Samstag, 3. Juli 2021

Und nun spreche ich, Mormon, zu euch, meine geliebten Brüder

 

(Bild: Quelle)

Moroni gibt die Einleitung der Rede seines Vaters wieder: „Und nun spreche ich, Mormon, zu euch, meine geliebten Brüder; und durch die Gnade Gottes des Vaters und unseres Herrn Jesus Christus und durch seinen heiligen Willen, nämlich wegen der Gabe seiner Berufung für mich, ist es mir erlaubt, zu dieser Zeit zu euch zu sprechen.“ (Moroni 7:2).

Und nun spreche ich, Mormon, zu euch, meine geliebten Brüder. Mormon leitet seine Ansprache derart ein, dass er die Anwesenden als `geliebte Brüder´ anredet und dann mitteilt, was ihn berechtigt und bevollmächtigt, dazu qualifiziert, zu ihnen zu sprechen. Warum redet Mormon in seiner Einleitung hier nur die `geliebten Brüder´ an? Könnte es daran liegen, dass Frauen in Synagogen von den Männern räumlich abgetrennt saßen, meist auf Emporen?

Aus seiner Einleitung erfahre ich, dass Mormon von sich wusste, wer er war und welches seine Mission war. Er lebte in einer schrecklichen Kriegszeit (Mormon 1:8). Schon als Jugendlicher wurde er mit fünfzehn Jahren vom Herrn besucht und wollte, seinem Volk Glauben und Umkehr predigen (Mormon 1:15-16). Offensichtlich weil er eine imposante Person, und von großer Gestalt war, bestimmte ihn das Volk in seinen jungen Jahren zum Führer seiner Heere (Mormon 2:1-2). Während dieser Zeit nahm er die Platten Nephis an sich und führte einen Bericht von all der herrschenden Schlechtigkeit (Mormon 2:17-18). Zwischen den Kriegen herrschte für zehn Jahre eine Waffenruhe (Mormon 3:1). Diese nutzte das Volk, baute wohl auch eine Synagoge in der dann Mormon seine Rede hielt, die Moroni sein Sohn nun in seinem eigenen Bericht wiedergibt.

Wie leitest du deine Reden in der Kirche ein?

Freitag, 2. Juli 2021

Auf diese Weise redete er zum Volk, als er es in der Synagoge belehrte

 

Gottesdienst in einer Synagoge
(Bild: Quelle)

Und nun schreibe ich, Moroni, einige der Worte meines Vaters Mormon nieder, die er über Glauben, Hoffnung und Nächstenliebe sprach; denn auf diese Weise redete er zum Volk, als er es in der Synagoge belehrte, die es als Stätte der Anbetung gebaut hatte.“ (Moroni 7:1).

Auf diese Weise redete er zum Volk, als er es in der Synagoge belehrte. Synagogen waren in damaliger Zeit, sowohl in der alten, als auch in der neuen Welt, Orte, in denen die Gemeinden zusammenkamen, um Gott anzubeten und belehrt zu werden (Alma 16:13; 2. Nephi 26:26; Apostelgeschichte 18:4), und miteinander über das Wort Gottes zu diskutieren (Alma 21:4-6,20). Nun gibt uns Moroni, indem er eine Rede seines von ihm mit Sicherheit respektierten, geschätzten und geliebten Vaters wiedergibt, ein Beispiel, wie die Versammlungen einer Gemeinde thematisch ausgestaltet werden können. Denn über die Weise, wie Versammlungen abgehalten und geleitet wurden schrieb er gerade im letzten Vers des vorhergehenden Kapitels (Moroni 6:9).

Das Thema der Rede Mormons, des Vaters von Moroni, war: Glauben, Hoffnung und Nächstenliebe. Diese seine Rede dürfte zu Beginn der zehnjährigen Kriegspause zwischen den Lamaniten und Nephiten um die 350 n. Chr. gehalten worden sein, nachdem ihn der Herr dazu angewiesen hatte dem Volk Umkehr, Taufe und Wiederaufbau der Kirche zu predigen (Mormon 3:1-2). Die Nephiten waren ins nördliche Gebiet vertrieben worden (Mormon 2:20) und durften sich dort niederlassen, während die Lamaniten alles Land im Süden besiedelten (Mormon 2:29). Offensichtlich hatten die Nephiten dort eine Synagoge errichtet und Mormon predigte in ihr, vielleicht im Rahmen ihrer `Einweihung´? Moroni, der zu dieser Zeit ein junger Mann gewesen sein muss, war sicherlich anwesend als sein Vater predigte. Man kann sich auch gut vorstellen, dass diese Rede aufgeschrieben und unter den leitenden `Brüdern´ verteilt wurde. Es ist wahrscheinlich, dass Moroni auch einen Aufschrieb bekommen hat, dessen Inhalt er nun an dieser Stelle einfließen lässt. Ich lerne, es ist wichtig, die Ansprachen der führenden Schwestern und Brüder auch in schriftlicher Form zu haben, um sie später jederzeit wiederholt durcharbeiten zu können, wie wir es mit unseren Konferenzansprachen handhaben (siehe hier).

