Sonntag, 14. Dezember 2014

Weil sie darauf bedacht sind, dieses Gebot zu halten, wird der Herr, Gott, sie nicht vernichten

Jakob warf den Nephiten in einer Konferenzansprache am Tempel um 540 v. Chr. vor, dass viele der Männer das Gebot der Einehe missachteten und sagte ihnen dann über ihre Brüder die Lamaniten: „Und nun, dieses Gebot zu halten sind sie bedacht; deshalb, weil sie darauf bedacht sind, dieses Gebot zu halten, wird der Herr, Gott, sie nicht vernichten, sondern wird zu ihnen barmherzig sein; und eines Tages werden sie ein gesegnetes Volk werden.“ (Jakob 3:6). Schon Lehi, der Vater von Jakob, sprach eine solche Prophezeiung um 580 v. Chr. aus (2. Nephi 4:3, 6-7).
Wenn dies eine Prophezeiung Gottes war, muss sie, ebenso wie die selbe seines Vaters, in Erfüllung gegangen sein oder sich noch erfüllen. Das Buch Mormon schildert uns, wie Nephiten und Lamaniten immer wieder Freund und Feind wurden und sich bekriegten. Schauen wir mal nach, was der lamanitische Prophet Samuel über diese Thematik um 6 v. Chr., also etwa 534 bzw. 574 Jahre später, zu den Nephiten gesagt hat: „... Aber siehe, die Errettung ist durch das Predigen der Nephiten zu ihnen [den Lamaniten] gekommen; und zu diesem Zweck hat der Herr ihre Tage [die der Lamaniten] verlängert. ...“ (Helaman 15:4, 10-14).
Der Herr hat die Tage der Lamaniten sogar bis heute verlängert, während die Nephiten aufgrund Ungehorsams um 420 n. Chr. durch die Lamaniten vernichtet wurden. Auch heute wird den Nachkommen der Lamaniten, einem Teil der amerikanischen Ureinwohner, wieder das Wort des Herrn verkündet (Lehre und Bündnisse 3:16-20) und sie nehmen es freudig an. Oliver Cowdery bekam 1830 vom Herrn den Auftrag unter den Nachkommen Lamans das Evangelium zu verkünden und seine Kirche zu gründen (Lehre und Bündnisse 28:8; 30:6; 32:2).
Weil sie darauf bedacht sind, dieses Gebot zu halten, wird der Herr, Gott, sie nicht vernichten. Die gemachte Prophezeiung in Bezug auf die Lamaniten erfüllte sich buchstäblich. Ich lerne daraus, dass der Herr diejenigen, die seinen Geboten folgen, von ihm auch in allem Leid das durchzumachen ist, behütet bleiben und in seinem Evangelium erblühen werden, wie eine Rose (Leher und Bündnisse 49:24). Wie findest du heraus, ob sich Offenbarungen erfüllen und vom Herrn kommen?
Die Lamaniten werden blühen wie eine Rose
Gemälde von Joselito Jesus Acevedo Garcia (
Quelle)


