
(Bildquelle: KI-generiert mit ChatGPT)
Und die Schrift, die voraussah, dass Gott die Heiden durch den Glauben rechtfertigen würde, verkündigte dem Abraham im Voraus das Evangelium: In dir sollen alle Völker gesegnet werden.“ (Galater 3:8).
1. Der große Plan Gottes durch alle Zeitalter
Wenn wir das Alte Testament lesen, erkennen wir darin nicht nur alte Geschichten und Gesetze, sondern die Spuren eines göttlichen Plans, der sich Schritt für Schritt entfaltet. Gott handelt nicht zufällig, sondern in Haushaltungen – in Evangeliumszeiten, in denen Er seine Bündnisse und Offenbarungen nach dem Maß des Glaubens und der Bereitschaft seiner Kinder gibt.
Von Adam bis Noah, von Abraham bis Mose, von den Propheten Israels bis zu den Aposteln Christi – überall leuchtet derselbe göttliche Faden: Das Evangelium Jesu Christi ist ewig. Es war „von Anfang an“ da, und es wird „bis ans Ende“ verkündet werden. Jede Zeit bringt ihre eigene Offenbarung, ihre eigenen Propheten, ihre eigenen Prüfungen, doch der Kern bleibt unverändert: Gott ruft seine Kinder zur Umkehr, zum Glauben an Christus und zum Aufbau seines Reiches.
2. Der Bund mit Abraham – Muster aller Zeiten
Unter all den göttlichen Bündnissen ragt der Bund mit Abraham als zentrales Muster hervor. Gott versprach Abraham Nachkommenschaft, Land und vor allem Segen – nicht nur für ihn selbst, sondern für alle Nationen. Dieses Versprechen durchzieht alle Zeitalter: dass durch den Samen Abrahams – Christus und seine Nachfolger – die ganze Erde das Evangelium empfangen wird.
In Abraham 1–2 sehen wir, wie Abraham selbst nach größerem Licht suchte: nach „Segnungen der Väter“ und nach Priestertumsvollmacht, die bis zu Adam zurückreicht. So wird er zum Sinnbild jedes wahren Gläubigen, der in seiner Zeit Licht sucht und bereit ist, Bündnisse zu schließen.
Der Abrahamische Bund ist also kein Relikt vergangener Tage, sondern ein lebendiges Muster göttlicher Treue. Er wird in jeder Evangeliumszeit erneuert – in Israel, in der Kirche Christi, in den Letzten Tagen. In Lehre und Bündnisse 107:18–20 erfahren wir, dass das Priestertum eben diese „Schlüssel der geistlichen Segnungen“ trägt, die Abraham verheißen wurden.
3. Fortschreitende Offenbarung – von Anfang bis zur Fülle
Der Herr hat nie aufgehört zu reden. Die Schöpfung begann mit Offenbarung, und die Wiederherstellung unserer Tage steht in derselben Linie. Mose 5–7 zeigen uns, dass schon Adam und Henoch das Evangelium kannten: sie opferten im Namen des Sohnes, sie empfingen den Heiligen Geist, sie bauten Zion.
Jede spätere Zeit fügte neue Einsicht hinzu, doch das Fundament war stets Christus. Das Alte Testament bezeugt ihn im Schatten, das Neue Testament in seiner Erscheinung, die Letzten Tage in der Fülle seiner Macht.
Die fortschreitende Offenbarung ist also kein Widerspruch zur Ewigkeit Gottes, sondern ihr lebendiger Ausdruck. Wie ein Morgen, der immer heller wird, bis der Tag vollkommen ist, so entfaltet sich das Licht der Wahrheit Zeitalter um Zeitalter.
4. Die Offenbarungen der Letzten Tage – Schlüssel zur Vergangenheit
Wir leben in einer besonderen Zeit, in der frühere Geheimnisse wieder ans Licht kommen. Durch die Wiederherstellung des Priestertums, die heiligen Schriften des Buches Mormon, des Buches Mose und Abrahams erkennen wir den roten Faden der Heilsgeschichte deutlicher als je zuvor.
In den Offenbarungen der Letzten Tage erfüllt sich, was in den alten Schriften nur angedeutet war. Abraham, Mose, Elias – sie alle kehren in die Geschichte zurück, um die Bündnisse zu erneuern. Die „Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge“ (Apg 3:21) sind die Krönung aller Evangeliumszeiten.
Wer heute das Alte Testament liest, darf es mit neuen Augen sehen: als lebendigen Teil des ewigen Evangeliums, das in jeder Generation verkündet wird – in Eden, in Ur, in Jerusalem, in Kirtland und bis zu uns heute.
5. Ewige Wahrheit – ein und dieselbe in allen Zeiten
So erkennen wir: Gott ist derselbe – gestern, heute und in Ewigkeit. Seine Wege ändern sich, aber sein Ziel bleibt. Sein Werk ist es, „die Unsterblichkeit und das Ewige Leben des Menschen zustande zu bringen“ (Mose 1:39).
Die Evangeliumszeiten sind wie Kapitel eines großen göttlichen Buches. Jede erzählt ihre eigene Geschichte, doch alle verweisen auf denselben Mittelpunkt – Jesus Christus, das Lamm Gottes, das von Anbeginn der Welt geschlachtet ist.
Persönliches Zeugnis
Wenn ich über diese fortschreitende Offenbarung nachsinne, erfüllt mich tiefe Dankbarkeit. Ich spüre, dass ich Teil eines gewaltigen Ganzen bin – eingebunden in denselben Bund, den Abraham empfing. Es tröstet mich zu wissen, dass Gott die Zeiten lenkt, dass Er immer spricht, immer führt, immer erneuert.
Ich weiß, dass der Heilsplan nicht nur eine Lehre ist, sondern eine Realität: Gott offenbart sich jedem, der ihn sucht – damals wie heute. Ich habe in meinem Leben erlebt, wie Er Licht schenkt, Stück für Stück, Zeile um Zeile, bis das Herz Frieden findet in seinem ewigen Evangelium.