Sonntag, 7. Februar 2016

Diejenigen, die bei ihren Frauen und ihren Kindern geblieben waren, ließen ihre anmutigen Töchter vortreten

Die nicht mit König Noa geflohenen, sondern bei ihren Familien verbliebenen Männer, hatten einen Rettungsplan: „Und es begab sich: Diejenigen, die bei ihren Frauen und ihren Kindern geblieben waren, ließen ihre anmutigen Töchter vortreten und sich bei den Lamaniten dafür einsetzen, dass sie sie nicht töteten.“ (Mosia 19:13).
Dieses Verhalten erinnert mich an eine Begebenheit aus dem Alten Testament. Isaak, der Sohn Abrahams, zog mit seiner Frau Rebekka zum König Abimelech nach Gerar. Rebekka war eine schöne Frau und die Männer des Ortes fragten Isaak über sie aus. Weil Isaak Angst um sein Leben hatte, gab er sie als seine Schwester aus (Genesis 26:7). Als der König Abimelech allerdings durch das Fenster sah, dass die beiden nicht wie Bruder und Schwester miteinander umgingen, beklagte er sich bei Isaak darüber, dass er durch seine Falschaussage Schuld über seine Männer hätte bringen können (Genesis 26:10). Erstaunlicherweise stellte der König dessen ungeachtet Isaak und seine Frau unter besonderen Schutz (Genesis 26:11). Hierdurch wurde der Verheißung, dass der Herr Abraham und den Seinen dieses Land als Erbteil geben wollte, der Weg gebahnt (Genesis 26:24).
Diejenigen, die bei ihren Frauen und ihren Kindern geblieben waren, ließen ihre anmutigen Töchter vortreten. Die Lamaniten schonten das Leben der Familien aufgrund der Anmut ihrer Töchter (Mosia 19:14), so wie König Abimelech Isaak und seine Frau unter besonderen Schutz stellte aufgrund ihrer Schönheit. Dies zeigt, welch starken Einfluss anmutige und schöne Frauen auf Männer ausüben können, wobei dieser Einfluss auch in die falsche Richtung gehen kann, wie man bei Herodes sieht (Matthäus 14:8). Ich lerne daraus, dass ich mich nur auf den Einfluss des Geistes Gottes, des Heiligen Geistes, einlassen soll. Auf welchen Einfluss verlässt du dich?
Rebekka
Eliezer trifft am Brunnen auf Isaaks zukünftige Frau
(Quelle)

Samstag, 6. Februar 2016

Alle Männer sollten ihre Frauen und ihre Kinder verlassen

Die Einstellung König Noas zur Familie erkennen wir aus den Anweisungen, die er den Männern seines Volkes gab, nachdem die Lamaniten sie während ihrer Flucht, die er ihnen geboten hatte (Mosia 19:9), einholten und anfingen sie zu töten (Mosia 19:10): „Nun begab es sich: Der König gebot ihnen, alle Männer sollten ihre Frauen und ihre Kinder verlassen und vor den Lamaniten fliehen.“ (Mosia 19:11).
Kennst du die „Birkenhead-Regel“? Sie geht zurück auf eine Anweisung der Besatzung des Truppentransporters der Royal Navy HMS Birkenhead. Als dieser 1852 vor der Küste Südafrikas unterging, begründete die Besatzung mit ihrer Anweisung „Frauen und Kinder zuerst!“ einen Verhaltenskodex, der im Laufe der Zeit allenthalben in lebensgefährlichen Situationen umgesetzt wurde. Ganz im Gegensatz zur Birkehead-Regel steht diese Anweisung König Noas und kennzeichnet damit auch seine Einstellung zur Familie. Er legte sein Augenmerk in ihrer Notsituation nur auf sich und seine Männer und sah Kinder und Frauen als Hindernis bei ihrer Flucht an.
Alle Männer sollten ihre Frauen und ihre Kinder verlassen. Der Herr hat Mann und Frau den Auftrag gegeben, Kinder zu haben und damit eine Familie zu bilden (Köstliche Perle Mose 2:27-28). Jakob hält seinem Volk, den Nephiten, vor Augen, wie die von ihnen eigentlich gehassten Lamaniten, im Gegensatz zu ihnen selber, ihre Familie ehrten: der Ehemann liebt seine Ehefrau und umgekehrt und beide zusammen lieben ihre Kinder (Jakob 3:7). Der Apostel Paulus erinnert Timotheus, seinen Beauftragten für die Kirche in Ephesus, daran, dass man für die Seinen Sorge zu tragen habe (1. Timotheus 5:8). Die Familie steht im Plan des Schöpfers für die ewige Bestimmung seiner Kinder im Mittelpunkt (siehe „Die Familie eine Proklamation an die Welt“). Stehen wir für die Familie ein: lieber mit ihr zusammen zugrundegehen, als sich alleine zu retten (Mosia 19:12). Wie ist deine Einstellung zu Familie?
The_Birkenhead-Troopship
Soldaten verbleiben auf der sinkenden HMS Birkenhead, während Frauen und Kinder ein Rettungsboot besteigen (Gemälde von Thomas Hemy um 1892; Quelle)

