Dienstag, 16. Mai 2023

Bei einem sündigen Manne ist er eingekehrt

 

Jesus und der Oberzöllner Zachäus 
(Bild: Quelle)

„Und alle, die es sahen, murrten laut und sagten: „Bei einem sündigen Manne ist er eingekehrt, um bei ihm zu herbergen.” (Lukas 19:7). 

Bevor Jesus sich aufmacht, in Jerusalem Einzug zu halten, lesen wir noch über eine weitere Begebenheit in Jericho, aus der die Wichtigkeit der Familie für Jesus erkennbar ist. Ausgerechnet bei einem Oberzöllner wollte Jesus noch Zeit am Freitagnachmittag mit dessen Familie und Freunden verbringen. Diese Begebenheit mit dem reichen Oberzöllner Zachäus wird uns nur von Lukas berichtet (Lukas 19:1-10). 

Wir müssen uns vorstellen, dass Jericho gerade von unzähligen Pilgern nach Jerusalem durchquert wurde, und so eine Ruhepause in einem Haus sehr angenehm wäre. Zachäus wohnte in Jericho und hatte das Bedürfnis, Jesus kennenzulernen. Da er klein war und die Menschen sich drängten – stell dir ein Volksfest vor –, stieg er auf einen Maulbeerfeigenbaum, um einen Blick auf Jesus werfen zu können. Als Jesus nun vorbeikam, rief dieser ihm zu, er solle herabsteigen, denn er wolle bei ihm einkehren. Wie wir wissen, hatten Zöllner bei Juden einen sehr schlechten Ruf, und so verwundert es nicht, dass diejenigen, die dieses Ereignis mitbekamen, gegen Jesus murrten. 

Dass sie damit Zachäus Unrecht taten, ergibt sich aus der Tatsache, dass er dem Herrn versprach: „Siehe, Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben und wenn ich jemand in etwas übervorteilt habe, will ich es ihm vierfach ersetzen!” (Lukas 19:8). 

Ich lerne, ich bin geneigt, mit Menschen, die nicht den besten Ruf haben, keinen Kontakt zu pflegen. Jesus schließt hingegen niemanden aus. Wenn ich bereit bin, meine Fehler wiedergutzumachen, vergibt mir der Herr. Wie Zachäus, will ich bereit sein, Jesus in mein Herz zu lassen. Eine Begegnung mit ihm kann mein Leben verändern. Die Mittel, die der Herr mir zur Verfügung stellt, muss ich auch großzügig für jene einsetzen, die besonders bedürftig sind. 

Als Nächstes erzählt der Herr noch das Gleichnis von den anvertrauten Pfunden (Lukas 19:11-27). Dieses Gleichnis handelt von einem Mann von edler Herkunft, der in ein fernes Land reiste, um ein Königtum zu erlangen und dann zurückzukehren. Er gab zehn seiner Knechte jeweils ein Pfund (ein Pfund entsprach etwa dem Lohn für 16 Arbeitstage) und sagte ihnen, sie sollten damit handeln, bis er zurückkehre. 

Als er zurückkehrte, nachdem er das Königtum erlangt hatte, ließ er die Knechte zu sich rufen, um zu erfahren, was sie mit dem Geld gemacht hatten. Der erste Knecht hatte zehn Pfund verdient und wurde dafür belohnt. Der zweite hatte fünf Pfund verdient und wurde ebenfalls belohnt. Der dritte Knecht hatte das Geld jedoch in einem Tuch verwahrt und nichts damit verdient. Ihm wurde sein Pfund genommen und dem Ersten dazugegeben (Lukas 19:24). 

Dieses Gleichnis beinhaltet auch eine Vorschau, auf das, was Jesus direkt bevorsteht. Dass der Edelmann in ein fernes Land reiste, um König zu werden, deutet auf den triumphalen Einzug Jesu in die Heilige Stadt inmitten der Menge hin, die ihn als König begrüßt. Dann gibt es jene, die ihn nicht als König haben wollen, dies deutet auf die Pharisäer hin, die versuchen werden, die Menge davon abzuhalten, Jesus zu preisen (Lukas 19:37-39). 

