(Bild: KI-generiert)
“Und weiter, wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn die tausend Jahre zu Ende sind und die Menschen wieder anfangen, ihren Gott zu leugnen, dann werde ich die Erde nur eine kurze Zeit lang verschonen, 23 und das Ende wird kommen, und der Himmel und die Erde werden verzehrt werden und vergehen, und es wird einen neuen Himmel und eine neue Erde geben.” (Lehre und Bündnisse 29:22-23).
- Während des tausendjährigen Reiches herrscht Jesus Christus selbst auf der Erde, und Satan ist für diese Zeit gebunden, sodass er die Menschen nicht verführen kann. In dieser Zeit gibt es keine Übeltat, weil die Erde in Frieden lebt, die Rechtschaffenen regieren und die Erkenntnis Gottes überall verbreitet ist. Die Menschen werden weiterhin nach ihrem eigenen freien Willen handeln, aber ohne Satans Einfluss sind sie nicht den gleichen Versuchungen und Verführungen ausgesetzt wie in der gefallenen Welt zuvor.
Am Ende des tausendjährigen Reiches wird jedoch Satan wieder für eine kurze Zeit losgebunden. Das bedeutet, dass er wieder die Möglichkeit bekommt, die Menschen zu täuschen und sie dazu zu bringen, Gott zu leugnen. Einige werden sich erneut gegen Gott entscheiden, weil sie sich von Satans Einflüsterungen verführen lassen und bewusst die Dunkelheit anstatt das Licht wählen. Dadurch wird offenbar, wer wahrhaftig rechtschaffen ist und wer nur in der Gerechtigkeit gelebt hat, weil es keine Versuchung gab. Dieses letzte Aufbegehren der Schlechten führt schließlich zum endgültigen Gericht und zur Erneuerung von Himmel und Erde.
Im Gegensatz zu den schrecklichen Ereignissen, die in den Versen 15-21 beschrieben werden, beschreibt der Herr in den nächsten Versen die Erneuerung aller Dinge. Am Ende des Jahrtausends, wenn die Menschen erneut beginnen, Gott zu leugnen, wird die Erde nur noch für eine kurze Zeit verschont. Danach kommt das endgültige Ende der Welt, wie wir sie kennen. Himmel und Erde werden vergehen und in einem gewaltigen Wandel verzehrt werden. Doch dies ist nicht das Ende der Schöpfung, sondern der Beginn von etwas Neuem: Ein neuer Himmel und eine neue Erde werden erschaffen, in denen alles Alte vergeht und alles erneuert wird. Diese Erneuerung umfasst die gesamte Schöpfung, das gesamte Ökosystem – Menschen, Tiere, Vögel, Fische, Pflanzen – die gesamten Werke des Herrn, nichts wird verlorengehen, nicht einmal ein Haar oder ein Staubkorn, denn alles gehört zu Gottes Werk und wird in seinem ewigen Plan erhalten bleiben.
In L&B 88:25-26 erklärt der Herr, dass die Erde selbst einem höheren, celestialen Gesetz *) folgt, weil sie genau das Maß ihrer Erschaffung erfüllt und nicht gegen das göttliche Gesetz verstößt. Das bedeutet, dass die Erde einen heiligen Zweck hat und in Übereinstimmung mit Gottes Willen existiert. Obwohl sie „sterben“ wird – was sich auf ihre Umwandlung am Ende der Welt bezieht –, wird sie wieder belebt und in neuer Herrlichkeit existieren. In diesem erneuerten Zustand wird sie von den Rechtschaffenen ererbt, die darauf in einem celestialen Zustand leben werden. Die Erde wird also selbst erhöht und geheiligt, um ein ewiges Heim für diejenigen zu werden, die für das celestialen Reich würdig sind.