Freitag, 5. Februar 2016

Nun war es dem König nicht so sehr um sein Volk zu tun als um sein eigenes Leben

Gideon, ein Feind des schlechten Königs Noa, verfolgte ihn auf einen hohen Turm (Mosia 11:12) nahe des Tempels und wollte ihn töten (Mosia 19:6). König Noa sah dabei allerdings vom Turm aus die Lamaniten in sein Land eindringen: „Und nun schrie der König in seiner Seelenqual auf, nämlich: Gideon, schone mich, denn die Lamaniten sind über uns gekommen, und sie werden uns vernichten; ja, sie werden mein Volk vernichten. 8  Und nun war es dem König nicht so sehr um sein Volk zu tun als um sein eigenes Leben; doch Gideon schonte sein Leben.“ (Mosia 19:7-8).
Bei der Intention König Noas werde ich an das Sankt-Florian-Prinzip erinnert: „Heiliger Sankt Florian / Verschon' mein Haus / Zünd' and're an!“ Wenn ich Verantwortung für Menschen übernommen oder übertragen bekommen habe, muss ich dieser gerade in kritischen Situationen gerecht werden und darf nicht davonlaufen und die mir Anbefohlenen im Stich lassen, um mich selber in Sicherheit zu bringen. Eine maritime Regel besagt: „Der Kapitän geht als Letzter von Bord“ oder „der Kapitän geht mit seinem Schiff unter“. Hierin wird zum Ausdruck gebracht, dass der Kapitän bis zuletzt die Verantwortung für Schiff, Besatzung und Passagiere trägt und diese im Gefahrenfall retten muss. Was diejenigen erwartet, die ihrer Verantwortung nicht gerecht werden, zeigt die jüngste Geschichte der "Costa Concordia", deren Kapitän mit als Erster das sinke Schiff verließ. Er wurde zu 16 Jahre Haft verurteilt.
Nun war es dem König nicht so sehr um sein Volk zu tun als um sein eigenes Leben. Mir wurden als Heimlehrer auch Menschen zur Betreuung anvertraut (mehr über das Heimlehrprogramm findest du hier). Ich stelle mir die Frage, inwiefern werde ich der damit verbundenen Verantwortung gerecht? Kümmere ich mich ausreichend um sie, um ihnen zu helfen im Kampf gegen die Unbillen des Lebens genügend Kraft zu entwickeln, sowohl die geistige als auch die zeitliche Eigenständigkeit betreffend (lies auch hier)? Oder mache ich im Ernstfall einen Rückzieher und versuche nur mich zu retten? Das wird nicht klappen. Da wird der Herr mich zur Rechenschaft ziehen. Wie siehst du Verantwortung gegenüber deinem Nächsten?
The cruise liner Costa Concordia aground
epa03063742 The Italian Navy use explosives on the Costa Concordia cruise ship off Giglio Island, Italy, 17 January 2012. Reports state that after an overnight break in operations rescuers resumed their search on the cruise ship Costa Concordia, using explosives to blast debris and other obstacles out of their path, Italian coast guard spokesman Filippo Marini said. 'We want to take advantage of the good weather to try to make as much progress as possible,' in the search for possible survivors, Marini added. EPA/ENZO RUSSO +++(c) dpa - Bildfunk+++
Die havarierte Costa Concordia
(Quelle)