Ich lerne, mit dem, was mir anvertraut wird, muss ich verantwortungsbewusst umgehen. Ich bin für meine Handlungen verantwortlich, werde belohnt oder bestraft, je nachdem, wie ich mit dem umgehe, was mir anvertraut wurde. Das Gleichnis kann ich auch als eine Aufforderung verstehen, meine Talente und Fähigkeiten für andere zu nutzen, anstatt sie zu verstecken. Es ermutigt mich, aktiv zu sein und das Beste aus dem zu machen, was mir der Herr anvertraut hat. 

Welche Lehren ziehst du aus diese Begebenheiten? 

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Montag, 15. Mai 2023

Da nahm Maria ein Pfund kostbare Nardensalbe, salbte Jesus die Füße

 

Maria salbt Jesu Füße
(Bild: Quelle; Screenshot)

„Da nahm Maria ein Pfund Myrrhenbalsam, echte, kostbare Nardensalbe, salbte Jesus die Füße und trocknete ihm die Füße mit ihrem Haar ab; das ganze Haus wurde dabei vom Duft der Salbe erfüllt.” (Johannes 12:3). 

Zwei Drittel der Evangelien beschäftigen sich mit den ersten dreiunddreißig Jahren des Lebens Jesu, und ein ganzes Drittel mit den letzten acht Tagen. Mit diesen letzten Tagen werden wir uns nun beschäftigen. Wir haben Palmsonntag. Bevor wir zum triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem kommen, wollen wir uns mit dem Besuch Jesu im Hause des Lazarus in Bethanien auf der Ostseite des Ölberges, etwa drei Kilometer südöstlich vor Jerusalem, beschäftigen.  

In Johannes 12:1-11 wird die Salbung Jesu in Betanien beschrieben (beachte für den weiteren Verlauf, Bethanien bedeutet im Hebräischen: Haus der Armen). Sechs Tage vor dem Paschafest kam Jesus also nach Betanien, wo Lazarus und seine Schwestern lebten. Ihn hatte Jesus auf die Bitte seiner beiden Schwestern von den Toten auferweckt. Sie bereiteten ihm ein Mahl; Marta bediente und Lazarus war unter denen, die mit Jesus bei Tisch waren.  

Maria nahm ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihren Haaren. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt. Doch einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot, der ihn später auslieferte, sagte: Warum hat man dieses Öl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Erlös den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte, sondern weil er ein Dieb war; er war nämlich der Kassenwart und veruntreute die Einkünfte. Jesus jedoch sagte: “Lass sie in Ruhe; denn sie hat diese Salbe bis jetzt aufbewahrt, um mich zum Zeichen meiner Beerdigung zu salben. 8 Denn die Armen habt ihr immer bei euch; aber mich habt ihr nicht immer.” (maschinell übersetzt aus JSÜ Johannes 12:7-8).  

In den damaligen Zeiten wurde Nardenöl aus der Nardus-Pflanze gewonnen, die im Himalaya-Gebirge wächst. Es wurde oft als duftendes Öl oder als Bestandteil von Parfüm verwendet. Es ist möglich, dass Maria das Öl als Geschenk erhalten hatte oder dass sie es als Teil ihres Besitzes aufbewahrte. Was auch immer der Fall war, die Handlung der Salbung zeigt, dass Maria bereit war, etwas überaus Kostbares und Persönliches für Jesus zu opfern. Nach Judas-Iskariot war das Öl etwa 300 Denare wert. Das entsprach einem Lohn für 300 Arbeitstage je 12 Stunden, also einem Jahresgehalt. 

Die Salbung Jesu in Betanien ist eine bedeutende Geschichte im Johannesevangelium. Sie zeigt die Liebe und Hingabe von Maria zu Jesus und seine Akzeptanz ihres Geschenks. Sie zeigt auch die Unterschiede in den Prioritäten von Judas Iskariot und Jesus. Während Judas sich auf den Verkauf des Öls und die Verteilung des Erlöses an die Armen konzentrierte, erkannte Jesus die Bedeutung von Marias Handlung und erklärte, dass sie das Öl für den Tag seines Begräbnisses aufbewahrt habe. Dieses Ereignis zeigt auch die menschliche Seite Jesu, da er das Geschenk von Maria annahm und ihre Liebe und Hingabe schätzte. Und wieder sehen wir: Maria war mehr auf den geistigen Dienst bedacht, während Marta sich eher um das physische Wohl ihrer Gäste kümmerte – und beides hat seine Berechtigung. 