Samstag, 13. Dezember 2014

Die Lamaniten, ... die ihr ... hasst, sind rechtschaffener als ihr

Kommt es ab und zu vor, dass wir jemanden aus ethnischen Gründen ablehnen, wenn nicht sogar verachten, z. B. weil wir ihn und seine Kultur nicht kennen bzw. befremdlich finden, und uns ihm gegenüber bevorzugt vorkommen?
Jakob sagt seinem Volk dazu Folgendes: „Siehe, die Lamaniten, eure Brüder, die ihr wegen ihres Schmutzes und des Fluches, der ihre Haut betroffen hat, hasst, sind rechtschaffener als ihr; denn sie haben das Gebot des Herrn, das unserem Vater gegeben worden ist, nicht vergessen—dass sie nur eine Frau haben sollen, und Nebenfrauen sollen sie keine haben, und es solle keine Hurerei unter ihnen begangen werden.“ (Jakob3:5).
Die Lamaniten, ... die ihr ... hasst, sind rechtschaffener als ihr. Diese Aussage beschämt mich, wenn ich andere wegen ihrer mir ungewohnten Art oder ihres Aussehens gering schätze. Wenn ich merke, dass solche Empfindungen aufkommen, bremse ich mich immer, indem ich mir vor Augen halte, dass auch die Person ein Kind Gottes ist. Ich weiß nicht, ob Gott nicht ihn mehr schätzt als mich, weil er eventuell gottesfürchtiger lebt. Zwangsläufig fällt mir die Begebenheit mit Christus und dem Zöllner Matthäus ein (Matthäus 9:10-11). Was empfindest du, wenn z. B. eine Person, die für dich übel riecht, im Gottesdienst neben dir Platz nimmt? Über den anderen Punkt, der Wichtigkeit der Ehe zwischen Mann und Frau als Grundlage der Familie, wurde von einem der lebenden Prophet der heutigen Zeit, Präsident Eyring, Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, auf dem „Humanum 2014“, einer dreitägigen internationalen religiösen Konferenz im Vatikan, geredet (hierkommst du zum Video; mit ein paar Klicks über Settings kannst du deutsche Untertitel einschalten).

(Quelle)

Freitag, 12. Dezember 2014

Gott, wird die Rechtschaffenen aus eurer Mitte wegführen

Jakob äußert, in seiner Belehrung am Tempel, zwei Vorhersagen. Eine bezüglich der nicht Umkehrwilligen und eine die rechtschaffenen Nephiten betreffend: „Und die Zeit kommt schnell, da sie, wenn ihr nicht umkehrt, das Land eures Erbteils besitzen werden; und der Herr, Gott, wird die Rechtschaffenen aus eurer Mitte wegführen.“ (Jakob3:4).
  • Das sie das Land eures Erbteils besitzen werden
    Die Geschichte der Nephiten ist ein Wechselbad der Gefühle. Es gab Zeiten, da waren sie gottesfürchtig, dann aber wendeten sie sich auch wieder total von ihm ab (Alma 50:21-22). So lebte ein Teil der Nephiten zuzeiten König Limhis, um nur ein Beispiel zu nennen, aufgrund der Gottlosigkeit die ihr vorheriger König Noa (Vater von Limhi) einführte, um 120 v. Chr. unter der Knechtschaft der Lamaniten (Mosia 7:15).
  • Er wird die Rechtschaffenen aus eurer Mitte wegführen
    Diese Vorhersage Jakobs aus der Zeit um die 540 v. Chr. erfüllte sich etwa 220 Jahre später zuzeiten König Mosias. Ihm gebot der Herr mit all denen, die auch auf seine Worte hören würden, aus dem Land Nephi zu fliehen und: „Er tat so, wie der Herr ihm geboten hatte. Und sie gingen aus dem Lande weg in die Wildnis, alle, die auf die Stimme des Herrn hören wollten; ...“ (Omni 1:12-13).

Gott, wird die Rechtschaffenen aus eurer Mitte wegführen. Jakob prophezeite dies und wie zu erwarten war, sie ging in Erfüllung. Aus den heiligen Schriften lerne ich also immer wieder, dass die Prophezeiungen, die Gott seinen Knechten offenbart, zu der von ihm bestimmten Zeit in Erfüllung gehen. Nachdem wir auch heute lebende Propheten unter uns haben, bedeutet das für mich, auf ihre Worte zu achten und nach ihnen zu handeln. Wenn du möchtest, lies oder schaue dir auch die Rede von Präsident Eyring, einem der lebenden Propheten, mit dem Titel „Fortdauernde Offenbarung“ an. Wie gehst du mit Offenbarung um?

