Engel und durch die zunehmenden Naturkatastrophen der letzten Tage zur Umkehr. Solche Katastrophen können einerseits als Zeichen des Gerichts gedeutet werden, andererseits öffnen sie auch Türen für Barmherzigkeit, Demut und geistige Umkehr. Präsident Hinckley erwähnte im Zusammenhang mit Hurrikan Katrina die immense Not, aber auch die große Hilfsbereitschaft, insbesondere durch christliche Kirchen. Obwohl er betonte, dass die Katastrophe kein göttliches Strafgericht sei, erinnerte er dennoch daran, dass die Heiligen Schriften vor künftigen Ereignissen dieser Art warnen – nicht nur als Warnung, sondern auch als Gelegenheit, das Evangelium durch liebevollen Dienst zu verbreiten. 

Lehre und Bündnisse 43:29–35 

Zum Schluss der Offenbarung richtet sich der Blick auf die Wiederkunft Christi und das Tausendjährige Friedensreich. Der Herr verheißt eine Zeit, in der Christus persönlich auf Erden herrschen wird – eine zentrale Glaubensüberzeugung der Heiligen der Letzten Tage. Diese Verheißung ist keine Metapher, sondern eine konkrete Erwartung. Wenn der Herr die Zügel der Weltregierung in die Hand nimmt, wird Gerechtigkeit herrschen, Chaos wird verschwinden und es wird keine Kriege mehr geben. Die Kirche hat immer gelehrt, dass der Friede Christi nicht nur in der Zukunft, sondern schon heute im persönlichen Leben erfahrbar ist – doch die endgültige Ordnung und Gerechtigkeit wird durch Christi wörtliche Wiederkunft auf der Erde Wirklichkeit werden. 

findechristus.org

Donnerstag, 1. Mai 2025

Damit du die Geheimnisse und das Friedfertige erkennen mögest

 

(Bild: Quelle)

“Wenn du bittest, wirst du Offenbarung um Offenbarung, Erkenntnis um Erkenntnis empfangen, damit du die Geheimnisse und das Friedfertige erkennen mögest – das, was Freude bringt, das, was ewiges Leben bringt.” (Lehre und Bündnisse 42:61). 

  • Dieser Vers ist zeitlos – er gibt Orientierung für persönliches Wachstum, für Entscheidungen im Alltag, für den Dienst in der Kirche und für unser Zusammenleben mit anderen. In einer lauten und schnellen Welt ist er ein klarer Aufruf zur geistigen Zentrierung auf das Wesentliche. 
     
    Die Quelle unseres Handelns: Wir bitten Gott. 
    Die Folge: Wir erhalten fortlaufend göttliche Führung. 
    Das Ziel: Erkenntnis, Frieden, Freude und letztlich ewiges Leben. 

Lehre und Bündnisse 42:43-60 

Die Prinzipien aus L&B 42:43–60 sind nicht nur für die damalige Zeit relevant, sondern bieten auch heute wertvolle Lehren und Anwendungen für die Mitglieder der Kirche und für alle, die im Geist des Evangeliums leben möchten. 

1. Glaube und Heilung L&B 42:43,44,48 

Der Herr lehrt, dass körperliche Heilung durch Glauben und Priestertumssegnungen geschehen kann (Verse 43–44, 48). Wer krank ist, soll geistliche Hilfe durch einen Ältesten der Kirche empfangen. Gleichzeitig wird anerkannt, dass nicht jede Heilung der Wille Gottes ist – wer Glauben hat, wird gesund gemacht, „wenn er nicht dem Tod übergeben ist“ (V. 48). Diese nüchterne, aber hoffnungsvolle Sicht verbindet Glauben mit göttlicher Weisheit. 

2. Die Verantwortung der Gemeinschaft L&B 42:44-45 

Die Kirche ist nicht nur eine geistliche, sondern auch eine tragende Gemeinschaft. Die Verantwortung für Kranke und Bedürftige liegt nicht allein bei Einzelpersonen, sondern auch bei der Gemeinde als Ganzem. Die Gläubigen sollen mit Fasten und mächtigem Gebet für andere eintreten (V. 45), und die Ältesten sollen nicht müde werden, die Kranken immer wieder zu segnen (V. 44). Diese Fürsorge zeigt gelebte Nächstenliebe. 