Ich lerne: 

  1. Die Bedeutung von Hingabe und Opfer: Maria zeigt in dieser Begebenheit eine tiefe Hingabe und Liebe zu Jesus, indem sie ihre wertvollen Ressourcen opfert, um ihn zu ehren. Wir können von ihr lernen, dass wir bereit sein sollten, Opfer zu bringen und uns in unseren Beziehungen zu Gott und anderen hingebungsvoll zu engagieren. 
  1. Die Wichtigkeit von Prioritäten: Judas kritisiert Marias Handlung als Verschwendung, aber Jesus weist darauf hin, dass es wichtig ist, Prioritäten zu setzen. In diesem Fall hatte Maria erkannt, dass die Zeit mit Jesus begrenzt war und dass es wichtiger war, ihn zu ehren, als das Öl für andere Zwecke zu nutzen. 
  1. Die Bedeutung von Zeugnissen: Lazarus' Auferstehung war ein mächtiges Zeugnis für die Macht und das Wirken Jesu. Viele Menschen kamen, um ihn und Lazarus zu sehen und glaubten aufgrund dieser Erfahrung an ihn. Wir können davon lernen, dass unsere eigenen Zeugnisse über das, was Gott in unserem Leben getan hat, eine mächtige Art und Weise sind, das Evangelium zu teilen und anderen zu helfen, Gott kennenzulernen. 
  1. Die Herausforderung, gegen den Strom zu schwimmen: Die Pharisäer planten, Jesus zu töten, weil er eine Bedrohung für ihre Autorität darstellte. Aber Jesus ging weiterhin seinen Weg, auch wenn er wusste, dass er damit konfrontiert werden würde. Wir können davon lernen, dass wir oft mutig sein müssen und gegen den Strom schwimmen müssen, um das zu tun, was richtig ist und Gott zu folgen. 

Welche Lehren ziehst du aus dieser Begebenheit? 

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Samstag, 13. Mai 2023

Was wünschest du von mir?

 

 Jesus heilt Bartimäus 
(Bild: Quelle; Screenshot)

„Da warf er seinen Mantel ab, sprang auf und kam zu Jesus. 51 Dieser redete ihn mit den Worten an: „Was wünschest du von mir?” Der Blinde antwortete ihm: „Rabbuni (d. h. verehrter oder lieber Meister), ich möchte sehen können!” (Markus 10:50-51). 

Nach den Ereignissen in Judäa machte sich Jesus mit seinen Anhängern auf den Weg durch das Jordantal, hin nach Jericho. Dieser Handelsknotenpunkt liegt etwa 10 Kilometer nordwestlich vom Toten Meer, ungefähr 27 Kilometer nordwestlich von Jerusalem und etwa 250 Meter unter dem Meeresspiegel im Jordangraben.  Nachdem sie Jericho durchquert hatten, kommt es zu folgender Begebenheit, in der es um die Heilung eines Blinden geht, der nur von Markus namentlich benannt wird (Matthäus spricht von zwei Blinden, Lukas von einem Blinden – diese Differenzen weisen darauf hin, dass die Niederschriften unabhängig voneinander gemacht wurden, wobei Markus sogar noch den Namen des Blinden festhält).

Bei den meisten Heilungen werden keine Namen genannt, wohl weil sie zur Zeit der Niederschrift nicht mehr präsent waren (Namentlich geheilte: Lazarus; Maria Magdalena; Talita Kum, das kleine Mädchen, Tochter des Jairus). Markus war dieser Name jedoch im Gedächtnis geblieben, insbesondere, weil es sich um das letzte Wunder handelte, bevor Jesus den steilen mühsamen Aufstieg nach Jerusalem machte, um seine letzte schwierigste Woche vor dem Sühnopfer zu erleben. 