Präsident Henry B. Eyring (Quelle)

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Die Lamaniten ... werden euch eine Geißel sein

Eine Geißel ist ein Stab mit Riemen oder Schnüren und wurde früher zur Züchtigung eingesetzt. Im übertragenen Sinn werden auch Krieg, Katastrophen, Plagen, Qualen, Säuchen ... als eine Geißel bezeichnet. Ganz aktuelle Geißeln sind wohl Ebola, Naturkatastrophen, unzählige Gewaltkonflikte weltweit ...
Jakob droht seinem Volk, dass ihre Brüder die Lamaniten, eine Geißel für sie sein würden, wenn sie von ihrem Übeltun nicht umkehren: „Aber wehe, wehe euch, die ihr im Herzen nicht rein seid, die ihr heute vor Gott schmutzig seid; denn wenn ihr nicht umkehrt, ist das Land um euretwillen verflucht, und die Lamaniten, die nicht schmutzig sind gleichwie ihr, aber doch sind sie mit einem schweren Fluch verflucht, werden euch eine Geißel sein, selbst zur Vernichtung.“ (Jakob3:3).
Gesetze (festgelegte Regeln) sind dazu da, Menschen vor Ungemach zu schützen. Jeder Gesetzesverstoß löst eine Reaktion aus. Auch die Natur ist von Gesetzen durchdrungen. Sollte ich eines der Gesetze missachten, kann ich mich der Folgen nicht entziehen - lege ich meine Hand auf die glühende Herdplatte, kann ich der Reaktion nicht mehr entrinnen (wer nicht hören will, muss fühlen).
Die Lamaniten ... werden euch eine Geißel sein. Ich lerne aus der Geschichte, und nicht nur aus der der Nephiten, dass der Herr zulässt, dass ich durch andere Menschen der Strafe zugeführt werde, die ich durch mein Verhalten ausgelöst habe. Demzufolge werde ich mich ständig bemühen, durch Schriftenstudium und Gebet, den rechten Weg kennenzulernen (Lehre und Bündnisse1:37), ihn zu gehen (Sprüche 4:4), und dort wo ich ihn verlassen habe, Umkehr zu üben (Ezechiel 18:30-31). Die Nephiten und andere Völker wurden letztendlich aufgrund ihres Verbleibens in Sünde durch andere Menschen vernichtend geschlagen (Omni 1:5; Ether 8:20-21; 2. Könige 25:8-11). Was tust du, um einer Geißel zu entgehen (Lehre und Bündnisse 5:19-22)?

Züchtigung mit einer Geißel (Quelle)

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Das Haupt emporheben und das angenehme Wort Gottes empfangen

Wie empfindest du, wenn sich jemand `erhobenen Hauptes´ vor dich hinstellt? Wirkt das auf dich eventuell anmaßend, arrogant, triumphierend oder stolz, im positivsten Fall aber doch beeindruckend oder?
Wie ist dann die Aufforderung Jakobs zu verstehen: „O ihr alle, die ihr im Herzen rein seid, hebt das Haupt empor und empfangt das angenehme Wort Gottes, und weidet euch an seiner Liebe, denn das dürft ihr, wenn ihr festen Sinnes seid, immerdar.“ (Jakob3:2).
Das Haupt emporheben und das angenehme Wort Gottes empfangen. Soll ich mich etwa aufgefordert fühlen, stolz darauf zu sein, wenn ich im Herzen rein bin? Mir fällt dabei eine Aussage in Zusammenhang mit der Kreuzigung Jesu ein: „Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf.“ (Johannes 19:30). Ich sehe in diesem Zusammenhang im Senken des Hauptes einen Ausdruck des Sterbens. Im Zusammenhang mit der Aussage Jakobs sehe ich hingegen im `Haupt heben´ ein Symbol des Lebens. Indem ich das `angenehme Wort Gottes´ empfange und willens bin danach zu handeln, werde ich in Christus zum Leben erweckt (Johannes 6:68) und darf mich `an seiner Liebe´ sättigen. Was meinst du, wann ist jemand im Herzen rein und darf dann das Haupt emporheben (vielleicht helfen diese Schriftstellen bei der Antwort: Johannes13:10; Johannes 15:1-4)?