Donnerstag, 4. Februar 2016

Gideon, ... war ein starker Mann und ein Feind des Königs

Einer, der nicht mehr auf der Seite König Noas stand, wollte diesen stürzen: „Und nun gab es unter ihnen einen Mann, dessen Name war Gideon, und er war ein starker Mann und ein Feind des Königs; darum zog er sein Schwert und schwor in seinem Grimm, er werde den König töten. 5  Und es begab sich: Er focht mit dem König, und als der König sah, dass jener daran war, ihn zu überwältigen, floh er und lief weg und gelangte auf den Turm, der nahe dem Tempel stand." (Mosia 19:4-5).
Außer dem hier angeführten Gideon, der ein glaubenstreuer nephitischer Führer wurde, gab es im Alten Testament auch einen streitbaren Führer gleichen Namens (Richter 6:11-12), der vom Herrn um die 1200 v. Chr. den Auftrag bekam die Israeliten mit einem nur 300 Mann starken Heer aus der Knechtschaft der Midianiter zu befreien (Richter 6:147:7) und ihm dann 40 Jahre als Richter diente. Der Gideon aus dem Buch Mormon trug um die 120 v. Chr. auch zur Rettung eines Volkes bei, nämlich des Volkes Limhi, indem er König Limhi, ein rechtschaffener Sohn des schlechten Königs Noa (Mosia 7:9) sowie später dessen Nachfolger als König, einen Fluchtplan vorschlug (Mosia 22:6-9), der zur erfolgreichen Ausführung kam (Alma 1:8). Beide Gideons haben ihre Aufgaben nur mithilfe und der Kraft des Herrn ausführen können.
Gideon, ... war ein starker Mann und ein Feind des Königs. Ich lerne daraus, dass der Herr einem, in einer gerechten Sache, Führung, Leitung und Hilfe zukommen lässt. Allerdings auch, dass ein Tyrann sich früher oder später Feinde macht, die ihm schlimmstenfalls sogar nach dem Leben trachten, sollte er nicht mit friedlichen Mitteln seiner Machtposition enthoben werden können. Für mich ergibt sich daraus, dass ich in Dingen, in denen die eigenen Möglichkeiten nicht ausreichen, die Hilfe des Herrn durch den Heiligen Geist bekommen kann (Schriftstudium, Überlegen, Fasten, Beten, Zuhören, Überlegen, wenn das gute Gefühl da ist Entscheiden und Handeln). Wie triffst du wichtige Entscheidungen?
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Gideon´s 300 Mann starke Armee gegen die Midianiter
(Quelle)

Mittwoch, 3. Februar 2016

Unter dem übrigen Volk begann eine Teilung

Nachdem die Streitkräfte König Noas erfolglos von der Verfolgung Alma des Älteren und seiner Anhänger zurückkamen (Mosia 19:1), formierte sich offensichtlich eine Opposition gegen den König: „Und nun siehe, die Streitkräfte des Königs waren klein, denn sie waren verringert worden; und unter dem übrigen Volk begann eine Teilung. 3  Und der kleinere Teil fing an, Drohungen gegen den König auszustoßen, und es entstand ein großer Streit unter ihnen.“ (Mosia 19:2-3).
Die Teilung unter dem Volk war wohl in der Unzufriedenheit über die Politik des Königs begründet. Wenn Unzufriedenheit unter einem Teil der Bevölkerung über die Art der Politik aufkommt, kommt es meist auch zu Androhung von Gewalt. Im Neuen Testament war z. B. Paulus unzufrieden mit der Entstehung der Kirche Jesu Christi und er stieß Drohungen gegen die Anhänger Jesu aus (Apostelgeschichte 9:1-2).
Unter dem übrigen Volk begann eine Teilung. Auch in unseren Tagen erleben wir, dass ein kleiner Teil der Bevölkerung unzufrieden mit der Politik ist, zu Demonstrationen aufruft und Extremisten wüste Drohungen ausstoßen und zu Straftaten ermuntert. Aus meiner Sicht verfolgt diese Minderheit das Ziel, das übrige Volk weiter aufzuwiegeln, um es auf ihre Seite zu ziehen. Ich fühle mich nicht zu Extremismus hingezogen und befürworte, wenn nicht zu vermeiden, Streit friedlich mit guten Argumenten auszutragen. Christus zeigt uns, dass man Streithähne auch manchmal einfach stehen lassen muss (Markus 8:11-13). Vom zum Herrn bekehrten Paulus lerne ich, dass ich keine Streitgespräche anzetteln und keinen Aufruhr unter dem Volk herbeiführen soll (Apostelgeschichte 24:12). Ich versuche mich an die Anregung des Paulus an die Römer zu halten, dass wir in allem einfach maßvoll leben sollen (Römer 13:13). Was sind deine Gedanken zu Aufruhr, Rebellion, Streit, Extremismus?