*) Das celestiale Gesetz ist das höchste göttliche Gesetz und regelt das Leben im celestialen Reich, der höchsten Herrlichkeit im Himmel. Es erfordert vollkommene Übereinstimmung mit Gottes Willen, absolute Treue zu seinen Bündnissen, Reinheit und Heiligkeit sowie eine Lebensweise, die von selbstloser Liebe und Opferbereitschaft geprägt ist. Wer in das celestiale Reich eingehen will, muss bereit sein, dieses Gesetz schon im Erdenleben anzunehmen und danach zu handeln.
Auch die Erde selbst hält sich an dieses Gesetz, indem sie das Maß ihrer Erschaffung erfüllt und Gottes Willen nicht übertritt. Deshalb wird sie am Ende der Zeiten geheiligt und in einen celestialen Zustand erhoben, damit sie ein ewiges Zuhause für die Rechtschaffenen sein kann. So wie in L&B 88:25-26 erklärt wird, wird die Erde zwar sterben, aber wieder belebt und in der Macht Gottes weiterbestehen. Sie wird schließlich in einen Zustand celestialer Herrlichkeit verwandelt, in dem nichts mehr verloren geht – nicht einmal ein Haar oder ein Staubkorn.
Bevor die Erde vergeht, werden noch bedeutende Ereignisse stattfinden. Michael, der Erzengel (auf Erden als Adam bekannt), wird seine Posaune ertönen lassen, was die Auferstehung aller Toten einläutet. Die Gräber werden sich öffnen, und sowohl die Rechtschaffenen als auch die Schlechten werden aus dem Tod hervorkommen.
Dann wird die große Scheidung stattfinden: Die Rechtschaffenen werden zu Jesus Christus auf seine rechte Seite gesammelt und empfangen das ewige Leben. Die Schlechten hingegen werden auf seine linke Seite gestellt. Christus wird sich ihrer schämen und sie nicht vor dem Vater als die Seinen anerkennen.
Schließlich wird er zu ihnen sagen: "Hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das immerwährende Feuer, das für den Teufel und seine Engel bereitet ist." Das bedeutet, dass diejenigen, die sich bewusst gegen Gott entschieden haben, aus seiner Gegenwart ausgeschlossen und dem Zustand des ewigen Leidens überlassen werden.
Wichtige Lehren für unser eigenes Handeln
Zunächst zeigt uns Vers 22, dass der Glaube der Menschen nicht automatisch erhalten bleibt – selbst nach einer langen Zeit der Rechtschaffenheit, wie im tausendjährigen Reich, können Menschen beginnen, Gott zu leugnen. Das erinnert uns daran, dass unsere Nachfolge Christi eine bewusste, kontinuierliche Entscheidung ist. Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass günstige Umstände oder äußere Einflüsse unseren Glauben dauerhaft bewahren. Stattdessen müssen wir uns selbst bemühen, unsere Beziehung zu Gott aktiv zu stärken, indem wir beten, die Schriften studieren und nach seinen Geboten leben.
In Vers 23–25 erfahren wir, dass diese Erde vergänglich ist, aber in einer verherrlichten Form neu erschaffen wird. Das zeigt uns, dass alles, was wir in dieser sterblichen Welt kennen, irgendwann vergeht, und dass wir daher nicht an materiellen Dingen hängen sollten. Stattdessen sollten wir uns auf das konzentrieren, was ewigen Wert hat – unsere Beziehung zu Gott, unsere Familie und unsere geistige Entwicklung.
Vers 26–28 lehrt uns schließlich, dass am Tag des Gerichts jeder Mensch für seine Taten zur Verantwortung gezogen wird. Die Rechtschaffenen werden von Christus als seine eigenen anerkannt, während diejenigen, die ihn ablehnen, von ihm getrennt werden. Diese Lehre ruft uns auf, heute nach rechtschaffenem Handeln zu streben. Wir sollten täglich so leben, dass unser Glaube an Christus sich in unseren Taten zeigt – in Liebe, Barmherzigkeit und Gehorsam gegenüber Gott.