Markus 10:46-52 erzählt die Geschichte von Bartimäus, einem blinden Mann, der am Straßenrand sitzt und um Hilfe bittet, als Jesus und seine Jünger an ihm vorbeikommen. Als Bartimäus erfährt, dass es Jesus ist, der vorbeikommt, ruft er immer wieder: "Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!" 

Obwohl die Menschenmenge ihn zunächst zum Schweigen bringt, schreit Bartimäus noch lauter und Jesus hört ihn schließlich. Jesus fragt ihn, was er will, und Bartimäus antwortet: „Sohn Davids, erbarme dich meiner!” Jesus fragt ihn, was er von ihm wünsche. Warum? Weil es bei ihm ein Prinzip gibt: “Bittet und ihr werdet empfangen” (Johannes 16:24). Erst jetzt bittet dieser darum, sehen zu können. Jesus, obwohl er noch eine lange Aufgabenliste abzuarbeiten hat, bleibt stehen und sagt, dass Bartimäus zu ihm gebracht werden soll. Dann sagt er ihm, dass sein Glaube ihn geheilt hat und Bartimäus wird sofort geheilt und kann wieder sehen.

In der King James Version sagt Jesus dann zu ihm: “And Jesus said unto him, Go thy way; thy faith hath made thee whole. And immediately he received his sight, and followed Jesus in the way.” (Markus 10:52). Welchen Weg schlägt Bartimäus ein? Er folgt Jesu beschwerlichem Aufstieg nach Jerusalem (Johannes 14:6), anstatt einen leichteren Weg zu wählen! 

Ich lerne: 

  1. Ich muss, so wie Bartimäus, die Gemeinschaft der richtigen Menschen wählen, die mir bei Glaubensfragen helfen, und mich auf Christus aufmerksam machen können. 
  2. Wenn wir Jericho unten im Tal als unseren weltlichen Startpunkt in die Gegenwart des Herrn, oben in Jerusalem, ansehen, hatte Bartimäus als Blinder keine Chance alleine den überaus beschwerlichen Aufstieg zu schaffen. Er brauchte die Hilfe Jesu. Er gab ihm Erkenntnis durch die Möglichkeit zu sehen. So braucht ein jeder von uns Jesus. Ohne ihn können wir nicht in unsere himmlische Heimat zurückkehren. 
  3. Der Glaube an Jesus kann Heilung und Rettung bringen. Bartimäus hatte einen starken Glauben an Jesus und sein Glaube wurde belohnt, indem er geheilt wurde. 
  4. Wir sollten uns nicht von anderen abhalten lassen, uns an Jesus zu wenden. Obwohl die Menschenmenge Bartimäus zunächst zum Schweigen bringen wollte, schrie er noch lauter und Jesus hörte ihn schließlich. 
  5. Wir sollten unser Vertrauen in Jesus setzen und ihm unsere Bedürfnisse und Wünsche offenbaren. Bartimäus rief immer wieder nach Jesus und bat um Heilung. 
  6. Wir sollten bereit sein, Jesus zu folgen. Nachdem Bartimäus geheilt worden war, folgte er Jesus auf seinem Weg. 
  7. Jesus hat Mitleid mit den Bedürftigen und wir sollten uns um diejenigen kümmern, die Hilfe und Unterstützung benötigen.

Welche Lehren ziehst du aus dieser Begebenheit? 

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Freitag, 12. Mai 2023

Schaffe mir Recht gegen meinen Widersacher!

 

Der ungerechte Richter und die Witwe
(Bild: Quelle)

„In einer Stadt”, so sagte er, „lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm. 3 Nun wohnte in jener Stadt eine Witwe, die (immer wieder) zu ihm kam mit dem Anliegen: ‘Schaffe mir Recht gegen meinen Widersacher!’” (Lukas 18:2-3). 

Lukas 18:1-8 enthält das Gleichnis vom ungerechten Richter. Jesus erzählt die Geschichte einer Witwe, die immer wieder zu einem ungerechten Richter geht und ihn bittet, ihr Recht gegenüber einem Gegner durchzusetzen. Obwohl der Richter sie zunächst ignoriert, gibt er schließlich ihrem Anliegen nach, weil er von ihrer Hartnäckigkeit genervt ist. 

