Dienstag, 13. August 2019

Als er diese Worte gesagt hatte, weinte er


Petrus ging hinaus und weinte bitterlich
(Lukas 22:61; Bild: Quelle)

Im vorherigen Vers lesen wir, dass Jesus zur um den Tempel im Land Überfluss in Amerika versammelten Menge sprach: „Gesegnet seid ihr wegen eures Glaubens …“ (3. Nephi 17:20). „Und als er diese Worte gesagt hatte, weinte er, und die Menge gab davon Zeugnis, und er nahm ihre kleinen Kinder, eines nach dem anderen, und segnete sie und betete für sie zum Vater.“ (3. Nephi 17:21).

Als er diese Worte gesagt hatte, weinte er. Ich werde an eine Begebenheit im Neuen Testament erinnert. Der Bruder der beiden Schwestern Maria und Marta war erkrankt und sie sandten nach Jesus, dass er ihn doch heilen möge. Jesus, der bewusst sein Kommen verzögerte, kam zu ihnen, als Lazarus schon vier Tage im Grab lag. Die Schwestern waren natürlich sehr traurig, dass er nicht früher gekommen war und weinten. Als Jesus dies sah, „… war er im Innersten erregt und erschüttert.“ und weil er ihn so lieb hatte, „Da weinte Jesus.“ (Johannes 11:33-36). Zur Kindessegnung lesen wir im Neuen Testament auch eine Parallele zu dem obigen Vers im Buch Mormon: Die Menge brachte eines Tages Kinder zu ihm mit dem Wunsch, dass Jesus sie berühren möge. Seine Jünger wollten das verhindern, aber Jesus wies sie über deren Bedeutung belehrend zurecht, „Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.“ (Markus 10:16).

Du hast es sicherlich schon mal miterlebt, dass wenn sich ein Junge verletzt und geweint hat, ihm klar gemacht wurde: „Ein Indianer kennt keinem Schmerz“. Bei meiner Recherche stoße ich auf ein Lied des deutschen Rappers Adesse mit folgenden Zeilen: „Männer weinen nicht ham für Gefühle keine Zeit, wie sollt es anders sein. Ich wollt doch anders sein“. Aus der Tatsache, dass Jesus in der Öffentlichkeit seinen Gefühlen freien Lauf ließ und weinte, lerne ich, dass Männer anders sein dürfen. Es tut ihrer Männlichkeit offensichtlich keinen Abbruch Gefühle zu zeigen. Ein anderes Beispiel stärkt mich in dieser Annahme. Petrus nämlich, der später der `Fels´ wurde, durch den die Kirche des Herrn gegründet und geleitet wurde (Matthäus 16:18), verleugnete den Herrn dreimal, der Hahn krähte und Jesus blickte ihn an, weinte bitterlich (Lukas 22:60-62). Also, egal ob der Schmerz von außen erwirkt wird, oder innerlich entsteht: Ich darf meine Empfindungen zum Ausdruck bringen, auch durch Weinen!

Wie reagierst du auf Männer, die ihre Gefühle offen zeigen, z. B. indem sie weinen?

Montag, 12. August 2019

Gesegnet seid ihr wegen eures Glaubens

(Bild: Quelle)

Nach den Gebeten mit dem auferstandenen Jesus auf ihren Knien (3. Nephi 17:14-15): „Und es begab sich: Jesus sprach zu ihnen und hieß sie aufstehen. 20  Und sie standen von der Erde auf, und er sprach zu ihnen: Gesegnet seid ihr wegen eures Glaubens. Und nun siehe, meine Freude ist voll.“ (3. Nephi 17:19-20).

Gesegnet seid ihr wegen eures Glaubens. Ich gehe davon aus, dass die `Freude Jesu voll´ war, weil eben die Nephiten so großen Glauben ausübten, dass sie all die Dinge, die kein Mensch aussprechen kann (3. Nephi 17:17), in der Lage waren zu erleben.

Du kennst ganz sicher diese zusammengefügte Redensart: „Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude.“ Denk einmal an ein Negativerlebnis welches du hattest. Du wirst sicherlich Erleichterung und Trost erfahren haben, wenn du jemanden hattest, bei dem du dich darüber `ausweinen´ konntest. Denkst du nun an ein Positiverlebnis, dann wird deine Freude noch größer geworden sein, wenn du dieses Erlebnis mit jemandem teilen konntest. Ein bisschen so kann ich mir die Erlebnisse vorstellen, die Jesus und das Volk hier zusammen hatten. Jesus war „… betrübt wegen der Schlechtigkeit des Volkes vom Haus Israel.“ (3. Nephi 17:14). Diese Betrübnis wurde vielleicht dadurch etwas gemindert, dass er sie mit dem um ihn versammelten Volk Nephi teilen konnte. Andererseits erlebte er die Freude des Volkes über das Erlebnis, dass es mit ihm hatte und beide Seiten waren voll mit Freude (3. Nephi 17:18,20). Aber worin war einerseits diese ´Betrübnis´ und andererseits die `Freude´ begründet? Betrübnis wegen Schlechtigkeit und Freude wegen des Glaubens.