Welche Erfahrungen hast du mit Aufzeichnungen wichtiger Reden schon gemacht?

Donnerstag, 1. Juli 2021

Ihre Versammlungen wurden … durch die Macht des Heiligen Geistes geleitet

 

Boyd K. Packer, verstorbener Präsident des Kollegiums der Zwölf
(Bild: Quelle)

Nun schreibt Moroni darüber, wie die Zusammenkünfte der Gemeinde geleitet wurden: „Und ihre Versammlungen wurden von der Kirche auf die Weise, wie der Geist auf sie einwirkte, und durch die Macht des Heiligen Geistes geleitet; denn wie die Macht des Heiligen Geistes sie leitete, sei es zu predigen oder zu ermahnen oder zu beten oder zu flehen oder zu singen, ja, so geschah es.“ (Moroni 6:9)

Ihre Versammlungen wurden … durch die Macht des Heiligen Geistes geleitet. Im Allgemeinen bekommen wir Teilnehmer meist nichts davon mit, wie die leitenden Schwestern und Brüder sich gebeterfüllt darum bemühen, die Versammlungen mithilfe des Heiligen Geistes vorzubereiten, durchzuführen und nachzubereiten. Sei es die Lieder auszuwählen, Themen auszuwählen, Gebete auszugeben und Sprecher auszuwählen.

Doch, hier ist uns ein auffälliges Beispiel übermittelt, wie Präsident Boyd K. Packer in einer Versammlung den Eingebungen des Geistes folgte: „Vor einigen Jahren präsidierte Präsident Boyd K. Packer bei einer regionalen Schulung, an der ich teilnahm. Er bat die Anwesenden, näher nach vorne zu kommen, aber niemand bewegte sich. Nachdem er mehrere Male darum gebeten hatte, beendete er die Versammlung abrupt. Als er später von den Pfahlpräsidenten, wie mein Pfahlpräsident uns berichtete, gefragt wurde, warum er das tat, antwortete Präsident Packer: „Weil Offenbarung aufgehört hat“. Er erklärte ihnen, dass der Ungehorsam der Brüder, seiner Bitte nachzukommen, dazu führte, dass Offenbarung aufhörte; deshalb beendete er die Versammlung, und das war die angemessene Reaktion. Das gab mir eine neue Bedeutung von Lehre und Bündnisse 42:14 „Und der Geist wird euch durch das Gebet des Glaubens gegeben; und wenn ihr den Geist nicht empfangt, sollt ihr nicht lehren.“ Das bedeutet nicht nur, dass man nicht lehren will; es bedeutet, dass man nicht lehren kann und nicht lehren soll.“ (John W. Welch, Notes by John W. Welch, Seite 1156 beginnend mit: „Some years ago, President Boyd K. Packer was presiding …“; frei übersetzt). Ich lerne, wie wichtig es ist, bereit zu sein, nicht nur auf die Eingebungen des Heiligen Geistes zu achten, sondern vor allem auch Mut aufzubringen, sie in unbequemen Situationen umzusetzen.

In welchen Situationen hast du schon mal unbequeme Eingebungen des Heiligen Geistes umgesetzt?

Mittwoch, 30. Juni 2021

Sooft sie mit wirklichem Vorsatz umkehrten und nach Vergebung trachteten

 

(Bild: Quelle; Text hinzugefügt)

Bezüglich der Folgen der Umkehrbereitschaft von Mitgliedern seiner Gemeinde schreibt Moroni: „Aber sooft sie mit wirklichem Vorsatz umkehrten und nach Vergebung trachteten, wurde ihnen vergeben.“ (Moroni 6:8).

Sooft sie mit wirklichem Vorsatz umkehrten und nach Vergebung trachteten. Hier erfahren wir von Moroni einen äußerst wichtigen Bestandteil der `Frohen Botschaft´, das Trachten nach Vergebung.