3. Gegenseitige Hilfe und Wohltätigkeit L&B 42:53,55 

Die Heiligen werden aufgerufen, ihre Ressourcen für das Wohl aller zu teilen. Eigentum wird dem Bischof geweiht, um die Armen und Bedürftigen zu versorgen (V. 53). Besonders eindringlich ist der Tadel gegenüber denen, die reich sind und nicht ausreichend helfen – sie werden „nicht als Jünger“ Jesu Christi angesehen (V. 55). Diese Verse stellen klar, dass materielle Hilfe ein Ausdruck wahren Jüngertums ist. 

4. Wert von Hingabe und Altruismus L&B 42:56-57,60 

Altruistisches Handeln soll aus einem reinen Herzen kommen. Wer gibt, ohne sich selbst zu erhöhen, wird von Gott belohnt (V. 56). Doch wer sich selbst dafür rühmt, hat „seinen Lohn schon empfangen“ (V. 57). Die wahren Belohnungen liegen nicht im äußeren Lob, sondern im „Leben der Seele“ (V. 60). Diese Haltung richtet unseren Blick auf das stille, aufrichtige Dienen.  

5. Die Rolle der geistlichen Führung L&B 42:52,53 

Führungsämter in der Kirche tragen eine wichtige Verantwortung im Dienst an Bedürftigen. Die Ältesten und der Bischof sorgen dafür, dass das geweihte Eigentum sinnvoll und gerecht verteilt wird (V. 52–53). Geistliche Leitung bedeutet hier nicht nur Belehrung, sondern auch Verwaltung zum Wohl der ganzen Gemeinschaft. 

6. Selbstfürsorge und Eigenverantwortung L&B 42:43,47 

Glaube bedeutet nicht, dass natürliche Mittel ignoriert werden sollen. Wer krank ist, „soll ein Mittel nehmen, das aus der Erde bereitet ist“ (V. 43), also das nutzen, was Gott durch die Natur gegeben hat. Gleichzeitig sollen Kranke Geduld und Vertrauen aufbringen, wenn Heilung nicht sofort eintritt (V. 47). Diese Verse betonen, dass wir sowohl geistlich als auch praktisch verantwortlich für unsere Gesundheit sind. 

Lehre und Bündnisse 42:61-93 

Die Verse vermitteln wichtige Lehren über Offenbarung, Weisheit, kirchliche Disziplin und den Umgang mit Ehe und Sünde. Hier sind die Hauptpunkte und ihre Anwendung: 

  1. Offenbarung und Weisheit (Verse 61–63): Wer um Weisheit bittet, empfängt von Gott Führung und Erkenntnis. Diese Lehre erinnert uns daran, dass wir göttliche Hilfe suchen sollten, um Entscheidungen zu treffen und die Wahrheit zu erkennen. In einer komplexen Welt ist es entscheidend, regelmäßig nach Führung zu fragen. 
  1. Geheimnisse des Reiches (Verse 64–65): Den Gläubigen werden die Geheimnisse Gottes offenbart, die der Welt verborgen bleiben. Dies zeigt, dass wir durch Glauben und Offenbarung tiefere Einsichten gewinnen können, die uns helfen, in einer verwirrten Welt klar zu sehen. 
  1. Göttliche Weisheit und Bitten (Verse 68–69): Wer Weisheit sucht, soll zu Gott kommen, der großzügig hilft. In einer Zeit von Unsicherheit und Herausforderungen ist es wichtig, um Führung zu bitten, um weise Entscheidungen zu treffen. 
  1. Gemeinsame Verantwortung in der Kirche (Verse 70–73): Alle Mitglieder sind verantwortlich, die Kirche zu unterstützen, und sollen dabei gerecht entlohnt werden. Dies lehrt uns, dass wir aktiv zur Gemeinschaft beitragen sollen, sei es durch Geben oder durch geistliche Hilfe. 
  1. Ehe und Reinheit (Verse 74–77): Ehebruch und Untreue sind schwerwiegende Sünden, aber Umkehr und Vergebung ist auch für den Übeltäter möglich. Diese Verse betonen die Heiligkeit der Ehe und die Bedeutung von Treue. 
  1. Kirchliche Disziplin und Umkehr (Verse 78–93): Sünden sollen nach den Geboten Gottes und mit Liebe behandelt werden. Dies gilt besonders für schwerwiegende Sünden. Es wird auch betont, dass private Konflikte zunächst privat geklärt werden sollten, bevor sie öffentlich gemacht werden. 

Anwendung: Wir sind aufgerufen, in einer Welt voller Herausforderungen um göttliche Führung zu bitten, die Ehe zu schätzen und Verantwortung innerhalb der Kirche zu übernehmen. Gleichzeitig sollten wir mit Gerechtigkeit und Liebe in der kirchlichen Disziplin handeln und uns bemühen, Konflikte in Frieden zu lösen. 

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