Was meinst du, wie kannst du dein Wohlbefinden im Alltag vergrößern, aber auch gleichzeitig das des Herrn?

Sonntag, 11. August 2019

Als Jesus mit seinem Gebet zum Vater zu Ende gekommen war, stand er auf


Albrecht Altdorfer: Christus am Ölberg, Tafel des Sebastiansalters im Stift Sankt Florian
(Bild: Quelle)

Schauplatz ist immer noch der Tempelplatz im Land Überfluss in Mesoamerika (3. Nephi 11:1). „Und es begab sich: Als Jesus mit seinem Gebet zum Vater zu Ende gekommen war, stand er auf; so groß aber war die Freude der Menge, daß sie überwältigt waren.“ (3. Nephi 17:18).

Als Jesus mit seinem Gebet zum Vater zu Ende gekommen war, stand er auf. Ich werde an ein anderes Gebet Jesu erinnert, dessen Anlass allerdings wohl unvergleichlich schwerwiegender gewesen sein muss. Wir kennen nicht den Inhalt seines Gebetes hier bei dem Volk der Lamaniten. Wir wissen nur, dass das Volk vor Freude überwältigt war.

Das Gebet, an das ich erinnert werde, fand an einem Ort statt, der `Getsemani´ genannt wurde, was so viel wie `Ölpresse´ bedeutet. Er befand sich am Fuße des Ölbergs. Gegenüber, ein paar Schritte durch das Kidrontal, war der Tempel von Jerusalem zu sehen. Seine Jünger waren dabei. Drei von ihnen nahm er weiter mit in den Garten und hieß sie sich setzen. Zu ihnen, nämlich Petrus, Jakobus und Johannes sagte er: „… Meine Seele ist zu Tode betrübt.“ Diese Betrübnis muss allerdings unvergleichlich größer gewesen sein, als die, die er vor seinem Gebet vor dem Tempel im Land Überfluss durchlebte (3. Nephi 17:14). Als er ein Stück weiter gegangen war, warf er sich auf sein Gesicht und betete (Matthäus 26:36-39). Der psychische Druck, dem Jesus hier ausgesetzt war, war unvorstellbar, ja sogar so groß, dass er Blut aus seinen Adern schwitzte und ein Engel erschien, um ihn zu stärken (Lukas 22:43-44). Ich stelle mir die Frage, wie inständig sind meine Gebete. Zwar knie ich auch immer, aber auf mein Gesicht habe ich mich wohl noch nicht geworfen. Dennoch bedanke ich mich aus tiefstem Herzen, dass Jesus in Getsemani auch für meine Sünden gelitten hat.

Welche Form der Anbetung ist die deine und wonach richtet sich die Intensität deiner Gebete?

Samstag, 10. August 2019

Was er betete, kann nicht niedergeschrieben werden

(Bild: Quelle)

Über das weitere Vorgehen des auferstanden Jesus, nachdem er zu seinem Vater gesagt hatte: „Vater, ich bin betrübt wegen der Schlechtigkeit des Volkes vom Haus Israel.“ (3. Nephi 17:14) wird berichtet: „Und als er diese Worte gesprochen hatte, kniete auch er selbst auf der Erde nieder; und siehe, er betete zum Vater, und das, was er betete, kann nicht niedergeschrieben werden, und die Menge, die ihn hörte, gab Zeugnis.“ (3. Nephi 17:15).

Was er betete, kann nicht niedergeschrieben werden. Warum kann das nicht niedergeschrieben werden? Da hilft uns eine Vision des Propheten der Wiederherstellung, die er mit Sidney Rigdon zusammen hatte weiter. Joseph war gerade dabei das Evangelium des Johannes zu übersetzen. Es geht ganz allgemein um die `Geheimnisse des Reiches Gottes´, die ihnen in Zusammenhang mit der Übersetzung eröffnet wurden (Lehre und Bündnisse 76:10-12). Was ihnen gezeigt wurde, war so außerordentlich groß und wunderbar, dass es das Verständnis des Menschen übersteigt. Deshalb durfte er von einigen Dingen ihrer Vision nichts niederschreiben, da den Menschen ohne das Zutun des Heiligen Geistes die Fähigkeiten fehlten, es zu begreifen (Lehre und Bündnisse 76:114-118). Von Paulus wissen wir, dass er einen Menschen kennt, der bis in den dritten Himmel entrückt wurde, der „… unsagbare Worte, die ein Mensch nicht aussprechen darf.“ hörte (2. Korinther 12:2-4).