Jesus verwendet diese Geschichte, um zu zeigen, dass wir immer beten sollten und nicht aufgeben sollen, auch wenn wir keine sofortige Antwort erhalten. Er erklärt, dass Gott anders ist als der ungerechte Richter, dass er auf die Gebete seiner Kinder hört. Wenn selbst ein ungerechter Richter auf die Beharrlichkeit einer Witwe reagiert, wie viel mehr wird Gott auf das Gebet seiner Kinder hören, die ihm vertrauen und ihn um Hilfe bitten. 

Jesus fordert uns auf, im Gebet nicht aufzugeben und darauf zu vertrauen, dass Gott uns hört und antwortet (Lukas 18:1). Er betont die Bedeutung der Ausdauer im Gebet und dass Gott uns auf seine Zeit und Weise antworten wird, wenn wir ihm vertrauen. Dieses ` nicht müde werden ´ im Beten, wie soll das gehen? Denken wir an die Zeit des Verliebtseins. Man hat Probleme nicht an diesen geliebten Menschen zu denken und wünscht ihm allezeit so nahe es geht zu sein. Diese Situation müssen wir doch wohl zuallererst gegenüber unserem Gott und seinem Sohn herstellen. 

Ich lerne, dass wir uns nicht entmutigen lassen sollten, wenn wir keine unmittelbare Antwort auf unsere Gebete erhalten. Wir sollten im Gebet geduldig und beharrlich sein und darauf vertrauen, dass Gott auf seine Weise und in seiner Zeit antworten wird. Wir sollten uns auch bewusst sein, dass Gott uns liebt und das Beste für uns will, auch wenn seine Antwort auf unsere Gebete nicht immer das ist, was wir uns erhoffen. 

Gerne befolge ich den Rat unseres verstorbenen Propheten und Präsidenten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Ezra Taft Benson: “Ich möchte alle, die meine Stimme hören – Mitglieder und Nichtmitglieder gleichermaßen – demütig auffordern, durch das Gebet in engem Kontakt mit dem Vater im Himmel zu bleiben. Nie zuvor gab es in dieser Evangeliumszeit ein größeres Bedürfnis nach Gebet. Dass wir uns ständig auf den Vater im Himmel verlassen und uns gewissenhaft bemühen, unsere Kommunikation mit ihm zu verbessern, ist meine aufrichtige Bitte im Namen Jesu Christi. Amen.” (maschinelle Übersetzung; Quelle beginnend mit: I would humbly urge). 

Welche Lehren ziehst du aus diesem Gleichnis? 

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Donnerstag, 11. Mai 2023

Als dann die Ersten an die Reihe kamen, dachten sie, sie würden mehr erhalten

 

Die Arbeiter im Weinberg  
(Bild: Quelle; Screenshot)

„Als dann die Ersten (an die Reihe) kamen, dachten sie, sie würden mehr erhalten; doch sie erhielten gleichfalls jeder nur einen Denar. 11 Als sie ihn empfangen hatten, murrten sie gegen den Hausherrn 12 und sagten: ‘Diese Letzten haben nur eine einzige Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt, die wir des (ganzen) Tages Last und Hitze getragen haben!’” (Matthäus 20:10-12). 

Wenn ich z. B. einen Film anschaue und sehen muss, wie jemand zur Rechenschaft gezogen wird für etwas, was ein anderer ihm ` in die Schuhe schiebt ´, bin ich innerlich aufgewühlt. Ich möchte nicht, dass einer ungerechtfertigt leiden muss. In mir regt sich ein Gerechtigkeitsempfinden. Gerechtigkeitssinn bezieht sich auf die Fähigkeit, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden und fair zu handeln. Menschen haben oft ein intuitives Verständnis von Gerechtigkeit, das auf moralischen Prinzipien und sozialen Normen basiert, die in ihrer Kultur und Gesellschaft verankert sind. 

Bei oberflächlicher Betrachtung des Gleichnisses Jesu von den Arbeitern im Weinberg in Matthäus 20:1-16, möchte man denken, es geht dabei nicht gerecht zu. 