Die Auferweckung des Lazarus
von Juan de Flandes, um 1500–1510. (
Quelle)

Dienstag, 9. Dezember 2014

Blickt mit festem Sinn auf Gott

Nachdem Jakob sich in der Generalkonferenz um 540 v. Chr. am Tempel an diejenigen gewandt hatte, die durch ihre abscheulichen Handlungen großes Leid über ihre Familien gebracht hatten, wendet er sich nun denen zu, die im Herzen rein sind: „Aber siehe, ich, Jakob, möchte zu euch sprechen, die ihr im Herzen rein seid. Blickt mit festem Sinn auf Gott, und betet zu ihm mit überaus großem Glauben, und er wird euch in euren Bedrängnissen trösten, und er wird sich eurer Sache annehmen und Gerechtigkeit auf diejenigen herabkommen lassen, die nach eurer Vernichtung trachten.“ (Jakob 3:1)
Blickt mit festem Sinn auf Gott. Moroni schreibt was sein Vater Mormon um die 940 Jahre später über Wundertaten gelehrt hat. Sie haben nie aufgehört und so gibt es dienende Engel, die die Aufgabe haben: „... sich denen zu zeigen, die starken Glauben und einen festen Sinn in jeder Form der Gottesfurcht haben.“ (Moroni 7:29-30). Ich lerne von Jakob als auch von Mormon, dass sich der Herr meiner misslichen Lage annehmen wird, wenn ich unverschuldet in sie geraten bin und mich in Schutz nimmt vor denen, die meine Vernichtung herbeiwünschen. Allerdings unter der Bedingung unerschütterlichen Gedenkens an Gott und tiefgläubigen Betens. Da denke ich an Petrus auf dem Wasser: Als er merkte, dass heftiger Wind aufkam, übermannte Furcht seinen Glauben und er sank und der Meister musste nach ihm greifen (Matthäus 14:25-31). Durch tägliche Erlebnisse mit Gott, muss mein Glaube wachsen, bis kein Funken Zweifel mehr Raum in mir hat. Was machst du, um glaubensstärkende Erlebnisse mit Gott zu haben?

Der Erlöser rettet den sinkenden Petrus (Quelle)

Montag, 8. Dezember 2014

Viele Herzen [sind] gestorben, durchbohrt von tiefen Wunden

Das Vertrauen von seinen Mitmenschen zu erwerben braucht Zeit und Anstrengung, es zu verlieren, also Misstrauen zu erwecken, ist lange nicht so aufwendig.
Jakob spricht davon, dass viele Väter aufgrund ihrer Missetaten das Vertrauen ihrer Kinder verloren haben: „Siehe, ihr habt größere Übeltaten begangen als die Lamaniten, unsere Brüder. Ihr habt euren zarten Frauen das Herz gebrochen und das Vertrauen eurer Kinder verloren, weil ihr ihnen schlechtes Beispiel gegeben habt; und ihres Herzens Schluchzen steigt gegen euch empor zu Gott. Und wegen der Strenge des Wortes Gottes, das herabkommt gegen euch, sind viele Herzen gestorben, durchbohrt von tiefen Wunden.“ (Jakob 2:35)
Viele Herzen [sind] gestorben, durchbohrt von tiefen Wunden. Im Fall der Untreue ist ja nicht nur der Urheber betroffen, sondern auch andere, insbesondere die engsten Familienmitglieder. Ihnen wird unvorstellbares Leid zugefügt. Unter anderem um dies zu vermeiden, hat der Herr uns das Gebot gegeben unserem Ehepartner treu zu bleiben und uns mitgeteilt, dass es besser sei, eines Körpergliedes verlustig zu gehen, als untreu zu sein (Matthäus5:27-30). Ich lerne daraus, dass ich täglich um Kraft beten muss, meine Augen nicht sorglos umherschweifen zu lassen. Allzu leicht kommen Begehrlichkeiten auf, wenn man etwas Reizendes sieht und dann fehlt manchmal nicht mehr viel bis zur Untreue. Also lieber mit geschlossenen Augen gegen die Laterne laufen, oder welches Rezept hast du?

(Quelle)