In den nächsten Versen wird Zeugnis abgelegt, dass Jesus so großes und wunderbares betete, das vorher noch `kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat´. Ja, Menschen hatten dafür keine Worte, diese Dinge zu beschreiben (3. Nephi 17:16-17). An anderer Stelle lerne ich von Paulus, dass solche Dinge, die „…kein Auge gesehen und kein Ohr gehört…“ haben, denen mitgeteilt werden, die Gott lieben (1. Korinther 2:9). Allerdings gibt es die Voraussetzung der Notwendigkeit, dass solche Dinge erlebt werden, und nur der Heilige Geist enthüllt solche Dinge (1. Korinther 2:10-11). Ich erfreue mich an den Dingen, die ich verstehen kann und bemühe mich, darüber hinaus mehr Geheimnisse des Reiches Gottes mithilfe des Geistes verstehen zu können, bin aber genügsam mit dem, was mir zuteil wird.

Was nützt dir das Wissen von `Geheimnissen des Reiches Gottes´, die du aber gar nicht verstehen kannst, wird es dir bei deinem Fortschritt helfen?

Freitag, 9. August 2019

Als sie auf dem Boden niedergekniet waren, stöhnte Jesus innerlich

(Bild: Quelle)

Nachdem das Volk alle kleinen Kinder zu Jesus gebracht hatte (3. Nephi 17:11) und „… Als sie auf dem Boden niedergekniet waren, stöhnte Jesus innerlich und sprach: Vater, ich bin betrübt wegen der Schlechtigkeit des Volkes vom Haus Israel.“ (3. Nephi 17:14).

Als sie auf dem Boden niedergekniet waren, stöhnte Jesus innerlich. Innerliches Stöhnen kann durch unterschiedlichste Anlässe hervorgerufen werden. Stell dir mal beispielhaft vor, du bist mit deinem Einkauf im Supermarkt fertig und willst so schnell wie möglich zahlen. Da gibt es aber ein Problem, die Kassen. Du siehst mit Schrecken, dass sich schon überall eine Schlange gebildet hat. Ratlos stehst du da und `stöhnst innerlich´: "Ich werde mich sicherlich wieder an der falschen Kasse anstellen, an der es wieder am längsten dauert." Da geht es schon los, die Kassenbonrolle muss ausgewechselt werden, der Kassierer hat Probleme beim Einsetzen der Rolle und muss eine Kollegin zu Hilfe rufen, ein Kunde will dann noch Geld abheben, die Leute an der Nachbarschlange sind schon abgefertigt, … du `stöhnst innerlich´: „Hätte ich mich doch bloß dort angestellt!

Beide Male wird das `innerliche Stöhnen´ durch Stress ausgelöst. Dennoch besteht zwischen deinem `innerlichen Stöhnen´ und dem von Jesus, ein riesengroßer Unterschied. Dein Grund ist ein nichtiger, Jesus ist „… betrübt wegen der Schlechtigkeit des Volkes vom Haus Israel.“ Aber überlege doch mal, wie Jesus reagiert. Er wendet sich in seiner Betrübtheit an seinen Vater. Wie reagierst du bei betrübt sein? Gut, ich würde mich im Fall desjenigen an der Kasse nicht an den Vater wenden, aber es gibt wohl auch viele Ereignisse in unserem Alltag, die `innerliches Stöhnen´ in uns verursachen. Haben wir dann auch jemanden, dem wir uns anvertrauen können?


Von wem versprichst du dir am ehesten Hilfe, wenn du wegen etwas Außerordentlichem sehr betrübt bist?

Donnerstag, 8. August 2019

Er gebot, ihre kleinen Kinder zu bringen

Jesus lehrt in der westlichen Hemisphäre
(Bild: Quelle)

Nachdem die Volksmenge auf dem Tempelplatz im Land Überfluss dem auferstandenen Jesus Ehrerbietung und tiefste Dankbarkeit erwiesen hatte (3. Nephi 17:10), begab sich Folgendes: „… Er gebot, ihre kleinen Kinder zu bringen. 12  So brachten sie ihre kleinen Kinder und setzten sie rings um ihn auf den Boden nieder, und Jesus stand in der Mitte; und die Menge machte Platz, bis sie alle zu ihm gebracht worden waren. 13  Und es begab sich: Als sie alle gebracht worden waren und Jesus in der Mitte stand, gebot er der Menge, sich auf dem Boden niederzuknien.“ (3. Nephi 17:11-13).
Er gebot, ihre kleinen Kinder zu bringen. In den synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus und Lukas) lesen wir eine ähnliche Aussage des Heilandes. Zu seinen Predigten brachten Zuhörer auch ihre kleinen Kinder mit und wünschten, dass Jesus sie berühre. „… Als die Jünger das sahen, wiesen sie die Leute zurecht. 16 Jesus aber rief die Kinder zu sich und sagte: Lasst die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht daran! Denn solchen wie ihnen gehört das Reich Gottes.“ (Lukas 18:15-16).