Wir Menschen sind aufgrund `der alten Schlange´, dem Teufel, `fleischlich, sinnlich und teuflisch´ geworden, haben aber das Vermögen mitbekommen, in der Lage zu sein, `Böses von Gutem unterscheiden zu können´ (Mosia 16:3). So kommt es häufig vor, dass wir gegen die Gesetze Gottes handeln, sündigen. Auf die Übertretung göttlicher Gesetze ist eine Strafe ausgesetzt. Doch für den Fall, dass wir `aufrichtige Umkehr´ üben, vergibt uns Gott aufgrund dessen, weil Jesus Christus die Strafen aller Menschen im Sühnopfer auf sich genommen hat (Mosia 16:4-7). Ihm haben wir es zu verdanken, dass Gott uns, wenn wir unsere Sünden aufrichtig bereuen, sie bekennen, um Vergebung bitten, willens sind, sie nicht wieder zu begehen, auch tatsächlich `vergeben, und sogar für immer vergessen´ wird (Jeremia 31:34Jesaja 43:25). Allerdings gehört noch eine weitere Sache dazu: Auch von uns wird verlangt, dass wir einander unsere Fehler vergeben (Mosia 26:30-31). Ich lerne, ohne Vergebung hätten wir keine Chance in die Gegenwart unserer himmlischen Familie zurückkehren zu können. Wie unendlich dankbar muss ich Jesus Christus für sein Sühnopfer sein! Aber, ich muss umkehrwillig sein, und ich muss bereit sein, auch die Fehler meines Nächsten an mir zu vergeben!

Was gehört aus deiner Sicht alles dazu, um von Gott Vergebung zu erlangen?

Dienstag, 29. Juni 2021

Sie waren streng darauf bedacht, dass es unter ihnen kein Übeltun gebe

 

Jugendlicher: „Das Essen ist übelst lecker“
(Bild: Quelle)

Über den Umgang miteinander teilt uns Moroni mit: „Und sie waren streng darauf bedacht, dass es unter ihnen keinÜbeltun gebe; und bei wem gefunden wurde, dass er Übles beging, und wenn drei Zeugen der Kirche ihn vor den Ältesten schuldig sprachen und er nicht umkehrte und nicht bekannte, dessen Name wurde ausgelöscht, und er wurde nicht dem Volk Christi zugezählt.“ (Moroni 6:7).

Sie waren streng darauf bedacht, dass es unter ihnen keinÜbeltun gebe. In der schon im gestrigen Blogbeitrag erwähnten „Didache oder die Apostellehre“, aus der `alten Welt´ stammend, heißt es in sehr ähnlicher Weise: „Jeder aber, der mit seinem Freunde einen Streit hat, soll sich nicht bei euch einfinden, bis sie versöhnt sind, damit euer Opfer nicht entweiht werde.“ Und über Zurechtweisung heißt es im nächsten Abschnitt: „Weiset einander zurecht nicht im Zorn, sondern in Frieden, wie ihr's im Evangelium habet; und mit jedem, der sich verfehlt hat gegen seinen Nächsten, soll keiner sprechen, und er soll von euch nichts hören, bis er sich bekehrt hat“ (Didache 14:2 und 15:3;siehe hier Seite 11).

Der Aufschrieb Moronis über die Ordnung in der Kirche des Herrn, entstanden in der `neuen Welt´, dem amerikanischen Kontinent, stammt direkt von Jesus Christus und wurde über seine nephitischen Apostel weitergegeben. So kann man auch davon ausgehen, dass ein Großteil der Anweisungen in „Didache oder die Apostellehre“ von Jesus Christus selber, weitergegeben über seine Apostel, stammt. So lerne ich, dass der Herr sich um die Details der Kirche kümmert, und sie seinen Dienern, wo auch immer seine Kirche errichtet ist, zur Kenntnis bringt. So sind Ordnung und Struktur, sowie das Verhalten der Gemeinde, für Christus offensichtlich keine nebensächlichen Details, sondern wichtige Elemente im Gemeindeleben. Ich lerne, dass der Herr uns Menschen detaillierte Anweisungen für die Ordnung in seiner Kirche hat zukommen lassen. Für die frühe Kirche in der östlichen Erdhälfte im Neuen Testament und z. B. der „Didache oder die Apostellehre“, für sein Volk in der westlichen Hemisphäre im Buch Mormon. Letzteres diente dann auch dem Propheten der Wiederherstellung als Grundlage für die Ordnung in der wiederhergestellten Kirche des Herrn.

Was kannst du dazu beitragen, `dass es unter ihnen kein Übeltun gebe´?

Montag, 28. Juni 2021

Die Gemeinde versammelte sich oft

 

(Bild: Quelle)

Über das Verhalten der Mitglieder der Kirche des Herrn schreibt Moroni: „Und die Gemeinde versammelte sich oft, um zu fasten und zu beten und miteinander über das Wohlergehen ihrer Seele zu sprechen.“ (Moroni 6:5).