Jesus vergleicht hier das Himmelreich mit einem Weingutsbesitzer. Frühmorgens (Sechs Uhr) geht er auf den Marktplatz und heuert Arbeiter für seinen Weinberg an. Er vereinbart mit ihnen einen Lohn für den Tag, einen Denar (Schätzungen gehen davon aus, dass ein Denar in der Zeit Jesu etwa dem Tageslohn eines Arbeiters entsprochen hat, der für eine Arbeit von ungefähr zwölf Stunden bezahlt wurde. Nach heutigen Maßstäben würde das bedeuten, dass der Wert des Denars irgendwo zwischen 50 und 100 US-Dollar oder Euro liegen könnte). Später am Tag geht er erneut auf den Markt und heuert weitere Arbeiter an, wiederum zu einem Lohn, der aber interessanterweise nicht näher definiert wurde, als nur als ` was recht ist ´. Das wiederholt er mehrmals, bis er auch kurz vor Feierabend nochmals Arbeiter einstellt. Diese weiteren Arbeiter (Zweite Gruppe Neun Uhr, dritte Zwölf Uhr, vierte Fünfzehn Uhr, fünfte Siebzehn Uhr; Feierabend Achtzehn Uhr) waren mit der Abmachung einverstanden. Sie mussten davon ausgehen, dass sie angemessen weniger als einen Denar bekommen würden. 

Am Abend, als die Arbeit beendet ist, zahlt der Weinbergbesitzer allen Arbeitern denselben Lohn, unabhängig davon, wie lange sie gearbeitet haben, angefangen mit den zuletzt eingestellten, die nur eine Stunde gearbeitet haben. Diejenigen, die den ganzen Tag gearbeitet hatten, beschweren sich darüber und halten es für ungerecht. Überleg einmal kurz, was sagt dein Gerechtigkeitssinn dazu?  

Der Weinbergbesitzer erklärt, dass er mit ihnen den vereinbarten Lohn ausgehandelt hat und dass er mit seinem Geld machen kann, was er will. Er weist darauf hin, dass er den späteren Arbeitern denselben Lohn gegeben hat, um ihnen zu helfen (sie verpassten ja viel Arbeitszeit, da sie darauf warten mussten, bis jemand kommt und sie anheuert), und dass er das Recht dazu hat, weil er ein gütiger und großzügiger Arbeitgeber ist. 

Ich lerne, die Parabel soll verdeutlichen, dass Gottes Reich nicht nach den Maßstäben der Welt funktioniert und dass Gott seine Gnade großzügig verteilt, unabhängig davon, wie lange jemand in seinem Dienst steht. Sie fordert dazu auf, großzügig und barmherzig zu sein und nicht auf Vergeltung oder Gerechtigkeit zu beharren, sondern das Vertrauen in die Gerechtigkeit Gottes zu setzen. Ich darf nicht neidisch sein, wenn ein anderer einen Segen bekommt, von dem ich meine, dass er ihn sich doch gar nicht erarbeitet hätte (Matthäus 20:15). Ich darf nicht stolz darauf sein, dass ich schon viele, viele Jahrzehnte dem Herrn diene und neidisch auf jenen blicken, der sich gerade erst hat taufen lassen und dennoch den vollen Segen empfängt. 

Empfehlung: Lies diese wunderbare Ansprache von Elder Jeffrey R. Holland: “Die Arbeiter im Weinberg” 

Wie erklärst du dir das Vorgehen des Weinbergbesitzers? 

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Mittwoch, 10. Mai 2023

Guter Meister, was muss ich tun, um ewiges Leben zu erben?

 

„Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein.” 
(Bild: Quelle; Screenshot)

„Als er dann (wieder) aufbrach, um weiterzuwandern, lief einer auf ihn zu, warf sich vor ihm auf die Kniee nieder und fragte ihn: „Guter Meister, was muß ich tun, um ewiges Leben zu erben (= zu gewinnen)?” 18 Jesus antwortete ihm: „Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein.” (Markus 10:17-18). 