Ist der eine oder andere Besucher eines Abendmahlgottesdienstes in der Kirche auch genervt, wenn kleine Kinder sich etwas lebhafter verhalten und wünscht sich, dass deren Eltern mit ihnen den Raum verlassen sollten? In einer solchen Situation ist es gut sich daran zu erinnern, dass der Herr seinen Zuhörern `gebot, ihre kleinen Kinder zu bringen´. Wir sollten uns daran erinnern, dass kleine Kinder in den Augen Gottes bis zum Alter der Verantwortlichkeit ohne Sünde sind (Lehre und Bündnisse 74:7; 137:10). Eher müssten also wir alle, die wir das Alter der Verantwortlichkeit überschritten haben uns doch fragen, dürfen wir am Abendmahl teilnehmen (1.Korinther11.27-29)? Ich freue mich jedenfalls, wenn in der Kirche viele kleine Kinder anwesend sind. Sie zeigen mir, dass es Zukunft gibt.


Wie empfindest du, wenn kleine Kinder im Gottesdienst etwas unruhig sind?

Mittwoch, 7. August 2019

Alle, die imstande waren, trotz der Menge heranzukommen, küssten ihm die Füße



(Bild: Quelle)

Ihre Dankbarkeit und Ehrerbietung gegenüber Jesus, der die Volksmenge eingeladen hatte alle Leidenden zu ihm zu bringen, auf dass er sie heilen könnte, brachten diese nun folgendermaßen zum Ausdruck (3. Nephi 17:7-9): „Und sie alle, sowohl diejenigen, die geheilt worden waren, als auch diejenigen, die heil waren, beugten sich nieder, ihm zu Füßen, und beteten ihn an; und alle, die imstande waren, trotz der Menge heranzukommen, küßten ihm die Füße, so daß sie seine Füße mit ihren Tränen netzten.“ (3. Nephi 17:10).

Alle, die imstande waren, trotz der Menge heranzukommen, küssten ihm die Füße. Bei Orientalen, und auch Südeuropäern, gilt der Kuss als ein Ausdruck der herzlichen und freudigen Verbundenheit. So wird z. B. die Stirn zum Zeichen des liebevollen Segens geküsst. Denken wir beispielhaft an den Kuss, den der Herr den Vater des verlorenen und wieder heimgekehrten Sohnes im Gleichnis schenken lässt (Lukas 15:20). Im obigen Vers aber geht es um das Küssen von Füßen. Bei Weitem handelt es sich hierbei um keinen erotischen Kuss. Mit ihm soll tiefste Ehrerbietung erwiesen werden. Der Küssende beugt sich herunter und zeigt damit größte Demut, Unterwürfigkeit und totale Hingabe.

Im Neuen Testament tritt eine `Sünderin´ von hinten an den Herrn heran, weinte und benetzte mit ihren Tränen seine Füße , trocknete sie mit ihrem Haar, küsste sie und salbte sie mit wohlriechendem Öl (Lukas 7:37-38). Die Folge ihrer Handlungen: Zur Verwunderung der Anwesenden hat ihr der Herr ihre Sünden vergeben, während er dem Pharisäer, bei dem er eingeladen war, Vorhaltungen macht, dass er solcherlei Handlungen der herzlichen Verbundenheit unterlassen hatte (Lukas 7:44-50). Was kann ich nun aus diesen Begebenheiten für mich lernen. Der Herr ist nicht körperlich gegenwärtig, so kann ich ihm auch nicht ehrfürchtig die Füße küssen. Aber ich denke, ich kann es im übertragenen Sinn dadurch tun, indem ich voller Demut meinem Nächsten diene, ihm oder ihr Fürsorge zuteilwerden lasse (Matthäus 25:35-45) und das mit `ganzem Herzen´, also aufrichtig und ohne Gedanken des Eigennutzes (Lehre und Bündnisse 4:2). Zudem beuge ich mich nieder und bringe ihm meine Dankbarkeit durch Anbetung dar.


Wie drückst du dem Herrn gegenüber deine herzliche und freudige Verbundenheit aus?