Die Gemeinde versammelte sich oft. Hier lässt uns Moroni wissen, dass sich die Mitglieder der Gemeinde, der Kirche des Herrn, oft trafen, um gemeinsam im Evangelium Fortschritte machen zu können. Diese Art und Weise des Umgangs miteinander zeichnet alle Mitglieder der Kirche des Herrn aus. Beispielhaft lesen wir im Bericht von Nephi, des Sohnes Nephis, dass die zum Herrn bekehrten Nephiten und Lamaniten fortfuhren „… zu fasten und zu beten und sich oft zu versammeln, um zu beten und auch, um das Wort des Herrn zu hören.“ (4. Nephi 1:12).

Der griechisch-orthodoxe Geistliche Philotheos Bryennios stieß im Jahr 1875 bei seinem Studium in einem Kloster in Konstantinopel auf ein ungewöhnliches Manuskript, die „Didache oder die Apostellehre“. Es enthält Anweisungen, wie die frühen Christen, vielleicht schon am Ende des ersten Jahrhunderts, ihre Ämter ausüben sollten, und wie sich die Gemeinde verhalten sollte. Diese Anweisungen ähneln sehr stark denen im Buch Mormon, das ja aus einer fiel früheren Epoche stammt. Beispielhaft die Ähnlichkeit zwischen Moroni 6:5-6. Da heißt es in Didache 14:1: „Am Tage des Herrn versammelt euch, brechet das Brot und saget Dank, nachdem ihr zuvor eure Sünden bekannt habet, damit euer Opfer rein sei.“ (siehe hier, Seite 11) Des Weiteren wird dort ebenso über häufiges Fasten und Beten geschrieben (Didache 8:1; siehe hier Seite 9). Ich lerne, dass der Herr zu allen Zeiten dafür sorgt, dass seine Kinder Kenntnis erlangen über die Art und Weise, wie seine Kirche zu ordnen und zu führen ist. Ich erkenne, dass es für meinen geistigen Fortschritt unerlässlich ist, mich oft mit der Gemeinde zu versammeln, um den Herrn zu loben und zu preisen (Fasten, Gebet und Gesang), meine Bündnisse mit ihm zu erneuern (Abendmahl), und mich ebenso um das Wohlergehen meiner Schwestern und Brüder zu bemühen (Betreuung).

Welche Erfahrungen hast du mit häufigem Zusammensein mit der Gemeinde gemacht?

Samstag, 26. Juni 2021

Nachdem sie zur Taufe angenommen worden waren (Teil 2)

 

(Bild: Quelle)

Und nachdem sie zur Taufe angenommen worden waren und durch die Macht des Heiligen Geistes auf sie eingewirkt worden war und sie dadurch gesäubert worden waren, wurden sie dem Volk der Kirche Christi zugezählt; und ihr Name wurde aufgenommen, damit ihrer gedacht werde und sie durch das gute Wort Gottes genährt würden, um sie auf dem rechten Weg zu halten, um sie beständig wachsam zu halten zum Beten, sich allein auf die Verdienste Christi verlassend, des Urhebers und Vollenders ihres Glaubens.“ (Moroni 6:4).

Nachdem sie zur Taufe angenommen worden waren (Teil 2). Außer dass man symbolisch von seinen Sünden reingewaschen wird, bedeutet die Taufe auch noch, dass man Mitglied der Kirche des Herrn wird, indem man den Namen Jesu auf sich nimmt.

Moroni erklärt uns hier, dass der Name der Getauften `aufgenommen´ wurde, wohl in eine Mitgliederliste, was sonst? Er erklärt auch den Grund dafür. Die Getauften sollten nicht in Vergessenheit geraten. Ihrer sollte gedacht werden und sie sollten durch das Evangelium weiter `genährt´ werden, damit sie in demselben wachsen – an Erkenntnis zunehmen, sie ihr Zeugnis stärken können – damit sie geistig genährt gestärkt den `schmalen und geraden Weg des ewigen Lebens´ (Matthäus 7:14) nicht verlassen würden und nicht in die Irre gehen würden, ihrem geschlossenen Bündnis treu bleiben würden (Galater 1:6-7). Ich lerne, dass Moroni uns klarmacht, dass dies auch heutzutage für uns zutrifft. So wird es uns auch in neuzeitlicher Offenbarung gesagt (Lehre und Bündnisse 20:81-82). Wie erfolgt die geistige Ernährung jedes Einzelnen? Sie erfolgt durch die `Betreuung´.

Welche Erfahrung hast du schon mit der Betreuung gemacht?