Zuerst kam in Markus 10 eine große Volksmenge zu Jesus und er heilte sie sowohl geistig als auch körperlich. Dann kamen einige Pharisäer zu ihm, um ihn mit einer bestimmten Frage in die Enge zu treiben. Er antwortet ihnen, indem er sie auf die Aussage des Mose bezüglich Scheidung verweist. Dann kommen Eltern und bringen ihre Kinder zu ihm, damit er sie segne. Er tut es. Und nun, als Jesus weitergehen will, kommt ein einzelner Mann auf ihn zu, fällt, nach Markus, vor ihm auf die Knie, und fragt danach, was er tun müsse, um ewiges Leben zu erlangen. 

Bemerkenswert ist die Reaktion Jesu, über die man leicht hinwegsieht. Er antwortet nicht gleich, sondern weist zunächst die Anrede ` guter Meister ´ von sich. Wenn einer, dann hat doch Jesus diese Anrede verdient, oder? Er zeigt uns aber wieder seine demütige Ergebenheit, indem er klarstellt: „Niemand ist gut als Gott allein.” Danach erst geht Jesus auf seine Frage ein und sagt, er müsse die Gebote halten und zählt die Kerngebote auf. Diese würde er alle von Jugend an gehalten haben, was würde ihm denn dann noch fehlen? Dann lesen wir, dass Jesus ihn liebgewann, und aufforderte alles aufzugeben und ihm nachzufolgen. Das ist eine Aufforderung, die er einem jeden von uns gibt, und wir haben die Möglichkeit ihm dies durch ein Bündnis zu versprechen. 

Es ist bemerkenswert, welche Gebote Jesus ihm gegenüber anführt. Es sind die Gebote, die die Interaktion der Menschen untereinander betreffen, die zweite Hälfte der Zehn Gebote. Die ersten beschreiben das Verhältnis zwischen Mensch und Gott. Das, was ihm fehlt, sei die Bereitschaft seinen irdischen Besitz den Armen zu geben und Jesus nachzufolgen. Das hätte in der damaligen Zeit bedeutet, seine Sicherheit für den Lebensabend aufzugeben, und dazu war der Jüngling nicht bereit und zog traurig von dannen. Die Jünger Jesu, die Zeuge dieser Unterhaltung waren, waren betroffen und fragten: „Ja, wer kann dann gerettet werden?” (Markus 10:26). Sie hatten doch schon alles aufgegeben und sind ihm gefolgt. Die Antwort Jesu seinen Jüngern, sie würden die zukünftigen Richter der Zwölf Stämme Israels sein (Matthäus 19:28). 

Ich lerne, wenn mir irgendetwas Gutes gelingt und ich mich nach einem Lob sehne, soll ich daran denken, wem die Ehre gebührt, Gott! Er hat es mir erst ermöglicht, erfolgreich zu sein. Ich darf mit dem Herrn das Bündnis eingehen, ` mich ihm zu weihen ´.

In diesem Zusammenhang habe ich die Geschichte von der Henne und vom Schwein eines Bauern gelesen: In einer lebhaften Diskussion bat die Henne das Schwein um Anerkennung und Mitleid dafür, dass es täglich Eier produzieren sollte, um den Bauern zu versorgen. Das Schwein erkannte ihr kleines Opfer an. Um die Dinge in eine richtigere Perspektive zu rücken, bemerkte das Schwein dann, dass von ihm allerdings "totale Hingabe" gefordert wurde. So gesehen könnten wir zu dem Schluss kommen, dass das Gesetz der Weihe verlangt, dass wir mehr als nur Eier anbieten.

Dieses Gesetz beinhaltet eine ` totale Hingabe ´. In diesem Zusammenhang erübrigt sich für mich die Frage: Was fehlt mir noch? Mir muss klar sein, dass Gott mir all diese Dinge zukommen lässt, damit ich behilflich sein kann, Sein Königreich auf Erden mit aufzubauen! Ich werde auf Erden nie perfekt werden, aber ich weiß: „... bei Gott ist alles möglich”. Wenn ich das ` Gesetz der Weihung ´ nach besten Kräften halte, werde ich „... vielmal Wertvolleres empfangen und ewiges Leben erben.” (Matthäus 19:29). 

 Welche Lehren ziehst du aus dieser Begebenheit? 