Dienstag, 2. Februar 2016

Darum nahmen sie ihre Zelte und ihre Familien und zogen in die Wildnis

Nachdem König Noa seine Herrschaft, und die seiner selbst ernannten Priester, in Gefahr sah, beschloss er Alma den Älteren, mit denen die seiner göttlichen Predigt glaubten, als Aufwiegler hinzustellen und gab den Befehl, sie zu vernichten (Mosia 18:33): „Und es begab sich: Alma und das Volk des Herrn wurden vom Kommen des Heeres des Königs benachrichtigt; darum nahmen sie ihre Zelte und ihre Familien und zogen in die Wildnis. 35  Und an Zahl waren sie an die vierhundertundfünfzig Seelen.“ (Mosia 18:34-35).
Darum nahmen sie ihre Zelte und ihre Familien und zogen in die Wildnis. Kommt uns diese Handlungsweise fremd vor, dass sich Menschen vor politischer oder religiöser Verfolgung in Sicherheit flüchten? Wir erleben gerade jetzt wieder, wie religiöse Verfolgung (Diskriminierung und Unterdrückung von Glaubensgemeinschaften und ihren Anhängern oder von „Ungläubigen“ aufgrund einer religiösen Motivation) weltweit aufflammt. Wobei die religiöse Motivation abwegig ist, da sie nicht in der Lehre begründet ist, auf die sich die Verfolger berufen. Aufgrund Verfolgung fliehen diese vom Tod bedrohten `in die Wildnis´. Ihnen, unseren Brüdern und Schwestern (wir alle sind buchstäbliche Kinder unseres Vaters im Himmel; Hebräer 12:9Köstliche Perle Mose 1:13), dürfen wir unsere Hilfe nicht verwehren. Ich bemühe mich jedem Menschen, dem ich begegne, Respekt (Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ehrerbietung) entgegenzubringen, egal welcher Religion er zugehörig ist oder auch nicht, egal welche Hautfarbe er hat (Glaubensartikel 1:11). Er ist ein Kind Gottes, wie auch ich. Wie verhältst du dich?

Montag, 1. Februar 2016

Nachdem der König eine Bewegung unter dem Volk entdeckt hatte, sandte er seine Knechte aus, sie zu beobachten

Wie König Noa auf die Geschehnisse am Ort Mormon, die Gründung der Kirche Christi durch Alma den Älteren (Mosia 18:16-17), reagierte: „Aber siehe, es begab sich: Nachdem der König eine Bewegung unter dem Volk entdeckt hatte, sandte er seine Knechte aus, sie zu beobachten. An dem Tag also, da sie sich versammelten, um das Wort des Herrn zu hören, wurde dem König über sie berichtet. 33  Und nun sagte der König, Alma stachle das Volk zur Auflehnung gegen ihn auf; darum sandte er sein Heer aus, sie zu vernichten.“ (Mosia 18:32-33).
Nachdem der König eine Bewegung unter dem Volk entdeckt hatte, sandte er seine Knechte aus, sie zu beobachten. Kenne ich das auch aus jüngster deutscher Geschichte? Es gab da vor einiger Zeit einen `Überwachungsstaat´, der mit je einem hauptamtlichen Stasimitarbeiter (Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit), 180 seiner Bürger überwachen ließ. Nahezu alle Lebensbereiche der Bürger wurden überwacht, um jegliche staatsfeindlichen Aktivitäten im Keim zu ersticken. In den 1980ger Jahren bemühte sich diese Stasi darum, die aufkeimende Opposition zu unterdrücken. Ihre Mitarbeiter waren mit allen polizeilichen Befugnissen ausgestattet. Natürlich gibt es auch in anderen demokratischen Staaten einen Verfassungsschutz, allerdings mit Betonung auf den Schutz der freiheitlich demokratischen Grundordnung (Grundgesetz Artikel 1, 18 und 20), und nicht ausgestattet mit polizeilichen Befugnissen. Ich lerne daraus, dass ich mich durch Ausübung meiner Rechte, z.B. des Wahlrechtes (Grundgesetz Artikel 38), für den Erhalt von Frieden und Freiheit einsetzen muss. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ermuntert mich „ein guter Staatsbürger zu sein“ (Anregungen findest du hier). Ich engagiere mich ehrenamtlich überwiegend im humanitären Bereich. Was machst du, um ein guter Staatsbürger zu sein?