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Dienstag, 9. Mai 2023

Hierauf brachte man kleine Kinder zu ihm

 

Jesus segnet die Kinder 
(Bild: Quelle)

„Hierauf brachte man kleine Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hände auflegen und (für sie) beten möchte; die Jünger aber verwiesen es in barscher Weise (denen, die sie brachten). 14 Doch Jesus sagte: „Laßt die Kinder (in Frieden) und hindert sie nicht, zu mir zu kommen! denn für ihresgleichen ist das Himmelreich bestimmt” (vgl. Mark. 10,14). 15 Dann legte er ihnen die Hände auf und wanderte von dort weiter.” (Matthäus 19:13-15). 

Nachdem Jesus die Pharisäer in Bezug auf ihre Frage zur Scheidung geantwortet hatte, wurden ihm kleine Kinder gebracht, mit dem Wunsch, dass er sie segnen möge (siehe auch Markus 10:13-16 und Lukas 18:15-17). Nach diesen Versen wiesen seine Jünger die so Bittenden schroff zurück. Muss man das verstehen? Wie kann es sein, dass seine Jünger auf diese Weise handelten? Wenn wir die Korrektur in der Joseph Smith Übersetzung sehen, erkennen wir, was sich wirklich zutrug. 

Die Jünger wussten, was Jesus bezüglich kleiner Kinder gelehrt hat, dass man nur in das Himmelreich kommen kann, wenn man so wird wie die Kinder (Matthäus 18:3). So lesen wir auch, wie die Jünger tatsächlich reagierten: Und die Jünger wiesen sie zurecht und sagten: "Das ist nicht nötig, denn Jesus hat gesagt: Solche werden errettet sein.” (JSÜ Matthäus 19:13). Sie wiesen diejenigen, die den Wunsch hatten, dass Jesus ihnen die Hände auflegte, um sie zu segnen, nicht barsch zurück, sondern machten sie darauf aufmerksam, dass Jesus sie schon errettet habe. 

Im Buch Mormon gibt Moroni eine Belehrung seines Vaters Mormon bezüglich kleiner Kinder wieder. Moroni 8:4-22 ist ein Kapitel im Buch Mormon, das sich mit der Lehre über die Taufe und die Erlösung von Kindern befasst. Im Wesentlichen lehrt das Kapitel, dass Kinder unter acht Jahren nicht getauft werden müssen, da sie rein und unschuldig sind und bereits durch die Gnade Christi gerettet sind. 

Moroni erklärt, dass die Taufe notwendig ist, um Vergebung von Sünden zu erlangen, aber dass dies bei Kindern unter acht Jahren nicht erforderlich ist, da sie noch nicht sündig geworden sind. Stattdessen sollen Eltern ihre Kinder in der Liebe Christi erziehen und sie in seinem Namen segnen. Wenn ein Kind jedoch vor dem Alter von acht Jahren stirbt, wird es durch die Barmherzigkeit Christi gerettet und in das Reich Gottes aufgenommen. 

Die Jünger waren sich dessen bewusst, dass kleine Kinder schon errettet sind, und wollten deshalb vielleicht, dass Jesus diese Zeit für andere, die es nötig haben, nutzen konnte. Christus jedoch nahm sich auch für sie Zeit, hieß sie zu sich zu kommen, legte ihnen die Hände auf und segnete sie. Das erinnert mich an die heilige Handlung des Priestertums, die Kindessegnung. Als Jesus nach seiner Auferstehung die Nephiten auf dem amerikanischen Kontinent besuchte, ließ er alle Kinder zu sich kommen und segnete ein jedes einzelne (3. Nephi 17:21). Und so hat der Herr uns auch in der heutigen Zeit angewiesen, es in seinem Namen zu tun (Lehre und Bündnisse 20:70). 

Ich lerne, wie wichtig es für uns ist, kleine Kinder altersgerecht Jesus näherzubringen. Wir müssen ihnen die nötige Wertschätzung entgegenbringen, wie Jesus es uns vorgelebt hat. Je mehr wir uns darum bemühen, umso weniger Probleme gibt es später. 

Welche Lehren ziehst du aus dieser Begebenheit? 

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